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Diabetes: Kribbeln in den Füßen ist als Spätfolge ein Warnzeichen

Spätfolgen von Diabetes  

Kribbeln in den Füßen ist ein Warnzeichen

28.02.2020, 15:10 Uhr | Frederike Gramm, t-online.de

Diabetes: Kribbeln in den Füßen ist als Spätfolge ein Warnzeichen. Füße: Viele Menschen mit Diabetes leiden unter Nervenschäden. (Quelle: Getty Images/structuresxx)

Füße: Viele Menschen mit Diabetes leiden unter Nervenschäden. (Quelle: structuresxx/Getty Images)

Wenn die Füße kribbeln oder sich manchmal taub anfühlen, können das erste Symptome einer Nervenkrankheit sein. Vor allem Diabetiker gehören zur Risikogruppe. In diesen Fällen sollten sie einen Arzt aufsuchen.

Diabetiker müssen ständig auf ihren Insulinspiegel achten. Aber woran sie meist nicht denken: An weitere Krankheiten, die aufgrund von Diabetes entstehen. Diese bleiben oft lange unentdeckt und können dann Spätfolgen auslösen. So zum Beispiel die diabetische Neuropathie, eine Nervenerkrankung, bei der anfangs die Füße der Betroffenen kribbeln.

Was ist eine diabetische Neuropathie?

Die diabetische Neuropathie entsteht, wenn Diabetiker nicht richtig eingestellt sind. Dann ist ihr Blutzuckerwert zu hoch. Dabei gibt es zwei verschiedene Formen der Erkrankung: Bei der peripheren Neuropathie sind alle Nerven betroffen, die an Bewegungen beteiligt sind, die der Mensch bewusst ausführt. Zum Beispiel das Bewegen von Armen und Beinen. Die autonome Neuropathie hingegen betrifft alle Nerven, die Abläufe im Körper steuern, die der Mensch nicht mit eigenem Willen lenken kann. Beispielsweise sind das die Atmung, der Herzschlag oder der Stoffwechsel.

Das sind typische Symptome der Nervenkrankheit

Organ bzw. OrgansystemTypische Beschwerden
Füße und ZehenEs kribbelt und fühlt sich an, als würden Ameisen über den Fuß laufen. Auch brennende, stechende Schmerzen sind typisch. Im späteren Stadium treten häufig leichte Lähmungen und Muskelkrämpfe auf. Patienten reagieren auf Berührungen dann besonders empfindlich.
Herz-Kreislauf-Systemständig erhöhter Herzschlag in Ruhe, Schwindel beim Aufstehen
Speiseröhre, MagenSchluckprobleme, Übelkeit, Unterzuckerung nach Mahlzeiten
DünndarmDurchfälle, vor allem nachts
DickdarmVerstopfung, Blähungen, Völlegefühl
Harnwege und GeschlechtsorganeVerlust des Blasenempfindens, Blasenüberfüllung, schwacher Urinstrahl, Sexualstörungen
HormonhaushaltBetroffene nehmen Unterzuckerung nicht wahr
Pupillegestörte Pupillenreflexe
Schweißdrüsentrockene, rissige Haut im Fuß-/Unterschenkelbereich, vermehrtes Schwitzen während der Mahlzeiten

Diabetiker spritzt sich Insulin: Menschen mit Diabetes müssen nicht nur auf ihren Blutzuckerspiegel achten. (Quelle: imago images/Jochen Tack)Diabetiker spritzt sich Insulin: Menschen mit Diabetes müssen nicht nur auf ihren Blutzuckerspiegel achten. (Quelle: Jochen Tack/imago images)

Behandlung der diabetischen Neuropathie

  1. Die richtige Fußpflege: Kontrollieren Sie jeden Abend Ihre Füße. Dabei sollten Sie auf kleine Verletzungen achten. Lassen Sie sich dazu von einem Arzt oder Diabetesberater schulen.
  2. Mit Medikamenten behandeln: Leiden Sie unter starken Schmerzen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Dieser schaut, welche Schmerzmittel für Sie geeignet sind. Der Arzt muss wissen, wo es schmerzt, wann und wie stark. Er kann dann zum Beispiel Präparate verordnen, die meist bei Depressionen oder Epilepsie eingesetzt werden. Sie sollen die Schmerzen verringern. Alternativ kann der Arzt den Diabetiker mit Opoiden therapieren.
  3. Ohne Medikamente behandeln: Betroffene können auch erstmal Wege ohne chemische Wirkstoffe ausprobieren. Dazu zählen Akupunktur, Chili-Pflaster, warme Bäder oder Physiotherapie. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit einem Psychologen über seine Schmerzen zu reden.

Vorbeugung der Nervenkrankheit

Das Wichtigste bei Diabetes: Betroffene müssen unbedingt richtig eingestellt sein. Auch frühe Screenings sind relevant. Treten noch keine Beschwerden auf, können behandelnde Ärzte so Veränderungen am Nervensystem nachweisen:

  1. Bei den schnell leitenden, meist dickeren Nerven wird gemessen, ob der Patient kleine Vibrationen spürt. Das passiert zum Beispiel mit einer Stimmgabel.
  2. Die kleineren Nerven werden auf Kälte- und Wärmeempfindung geprüft. Diabetiker sind besonders an den Beinen empfindlich. Spüren sie wenig, kann das ein Zeichen für die periphere Nervenerkrankung sein.
  3. Will der Arzt das Herz untersuchen, führt er ein EKG durch. Fällt der Blutdruck nach dem Aufstehen stark ab, kann das ein Hinweis auf eine autonome Nervenerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems sein.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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