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Nagelpilz: Symptome erkennen und behandeln sowie Ursachen vermeiden

Welche Behandlung hilft  

Das bringen Lack, Tabletten & Co. gegen Nagelpilz

11.05.2021, 19:02 Uhr
Nagelpilz: Symptome erkennen und behandeln sowie Ursachen vermeiden. Eine Frau betrachtet ihren Fuß: Nagelpilz ist zwar meist harmlos, sieht aber unschön aus. (Quelle: Getty Images/ m-gucci)

Eine Frau betrachtet ihren Fuß: Nagelpilz ist zwar meist harmlos, sieht aber unschön aus. (Quelle: m-gucci/Getty Images)

Nagelpilz (Onychomykose) lässt sich mit speziellen Lacken, Cremes oder Mitteln zum Einnehmen behandeln. Allerdings benötigen die Betroffenen dabei vor allem eins: Geduld. Erfahren Sie, woran Sie Nagelpilz erkennen, wie er entsteht und welche Behandlung geeignet ist.

Nagelpilz ist keine Seltenheit. Schätzungen zufolge befällt er zwischen 3 und 12 von 100 Personen. Insbesondere ältere Menschen sind betroffen. Grundsätzlich können jedoch auch Kinder und jüngere Erwachsene erkranken. Oft bildet sich Nagelpilz am Fuß, etwa als Folge einer Fußpilz-Infektion.

Gut zu wissen: Nagelpilz ist normalerweise nicht gefährlich. Allerdings breitet er sich ohne Therapie weiter aus – und sieht einfach unschön aus. Nicht zuletzt ist eine Onychomykose ansteckend. Daher sollten Betroffene ihren Nagelpilz in jedem Fall behandeln (lassen).

Nagelpilz: Welcher Arzt ist der richtige?
Bei Verdacht auf Nagelpilz kann die hausärztliche Praxis eine erste Anlaufstelle sein. Das gilt vor allem, wenn nur einzelne Nägel befallen sind. Hat sich der Pilz allerdings schon sichtbar ausgebreitet, empfiehlt es sich, direkt eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufzusuchen.

Nagelpilz erkennen: Welche Symptome typisch sind

Nagelpilz lässt sich an folgenden Symptomen erkennen: Der befallene Nagel

  • färbt sich weiß-gelblich oder braun und wird matt,
  • verdickt sich,
  • verändert seine Form und/oder
  • wird brüchig.

Besonders häufig entsteht eine Onychomykose am Fuß. Vor allem der kleine oder große Zeh ist von Nagelpilz betroffen. Selten befällt der Pilz die Finger.

Symptome von Nagelpilz: Der befallene Nagel kann sich verfärben, verdicken und brüchig werden. (Quelle: Getty Images/wildpixel)Symptome von Nagelpilz: Der befallene Nagel kann sich verfärben, verdicken und brüchig werden. (Quelle: wildpixel/Getty Images)

Unterschiedliche Arten von Nagelpilz erkennen

Je nachdem, welcher Teil des Nagels befallen ist, unterscheiden Ärztinnen und Ärzte zwischen verschiedenen Arten oder Erscheinungsformen von Nagelpilz.

Der Pilz kann

  • den seitlichen oder vorderen Rand des Nagels,
  • die oberen Schichten des Nagels oder
  • die Nagelwurzel befallen.

Ein Nagelpilz kann zudem so weit fortschreiten, dass der komplette Nagel zerstört wird (sog. totale Onychodystrophie). Dies kommt jedoch selten vor.

Vor allem am vorderen oder seitlichen Rand des Nagels haben Pilze leichtes Spiel. Diese sogenannte distolaterale subunguale Onychomykose ist mit Abstand die häufigste Form von Nagelpilz: 95 von 100 Erkrankten sind davon betroffen. An der Unterseite des Nagels, wo der Nagel mit der Fingerkuppe verbunden ist, können die Erreger besonders leicht in den Nagel eindringen und sich von dort ausbreiten.

