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So erkennen Sie einen Narzissten

Von dpa
Aktualisiert am 12.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Persönlichkeitsstörung: Wer an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erkrankt ist, begibt sich hÀufig erst wegen Depressionen oder einer Sucht in eine Therapie.
Persönlichkeitsstörung: Wer an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erkrankt ist, begibt sich hÀufig erst wegen Depressionen oder einer Sucht in Therapie. (Symbolbild) (Quelle: gaiamoments/getty-images-bilder)
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Kein MitgefĂŒhl, Angst vor Kritik: Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung machen sich selbst groß und andere klein. Experten erklĂ€ren, was die Erkrankung kennzeichnet und wo Therapien ansetzen.

Das Wichtigste im Überblick


  • Instabiles SelbstwertgefĂŒhl
  • Das Dilemma der Betroffenen
  • Krankheit ist Betroffenen oft kaum bewusst
  • Viele suchen nach Geborgenheit

Egoistisch, eingebildet, selbstverliebt. So wĂŒrden die meisten wohl Narzissten beschreiben. Solche Menschen gieren förmlich nach Aufmerksamkeit und Bewunderung. Ehrgeizig sind sie oft auch. TatsĂ€chlich haben sie nicht selten eine FĂŒhrungsposition inne – und leisten Herausragendes. Und sie sind sehr von sich selbst ĂŒberzeugt. So ein Persönlichkeitsstil ist aber nicht zwangsweise krankhaft.


Depressionen: Zehn populĂ€re IrrtĂŒmer

Irrtum Nr. 1: Zu viel Stress macht despressiv. Das kann man pauschal nicht sagen. Große Belastungen zum Beispiel im Job können eine Depression zwar verstĂ€rken, allerdings sind die GrĂŒnde dafĂŒr vielschichtiger. Oft ist die Neigung zur Depression biologisch bedingt und wird durch schlechte Erfahrungen, etwa in der Kindheit, verstĂ€rkt.
Irrtum Nr. 2: Wer depressiv ist, begeht Selbstmord: Das stimmt so nicht. Nicht jeder, der depressiv ist, ist potentiell suizid-gefÀhrdet. Das hÀngt vom Schweregrad der Depression ab. Dennoch verÀndert die Depression das Denken des Betroffenen und die Sicht auf die Welt und sollte daher sehr ernst genommen werden.
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"Bis zu einem gewissen Maße ist Narzissmus nur ein anderer Begriff fĂŒr ein gesundes Streben nach Selbstwert", sagt der Hamburger Psychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Claas-Hinrich Lammers.

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Von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist indes die Rede, wenn der Narzissmus bei dem Betroffenen und seiner Umgebung zu Leiden fĂŒhrt. Lammers schĂ€tzt, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat.

Instabiles SelbstwertgefĂŒhl

Betroffene haben ein ĂŒberhöhtes, aber zugleich instabiles SelbstwertgefĂŒhl. Das versuchen sie durch ĂŒbertriebene und realitĂ€tsverzerrende Selbstdarstellung auszugleichen. Sie tendieren dazu, ihre Kompetenzen und Errungenschaften zu ĂŒberschĂ€tzen. "Ihren Selbstwert erhöhen sie dadurch, dass sie eine ĂŒbertriebene Anspruchshaltung haben", so Lammers.

Menschen mit dieser Störung stellen sich ĂŒber andere. Konkret versuchen sie, andere zu dominieren und zu kontrollieren sowie deren Leistungen und Errungenschaften kleinzuhalten oder abzuwerten. "Ein solches Verhalten fĂŒhrt unweigerlich zu Konflikten", so Prof. Dr. Sabine Herpertz, Direktorin der Klinik fĂŒr Allgemeine Psychiatrie am UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg.

Die Betroffenen zeigen wenig MitgefĂŒhl und Interesse an anderen. Werden ihre WĂŒnsche nicht erfĂŒllt, hagelt es Kritik. Stellen sich Misserfolge ein, reagieren sie mit Ärger, Aggression oder abwertenden Äußerungen. "Interesse an anderen haben Betroffene nur, wenn diese zur Erreichung ihrer Ziele beitragen oder sie bei anderen auf Bewunderung stoßen", erlĂ€utert Claas-Hinrich Lammers.

Prof. Claas-Hinrich Lammers: Der Psychiater und Psychotherapeut schÀtzt, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat.
Prof. Dr. med. Claas-Hinrich Lammers: Der Psychiater und Psychotherapeut schÀtzt, dass etwa ein Prozent der Bevölkerung eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. (Quelle: Tina Demetriades/Asklepios/dpa-tmn-bilder)

Das Dilemma der Betroffenen

Das fĂŒhrt zu einem Dilemma, so Lammers: So wenig Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung Interesse fĂŒr andere Menschen aufbringen, so sehr sind sie auf deren Aufmerksamkeit und Bewunderung angewiesen, um ihr SelbstwertgefĂŒhl zu stabilisieren.

