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Endometriose: Symptome, Diagnose und Behandlung

Gutartige Wucherungen  

Endometriose: Symptome, Diagnose und Behandlung

03.02.2020, 17:29 Uhr | rk (CF), t-online.de

Endometriose: Symptome, Diagnose und Behandlung. Endometriose-Symptome werden häufig mit Regelschmerzen verwechselt und bleiben daher oft unerkannt. (Quelle: Getty Images/bymuratdeniz)

Endometriose-Symptome werden häufig mit Regelschmerzen verwechselt und bleiben daher oft unerkannt. (Quelle: bymuratdeniz/Getty Images)

Endometriose ist ein weit verbreitetes Frauenleiden. Die Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut sind zwar gutartig. Sie treten jedoch an Stellen auf, wo sie nicht hingehören: bevorzugt am Bauchfell, den Eierstöcken sowie an Blase und Darm. Dort können sie gesundheitliche Probleme verursachen.

Endometriose: Typische Symptome 

Die Symptome einer Endometriose sind individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei manchen Frauen verursacht die Krankheit starke Schmerzen und Krämpfe während der Regelblutung, manchmal aber auch unabhängig davon. Auch die Fruchtbarkeit kann gemindert werden. Bei anderen Frauen verläuft die Krankheit ohne nennenswerte Beschwerden und wird daher gar nicht oder erst spät erkannt. Bis zur Diagnose versuchen viele Frauen, irgendwie mit ihren Schmerzen zurechtzukommen. Sie glauben, selbst stärkste Schmerzen seien normal und gehörten zur Regelblutung dazu.

Je nach Ausprägung der Endometriose können unterschiedliche Symptome auftreten. Die häufigsten sind:

  • Starke Regelbeschwerden: Hierzu gehören starke Unterleibsschmerzen, Krämpfe und verstärkte Blutungen. 
  • Schmerzen beim oder nach dem Sex: Sie werden meist als brennend oder krampfartig empfunden.
  • Beschwerden im Magen-Darm-Bereich: Wenn der Darm von Endometriose betroffen ist, kann das zu Völlegefühl und Schmerzen beim Stuhlgang führen.
  • Schmerzen beim Wasserlassen, wenn die Blase betroffen ist. 
  • Sonstige Unterleibsschmerzen: Krampfartige Schmerzen im Unterleib, die bis in den Rücken und die Beine ausstrahlen können.
  • Schmier- und Zwischenblutungen außerhalb des normalen Zyklus.
  • Erschöpfung: Starke Endometriose-Beschwerden  bedeuten psychischen Stress und führen daher oft zu allgemeiner Erschöpfung.

Die Beschwerden treten in der Regel während der Periode auf. Der Grund: Während die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) heranwächst, wachsen auch die Endometrioseherde und führen zu Wucherungen des Gewebes. 

Da die Symptome der Endometriose an den weiblichen Hormonzyklus gekoppelt sind, verschwinden die Beschwerden üblicherweise mit den Wechseljahren. Auch Schwangere weisen im Normalfall keinerlei Symptome auf. 

Ursachen für die Wucherungen

Die Ursache sind Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter. Diese werden auch als Endometriose-Herde bezeichnet. Sie verhalten sich so wie die Schleimhaut in der Gebärmutter: In der ersten Hälfte des Monatszyklus wächst sie heran und wird am Ende wieder abgestoßen, sofern es zu keiner Befruchtung gekommen ist. Allerdings kann das abgelöste Gewebe der Endometriose-Herde, je nachdem wo es sich befindet, nicht als normale Monatsblutung abfließen. So kann es vorkommen, dass die Gewebereste Verklebungen, Entzündungen und Zysten hervorrufen. Je nach Lage können die Herde auch unterschiedlich starke Schmerzen hervorrufen. 

Doch wie kommt es überhaupt zum Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter?  Über die Entstehung von Endometriose sind sich die Wissenschaftler bislang nicht einig. Eine Theorie besagt, dass es im Zusammenspiel der Hormone zu Störungen kommt. Eine andere Theorie geht von einer Störung des Immunsystems aus. Denn normalerweise sorgen die Abwehrkräfte dafür, dass sich Gewebe aus einem anderen Organ nicht an falscher Stelle ablagert. Diese natürliche Abwehrreaktion scheint jedoch bei Endometriose gestört zu sein.. 

