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Lungenfibrose: Symptome, Ursachen und Therapie

Warnzeichen und Beschwerden  

So gefährlich ist eine Lungenfibrose

24.03.2020, 13:58 Uhr | agr, t-online.de

Lungenfibrose: Symptome, Ursachen und Therapie. Ein Arzt zeigt einer jungen Frau eine Röntgenaufnahme ihrer Lunge: Rasselgeräusche beim Einatmen können ein Anzeichen für eine Lungenfibrose sein.  (Quelle: Getty Images/Henadzi Pechan)

Ein Arzt zeigt einer jungen Frau eine Röntgenaufnahme ihrer Lunge: Rasselgeräusche beim Einatmen können ein Anzeichen für eine Lungenfibrose sein. (Quelle: Henadzi Pechan/Getty Images)

Wird eine Lungenfibrose zu spät erkannt, ist eine Lungentransplantation oft die letzte lebensrettende Maßnahme. Was sind die Ursachen der Erkrankung? Welche Beschwerden haben die Betroffenen? Und vor allem: Kann die Krankheit geheilt werden?

Definition: Was ist eine Lungenfibrose?

Der Begriff Lungenfibrose umfasst über 100 verschiedene Lungenkrankheiten. All diese Erkrankungen haben aber dieselbe Folge: Zwischen den kleinsten Teilen der Lunge, den Lungenbläschen, bildet sich zu viel Bindegewebe, sogenanntes Interstitium. Die Folge ist, dass die Wand der Lungenbläschen dicker wird und das Blut von Betroffenen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert wird.

Idiopathische Lungenfibrose (IPF):  Eine seltene Form der Lungenfibrose mit häufig tödlichem Ausgang ist die idiopathische Lungenfibrose. Sie ist durch eine stetige Abnahme der Lungenfunktion gekennzeichnet. Die Erkrankung wird als "idiopathisch" bezeichnet, da die Ursache für ihre Entstehung nicht bekannt ist. Es ist lediglich bekannt, dass bei der IPF eine krankhafte Veränderung im normalen Heilungsprozess der Lunge nach kleineren Verletzungen auf zellulärer Ebene auftritt. 

Was sind die Symptome einer Lungenfibrose?

Die Anfangssymptome einer Lungenfibrose sind uneindeutig. Reizhusten und Kraftlosigkeit können etwa auch andere Ursachen haben als eine Erkrankung der Lunge. Je weiter eine Lungenfibrose voranschreitet, desto schlimmer werden aber auch die Symptome. Erkrankte haben dann auch ohne körperliche Anstrengung Atemnot. 

Diagnose: Wie stellt der Arzt eine Lungenfibrose fest?

Um eine Lungenfibrose zu diagnostizieren, fragt ein Arzt zunächst Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen in einem Anamnesegespräch ab. Bei einer körperlichen Untersuchung hört er dann den Brustkorb auf Geräusche ab. Hört er ein Rasselgeräusch gegen Ende des Einatmens, kann das ein Hinweis auf eine Lungenfibrose sein. 

Mittels einer Lungenfunktionsprüfung kann der Arzt herausfinden, ob und wie sehr das Lungengewebe geschädigt ist. Bildgebungsverfahren, wie eine Computertomographie, geben dazu weitere Auskunft, genauso wie eine Lungenspiegelung. 

Was sind die Ursachen einer Lungenfibrose?

Etwa der Hälfte der Lungenfibrose-Fälle kann keine eindeutige Ursache zugeordnet werden. Diese Art der Erkrankung wird idiopathische Lungenfibrose genannt.

Die andere Hälfte kann auf verschiedene Ursachen, wie etwa Infektionen, das Einatmen von Fasern wie Asbest oder Quarzstaub oder die Bestrahlungen von Lungenkrebs, zurückzuführen sein.

Therapie: Wie behandelt der Arzt eine Lungenfibrose? 

Bei einer Lungenfibrose, deren Ursache bekannt ist, werden diese zunächst bekämpft. Das kann etwa bedeuten, dass Betroffene ihre Arbeit wechseln müssen um Schadstoffbelastung zu vermeiden. Zusätzlich helfen entzündungshemmende Medikamente, wie Cortison, dabei, die Entzündungen in der Lunge einzuschränken. Sie können in Form von Tabletten oder durch Inhalation eingenommen werden. 

Außerdem verschreiben Ärzte Präparate um die Bronchien zu erweitern, sogenannte Bronchodilatoren, um die Selbstreinigung der Schleimhaut zu verbessern. Eine antioxidative Therapie kann einen weiteren Ausfall der Lungenfunktion abbremsen. Breitbandantibiotika können zusätzlich bei bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen. 

Lebenserwartung: Wie lange leben Patienten mit Lungenfibrose? Verlauf und Prognose der Erkrankung sind individuell verschieden und eine pauschale Aussage in Bezug auf die Lebenserwartung daher nicht möglich. Vor allem die idiopathische Lungenfibrose kann aggressiv verlaufen. Oft sprechen die Patienten auch nicht auf Medikamente an. Die Lebenserwartung ist dann in vielen Fällen deutlich verkürzt.

Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten und die Lunge kann nicht mehr ausreichend Sauerstoff ins Blut transportieren, kann eine Lungentransplantation notwendig sein. Der Sauerstoffmangel im Blut ist meist erkennbar durch eine Blaufärbung der Lippen und Fingernägel.

Vorbeugen: Was können Betroffene tun?

Neben medikamentösen und chirurgischen Maßnahmen trägt auch das Verhalten von Betroffenen zum Behandlungserfolg bei. Körperliche Betätigung wie Lungensport-Trainings und Atemtrainings helfen, die verbleibende Lungenkapazität effektiver einzusetzen. 

Ist eine Lungenfibrose heilbar?

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) nennt die Lungenfibrose eine "sehr schwere Krankheit, die in zahlreichen Fällen zum Tod führt". 

Eine Lungenfibrose kann nicht geheilt werden. Lungengewebe, dass bereits zu stark verhärtet ist, kann nicht in gesundes Gewebe umgewandelt werden. Durch Therapie und Selbstmanagement der Patienten kann das Fortschreiten aber verlangsamt oder sogar aufgehalten werden. 

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V.
  • Lungenfibrose e.V.
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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