Nagelveränderungen durch Nagelpilz: Fast immer dringen die Erreger am freien vorderen oder seitlichen Nagelrand ein. (Quelle: Getty Images/ Irina Tiumentseva)Nagelveränderungen durch Nagelpilz: Fast immer dringen die Erreger am freien vorderen oder seitlichen Nagelrand ein. (Quelle: Irina Tiumentseva/Getty Images)

Seltener befällt der Erreger ausschließlich die oberen Schichten des Nagels (sog. oberflächliche weiße Onychomykose). Diese Form von Nagelpilz ist an einer weißen Nagelverfärbung zu erkennen. Diese kann entweder als kleine weiße Punkte in Erscheinung treten oder sich flächenartig ausbreiten.

Weißer Nagelpilz: Typisch sind die weißen Verfärbungen der Nägel (Quelle: t-online)Weißer Nagelpilz: Typisch sind die weißen Verfärbungen der Nägel (Quelle: t-online)

Ebenfalls selten dringt der Pilz in die Nagelwurzel (Nagelmatrix) ein. Sie ist die Produktionsstätte der Zellen, die die Finger- und Fußnägel bilden. Fachleute sprechen von einer proximalen subungualen Onychomykose.

Insbesondere Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet, daran zu erkranken. Das Immunsystem kann zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung geschwächt werden (z. B. AIDS). Zudem gibt es bestimmte Medikamente, die das Immunsystem gezielt unterdrücken, etwa nach einer Organtransplantation.

Nagelpilz erkennen: Anfangsstadium, Verlauf und Endstadium

Bei Nagelpilz im Anfangsstadium sind die ersten Symptome meist am freien vorderen oder seitlichen Rand des Nagels zu erkennen. Der Nagel wird zunehmend brüchig. Betroffene bemerken zudem erste Verfärbungen.

Bleibt eine Onychomykose unbehandelt, breitet sie sich auf dem Nagel weiter aus. Der Pilz kann die komplette Nagelplatte einnehmen. Zeigen umliegende Nägel Symptome wie Verfärbungen oder Verdickungen, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Pilz diese auch befallen hat.

Bei Nagelpilz im Endstadium hat der Pilz den kompletten Nagel inklusive der Nagelwurzel befallen. Dadurch wird die Nagelplatte zerstört und der Nagel kann sich lösen.

Abgesehen von diesen Symptomen müssen ansonsten gesunde Menschen keine ernsten oder lebensbedrohlichen Folgen befürchten. Bei Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem kann Nagelpilz allerdings eine bakteriell bedingte Entzündung der umliegenden Hautpartien begünstigen.

Ist ein Nagel durch den Pilz stark verdickt, kann die betroffene Person Schmerzen beim Gehen spüren. Auch kann es passieren, dass der Pilz den Nagel so verformt, dass dieser in die Haut einwächst.

Ursachen: Wie bekommt man Nagelpilz?

Nagelpilz kann über feine Risse oder kleine Verletzungen in Haut und Nägel eindringen. Fast immer sind bestimmte fadenartige Hautpilze die Ursache: Dermatophyten. Vor allem die Dermatophyten-Art Trichophyton rubrum steckt häufig hinter dem Nagelpilz, seltener ist Trichophyton interdigitale dafür verantwortlich.

Fachleute nehmen an, dass ein Nagelpilz sich häufig aus einer Fußpilzerkrankung entwickelt. Denn Fußpilz entsteht ebenfalls durch Dermatophyten.

Zu selteneren Ursachen von Nagelpilz zählen Infektionen mit Hefe- oder Schimmelpilzen. Dabei sind Hefepilze insbesondere an den Nägeln der Finger zu finden.

Möglich sind zudem Mischinfektionen: Dann haben verschiedene Erreger den Nagel befallen.

Nagelpilz ist ansteckend

Nagelpilz kann sich nicht nur auf benachbarte Nägel ausbreiten. Eine infizierte Person kann andere damit anstecken – entweder durch direkten Hautkontakt oder durch abgefallene Hautschuppen, auf denen sich der Pilz befindet. Vor allem eine feuchtwarme Umgebung bietet für Pilze optimale Überlebensbedingungen.

