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Herzinfarkt: Viele Herzinfarktpatienten erleiden Schock

Herzinfarkt  

Der kardiogene Schock ist eine schwere Herzschwäche

03.06.2013, 11:45 Uhr | stw/dapd

Herzinfarkt: Viele Herzinfarktpatienten erleiden Schock. Ein vergrößertes Herz kann sich durch koronare Herzkrankheiten, aber auch Bluthochdruck entwickeln.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein vergrößertes Herz kann sich durch koronare Herzkrankheiten, aber auch Bluthochdruck entwickeln. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nach einem Herzinfarkt können Patienten einen so genannten kardiogenen Schock bekommen. Fünf bis zehn Prozent aller Patienten mit Herzinfarkt erleiden eine solche Herzattacke. Etwa 40 bis 50 Prozent der Betroffenen sterben daran. Es gibt aber noch andere Ursachen für einen kardiogenen Schock. Wir haben Professor Dr. Dietrich Andresen, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, zu diesem Thema befragt.

Dem Herz fehlt die Kraft zu pumpen

Der kardiogene Schock ist eine Notfallsituation, bei der sofortiges Handeln notwendig ist. Es handelt sich laut Prof. Dr. Andresen um eine "schwerste Erkrankung des Herzens." Das Herz ist nicht mehr in der Lage, das benötigte Blutvolumen zur Verfügung zu stellen. Die Blutzirkulation in den Kapillaren ist stark vermindert. Infolge kommt es zu einer stark verminderten Pumpleistung des Herzens und zum akuten Kreislaufversagen.

Betroffene haben niedrigen Blutdruck und zu hohen Puls

Patienten mit einem kardiogenen Schock haben einen deutlich erniedrigten Blutdruck - unter 90 mmHg, eine beschleunigte Atmung und einen schnellen Puls. Ihre Haut ist blass und kühl. Sie sind unruhig, haben Angst und klagen über Luftnot. "Infolge der verminderten Durchblutung des Gehirns kommt es auch zu Bewusstseinsstörungen" sagt Andresen.

Auslöser sind schwerste Herzerkrankungen

Die Ursachen für einen kardiogenen Schock sind vielseitig. Unterschieden wird zwischen solchen, die ihren Ursprung in einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels haben, wie ein akuter Herzinfarkt, eine Herzklappenentzündung, Herzinsuffizienz oder eine Erkrankung des Herzmuskels. Aber auch Ursachen, die außerhalb des Herzens liegen, können zu einem kadiogenen Schock führen. Dazu gehört die Lungenembolie und der Lungenkollaps. "Am häufigsten entsteht der kardiogene Schock im Rahmen eines Herzinfarktes", sagt der Experte. "Etwa die Hälfte der Patienten verstirbt daran".

Kardiogener Schock als Hauptgrund für den Tod

Der kardiogene Schock gilt neben dem plötzlichen Herztod infolge von Kammerflimmern daher als Hauptgrund für den Tod nach einem Infarkt. Kommt es zu einem solchen Schock, muss schnell gehandelt werden. Der Oberkörper des Patienten muss erhöht werden und darf nicht in Schocklage gebracht werden. Das bedeutet, der Betroffene darf nicht, wie es sonst bei der Schocklage der Fall ist, flach mit dem Rücken auf den Boden gelegt werden und die Beine dürfen auch nicht erhöht werden. Die weitere Behandlung hängt davon ab, welche Ursache dahinter steckt.

Der Einsatz einer Ballonpumpe wird kritisch gesehen

Bislang wurde die intraaorte Ballonpumpe (IABP) zur Verbesserung der Herzdurchblutung durch Unterstützung des Blutdruckes und zur Entlastung der Herzarbeit empfohlen. Die IABP wird in der Hauptschlagader eingesetzt. Der Ballon pumpt sich auf und entspannt sich gegenläufig zur Aktion des Herzmuskels. Der Einsatz der intraaortalen Ballonpumpe wird jedoch kritisch gesehen. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Holger Thiele vom Herzzentrum Leipzig in einer großangelegten Studie zu der seit etwa 50 Jahren millionenfach praktizierten Methode. Demnach lasse sich durch diese Pumpe die Quote der 30-Tage-Sterblichkeit nach einem kardiogenen Schock nicht signifikant senken, heißt es in einer Online-Veröffentlichung des "New England Journal of Medicine".

Keine Reduktion der 30-Tage-Sterblichkeit

Für die Studie wurden insgesamt 600 Patienten in zwei Gruppen von Juni 2009 bis März 2012 an 37 deutschen Herzzentren beobachtet. Bei der Hälfte der Betroffenen kam die IABP zum Einsatz. Ihr Einsatz reduzierte die Quote bei der 30-Tage Sterblichkeit jedoch nur unwesentlich. Sie lag bei 39,7 Prozent mit Pumpe und bei 41,3 Prozent ohne. Auch habe sich kein Vorteil des medizinischen Gerätes bei anderen Parametern im Heilungsprozess gezeigt. Kreislauf- und Nierenfunktion sowie die Anzahl intensivmedizinischer Behandlungs- und Beatmungstage seien vergleichbar, heißt es.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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