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Das hilft gegen schmerzhafte Wadenkrämpfe

Tipps von Experten  

Was gegen häufige Wadenkrämpfe hilft

30.10.2019, 15:36 Uhr | t-online.de , ag

Das hilft gegen schmerzhafte Wadenkrämpfe. Muskelkrämpfe sind schmerzhaft: Sie treten häufig im Schlaf oder bei sportlichen Betätigungen auf. (Quelle: Getty Images/utah778)

Muskelkrämpfe sind schmerzhaft: Sie treten häufig im Schlaf oder bei sportlichen Betätigungen auf. (Quelle: utah778/Getty Images)

Plötzlich schießt ein Schmerz in die Wade, die Muskeln werden hart und die Zehen krümmen sich zusammen. Wer häufig unter Wadenkrämpfen leidet, ist in seiner Lebensqualität stark eingeschränkt. Oft steckt ein Magnesiummangel hinter den Beschwerden, der durch die Zufuhr des Mineralstoffs ausgeglichen werden kann.

Doch auch ernsthafte Erkrankungen können schmerzhafte, lang anhaltende Wadenkrämpfe auslösen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Muskelschmerzen durch Mineralstoffmangel

Entgegen der landläufigen Meinung entstehen Wadenkrämpfe nicht in der Muskulatur, sondern werden durch Nervenimpulse ausgelöst. Mineralstoffmangel kann die Reizbarkeit der Nerven, die den Muskel umgeben, erhöhen und begünstigt die Entstehung von Krämpfen. Das ist auch der Grund, warum im Sommer mehr Menschen unter Wadenkrämpfen leiden – man schwitzt mehr, trinkt nicht genug und es kommt zu einem Elektrolytmangel. 

Ursache können ernsthafte Erkrankungen sein

Doch es gibt noch weitere Risikofaktoren: Wenn die aus Myelin bestehende Schutzschicht der Nervenfasern schon etwas dünner oder geschädigt ist, ist das Risiko für Wadenkrämpfe stark erhöht. Dahinter können unterschiedliche Erkrankungen stecken wie beispielsweise diabetische Polyneuropathie oder Schilddrüsenerkrankungen. Aber auch Medikamente, Alkohol oder ein Vitamin-B-Mangel können die Muskelkrämpfe verursachen. 

Einfache Übung löst Wadenkrämpfe 

Daneben gebe es auch mechanische Auslöser, sagt Dr. Rainer Lindemuth von der DGN. Senke man die Zehenspitzen nach unten, so dass sich der Wadenmuskel verkürzt, könne es ebenfalls schnell zu Wadenkrämpfen kommen. Das sei beispielsweise der Fall, wenn der Fuß durch eine schwere Bettdecke heruntergedrückt werde oder in High-Heels stecke.

"Warum das so ist, wissen wir nicht genau. Es ist wahrscheinlich so, dass durch Gewebsverschiebungen die empfindlichen Nervenendstrecken im Muskel unter Druckspannung geraten, was die elektrischen Entladungen begünstigt", so der Experte. Der Muskelkrampf lasse sich jedoch meist schnell lösen, wenn man die Fußspitze nach oben ziehe und den Gegenmuskel anspanne.

Vorbeugen: Dehnübungen, Magnesium oder Chinin

Um den Beschwerden vorzubeugen, empfiehlt die DGN in ihren Leitlinien zum Umgang mit Wadenkrämpfen regelmäßige Dehnübungen der Wadenmuskulatur, zum Beispiel durch Vorbeugen des Körpers im Stand, ohne dass die Fersen den Bodenkontakt verlieren. Das schaffe in vielen Fällen Linderung, auch wenn die Wirksamkeit dieser Maßnahme in verschiedenen Studien unterschiedlich bewertet werde. 

Das Gleiche gelte für die Gabe von Magnesium. Auch hier sei die Studienlage nicht eindeutig. "Ein Therapieversuch sollte aber in jedem Falle unternommen werden", sagt Lindemuth. Magnesium führe an der Muskelmembran zu einer Stabilisierung, wodurch weniger Kontraktionen im Muskel ausgelöst würden. Viele Patienten berichteten von einer positiven Wirkung nach Einnahme des Mineralstoffs. "Wenn Magnesium nicht überdosiert wird, ist es außerdem unbedenklich und hat keine Nebenwirkungen." Lediglich bei Nierenerkrankungen sollte der Mineralstoff in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.


Alternativ zur Magnesium-Therapie können bei schmerzhaften Krämpfen auch Chininpräparate zum Einsatz kommen, heißt es in den Empfehlungen der DGN. Eine in der Fachzeitschrift "MMW – Fortschritte der Medizin" veröffentlichten Studie habe die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Behandlung mit Chininsulfat bei Patienten mit häufigen oder besonders schmerzhaften nächtlichen Wadenkrämpfen bestätigt. 


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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