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Gefährlicher Husten: Wann Husten ein Fall für den Arzt ist

Harmlos oder gefährlich?  

Wann Husten ein Fall für den Arzt ist

15.10.2018, 18:44 Uhr | Teresa Nauber, dpa

Gefährlicher Husten: Wann Husten ein Fall für den Arzt ist. Untersuchung beim Arzt: Nicht bei jedem Husten muss ein Arzt aufgesucht werden. Doch in eigenen Fällen ist das angeraten. (Quelle: Getty Images/Wavebreakmedia)

Untersuchung beim Arzt: Nicht bei jedem Husten muss ein Arzt aufgesucht werden. Doch in eigenen Fällen ist das angeraten. (Quelle: Wavebreakmedia/Getty Images)

Husten ist nervig und oft langwierig. Gefährlich ist er aber nur selten. Hier erfahren Sie, wann ein Arztbesuch ratsam ist und wie man einem Erkältungshusten vorbeugen kann.

Mitten im klassischen Konzert, in der Kirche oder nachts im Schlaf: Husten kommt irgendwie immer zur Unzeit. Aber warum ist das eigentlich so? Und stimmt es, dass die Farbe des Auswurfs Rückschlüsse auf die Ursache des Hustens zulässt? 

Der Lungenfacharzt Kai-Michael Beeh hat gerade ein Buch über sein Lieblingsorgan geschrieben: "Die atemberaubende Welt der Lunge". Der Internist und Pneumologe über unpassenden Husten, grünen Schleim und effektive Erkältungsvorbeugung.

Warum müssen in Konzerten so viele Leute husten?

Kai-Michael Beeh: Viele Leute fühlen sich da beobachtet, meistens ist die Luft trocken und die Atmosphäre angespannt. Das macht die Menschen nervös. Wenn wir nervös sind, wird ein Teil unseres Nervensystems aktiviert – die Fluchtreflexe. Nur: Wir können nicht fliehen. Wir können die Nervosität also nicht körperlich abbauen.

Was macht der Körper also? Er reguliert das gegenteilige Nervensystem hoch, das bremsende System. Während das eine die Schleimhäute austrocknet, sorgt das andere für eine vermehrte Speichelproduktion, und es reizt die Bronchien. Die Hustenfühler in den Bronchien werden so "scharf" gemacht. Irgendwann kann man nicht mehr anders – und muss husten.

Und wie kriegt man diesen Hustenreiz in den Griff?

Sitzend lässt er sich nicht unterdrücken. Bewegung hilft. Also im Zweifelsfall kurz mal raus aus dem Saal und ein bisschen herumlaufen.

Wann ist Husten ein Fall für den Arzt?

Husten im Rahmen einer Erkältung ist bei ansonsten gesunden Menschen nicht gefährlich. Das geht in der Regel nach drei oder vier Wochen vorbei. Dauert es länger als vier Wochen, sollte man zum Arzt gehen.

Es ist ekelig, aber wir müssen auch über Auswurf reden. Stimmt es denn: Grüner Auswurf ist bakteriell, gelber viral?

Auswurf ist schon ein bisschen verräterisch. Auf der Harmlosigkeitsskala ganz oben steht klarer Auswurf. Da dürfte keine bakterielle Infektion vorliegen. Gelb gibt es bei allergischem Asthma oder auch bei Erkältungskrankheiten. Dass grüner Auswurf immer bakteriell bedingt ist und mit Antibiotika behandelt werden müsste, ist dagegen ein Mythos.

Erkältungen werden in der Regel durch Viren verursacht – und jeder weiß, am Ende kann da auch der Schleim aus der Nase schon mal zäh und grün werden. Die grüne Farbe wird von weißen Blutkörperchen verursacht, die zugrunde gehen, wenn eine Entzündung abheilt. Grüner Auswurf ist nur bedenklich, wenn er länger als ein paar Tage auftritt und Fieber oder Brustschmerzen dazukommen. Blutiger Auswurf muss immer abgeklärt werden. Meist ist auch das harmlos, aber dahinter können sich auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen.

Das Beste ist natürlich gar kein Auswurf. Aber wie schafft man es, sich in der Übergangszeit nicht zu erkälten?

Gelassen bleiben. Dieses zwanghafte "Ich darf nicht krank werden" führt in der Regel dazu, dass wir uns stressen und dann infektanfälliger werden. Wer sich schützen will, sollte seine Hände regelmäßig mit Seife waschen. Erkältungsviren werden nämlich meistens übers Händeschütteln oder Anfassen von Türgriffen übertragen. Sich ausgewogen und gesund ernähren hilft ebenfalls. Und regelmäßig rausgehen ins Licht, Vitamin D tanken. Das ist auch fürs Immunsystem wichtig, genauso wie Bewegung, zum Beispiel regelmäßige Spaziergänge.

Und ganz wichtig: eine positive Einstellung! Wer eine lebensbejahende Einstellung hat, erkältet sich einer Studie zufolge seltener.


Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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