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So erkennen Sie erste Anzeichen fĂŒr Schwerhörigkeit

dpa, Angelika Mayr

Aktualisiert am 13.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Das Verstehen fĂ€llt schwerer: FĂŒr Schwerhörigkeit gibt es einige Anzeichen.
Das Verstehen fĂ€llt schwerer: FĂŒr Schwerhörigkeit gibt es einige Anzeichen. (Quelle: Westend61)
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Unterhaltungen kann man kaum folgen, das TV-GerĂ€t lĂ€uft immer lauter: Viele hören im Alter schlechter. Das ist normal, doch Betroffene empfinden das oft anders – mit teils gravierenden Folgen.

In GesprĂ€chen muss man stĂ€ndig nachfragen. Oder man bekommt immer hĂ€ufiger nicht mit, wenn man von der Seite angesprochen wird. Solche Hörprobleme sollten Ă€ltere Menschen nicht herunterspielen: Ursache könnte eine altersbedingte Hörminderung sein. Hinter der steckt ein natĂŒrlicher Prozess. SchĂ€men muss man sich dafĂŒr schon gar nicht. Und dennoch: Viele Betroffene wollen keine Hilfe, sie verweigern sich – und nehmen gravierende Folgen in Kauf.


Mit diesen Sportarten halten sich Senioren fit

Sport macht nicht nur Spaß, sondern wirkt sich im höheren Alter nachweislich positiv auf die Gesundheit und Lebenserwartung aus. Allerdings sollten Senioren, die sich sportlich betĂ€tigen möchten, vorher immer ihren Hausarzt oder einen Sportmediziner aufsuchen. Das gilt besonders fĂŒr diejenigen, die lange Zeit keinen Sport ausgeĂŒbt haben oder die gesundheitliche Beschwerden haben.
Schwimmen ist wegen des sehr geringen Verletzungsrisikos ein gesunder Ausdauersport fĂŒr Senioren. Er stĂ€rkt das Herzkreislauf-System und trainiert die Muskeln, ohne dabei die Gelenke zu beanspruchen. Daher ist Schwimmen auch fĂŒr ĂŒbergewichtige Menschen sehr geeignet.
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Jeder erlebt irgendwann eine Form der HöreinschrĂ€nkung im Alter. Manchmal geht es schon mit 40 los, manchmal erst mit 60 bis 65 Jahren. "Es gibt sicher niemanden, der mit 90 Jahren noch normal hört", sagt Prof. Christian Betz, Direktor der Klinik und Poliklinik fĂŒr Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Der Grund: Die Lebensdauer der Innenohrhaarzellen ist begrenzt, sie können sich nicht mehr regenerieren. "Diese Lebensdauer ist von Person zu Person unterschiedlich", erklÀrt Betz. Eine PrÀvention gegen diesen altersbedingten Abbau gibt es nicht.

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GerÀusche unterscheiden wird schwieriger

Der Betroffene selbst spĂŒrt den Hörverlust zwar. "Es ist aber nicht so, dass man plötzlich nichts mehr hört oder bestimmte GerĂ€usche nicht mehr da sind", sagt Betz. Sondern: "Es wird schwieriger, diese voneinander zu unterscheiden oder einzelnen Schallquellen zuzuteilen." So kann man zum Beispiel in einer Gruppe nicht mehr gut den Worten einer einzelnen Person folgen.

Betz erklÀrt es genauer: "Die höheren Töne werden anders als die niedrigen schlechter verstanden. Dadurch können die Obertöne in der Sprache nicht mehr gut differenziert werden, die örtliche Zuordnung der Schallquellen wird schwieriger."

Radio und Fernseher immer lauter

Das Ă€ußert sich auch im Haushalt – manchmal zum Leidwesen anderer. So werde beispielsweise das Telefon oder die TĂŒrklingel ĂŒberhört sowie Fernseher und Radio lauter gestellt, ergĂ€nzt Stefan Zimmer, Vorsitzender des Bundesverbands der HörgerĂ€te-Industrie (BVHI).

