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Typ-1-Diabetes: Diese Fakten sollten Sie kennen

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 20.02.2020Lesedauer: 3 Min.
Für Typ-1-Diabetiker gibt es zur Insulintherapie keine Alternative.
Für Typ-1-Diabetiker gibt es zur Insulintherapie keine Alternative. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Typ-1-Diabetes tritt meist schon im Kindes- oder Jugendalter auf und macht sich durch typische Symptome bemerkbar. Es ist wichtig, diese Form des Diabetes frühzeitig zu erkennen, da schwere Folgeschäden auftreten können.

Das Wichtigste im Überblick


  • Häufigkeit und Alter
  • Ursachen des Typ-1-Diabetes
  • Symptome erkennen und deuten
  • LADA: Sonderform des Typ-1-Diabetes
  • Diagnose und Untersuchungen
  • Behandlung: Insulintherapie

Häufigkeit und Alter

Etwa 200.000 Menschen in Deutschland leiden an Typ-1-Diabetes, darunter etwa 30.000 Kinder und Jugendliche. Pro Jahr erkranken etwa 2 von 10.000 Kindern neu an der Stoffwechselkrankheit. Deshalb wird dieser Diabetestyp auch als juveniler (jugendlicher) Diabetes bezeichnet.


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Ursachen des Typ-1-Diabetes

Beim Diabetes Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die vermutlich durch Genveränderungen und andere Faktoren wie Infektionen und Umweltfaktoren hervorgerufen wurde. Bislang lässt sich jedoch nicht genau sagen, welche Rolle diese bei der Entstehung der Krankheit spielen.

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Das Besondere an der Erkrankung ist, dass das Immunsystem Antikörper bildet und die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, die sogenannten Betazellen, zerstört. Das führt dazu, dass die Bauchspeicheldrüse kaum noch oder gar kein Insulin mehr produzieren kann. Dadurch kann sich auch der Blutzuckerspiegel nicht mehr regulieren und es kommt zu einer Überzuckerung. Ohne Behandlung besteht für die Betroffenen akute Gefahr, ins diabetische Koma zu fallen.

Symptome erkennen und deuten

Im Zuge des stark erhöhten Blutzuckerspiegels können bei Diabetes Typ 1 folgende Beschwerden auftreten:

  • starker Harndrang und häufiges Wasserlassen
  • starker Durst und große Trinkmengen
  • Müdigkeit und Antriebsschwäche
  • Leistungsabfall und Muskelschwäche
  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust
  • Übelkeit
  • Juckreiz
  • schlechte Wundheilung
  • Sehstörungen
  • Schwindelgefühl
  • der Atem riecht nach Azeton (ähnlich wie Nagellackentferner)
  • Bewustseinsstörungen

Wer diese Anzeichen bei sich oder seinem Kind beobachtet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Das gilt besonders, wenn mehrere der Symptome in Kombination auftreten. Bei Bewusstseinsstörungen sollte unverzüglich der Notarzt (Nummer 112) gerufen werden. Durch die Gabe von Insulin lassen sich die Blutzuckerwerte meist schnell senken und die Beschwerden lindern. Möglicherweise ist ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll, um den Blutzucker einzustellen.

LADA: Sonderform des Typ-1-Diabetes

Eine Sonderform des Typ-1-Diabetes ist LADA. Die Abkürzung steht für Latent Autoimmunity Diabetes in the Adult, bezeichnet also einen verzögert einsetzenden Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen. Treten die oben beschriebenen Symptome erst im Erwachsenenalter auf und sind recht schwach, so dass Betroffene nicht sofort Insulin spritzen müssen, könnte das ein Hinweis auf LADA sein. Um eine sichere Diagnose und die passende Therapie zu erhalten, sollten Sie daher auch bei schwachen Diabetes-Symptomen sofort zum Arzt gehen.

Diagnose und Untersuchungen

Bei Verdacht auf Diabetes Typ-1 führt der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und nimmt eine Anamnese (Krankheitsvorgeschichte) auf. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. In der Regel bittet der Arzt den Patienten auch um eine Urinprobe und macht einen Termin für eine Blutabnahme in nüchternem Zustand aus. Dabei wird der Zuckergehalt des Blutes vor der ersten Nahrungsaufnahme untersucht.

Um zu prüfen, ob der Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum im Durchschnitt zu hoch ist, misst man den HbA1c-Wert im Blut. Er zeigt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war. Auch ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) und ein Antikörpertest können unterstützend bei der Diabetes-Diagnose helfen. Selbsttests aus der Apotheke dagegen sollten nur zur ersten Orientierung dienen und ersetzen keine Diagnose durch den Arzt.

Behandlung: Insulintherapie

Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen sich täglich Insulin spritzen, da ihre Bauchspeicheldrüse das lebenswichtige Hormon nur in geringem Maße oder gar nicht produziert. Die Insulingabe ersetzt das fehlende Insulin im Körper und senkt den Blutzucker. Wichtig dabei ist, das richtige Maß zu finden, um eine Über- oder Unterzuckerung zu vermeiden.

Verschiedene Behandlungskonzepte und Insuline stehen zur Verfügung. Einige wirken langsam und stetig für einen halben oder ganzen Tag. Kurz wirksame Insuline werden zusätzlich zu den Mahlzeiten eingesetzt, um den akuten Bedarf nach dem Essen abzudecken. Sie können auch über eine Insulinpumpe verabreicht werden.

Diabetes-Schulung: In einer Diabetes-Schulung erhalten Patienten wichtige Informationen über ihre Erkrankung. Sie lernen unter anderem, wie man richtig Blutzucker misst, sich selbst Insulin spritzt und wie man die Insulintherapie an den eigenen Körper und die persönlichen Gewohnheiten anpasst. Denn der Blutzuckerspiegel hängt nicht nur von der Insulingabe ab, sondern auch von der Ernährung, der körperlichen Bewegung und anderen Lebensstilfaktoren.

Eine gute Einstellung des Typ-1-Diabetes verbessert nicht nur die Lebensqualität, sondern senkt auch das Risiko für diabetesbedingte Spätfolgen, die vor allem Erkrankungen der Augen, Gefäße, der Nieren und des Nervensystems betreffen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Wiebke Posmyk
Von Christiane Braunsdorf
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