Außerhalb des Körpers können Pilze in Form von sogenannten Sporen teilweise sehr lange überleben, zum Beispiel in Furchen von Schwimmbädern oder auf Badematten. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht daher in (öffentlichen) warmen Innenräumen mit hoher Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel

  • in der Sauna,
  • in Pools,
  • im Schwimmbad,
  • in Umkleidekabinen von Turnhallen oder
  • in Duschen von Sporteinrichtungen.

Daher empfiehlt es sich, in Schwimmbad, Sauna & Co. Badeschuhe zu tragen. Auch im privaten Haushalt können sich Menschen mit Nagelpilz anstecken, zum Beispiel durch gemeinsam genutzte Handtücher oder Nagelscheren/-feilen.

Diese Faktoren begünstigen einen Nagelpilz

Nagelpilz ist zwar grundsätzlich ansteckend. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich automatisch jeder infiziert, der zum Beispiel mit einem Erkrankten dieselbe Dusche teilt. Vielmehr müssen bestimmte Risikofaktoren hinzukommen, welche die Ansteckung oder den Ausbruch der Erkrankung begünstigen.

Wer viel schwitzt und enges Schuhwerk bevorzugt, erhöht das Risiko für eine Onychomykose. Ein Pilz kann sich unter diesen Bedingungen optimal vermehren und leicht in die Haut eindringen. Zu enge Schuhe können zu kleinsten Verletzungen führen, durch die Pilze in Haut und Nagel eindringen.

Mögliche weitere Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren für Nagelpilz sind:

  • Verletzungen an den Nägeln, etwa durch unsachgemäße Nagelpflege oder durch Sport
  • Durchblutungsstörungen in Händen oder Füßen
  • Fußfehlstellungen
  • ein langsames Nagelwachstum
  • Stoffwechselerkrankungen, z. B. Diabetes mellitus
  • ein schwaches Immunsystem, z. B. durch bestimmte Erkrankungen wie HIV oder Medikamente
  • Hautkrankheiten wie Schuppenflechte
  • schlechte Durchblutung in den Füßen, z. B. durch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
  • übermäßiges Schwitzen
  • feuchte Hände, z. B. durch häufige Reinigungsarbeiten

Nicht zuletzt spielt Veranlagung eine gewisse Rolle: Manche Personen infizieren sich leichter mit Nagelpilz als andere.

Nagelpilz: So stellt der Arzt die Diagnose

Eine Ärztin oder ein Arzt kann einen Nagelpilz oft bereits anhand der typischen Symptome erkennen. Allerdings gibt es Erkrankungen, die mit einem ähnlichen Erscheinungsbild einhergehen, etwa

  • eine Schuppenflechte,
  • weiße Nagelverfärbungen durch bestimmte Medikamente, z. B. Betablocker,
  • Schäden durch Chemotherapeutika oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken,
  • Infektionen der Nägel durch Bakterien,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Knötchenflechte (Lichen planus) oder
  • Tumoren.

Um sicherzugehen, kann die Ärztin oder der Arzt eine Nagelprobe abschaben und im Labor auf Pilzsporen untersuchen lassen. Mithilfe der Probe lässt sich zudem feststellen, um welche Art von Pilz es sich handelt. Dafür müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Labors eine Pilzkultur anlegen. Nach etwa drei Wochen steht das Ergebnis fest.

Nagelpilz behandeln: Lack, Tabletten & Co.

Was tun bei Nagelpilz? Auch wenn er meist harmlos ist, sollten Sie Nagelpilz behandeln (lassen), denn er bildet sich in der Regel nicht von allein zurück. Im Gegenteil: Er zerstört die Nagelplatte nach und nach. Zudem breitet er sich oft auf umliegende Nägel aus. Nicht zuletzt besteht die Gefahr, dass Sie andere Menschen anstecken.