Dadurch entsteht ein Leidensdruck: Erstens aus den Spannungen und Konflikten mit anderen. Und zweitens aus der immer grĂ¶ĂŸer werdenden Kluft zwischen der RealitĂ€t einerseits sowie der Anspruchshaltung und Selbstidealisierung andererseits. Werden Betroffene in ihre Schranken gewiesen, können sie in existenzielle Krisen geraten.

Krankheit ist Betroffenen oft kaum bewusst

"Ein großes Problem ist, dass Betroffene oft nur ein sehr geringes Krankheitsbewusstsein haben", sagt Sabine Herpertz, die im Vorstand der Fachgesellschaft DGPPN (Deutsche Gesellschaft fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde) sitzt.

Wer an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erkrankt ist, begibt sich hÀufig erst wegen Folgeerkrankungen wie Depressionen, Essstörungen oder wegen einer Sucht in eine Psychotherapie.

Prof. Sabine Herpertz: "In vielen FĂ€llen macht es Sinn, auch Angehörige in die Therapie einzubinden", sagt die Direktorin der Klinik fĂŒr Allgemeine Psychiatrie an der UniversitĂ€t Heidelberg.
Prof. Dr. med. Sabine Herpertz: "In vielen FĂ€llen macht es Sinn, auch Angehörige in die Therapie einzubinden", sagt die Direktorin der Klinik fĂŒr Allgemeine Psychiatrie an der UniversitĂ€t Heidelberg. (Quelle: Tobias Schwerdt/UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg/dpa-tmn-bilder)

Die Herausforderungen in der Therapie

Der Anfang der Therapie kann schwer sein. "Therapeuten brauchen hĂ€ufig viel Zeit, um an den Patienten ĂŒberhaupt heranzukommen", sagt Claas-Hinrich Lammers. Krankhafte Narzissten gehen mit ihnen zunĂ€chst genauso um, wie mit anderen Menschen in ihrem Umfeld auch: Sie wollen ihre Überlegenheit demonstrieren, indem sie ihr GegenĂŒber abwerten.

Daher muss der Therapeut oder die Therapeutin den Patienten erst einmal dazu bringen, sich zu öffnen und Vertrauen aufzubauen. Dazu kommt: "Bei Betroffenen ist hĂ€ufig die kritische Selbstreflexion schwierig", sagt Sabine Herpertz. Wie schlimm ihr Verhalten und Auftreten fĂŒr andere ist, ist ihnen meist nicht bewusst.

Es geht aber nicht nur darum, dass Betroffene erlernen, sich in andere hineinzufĂŒhlen. Sie sollen auch neue Verhaltensstrategien an die Hand bekommen, um besser mit anderen klarzukommen. Wer zu hohe AnsprĂŒche an sich stellt, bekommt erreichbare Ziele aufgezeigt.

Psychiater Claas-Hinrich Lammers nennt das Beispiel eines Mannes, der mehr als nötig arbeitet und regelmĂ€ĂŸig Überstunden macht. "Bei der Therapie stellte sich heraus, dass der Mann deshalb ĂŒbermĂ€ĂŸig viel gearbeitet hat, weil es sonst nichts in seinem Leben gab, was ihn wirklich interessierte." In dem Fall ging es dann nicht zuletzt darum, dem Patienten bei der Suche nach sinnstiftenden Alternativen zur Arbeit – etwa einem schönen Hobby – zu helfen.

Viele suchen nach Geborgenheit

Generell wird dem Experten zufolge bei der Therapie vordergrĂŒndig danach gesucht, was Betroffenen eigentlich konkret fehlt. HĂ€ufig sei die Selbstidealisierung und das Abwerten von anderen Menschen "nur eine Ersatzbefriedigung". Viele hĂ€tten einfach nur das BedĂŒrfnis nach Zugehörigkeit und Geborgenheit.

Hier gelte es, den Betroffenen individuelle Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. "In vielen FĂ€llen macht es Sinn, auch Angehörige in die Therapie einzubinden", sagt Sabine Herpertz. Die Angehörigen mĂŒssten im Zuge der Behandlung etwa lernen, ihre eigenen Interessen zu formulieren – ohne den Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung abzuwerten.

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Ist die Störung heilbar? Claas-Hinrich Lammers sagt dazu: "Man kann einen Menschen nicht grundsĂ€tzlich Ă€ndern." Vielmehr geht es bei der Therapie darum, extreme Verhaltens- und Denkweisen zu beleuchten und abzuwandeln. "Das verbessert die LebensqualitĂ€t des Patienten und reduziert Leiden", so Lammers. Auch fĂŒr dessen Umfeld.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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