Schmerzen können chronisch werden 

Manchmal wird Endometriose von starken Schmerzen begleitet. Sie können chronisch werden, so dass sie sich über einen längeren Zeitraum hinziehen und entsprechend unabhängig von der Menstruation auftreten.

Chronische Unterbauchschmerzen entstehen häufig aufgrund von Verwachsungen zwischen den einzelnen Organen im Unterleibsbereich, die durch die Wucherungen hervorgerufen werden.

Endometriose-Herde im Darm

Zu den eher seltenen Begleiterscheinungen der Endometriose gehören Probleme beim Wasserlassen, Blut im Stuhl sowie Blut im Urin. Dies ist dann der Fall, wenn die Wucherungen des Gewebes den Bereich um den Darm, den Harnleiter oder die Blase betreffen. Auch Durchfall sowie ein dauerhaftes Völlegefühl sind dann möglich.

Zusätzlich zu den erwähnten körperlichen Beschwerden leiden viele betroffene Frauen laut der Endometriose-Vereinigung Deutschland unter Erschöpfung und Müdigkeit, einer erhöhten Anfälligkeit für Infekte sowie unter Allergien und weiteren Autoimmunerkrankungen.

Schwangerschaft trotz Endometriose?

In der Regel ist eine Schwangerschaft für Frauen, die unter Endometriose leiden, problematisch: Nach Angaben der Europäischen Endometriose Liga ist mehr als die Hälfte der Betroffenen unfruchtbar. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist häufig auch ein Hinweis auf die  Krankheit.

Je nachdem, in welchem Bereich die Endometrioseherde liegen, kann sich dies unterschiedlich negativ auf die Familienplanung auswirken: So bedeuten Zysten in den Eierstöcken etwa meist eine Behinderung der Eizellreifung. Wucherungen im Bereich der Scheide dagegen führen zu schmerzhaftem Geschlechtsverkehr. 

Diagnose: So stellt der Arzt Endometriose fest

Häufig wird eine Endometriose erst spät diagnostiziert. Im Durchschnitt dauert es rund sechs Jahre, bis Ärzte die Beschwerden den Wucherungen zuordnen können. Ein wesentlicher Grund: Viele Frauen halten Probleme mit der Menstruation für so gängig, dass sie meist über einen längeren Zeitraum keinen Arzt aufsuchen. 

Der Verdacht, dass eine Endometriose vorliegt, ergibt sich oft aus einer gründlichen Anamnese, bei der der Arzt die Patienten nach der Art und dem Auftreten ihrer Beschwerden befragt. Außerdem fragt er, ob nahe weibliche Verwandte an Endometriose erkrankt sind – ein möglicher Hinweis auf eine familiäre Veranlagung. 

Für die Diagnose wird in der Regel zunächst eine Tastuntersuchung im Beckenbereich durchgeführt. Allerdings können auf diese Art nur größere Wucherungen aufgedeckt werden. Das gleiche gilt für den vaginalen Ultraschall. Auch hier werden meist nur größere Endometrieoseherde erkannt, die kleineren dagegen bleiben unsichtbar.

Daher ist eine eindeutige Diagnose oft erst im Anschluss an eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) möglich. Anschließend wertet der Arzt die entnommenen Gewebeproben aus. In einigen Fällen ist auch eine Kernspintomographie (MRT) nötig, um Endometriose zu diagnostizieren. 

Endometriose: Behandlung der Krankheit 

Bislang lässt sich Endometriose nicht vollständig heilen. Doch es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden zu behandeln. Welche Therapie nach der Diagnose gewählt wird, ist individuell verschieden und vom Ausmaß der Beschwerden abhängig, welche die Erkrankung mit sich bringt. Zufällig entdeckte Wucherungen, die keinerlei Symptome verursachen, müssen nicht zwingend behandelt werden. 

