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Hämorrhoiden: Beschwerden werden oft verwechselt

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Hämorrhoiden werden oft verwechselt

01.07.2019, 14:04 Uhr | stw, t-online.de

Hämorrhoiden: Beschwerden werden oft verwechselt . Jucken und Schmerzen am After werden schnell auf Hämorrhoiden geschoben, doch sie können auch andere Ursachen haben. (Quelle: Getty Images/Diy13)

Jucken und Schmerzen am After werden schnell auf Hämorrhoiden geschoben, doch sie können auch andere Ursachen haben. (Quelle: Diy13/Getty Images)

Schmerzen am After sind für die meisten Betroffenen nicht nur unangenehm, sondern auch peinlich. Dabei können hinter Beschwerden ernsthafte Erkrankungen stecken. 

Zu der häufigsten Erkrankung am Enddarm gehört das Analekzem. Darunter versteht man eine akute oder chronische Entzündung der Analregion. Charakteristisch für dieses Ekzem ist ein Juckreiz. Im schlimmsten Fall kann die Haut wie rohes Fleisch aussehen, nässen und bluten. Treten diese Symptome auf, sollten Betroffene unverzüglich einen Arzt aufsuchen. 

Sitzbäder und Cremes helfen

Nach Angaben des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands e.V. (BCD) wird ein Analekzem durch eine Schädigung der Haut durch Sekrete aus dem After ausgelöst. Das ist  bei einer Fistel oder Stuhlinkontinenz der Fall. Aber auch eine falsche Körperhygiene, Hyperhidrose (starkes Schwitzen) oder anatomische Fehlbildungen können die Erkrankung auslösen.

Im Rahmen der Diagnose klärt der Arzt zunächst ab, was das Ekzem verursacht hat. Häufig empfehlen Ärzte Sitzbädern oder Cremes. Diese führen schnell zum Rückgang des Ekzems. Bei einer allergischen Ursache sind laut Angaben des BCD Hauttests zur Klärung der Ursache nötig.

Analfissur ist äußerst schmerzhaft

Eine Analfissur zählt zu den schmerzhaftesten Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Die Schmerzen treten vor allem bei der Stuhlentleerung auf und halten oft noch lange an. Auslöser ist meist ein sichtbarer Schleimhauteinriss im Bereich des Aftereingangs, der sich auch durch Blutungen bemerkbar macht. Damit sich die Symptome nicht verschlimmern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Durch ein Überdehnen der Analhaut kommt es zu Schmerzen. Dafür kann harter Stuhl verantwortlich sein, aber auch Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Chronischer Durchfall und eine sitzende Tätigkeit begünstigen ebenfalls die Krankheit. Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen Analfissur. Die akute Form heilt nach Angaben des BCD in vielen Fällen durch Salben oder Analtampons nach wenigen Tagen wieder ab. Falls nicht, kann eine chronische Fissur entstehen, bei der sich Vernarbungen und Verdickungen am After bilden und sich immer wieder entzünden. Häufig muss dann operiert werden. Dabei wird das gesamte Narbengewebe abgetragen. Die Wunde bleibt anschließend offen und heilt innerhalb einiger Wochen wieder aus. 

Analthrombose und Hämorrhoiden: So unterscheiden sie sich

Verspüren Betroffene nach dem Stuhlgang einen plötzlichen Schmerz am After und ist die Gehfähigkeit eingeschränkt, liegt möglicherweise eine Thrombose in den Analvenen vor. Die Ursache dafür ist ein Blutstau am Darmausgang. Es entsteht ein Blutgerinnsel, das eine Vene im Anus oder an dessen Rand verstopft.

Die Analthrombose wird häufig mit Hämorrhoiden verwechselt. Doch beide Enddarmerkrankungen können deutlich voneinander unterschieden werden: Eine Analthrombose liegt immer am Rand des Anus, ist schmerzhaft und blutet nicht. Hämorrhoiden dagegen verursachen, zumindest im Anfangsstadium, keine Schmerzen und bluten. Zudem treten sie nur innerhalb des Anus auf und sind im Gegensatz zu den Knoten der Analthrombose nicht mit normaler Haut, sondern mit Schleimhaut bedeckt.

Wann ein chirurgischer Eingriff nötig ist

Die Behandlung einer Analthrombose, richtet sich nach der Größe der Knoten und den Beschwerden. Bei leichten Schmerzen oder Druckgefühl kann der Arzt ein Schmerzmittel oder eine örtlich betäubende Salbe verordnen. In den meisten Fällen können Zäpfchen und Sitzbäder Abhilfe bringen und abschwellend wirken. Bei starken Schmerzen und wenn der Thrombus zu platzen droht, ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Er erfolgt meist in Lokalanästhesie. Dabei entfernt der Chirurg entweder die Analvenenthrombose als Ganzes oder schneidet den Knoten ein, so dass sich der Thrombus entleeren kann.

Nicht zu lange warten

Generell gilt: Wenn Blutungen am After trotz Behandlung mit Cremes oder Salben nach zwei bis drei Tagen nicht verschwinden oder sogar schlimmer werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch bei mehrtägigem Durchfall oder Blähungen oder bei größeren Hämorrhoiden, die aus dem After ragen, ist eine ärztliche Behandlung unumgänglich. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Berufsverbund der Coloproktologen Deutschland e.V.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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