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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Risikofaktoren und Vorbeugung

Sechs beeinflussbare Risikofaktoren  

Herzerkrankungen vorbeugen: So schützen Sie Ihr Herz

22.10.2019, 10:18 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Risikofaktoren und Vorbeugung. Herz-Kreislaufsystem: Anhaltender Bluthochdruck ist eine Gefahr für die Blutgefäße. (Quelle: Getty Images/Nerthuz)

Herz-Kreislaufsystem: Anhaltender Bluthochdruck ist eine Gefahr für die Blutgefäße. (Quelle: Nerthuz/Getty Images)

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt werden häufig durch vermeidbare Risikofaktoren verursacht. Welche das sind und wie Sie mit einem gesunden Lebensstil Ihr Erkrankungsrisiko senken können, erfahren Sie hier.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Zu den Erkrankungen, die das Herz in Gefahr bringen, gehören Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen sowie die koronare Herzkrankheit (KHK).

Der Herzinfarkt ist die schwerste Form der KHK. Auch der Schlaganfall zählt zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die sechs größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben ihren Ursprung in einer Arteriosklerose, auch bekannt als Arterienverkalkung. Im Laufe der Zeit lagern sich Fett, Kalzium und Blutbestandteile an den Innenwänden der Gefäße ab und Entzündungen entstehen. In Folge werden die Gefäße nicht nur enger, sondern auch spröder und starrer.

Um einer Arteriosklerose vorzubeugen, ist es wichtig, die Risikofaktoren zu kennen. Doch nicht alle Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich vermeiden. Dazu zählen das Alter und auch familiäre Veranlagung. Dennoch gibt es eine Reihe verschiedener Einflussgrößen, die sich umgehen beziehungsweise gut behandeln lassen. Das sind:

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Hohe Cholesterinwerte
  • Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel
  • Psychische Belastungssituationen wie Stress

Je mehr Risikofaktoren bei einer Person zusammenkommen, desto höher ist ihr Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Doch was genau macht diese sechs Risikofaktoren so gefährlich?

1. Rauchen greift die Gefäße an

Nikotin ist nur einer von Tausenden Inhaltsstoffen in Zigaretten. Die giftigen Substanzen tragen erheblich zur Verhärtung und Verengung der Blutgefäße bei, da sie die Innenwand der Gefäße, das sogenannte Endothel, angreifen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verdoppelt bereits eine Zigarette am Tag das Risiko für eine Herzkrankheit.

Der Rauchstopp lohnt sich also: Bereits eine Woche nach dem Verzicht sinkt der Blutdruck. Zwei Jahre nach dem Rauchstopp hat ein Ex-Raucher fast das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie ein Nichtraucher. Nach fünf Jahren haben Ex-Raucher und Nichtraucher das gleiche Risiko für einen Herzinfarkt, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit.

2. Bluthochdruck begünstigt Gefäßverkalkung

Auch anhaltender Bluthochdruck ist eine Gefahr für die Blutgefäße. Nicht nur, dass bei jedem Herzschlag ein erhöhter Druck auf den Gefäßen lastet. Bluthochdruck begünstigt zudem die Verkalkung der Gefäße.

Info: Von einem zu hohen Blutdruck sprechen Mediziner bei Werten von 140/90 mmHg und höher.

Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt. Laut der Deutschen Hochdruckliga e.V. weiß einer von fünf Menschen nicht, dass er zu hohe Werte hat. Regelmäßige Blutdruckmessungen helfen, Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen – und zu behandeln.

3. Diabetes-Patienten erkranken häufiger

Diabetiker erkranken sehr viel häufiger an Gefäßverkalkung als Gesunde. Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems sind bei Menschen mit Diabetes mit 75 Prozent die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen und mit 50 Prozent eine häufige Todesursache. Dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte führen zu arteriosklerotischen Gefäßveränderungen. Verengungen und Verschlüsse führen zu Durchblutungsstörungen.

4. Hohe Cholesterinwerte begünstigen Arteriosklerose

LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) transportiert Cholesterin zu den verschiedenen Organen. Ist das Cholesterinangebot zu hoch und die Zellen können nicht alles aufnehmen, gibt LDL das Cholesterin in das Blut ab. Dort kann es sich an den Gefäßwänden ablagern und fördert die Bildung von Plaques. An bereits geschädigten Gefäßwänden können sich die Fettmoleküle des LDL-Cholesterins besonders leicht ablagern und so die Gefäße weiter verengen.

5. Übergewicht fördert Gefäßerkrankungen

Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel begünstigen ebenfalls Gefäßerkrankungen. Übergewicht stört natürliche Reparaturvorgänge in den Blutgefäßen. Studien haben gezeigt, dass bei übergewichtigen Personen die Endothel-Vorläuferzellen im Blut deutlich eingeschränkt sind. Diese Zellen tragen zum Schutz des Endothels bei, indem sie unter anderem Schäden an der Gefäßwand reparieren.

Wer abnimmt, hat auch wieder mehr Endothel-Vorläuferzellen im Blut. Eine gesunde Ernährung und Bewegung unterstützen die Gewichtsabnahme und senken erhöhte Blut-, Zucker- und Fettwerte. 

6. Stress ist eine Gefahr fürs Herz

Auch Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Stress fährt das autonome Nervensystem hoch. In Folge nimmt die Insulinausschüttung zu, der Herzschlag beschleunigt, der Blutdruck steigt und eine Vielzahl an Stresshormonen wird ausgeschüttet, darunter Cortisol und Adrenalin. Anhaltender Stress fördert Entzündungsreaktionen, die das Risiko für Diabetes, Schlaganfall, Arteriosklerose und Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Und: Stresshormone begünstigen das Aufbrechen arteriosklerotischer Plaques. Werden diese mit dem Blut in kleinere Gefäße gespült, können sie diese verstopfen. Ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall können dann die Folge sein.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Hochdruckliga e.V.
  • Deutsche Herzstiftung e.V.
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Männergesundheitsportal
  • Diabetesinformationsdienst München
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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