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Crystal Meth kann Leben zerstören – so gefährlich ist die Droge

So gefährlich ist die Droge  

Crystal Meth kann Leben zerstören

Von Alexandra Grossmann

28.04.2019, 15:06 Uhr
Crystal Meth kann Leben zerstören – so gefährlich ist die Droge. US-Amerikaner nach vier Jahren Drogenkonsum: In Deutschland sehen Betroffene ähnlich aus – hierzulande dürfen solche Bilder jedoch nicht gezeigt werden. (Quelle: Faces of Meth ®)

US-Amerikaner nach vier Jahren Drogenkonsum: In Deutschland sehen Betroffene ähnlich aus – hierzulande dürfen solche Bilder jedoch nicht gezeigt werden. (Quelle: Faces of Meth ®)

Es ist leicht herzustellen, preiswert zu kaufen und macht schnell süchtig: Crystal Meth ist eine der gefährlichsten Drogen dieser Zeit. Das Rauschmittel steigert die Leistungsfähigkeit über Stunden und Tage – und zerstört die Gesundheit der Menschen.

Crystal Meth ist eine aufputschende Droge. Laut Drogenbericht 2018 der Europäischen Kommission zählt das Rauschmittel mit dem medizinischen Namen Methamphetamin mit Kokain, Amphetamin und MDMA zu den "am weitesten verbreiteten illegalen Stimulanzien".

Die schweren Gesundheitsschäden durch Crystal Meth sind bekannt, dennoch steigt die Zahl der Konsumenten in Deutschland weiter an. Ein Indiz ist das Methamphetamin, das jedes Jahr von der Polizei und der Drogenfahndung gefunden werden: 2017 war es mit 114,5 Kilogramm die bisher größte Menge seit Bekanntwerden der Droge.

Crystal Meth – was ist das überhaupt?

Methamphetamin zählt zu den Amphetaminen, zu denen beispielsweise auch Speed gehört. Crystal Meth ist eine Chemikalie, die aus dem Wirkstoff Ephedrin hergestellt wird. Dieser ist in geringer Dosierung auch Erkältungs- und Asthmamitteln beigefügt. Die Droge ist in Form kleiner Kristalle oder als Pulver erhältlich. Sie wird geschluckt, gesnieft, geraucht oder gespritzt.

Statistik zu Crystal Meth: 2017 wurde eine größere Mengen der Droge sichergestellt. (Quelle: Statista)Statistik zu Crystal Meth: 2017 wurde eine größere Mengen der Droge sichergestellt. (Quelle: Statista)

So wirkt Crystal Meth im Gehirn

Methamphetamin ist eine psychoaktive Substanz, sie wirkt aufmerksamkeits-, konzentrations- und leistungssteigernd. Müdigkeit und Hunger treten in den Hintergrund, ebenso das Schmerzempfinden und Ängste. Hingegen nehmen Selbstbewusstsein, Glücksgefühle und Euphorie zu.

Ausgelöst werden diese Empfindungen, weil die Substanz Ephedrin im Crystal Meth an die Nervenzellen im Gehirn andockt und die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Noradrenalin, Dopamin und Serotonin ankurbelt. Während Noradrenalin als Stresshormon die Konzentration sowie die Reaktions- und Leistungsfähigkeit fördert, verursachen die Glückshormone Dopamin und Serotonin positive Gefühle im Gehirn.

Enorme positive Wirkung – dann folgt der Kater

Konsumenten von Crystal Meth können mehrere Tage ohne Schlaf auskommen, so das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS). Wie stark die Effekte auftreten und wie lange sie anhalten, hängt von der Dosis, der individuellen Verfassung und dem Gewöhnungsgrad der Konsumenten ab.

Wenn der Rausch vorüber ist, treten häufig Unruhe und Reizbarkeit auf, ebenso wie Antriebslosigkeit, Lethargie und depressive Verstimmungen. Bei lang anhaltendem und schweren Konsum können auch Persönlichkeitsveränderungen, Psychosen und Ängste zu den Folgen von Metamphetamin zählen, des Weiteren Wahrnehmungsstörungen, Verfolgungswahn und Zwangsgedanken.

