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Bluthochdruck: Darf man mit Hypertonie in die Sauna gehen?

Das sagen Experten  

Mit Bluthochdruck in die Sauna: Ist das okay?

30.11.2021, 10:21 Uhr | jb, t-online

Bluthochdruck: Darf man mit Hypertonie in die Sauna gehen?. Ein Eimer für den Aufguss steht in einer Sauna. (Quelle: Getty Images/Symbolbild/nd3000)

Sauna: Saunieren ist für Patienten mit Bluthochdruck nicht pauschal verboten. (Symbolbild) (Quelle: Symbolbild/nd3000/Getty Images)

Saunieren kann gut für die Gesundheit sein. Aber nicht jeder darf die heißen Temperaturen genießen. Denn weit verbreitet ist die Annahme, dass man mit Bluthochdruck nicht in die Sauna gehen darf. Stimmt das?

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Dass Bluthochdruck eine ausnahmslose Kontraindikation, also ein medizinisch begründetes Ausschlusskriterium, für den Saunabesuch darstellt, ist nicht richtig. Das bestätigt auch die Deutsche Hochdruckliga. Wichtig ist jedoch, dass der Blutdruck gut eingestellt sein muss und vorab eine Rücksprache mit dem Arzt erfolgen sollte. Keinesfalls sollten Sie dessen Rat überspringen und ohne vorhergehenden Arztbesuch in die Sauna gehen.

Sauna führt zur natürlichen Blutdrucksenkung

Allgemein wird der Saunabesuch Männern und Frauen – auch bei denen mit Bluthochdruck – empfohlen, da er eine gesundheitsfördernde Wirkung auf die Blutdruck-Problematik haben kann: Durch die anhaltende Hitze-Einwirkung erweitern sich die Blutgefäße, wodurch eine natürliche Blutdrucksenkung erfolgt. Doch Achtung: Sofern Sie bereits blutdrucksenkende, gefäßerweiternde Medikamente einnehmen, kann die zusätzliche Senkung durch die Hitzeeinwirkung einen Kollaps provozieren.

Sauna und Bluthochdruck: Risiken und Nebenwirkungen

Von einer Selbstdiagnose sollten Sie allerdings absehen und Ihren Arzt ganz konkret auf das Thema Sauna ansprechen. Es kann sein, dass dieser Ihnen allerdings nur einen kurzen Aufenthalt empfiehlt. In einem solchen Fall sollten Sie sich an die zeitliche Vorgabe halten.

Eventuell können auch andere, mildere Sauna-Formen eine Alternative darstellen: Während in der finnischen Sauna  etwa 80 bis 110 Grad Celsius bei null Prozent Luftfeuchtigkeit vorherrschen, sind es in der Bio- oder Dampfsauna deutlich erträglichere 45 bis 60 Grad Celsius sowie eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Unabhängig von der Saunaart sollten Sie die Anzahl der Sitzungen lieber zu niedrig als zu hoch ansetzen: Zu Beginn sind zwei Sitzungen à zehn bis 15 Minuten bereits das Höchste der Gefühle. Dabei können Sie direkt erfahren, wie Ihr Körper auf die zusätzliche Belastung durch Hitze reagiert. 

Tipp
Für Sauna-Neulinge mit Bluthochdruck eignet sich die Bio- oder Dampfsauna. 

Laut der Deutschen Hochdruckliga muss der Blutdruck beim Saunabesuch gut eingestellt sein. Bei 20- bis 50-Jährigen sollte er bei einer Belastung mit 100 Watt auf einem Fahrradergometer nicht über einen Wert von 200 zu 100 mm Hg steigen. Ein Saunabesuch entspricht einer Belastung von rund 70 Watt.

Tipp
Möchten Sie nicht auf den regelmäßigen Saunagang verzichten, sollten Sie beim Arzt ein Belastungs-EKG durchführen, empfiehlt Professor Dr. med. Reinhard Ketelhut, Sportwissenschaftler und Sportmediziner am Medical Center Berlin. Dadurch könne ein Sauerstoffmangel am Herzen ausgeschlossen werden. "Ein Kriterium hierfür ist eine beschwerdefreie Belastbarkeit von mindestens ein Watt/kg Körpergewicht."

Radikalabkühlung bei Bluthochdruck unbedingt vermeiden

Bluthochdruck-Patienten dürfen nach dem Sauna-Besuch nicht zu schnell abkühlen. Dementsprechend sollten Sie auf den Sturzeimer oder den Sprung ins Eiswasser unbedingt verzichten. Bringen Sie die Temperatur stattdessen langsam und kontrolliert aufs Normniveau, indem Sie sich mit lauwarmem Wasser abduschen und anschließend eine Ruhepause einlegen. Wer sich radikal abkühlt, kann den Bluthochdruck am Ende noch befördern.

Verwendete Quellen:
  • Internisten im Netz
  • Deutsche Hochdruckliga e. V.
  • Zeitschrift Naturarzt (Ausgabe 4/17)
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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