Mit der richtigen Behandlung ist eine Onychomykose normalerweise heilbar. Welche Mittel dabei zum Einsatz kommen, richtet sich zum einen danach, wie sehr sich der Pilz ausgebreitet hat. Zum anderen spielt eine Rolle, welcher Pilz genau hinter der Infektion steckt.

Um eine erneute Ausbreitung zu vermeiden, ist es wichtig, den Nagelpilz komplett zu entfernen. Zur Behandlung können Lacke oder Cremes zum Auftragen hilfreich sein. Allerdings reichen diese Mittel selten aus oder der Pilz kehrt nach kurzer Zeit zurück. Dann müssen Tabletten zum Einsatz kommen. Sie wirken deutlich besser, sind allerdings mit Nebenwirkungen verbunden.

Unabhängig von der Art der Behandlung sollten Erkrankte auf gründliche Hygiene achten, um dem Pilz keine weitere Angriffsfläche zu bieten.

Langwierige Therapie
Nagelpilz kann sehr hartnäckig sein. Wer ihn behandeln möchte, braucht daher Geduld: Mit Tabletten dauert es mehrere Monate, bis der Pilz restlos beseitigt ist. Eine Behandlung mit Cremes oder Lack kann über ein Jahr dauern.

Äußerliche Therapie: Nagelpilz mit Lack oder Creme behandeln

In der Apotheke erhalten Sie verschiedene rezeptfreie Lacke oder Cremes gegen Nagelpilz. Sie enthalten Wirkstoffe wie Ciclopirox, Amorolfin (in Form von Lack) oder Bifonazol (in Form einer Creme). Diese Substanzen wirken antimykotisch, das heißt: Sie töten Pilze ab beziehungsweise stoppen deren Vermehrung.

Eine äußerliche Behandlung mit farblosem Lack oder Creme kommt nur in leichten Fällen von Nagelpilz infrage. Sie kann geeignet sein, wenn

  • der Fuß- oder Fingernagel nicht komplett vom Pilz befallen ist,
  • nur einzelne Nägel betroffen sind und
  • die Nagelwurzel nicht befallen ist.

Auch Kinder erhalten in der Regel eine äußerliche Behandlung. Ihre Nägel wachsen schneller und sind dünner als die von Erwachsenen, sodass Lack oder Creme bei ihnen unter Umständen besser wirkt als bei älteren Menschen.

Bevor Lack gegen Nagelpilz zum Einsatz kommt, müssen Erkrankte den Nagel sorgfältig schneiden und feilen. Anschließend wird der Lack regelmäßig auf die befallenen Bereiche aufgetragen. Vor jeder Behandlung muss der alte Lack mit Alkohol entfernt werden.

Lacke mit dem Wirkstoff Amorolfin sollten ein- bis zweimal pro Woche aufgetragen werden. Produkte mit dem Wirkstoff Ciclopirox tragen Betroffene im ersten Monat jeden zweiten Tag auf, im zweiten Monaten mindestens zweimal wöchentlich und anschließend einmal wöchentlich.

Eine Alternative zum Lack sind spezielle Behandlungssets mit Cremes: Zunächst muss der Zeh oder Finger in warmem Wasser aufgeweicht werden. Anschließend tragen Erkrankte eine harnstoffhaltige Creme auf den befallenen Teil des Nagels auf und kleben ein Pflaster auf den Nagel. Die Creme sorgt dafür, dass die Schichten des Nagels nach und nach aufweichen.

Einmal täglich müssen die Betroffenen das Pflaster lösen, Zeh oder Finger wieder in warmem Wasser baden, den bereits aufgeweichten Teil mit einem Spatel abschaben und anschließend wieder die Creme auftragen. Nach zwei Wochen kann so der komplette Nagel abgeschabt werden. Auf die darunterliegende Hautpartie wird danach für mehrere Wochen eine Creme mit dem Wirkstoff Bifonazol aufgetragen.