Crystal Meth: Konsum erkennen

Einige Menschen konsumieren Methamphetamin lediglich in geringen Mengen oder phasenweise. Dann sind sie nicht immer zweifelsfrei zu erkennen. Es gibt jedoch einige Auffälligkeiten im Verhalten von Betroffenen, die als Hinweise dienen können. Mehrere der folgenden Symptome können auf ein Drogenproblem hinweisen:

  • Erweiterte Pupillen
  • Verlangsamte Pupillenreaktion
  • Appetitlosigkeit
  • Erhöhtes Mitteilungsbedürfnis
  • Starker Bewegungsdrang 
  • Übersteigertes Selbstbewusstsein
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Grundlose Streitsucht
  • Sprachstörungen, Stottern
  • Motorische Störungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Nervosität, Angespanntheit, Reizbarkeit, Aggressivität
  • Halluzinationen, Paranoia
  • Verdauungsprobleme (Durchfall und Verstopfung meist im Wechsel)
  • Häufiges Jucken und Kratzen

Körperliche Folgen von Crystal Meth

Die körperlichen Folgen von Crystal Meth sind erheblich. Nach Abklingen des Rausches treten starke Nebenwirkungen auf, die teilweise mehrere Tage bis Wochen andauern. Dazu gehören unter anderem:

  • Schwindel
  • starkes Schwitzen und Überhitzen des Körpers
  • Herzrasen mit Blutdruckanstieg
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • starke Erschöpfung
  • Muskelkrämpfe, Zittern

Zu den langfristigen körperlichen Symptomen, die der Konsum mit sich bringen kann, gehören:

  • Hautveränderungen und -entzündungen
  • Untergewicht
  • Zahnschäden durch vernachlässigte Mundhygiene
  • Hirnblutungen
  • Nierenschäden
  • Schädigung von Nervenzellen im Gehirn
  • eine erhöhte Infektanfälligkeit
  • ein erhöhtes Schlaganfallrisiko

Schwere Folgen für das Herz
Laut Fachverband Sucht e.V. steigt das Risiko für koronare Herzkrankheit und Herzmuskelerkrankungen, es kann zu "chronischer Müdigkeit und Kurzatmigkeit aufgrund der Schwächung und Gewebsvergrößerung des Herzmuskels" kommen. Hypertonie und Herzrhythmusstörungen könnten zu einer Aortendissektion und im Extremfall zum Herztod führen. Darüber hinaus wird ein erhöhtes Risiko für Hirninfarkte vermutet. Da es innerhalb des Nervensystems zu Schädigungen kommt, steigt außerdem das Parkinson-Risiko.

Das hohe Suchtpotenzial von Crystal Meth

Bei Methamphetamin ist das Risiko einer Abhängigkeit höher als bei vielen anderen Stimulanzien. Der Grund ist, dass die Droge das Gehirn sehr schnell flutet und zu einem starken, intensiven Rauscherlebnis führt, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Die lange Wirkungsdauer von mehreren Stunden bis hin zu Tagen bringe den Konsumenten ein lang andauerndes Hochgefühl.

Wenn die Wirkung der Droge nachlässt, folgt eine ebenso lange wie unangenehme Verstimmung. In der Folge ist der Wunsch nach mehr Crystal Meth stark. Um die gleiche aufputschende Wirkung wie zuvor zu erzielen, muss jedoch die Dosis gesteigert werden. So kommt es schnell zu einer starken Abhängigkeit und auch zu Überdosierungen.

Warum greifen Menschen zu Crystal Meth?

Nach Angaben der DHS spielt Crystal Meth als Party-Droge eine eher geringe Rolle. Aufgrund der leistungssteigernden und konzentrationsfördernden Wirkung werde die Droge vermehrt von Menschen mit starken beruflichen Belastungen konsumiert, etwa im Bereich der Schicht- und Fließbandarbeit. Auch Manager, Politiker, Menschen in befristeten oder prekären Arbeitsverhältnissen sowie Studierende würden zu Methamphetamin greifen. Die meisten Konsumenten nehmen das Rauschmittel ab dem Alter von etwa 30 Jahren erstmals zu sich.

Der Konsum der Droge sei ein Versuch, den gesteigerten Anforderungen der Leistungsgesellschaft gerecht zu werden, so die DHS. Crystal Meth werde teilweise eingenommen wie ein Kaffee-Ersatz, um Leistungseinbrüchen zu begegnen und weiter aktiv, wach, kreativ und konzentriert zu sein. Nach außen werde dann zunächst meist kein Methamphetamin-typisches Verhalten sichtbar.

Viele Frauen nehmen Crystal Meth

Der Anteil der konsumierenden Frauen ist im Vergleich zu anderen illegalen Drogen verhältnismäßig hoch. Viele Frauen berichten, dass sie Methamphetamin nehmen, um Beruf, Kinder und Haushalt zu meistern. Manchmal wird auch die appetithemmende und die den Bewegungsdrang verstärkende Wirkung von Crystal Meth zur Gewichtsabnahme verwendet.


Ein Drittel der Konsumenten konsumiert fast täglich. Besteht eine Abhängigkeit, können Betroffene ihre Aufgaben ab einem gewissen Punkt nicht mehr bewältigen, die Droge dominiert das Leben. Der Ausstieg ist schwer: Untersuchungen zufolge kann etwa elf Prozent der Süchtigen geholfen werden.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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