Eine konservative Behandlung sieht die Verabreichung von Hormonen vor. Gestagene verringern die Hormonproduktion in den Eierstöcken – was wiederum zu einer Rückbildung der Endometrioseherde führen kann. Auch eine ärztlich abgestimmte Schmerztherapie ist möglich. Die Patientin kann hier Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure einnehmen. Ein weiterer Vorteil dieser Medikamente ist ihre entzündungshemmende Wirkung. Bei rund 70 Prozent der Betroffenen bildet sich die Endometriose im Zuge einer solchen konservativen Behandlungsmethode zurück.

Querschnitt durch die Gebärmutter: Die schwarz markierten Ablagerungen zeigen Endometriose-Herde.  (Quelle: Getty Images/wildpixel)Querschnitt durch die Gebärmutter: Die schwarz markierten Ablagerungen zeigen Endometriose-Herde. (Quelle: wildpixel/Getty Images)

Wann eine Operation notwendig ist

In einigen Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Kinderwunsch besteht, Darm und Blase beeinträchtigt sind oder die Beschwerden sehr stark sind. Bei der OP werden die Wucherungen mithilfe von Laser, Strom oder auch Skalpell während einer Bauchspiegelung entfernt. Ist die Erkrankung sehr ausgeprägt, ist es gelegentlich erforderlich, Teile des Eileiters oder des Eierstocks zu entfernen.

Ein Bauchschnitt ist dagegen beim operativen Eingriff meist nur dann erforderlich, wenn die Herde sehr ungünstig liegen oder die Wucherungen sehr ausgebreitet sind. Im Rahmen einer Nachbehandlung ist häufig die Einnahme von Hormonen über einen Zeitraum von rund drei bis sechs Monaten notwendig. Zudem wird meist eine Anschlussbehandlung mit Rehabilitation empfohlen. Diese kann eine psychosomatische Therapie beinhalten, um Schmerzerfahrungen der Patientin zu lindern.

Weitere Behandlungsmöglichkeit: Kombinationstherapie 

Auch eine sogenannte Dreistufentherapie kann eine sinnvolle Behandlung von Endometriose darstellen – insbesondere dann, wenn die Krankheit stark ausgeprägt ist.

Diese Form der Therapie beginnt meist mit einer Bauchspiegelung. Anschließend erhält die Patientin über einen Zeitraum von mehreren Monaten Medikamente, welche die Erkrankung lindern sollen. Abschließend erfolgt eine weitere Bauchspiegelung, während der einerseits der Erfolg der Therapie untersucht wird und andererseits eventuell verbleibende Herde entdeckt und operativ entfernt werden können.

Obwohl Endometriose eine unheilbare Krankheit ist, gibt es eine gute Nachricht: Die Herde sind gutartig. Auch wenn sie wachsen und manchmal andere Organe beeinträchtigen können, ist es extrem selten, dass sich Krebs aus ihnen entwickelt.

Tipps zur Ernährung bei Endometriose

Wer an einer Endometriose leidet, kann zusätzlich zu den genannten Behandlungsmöglichkeiten auf die eigene Ernährung achten und so den körperlichen Zustand zum Positiven verbessern. So wird Betroffenen empfohlen, regelmäßig grünes Blattgemüse wie Mangold, Feldsalat oder auch Spinat zu sich zu nehmen. Auch Brokkoli oder diverse Kohlsorten gelten als gesundheitsförderlich. Darüber hinaus sollten Patientinnen auch Hülsenfrüchte, Leinsamen sowie Grüntee in den Speiseplan integrieren.

Daneben gibt es diverse Lebensmittel, die vielen Patientinnen zusätzliche Beschwerden bereiten. Betroffene sollten entsprechend auf Wurstwaren und rotes Fleisch, auf Koffein, Alkohol sowie Zucker verzichten. Auch Fertiggerichte und alle Formen von prozessierten Lebensmitteln können sich negativ auf den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken. Zudem weisen viele Frauen, die an Endometriose leiden, eine Glutenunverträglichkeit auf. Entsprechend wird dieser Gruppe empfohlen, auf glutenhaltige Lebensmittel möglichst zu verzichten.

Verwendete Quellen:
  • Gesundheitsinformation.de
  • Endometriose Vereinigung Deutschland e.V.
  • Europäische Endometriose-Liga
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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