Nagelpilz mit Tabletten oder Infusionen behandeln

Nagelpilz ist hartnäckig. Mit Lack oder Creme lässt er sich oft nicht restlos beseitigen. Das gilt insbesondere, wenn die Nagelwurzel befallen ist oder wenn mehrere Nägel infiziert sind.

Dann ist eine Behandlung mit Tabletten nötig – gegebenenfalls in Kombination mit Lacken oder Cremes. Alternativ kann die Ärztin oder der Arzt ein Antipilzmittel als Infusion verabreichen. Wichtig ist, die Therapie mit Tabletten oder Infusionen konsequent so lange fortzuführen, bis keine Pilze mehr vorhanden sind. Dies dauert mehrere Monate.

Tabletten gegen Nagelpilz sind verschreibungspflichtig. Die Art des verwendeten Wirkstoffs richtet sich vor allem danach, um welchen Pilz es sich handelt. Infrage kommen Präparate mit

  • Terbinafin,
  • Itraconazol oder
  • Fluconazol.

Besonders häufig kommen Tabletten mit dem Wirkstoff Terbinafin zum Einsatz. Dieser wirkt vor allem gegen Dermatophyten – die Erreger, die fast immer die Ursache für Nagelpilz sind. Die Behandlung mit Terbinafin erstreckt sich über etwa drei bis vier Monate. Erkrankte können die Tabletten entweder durchgehend oder in höherer Dosierung mit Pausen dazwischen einnehmen:

  • Bei der durchgehenden Behandlung ist eine tägliche Einnahme (meist 250 mg) über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg nötig.
  • Bei einer Behandlung mit Pausen nehmen Erkrankte die Tabletten je nach Dosierung ein bis vier Wochen lang täglich ein und machen dann eine drei- bis vierwöchige Einnahmepause.

Terbinafin gilt als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen von Terbinafin sind unter anderem Magen-Darm-Beschwerden oder ein vorübergehender Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Bei gleichzeitiger Einnahme mit bestimmten Herzmitteln oder Antidepressiva können Wechselwirkungen auftreten. Für Schwangere und Stillende ist Terbinafin nicht geeignet. Da das Risiko für Leberschäden erhöht ist, sollten Personen mit einer Lebererkrankung das Medikament nur in Ausnahmefällen einnehmen.

Tabletten mit dem Wirkstoff Itraconazol sind vor allem geeignet, wenn Hefe- oder Schimmelpilze an der Erkrankung beteiligt sind. Gegen Dermatophyten wirken sie auch, allerdings etwas schwächer als Terbinafin. Die Tabletten können entweder durchgehend oder mit Pausen eingenommen werden. Die Behandlung mit Itraconazol sollte nicht länger als drei Monate dauern.

Zu möglichen Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Ausschlag. In Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten (z. B. Cholesterinsenker) können Wechselwirkungen auftreten. Schwangere, Stillende und/oder Personen mit Herzschwäche sollten Itraconazol nicht einnehmen. Bei Personen mit einer Lebererkrankung wird die Ärztin oder der Arzt den Einsatz sorgfältig abwägen.

Der Wirkstoff Fluconazol muss deutlich länger eingenommen werden, um einen Nagelpilz vollständig zu bekämpfen. Meist ist eine Behandlung über einen Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten erforderlich. Tabletten mit Fluconazol wird die Ärztin oder der Arzt nur verschreiben, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben oder nicht infrage kommen. Fluconazol nimmt die Patientin oder der Patient einmal pro Woche ein.

Den Nagel chirurgisch entfernen?
Heutzutage sehen Ärztinnen und Ärzte davon ab, einen befallenen Nagel chirurgisch zu entfernen. Durch den Eingriff könnte die umliegende Haut verletzt werden, sodass das Infektionsrisiko steigt. Nicht zuletzt ist das Entfernen eines Nagels unter Umständen mit Schmerzen verbunden.

Nagelpilz vollständig beseitigen: Hygiene ist das A und O

Damit Nagelpilz restlos verschwindet, ist gründliche Hygiene essenziell.