GesprĂ€che in Gruppen und am Telefon empfinden Betroffene hĂ€ufig als anstrengend. Sie seien hĂ€ufiger erschöpft, litten unter Verspannungen, schliefen in der Regel schlechter und mieden soziale Kontakte, so Zimmer. "Alarmierend wird es, wenn akustische Warnsignale wie zum Beispiel im Straßenverkehr nicht mehr wahrgenommen werden."

FrĂŒhes Handeln ist gefragt

Dann gilt es zu handeln, denn: "Wird eine leichte Hörminderung frĂŒh behandelt, kann ein Fortschreiten verhindert werden", sagt Zimmer. Ohne Hilfe dagegen verschlechtert sich das Hören weiter. Soziale Isolation und Depressionen sind mögliche Folgen. Auch die kognitiven FĂ€higkeiten könnten abbauen. "Eine Demenz kann die Folge sein", sagt Mediziner Betz.

Trotzdem weigern sich viele, Hilfe anzunehmen. "Weil es ein schleichender Prozess ist, ist die Dunkelziffer an nicht adÀquat versorgten Menschen sehr hoch", sagt Betz. "Nur etwa 20 Prozent der HörgeschÀdigten, die von einer Hörhilfe profitieren könnten, tragen eine solche."

VerÀnderung wird oft ignoriert

Werden die Betroffenen darauf angesprochen, spielen viele ihre Symptome herunter. "Sie wollen sich nicht eingestehen, dass sie an einer körperlichen Behinderung leiden – und nichts anderes ist ein Hörverlust", sagt Betz. Da bei einer Altersschwerhörigkeit meist beide Ohren betroffen sind, lernen die Betroffenen instinktiv, von den Lippen abzulesen. "Sie realisieren das selbst aber nicht."

Am Ende sollten Freunde oder Familie die Initiative ergreifen, denn auch sie leiden unter dieser Hörminderung. "Wichtig ist, von Anfang an VerstĂ€ndnis zu zeigen. Bieten Sie an, sich gemeinsam bei einem Hörakustiker ĂŒber die Versorgungsmöglichkeiten einer Schwerhörigkeit zu informieren", empfiehlt Zimmer.

HNO-Arzt muss Ursache ermitteln

Ähnlich wie bei OhrgerĂ€uschen, Tinnitus, Infektionen oder einem Hörsturz muss auch bei einer Hörminderung aber zuerst der HNO-Arzt die Art und Ursache bestimmen.

Falls ein HörgerÀt verschrieben wird, erklÀrt ein Hörakustiker die Modelle und bietet sie zum Probetragen an. Danach stellt die Expertin oder der Experte das Hörsystem schrittweise ein und macht mit dem TrÀger, falls notwendig, ein Hörtraining. Viele neue Systeme können auch via Bluetooth kabellos mit der Stereoanlage, dem Fernseher oder dem Telefon verbunden werden.

HörgerÀte brauchen Gewöhnungszeit

Trotzdem wird ein solches GerĂ€t von manchen noch als Ă€sthetisch inakzeptabel und als Stigma empfunden – von Betroffenen ebenso wie von der Außenwelt. Auch die Handhabbarkeit ist fĂŒr Ältere ein Problem. "Das Gravierendste ist aber, dass man sich erst an die Hilfe gewöhnen muss", sagt HNO-Arzt Betz. Denn der Betroffene hört damit nicht ad hoc so wie frĂŒher.

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"Das ist ein Lernprozess ĂŒber mehrere Monate", so Betz. "Das Gehirn hat sich daran gewöhnt, die hohen Töne nicht mehr zu hören. Wenn jetzt die Hörhilfe die hohen Töne wieder verstĂ€rkt, empfindet das das Hirn als störend." Man mĂŒsse die Hörhilfe also jeden Tag tragen, obwohl sie vielleicht erstmal als unangenehm empfunden werde.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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