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Erektionsstörungen verdoppeln das Herzinfarktrisiko

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Warnzeichen ernst nehmen  

Erektionsstörungen verdoppeln das Risiko für Herzinfarkt

Ann-Kathrin Landzettel

10.07.2018, 12:51 Uhr
Erektionsstörungen verdoppeln das Herzinfarktrisiko . Trauriger Mann sitzt auf dem Bett (Quelle: Getty Images/LSOphoto)

Erektionsstörungen: Manche Krankheiten begünstigen eine gestörte Potenz. (Quelle: LSOphoto/Getty Images)

Erektionsstörungen entstehen in den meisten Fällen aufgrund von Durchblutungsstörungen. Diese können durch Herzerkrankungen begünstigt werden, die möglicherweise noch nicht erkannt wurden.

Potenzprobleme können jedoch auch Vorboten eines drohenden Herzinfarkts oder Schlaganfalls sein. Das zeigt eine Untersuchung an der Johns Hopkins University in Baltimore. Die Beobachtungsstudie 'Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis' (MESA) stellte bei Patienten mit Potenzproblemen ein doppelt so hohes Risiko fest wie bei beschwerdefreien Männern. Demnach könne Impotenz als Alarmzeichen für eine mögliche Verengung und Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose) gewertet werden, schreiben die Autoren im Fachblatt "Circulation". 

Schwaches Herz und schwache Potenz hängen zusammen 

Damit sich der Penis des Mannes versteift, ist ein komplexes Zusammenspiel von Nerven und Blutgefäßen notwendig. Die Arterien, die den Penis versorgen, weiten sich und leiten das Blut in die Schwellkörper. Zeitgleich ist der Abfluss des Blutes gebremst. Wird der Penis nicht mehr steif genug oder klingt die Erektion immer wieder zu schnell ab, sprechen Ärzte von Erektionsstörungen beziehungsweise erektiler Dysfunktion (ED). Laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie sind bis zu 20 Prozent der 65-jährigen Männer davon betroffen.

Definition: Eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion oder ED) liegt laut Definition der Deutschen Gesellschaft für Urologie vor, wenn ein Mann über einen Zeitraum von sechs Monaten während des Geschlechtsverkehrs keine Erektion aufbauen kann, die bis zu seinem Orgasmus erhalten bleibt.

Gefahr durch Arteriosklerose: Verkalkte Gefäße schwächen die Schwellkörper

Zu den größten Risikofaktoren einer Arteriosklerose zählen neben Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht auch zu hohe Cholesterinwerte und Diabetes mellitus. Die Ablagerungen aus Fett und Kalk, sogenannte Plaques, verengen die Adern und fördern Entzündungsprozesse. Die Gefäßwände verdicken sich und werden starrer, der Blutfluss wird durch die "verkalkten" Gefäße erschwert.

Bluthochdruck: ein Risiko für die feinen Gefäße im Penis

Bluthochdruck (Hypertonie) etwa, wirkt sich häufig negativ auf das Liebesleben aus. Der ständige Überdruck belastet auf Dauer die Blutgefäße, sie werden unelastisch und können sich nicht mehr ausreichend ausdehnen. Die Blutversorgung im Penis ist verringert und die Erektionsfähigkeit lässt nach.

Schätzungen zufolge leidet fast die Hälfte der Deutschen an Bluthochdruck. Dabei weiß nur jeder zweite Betroffene von der Erkrankung, wie die Deutsche Hochdruckliga mitteilt. Von denen, die von dem zu hohen Druck auf ihre Gefäße wissen, sind zudem viele nicht in Behandlung. Bleibt Bluthochdruck jedoch unbehandelt, können mit der Zeit nicht nur Potenzprobleme auftreten, sondern auch Arteriosklerose droht. Sie wird nicht nur für die Potenz zum Risiko, sondern auch für die Gesundheit.

Unter diesen Plaques leiden nicht nur die Schwellkörper im Penis. Auch das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist demnach ebenfalls erhöht. Da die Ablagerungen an den Gefäßwänden meist lange unbemerkt bleiben, können Erektionsstörungen ein erstes Warnzeichen für gefährliche Durchblutungsprobleme sein und auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hinweisen.

Diabetes mellitus kann zu Erektionsstörungen führen

Zwischen Diabetes mellitus und erektiler Dysfunktion besteht ebenfalls oftmals ein Zusammenhang. Wird die Zuckerkrankheit nicht ausreichend behandelt, begünstigt auch sie Ablagerungen in den Gefäßen.

Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte, die häufig Begleiter eines Diabetes sind, schwächen die Blutgefäße zusätzlich. Zudem kann ein diabetischer Nervenschaden, der die Gefühlswahrnehmung im Penis herabsetzt, die Erektion beeinträchtigen. Reize werden dann nicht mehr so intensiv wahrgenommen.

Bestimmte Medikamente schwächen die Potenz

Aufgrund der genannten gesundheitlichen Risiken sollten Erektionsstörungen immer von einem Arzt abgeklärt werden. Neben Erkrankungen können auch bestimmte Medikamente schuld sein, wenn es im Bett nicht mehr funktioniert. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Antidepressiva, entwässernde Medikamente, Lipidsenker sowie Beta-Blocker gegen Bluthochdruck. Bei Verdacht sollten Männer dies ebenfalls mit ihrem Arzt besprechen. Dieser kann herausfinden, ob wirklich das Medikament schuld an den Beschwerden ist und ein alternatives Präparat verschreiben oder die Dosierung anpassen.

Verwendete Quellen:
  • Circulation, 11.6.2018
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie
  • Deutsche Hochdruckliga
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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