  • Wechseln Sie Bettwäsche, Handtücher, Socken und Strümpfe häufig und waschen Sie sie bei einer Temperatur zwischen 60 und 95 Grad Celsius.
  • Teilen Sie Handtücher und Nagelschere nicht mit anderen.
  • Reinigen Sie Nagelschere oder -feile nach der Nutzung mit einem Desinfektionsmittel oder 70-prozentigem Alkohol.
  • Desinfizieren Sie Schuhe, Socken und Strümpfe.
  • Trocknen Sie Füße und Hände gründlich ab oder föhnen Sie sie trocken.

Seien Sie zudem vorübergehend zurückhaltend, was Besuche in Schwimmbad oder Sauna betrifft. Die feuchte Wärme bietet dem Pilz optimale Bedingungen, um sich wieder zu vermehren. Das gilt auch für enges Schuhwerk, in dem Sie leicht schwitzen. Setzen Sie stattdessen auf luftige, nicht zu eng geschnürte Schuhe und luftdurchlässige Socken oder Strümpfe.

Nicht zuletzt sollten Sie prüfen, ob noch weitere Personen in Ihrem Haushalt infiziert sind. Wenn ja, sollten sich diese ebenfalls behandeln lassen. 

Hausmittel gegen Nagelpilz

Viele Betroffene versuchen, den Nagelpilz mit Hausmitteln loszuwerden. Als beliebte Hausmittel gegen Nagelpilz gelten

  • (Apfel-)Essig,
  • Teebaumöl oder
  • Backpulver bzw. Natron.

Zum Beispiel soll sich der Nagelpilz zurückbilden, wenn der befallene Nagel mehrmals täglich mit Essig oder Teebaumöl betupft oder mit einem Backpulver-Wasser-Gemisch eingerieben wird. Alternativ soll ein Nagelbad mit Essig oder Teebaumöl den Pilz bekämpfen. Darüber hinaus sollen Zahnpasta, frischer Zitronensaft oder Eigenurin gegen die Onychomykose helfen, sofern man den Hausmittel-Anhängern Glauben schenkt.

Eindeutige wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit solcher Hausmittel gegen Nagelpilz gibt es allerdings nicht. Zudem können sie mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen.

Ein Fußbad: Dass Bäder mit Essig oder Teebaumöl gegen Nagelpilz helfen, ist nicht bewiesen. (Quelle: Getty Images/Westend61)Ein Fußbad: Dass Bäder mit Essig oder Teebaumöl gegen Nagelpilz helfen, ist nicht bewiesen. (Quelle: Westend61/Getty Images)

Nagelpilz vorbeugen

Mit diesen Maßnahmen können Sie einem Nagelpilz ein Stück weit vorbeugen:

  • Tragen Sie in Schwimmbad, am Pool oder in der Sauna Badeschuhe.
  • Trocknen Sie die Zwischenräume von Zehen und Fingern gründlich ab, denn Pilze bevorzugen Feuchtigkeit.
  • Tragen Sie atmungsaktives, bequemes Schuhwerk. Meiden Sie sehr enge Schuhe und eng anliegende Socken oder Strümpfe.
  • Nutzen Sie stets Ihr eigenes Handtuch, etwa beim Sport, und teilen Sie es nicht mit anderen.
  • Achten Sie beim Schneiden der Nägel darauf, die umliegende Haut nicht zu verletzen, um Pilzen keine Eintrittspforte zu bieten.
  • Ziehen Sie Ihre Schuhe so oft wie möglich aus und tragen Sie ein Paar möglichst nicht zwei Tage hintereinander.
Verwendete Quellen:
  • Nagelpilz (Tinea unguium). Online-Informationen von Deximed: www.deximed.de (Stand: 12.10.2020)
  • Nagelpilz. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 30.5.2018)
  • Sterry, W.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2018
  • Hof, H., Dörries, R.: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2017
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016
  • Crawford F, Hollis S.: Topical treatments for fungal infections of the skin and nails of the foot. Cochrane Database of Systematic Reviews, No. CD001434 (18.7.2007)
  • weitere Quellen
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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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