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Wann hoher Blutdruck zum Notfall wird

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 26.07.2019Lesedauer: 3 Min.
Plötzlich stark erhöhter Blutdruck und Brustschmerzen sind ein Notfall.
Plötzlich stark erhöhter Blutdruck und Brustschmerzen sind ein Notfall. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Bei immer mehr Menschen in Deutschland wird Bluthochdruck diagnostiziert. Vom Jahr 2008 bis zum Jahr 2015 stieg die Zahl der Betroffenen um mehr als zwei Millionen auf ĂŒber 23 Millionen Patienten. Hier erfahren Sie, was Sie zu dem Thema wissen sollten und welche Warnzeichen Ihnen Ihr Körper gibt.

Bluthochdruck-Patienten wissen, wie wichtig es ist, die Blutdruckwerte im Blick zu behalten. RegelmĂ€ĂŸige Messungen geben ihnen einen Überblick ĂŒber mögliche Schwankungen. GefĂ€hrlich wird es, wenn der Blutdruck plötzlich in die Höhe schnellt. Dann weisen aber auch andere Warnzeichen auf den so genannten Bluthochdruck-Notfall hin.

Laut der Deutschen Herzstiftung ist das regelmĂ€ĂŸige Messen des Blutdrucks die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, HerzschwĂ€che, Vorhofflimmern oder NierenschĂ€digung zu verhindern.

Welche Werte gelten als normal?

Also optimal bei einem Erwachsenen gelten Blutdruckwerte unter 120 mmHg systolisch (oberer Wert) und 80 mmHg diastolisch (unterer Wert). Von hohem Blutdruck (Hypertonie) spricht man erst, wenn der Blutdruck ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum Werte von 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch ĂŒberschreitet.

Muss ich den Notarzt rufen?

Ob jedoch ein plötzlicher Blutdruckanstieg gefÀhrlich ist, hÀngt nicht allein von der absolut erreichten Blutdruckhöhe ab. Es sollte laut der Deutschen Herzstiftung immer dann der Notarzt gerufen werden, wenn gleichzeitig zu den stark erhöhten Werten mindestens eines der folgenden Symptome auftritt:

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  • Schmerzen, Brennen oder ein starkes DruckgefĂŒhl im Brustkorb
  • Atemnot
  • Schwindel, eventuell auch mit Kopfschmerzen verbunden
  • KrampfanfĂ€lle, wie sie bei einer Epilepsie auftreten können
  • LĂ€hmungen oder Sprechstörungen (wie sie auch bei einem Schlaganfall auftreten können)
  • Starke Übelkeit mit oder ohne Erbrechen
  • Verschwommenes Sehen
  • Nasenbluten
  • Deutliche Benommenheit

Infarkt oder Schlaganfall drohen

Die genannten Beschwerden sind ein Warnzeichen dafĂŒr, dass die WĂ€nde der BlutgefĂ€ĂŸe oder die Herzkammern dem Druckanstieg nur noch schwer standhalten können. Dann besteht das Risiko, dass es innerhalb kurzer Zeit zu schweren SchĂ€den im Herz-Kreislauf-System kommt.

"Beim Bluthochdrucknotfall muss sofort unter der 112 der Notarzt alarmiert werden, weil Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folge sein können", warnt Professor Thomas Budde vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. "Diese starken Beschwerden sind fĂŒr die Beurteilung entscheidend, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht", betont der Kardiologe vom Alfried Krupp-Krankenhaus in Essen.

Bei einer Bluthochdruck-Krise Ruhe bewahren

Werden die zu hohen Werte hingegen nur mit geringfĂŒgigen Missempfindungen wie Gesichtsröte, leichtem Kopfweh, UnruhegefĂŒhl oder schnellerem Schwitzen unter Belastung begleitet und hat der Patient keine ernsten Beschwerden, handelt es sich laut den Herzexperten um eine Bluthochdruck-Krise.

Dann sollten Betroffene nicht in Panik geraten, sondern sich ruhig hinlegen und versuchen zu entspannen, etwa Musik hören, eine halbe Stunde warten und dann sehen, wie sich der Blutdruck verhĂ€lt, so der Rat der Deutschen Herzstiftung. Meist sinken die Blutdruckwerte dann wieder ab. "Oft geht die Blutdruckerhöhung darauf zurĂŒck, dass Patienten ihre Blutdruckmedikamente nicht eingenommen haben. Dann sollten sie dies unverzĂŒglich nachholen", rĂ€t Budde.

Nach einer Bluthochdruck-Krise zum Arzt

Doch auch eine Bluthochdruck-Krise sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und in den kommenden Tagen einen Arzt aufsuchen. Dieser weiß, was bei einem erneuten Anstieg zu tun ist und kann zudem die Dosierung der Medikamente an die aktuelle Situation anpassen. Wichtig: Wer bereits Blutdrucksenker einnimmt, sollte diese nie eigenmĂ€chtig absetzen oder gar vermehrt einnehmen. Dies darf nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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