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Ab 50 wird's kritisch: Die sieben größten Feinde für die Augen

Ab 50 wird's kritisch  

Die sieben größten Feinde für die Augen

29.05.2020, 14:15 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online

Ab 50 wird's kritisch: Die sieben größten Feinde für die Augen. Menschliches Auge: Schon bei leichten Beschwerden am Auge sollten Sie zum Arzt. (Quelle: Getty Images/ kwasny221)

Menschliches Auge: Schon bei leichten Beschwerden am Auge sollten Sie zum Arzt. (Quelle: kwasny221/Getty Images)

Die Augen sind das wichtigste Sinnesorgan: Damit die Sehkraft auch im Alter erhalten bleibt, sollten Sie den Augen genügend Aufmerksamkeit schenken und Risikofaktoren meiden. Ein Arzt verrät die größten Augenfeinde.

Über unsere Augen nehmen wir mehr als 80 Prozent der Umweltreize wahr. Sie ähneln in ihrer Funktion einer Kamera. Wimpern und Augenbrauen schützen das Auge und auch Blinzeln und Tränen soll ungewollte Eindringlinge vertreiben. Doch es gibt einige unterschätzte Faktoren, die dem Auge Schaden zufügen können.

"Besonders ab dem 50. Lebensjahr sind es die sogenannten Volkskrankheiten der Augenheilkunde, die unserem Sehvermögen zusetzen", sagt Dr. Georg Eckert, Augenarzt und Pressereferent des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA). "Darunter etwa die Anfänge des Grauen Stars, auch Katarakt genannt." 

Ab 50 droht der Graue Star

Beim Grauen Star kristallisieren die in der Augenlinse befindlichen Eiweiße aus und trüben den Blick. Betroffene sehen dann wie durch ein Milchglas. Der Grüne Star hingegen, auch Glaukom genannt, kann bereits in jüngeren Jahren vorkommen. Dabei wird der Sehnerv aufgrund eines erhöhten Augeninnendrucks langsam zerstört. Ohne Behandlung erblindet der Betroffene.

UV-Licht wird unterschätzt

Doch nicht nur das Alter stellt einen Feind für die Augen dar. Zu viel UV-Licht kann ebenfalls zu bleibenden Schäden an Linse und Netzhaut führen. Das Kritische dabei ist: Der Betroffene merkt davon nichts. Erst Jahre später gehören eine Makuladegeneration und Grauer Star zu den möglichen Folgen.

Bei Sonne in Kombination mit Schnee droht sogar Schneeblindheit, eine Art Sonnenbrand auf den Augen. "Dabei werden die obersten Zelllagen der Hornhaut beschädigt, was zu erheblichen Schmerzen  und kurzzeitigen Sehproblemen führt", erklärt Eckert. Der beste Schutz ist eine Sonnenbrille.

Eine gute Sonnenbrille ist das A und O

Der BVA rät, Sonnenbrillen im Fachhandel oder bei einem Optiker zu kaufen, um sicher zu gehen, dass diese über einen ausreichenden UV-Schutz verfügen. Sich nur auf die Farbe der Gläser zu verlassen, sei leichtsinnig. Sie sage nichts über den UV-Schutz aus.. Wichtig ist auch die Größe der Gläser. Diese sollten bis zu den Augenbrauen und seitlich zum Gesichtsrand reichen.

Blauer Dunst fördert eine Makuladegeneration

Oft unterschätzt wird das Rauchen. Dass der blaue Dunst unter anderem das Krebs- und Schlaganfallrisiko erhöht, ist bekannt. Wie kritisch er für die Augen werden kann, weniger. "Rauchen führt zu einer frühzeitigeren Entwicklung einer Makuladegeneration, der häufigsten Ursache für Blindheit im höheren Lebensalter", warnt der Augenexperte.

Zudem hemmen die in den Zigaretten enthaltenen Schadstoffe die Durchblutung des Auges. Wird dieses nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, kann sich die Sehfähigkeit verschlechtern. "Wie sehr Durchblutung und Auge zusammenhängen, können Sie daran erkennen, dass Ärzte beispielsweise Bluthochdruck und Diabetes am Auge diagnostizieren können", erklärt Eckert. "Das Auge ist die einzige Körperstelle, an der Blutgefäße gut sichtbar sind."

Bluthochdruck und Diabetes schaden den Augen

Im Umkehrschluss heißt das, dass ein unbehandelter Bluthochdruck oder ein schlecht eingestellter Diabetes den Augen langfristig schaden können, da die feinen Gefäße, welche die Netzhaut mit Blut versorgen, zerstört werden. Die sogenannte diabetische Retinopathie gehört zu den häufigsten Komplikationen von Zuckerkranken. Die Sehfähigkeit nimmt ab und im schlimmsten Fall erblindet der Patient.

Zudem haben Diabetiker ein höheres Risiko, an Grauem Star zu erkranken als Gesunde. Daher sollten Diabetiker und Bluthochdruckpatienten einmal im Jahr zum Augencheck gehen.

Kontaktlinsen besser nicht zu lange tragen

Zu lange getragene Kontaktlinsen können die Sauerstoffzufuhr des Auges hemmen. "Besonders die empfindliche Augenhornhaut reagiert mit sogenannten Gefäßeinsprossungen", erklärt Eckert die Folgen. Dann wachsen die Blutäderchen in Richtung Hornhaut, werden größer und sind deutlicher zu sehen. Sind sie erst einmal da, bilden sie sich nicht mehr zurück. Auch schlecht gepflegte Kontaktlinsen erhöhen das Risiko für die Augen. "Sie müssen mit Infektionen rechnen", warnt Eckert.

Kontaktlinsen: Die Sehhilfe sollten Sie nicht zu lange am Stück tragen und regelmäßig säubern oder austauschen. So verhindern Sie Infektionen. (Quelle: Getty Images/ Melpomenem)Kontaktlinsen: Die Sehhilfe sollten Sie nicht zu lange am Stück tragen und regelmäßig säubern oder austauschen. So verhindern Sie Infektionen. (Quelle: Melpomenem/Getty Images)

Alkohol kann das Sicca-Syndrom auslösen

Alkohol wirkt sich ebenfalls negativ auf die Gesundheit der Augen aus. So gibt es Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Sicca-Syndrom, also dem trockenen Auge, und Alkohol nachweisen. Alkohol kann bis in die Tränenflüssigkeit vordringen und deren Zusammensetzung so verändern, dass das Auge trocken wird und mit Brennen, Jucken, Rötungen und Tränen reagiert. Das Sehvermögen ist gestört. Wer oft am Computer sitzt, sollte besonders aufpassen.

Regelmäßig zum Augenarzt

Damit Störungen und Erkrankungen der Augen frühzeitig erkannt und behandelt werden können, rät Eckert daher, regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen und die genannten Risikofaktoren zu vermeiden. Zusätzlich gilt: Sobald Beschwerden wie Brennen, Rötungen oder Schmerzen auftreten, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen. Besonders bei Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit, etwa durch Punkte, Schatten, Blitze, Doppeltsehen oder Verschwommensehen, ist Eile gefragt.   

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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