Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome > Osteoporose >

Hüftprothese: Wann sie notwendig wird und was Patienten wissen sollten

Künstliches Hüftgelenk  

Hüftprothese: Wann sie notwendig wird und was Patienten wissen sollten

28.10.2020, 09:23 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online

Hüftprothese: Wann sie notwendig wird und was Patienten wissen sollten. Hüftprothese: Ein künstliches Hüftgelenk kann die Beschwerden bei über 90 Prozent der Menschen deutlich bessern. (Quelle: Getty Images/oceandigital)

Hüftprothese: Ein künstliches Hüftgelenk kann die Beschwerden bei über 90 Prozent der Menschen deutlich bessern. (Quelle: oceandigital/Getty Images)

In Deutschland werden jährlich über 200.000 künstliche Hüftgelenke implantiert – bei drei Viertel der Operierten aufgrund einer Hüftarthrose. Dabei kommen verschiedene Prothesen und Operationsverfahren zum Einsatz, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Was ist ein künstliches Hüftgelenk?

Die Hüftprothese, auch Hüftendoprothese, ist ein Implantat, welches das eigene Hüftgelenk komplett oder in Teilen ersetzt. Das Ersatzgelenk verbleibt dauerhaft im Körper und stellt eine bessere Beweglichkeit des Hüftgelenks her.

Ein künstliches Hüftgelenk kann die Beschwerden bei über 90 Prozent der Menschen deutlich bessern. Bis zu 25 Jahre kann eine Hüftprothese im Körper verbleiben, bevor sie ausgewechselt werden muss. Besonders ab dem 60. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit implantierter künstlicher Hüftgelenke aufgrund von Gelenkverschleiß (Hüftarthrose) zu.

Wann braucht es ein künstliches Hüftgelenk?

Drei Viertel der Hüftprothesen werden aufgrund einer Hüftarthrose (Coxarthrose) eingesetzt. Dabei führt der Verlust des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit dazu, dass die Knochen (Hüftpfanne und Hüftkopf) aufeinander reiben. Es kommt zu einer zunehmenden Abnutzung des Gelenks sowie Entzündungsreaktionen, die mit Bewegungseinschränkungen und zunehmenden Schmerzen verbunden sind.

Andere Ursachen einer künstlichen Hüfte sind rheumatisch-entzündliche Gelenkerkrankungen, ein beschädigter Hüftkopf oder ein durch Tumoren zerstörter Knochen. Auch ein Oberschenkelhalsbruch als Folge eines Sturzes kann ein künstliches Hüftgelenk notwendig machen.

Welche Hüftprothesen gibt es?

Das körpereigene Hüftgelenk setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen: der knöchernen Hüftgelenkpfanne und dem Hüftgelenkskopf. Zwischen beiden befindet sich der Knorpel und die Gelenkflüssigkeit. Beim Laufen bewegt sich der Hüftkopf in der Hüftpfanne. Die Bewegung wird durch den Knorpel und die Gelenkflüssigkeit abgefedert und geschmeidig.

Die Hüftprothese bildet die Hüftpfanne und den Hüftkopf nach. Eine Gelenkkugel ersetzt den Hüftkopf. Mit Hilfe eines meist 15 Zentimeter langen Schaftes wird der Hüftkopf in den Oberschenkelknochen eingesetzt. Ist die Hüftarthrose bereits weiter fortgeschritten, kann es notwendig sein, auch die Hüftgelenkpfanne auszutauschen.

Was ist eine Totalendoprothese?

Werden Hüftkopf und Hüftpfanne durch ein künstliches Implantat ersetzt, sprechen Mediziner von einer Totalendoprothese (TEP). Der künstliche Hüftkopf besteht meist aus Keramik. Die Hüftpfanne meist aus Metall mit einem speziell gehärteten Keramik-Kunststoff-Inlay (Polyethylen-Inlay). Doch auch andere Zusammensetzungen sind möglich.

Welche Hüftprothesen-Form und Verankerung implantiert wird, ist unter anderem abhängig vom Zustand von Hüftkopf und Hüftpfanne des Patienten, der Knochendichte des Oberschenkelknochens und den bevorzugten Materialien des Operateurs. Die Hüftprothese kann über einen minimal-invasiven Eingriff (Schlüsselloch-OP) oder im Rahmen einer klassischen Operation eingesetzt werden.

Künstliches Hüftgelenk einsetzen: Wann das Risiko für Komplikationen steigt

Der Erfolg der Hüftoperation ist unter anderem abhängig von dem Operateur, der angewendeten Operationstechnik, dem verwendeten Material sowie dem Gesundheitszustand des Patienten. Die Gefahr für Komplikationen steigt mit der Anzahl der Risikofaktoren, die der Patient mitbringt, beispielsweise:

  • ein hohes Alter
  • Übergewicht
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Autoimmunerkrankungen

Wann ist man mit neuer Hüftprothese wieder belastbar?

Wie schnell der Patient nach der Implantation der Hüftprothese wieder auf den Beinen ist, hängt neben dem Gesundheitszustand des Operierten auch von der angewendeten Operationstechnik ab. Wird die Hüftprothese mit einem Kunststoff-Kleber einzementiert, ist der Patient sofort wieder voll belastbar.

Wird die Hüftprothese nicht einzementiert, sondern fest in den Knochen gepresst, kann die Hüfte meist mehrere Tage bis Wochen nur teilbelastet werden. Die Hüftprothese wird meist bei älteren Menschen einzementiert – vor allem bei fortgeschrittener Osteoporose (Knochenschwund). Die Zementierung sorgt dann für den nötigen Halt der Prothese im porösen Knochen.

Nach der Hüftoperation: Vorsicht bei diesen Bewegungen

Mit der Hüftprothese muss der Patient sorgsam umgehen, um das Einwachsen zu unterstützen: Die ersten drei Monate nach dem Eingriff sollten Drehbewegungen mit Beugung in der Hüfte nach innen oder außen vermieden werden. Auch sollte die Hüfte nicht über 90 Grad gebeugt werden. Ebenso darf das operierte Bein nicht über das gesunde Bein geschlagen werden. 

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal