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HĂ€ufige SportunfĂ€lle bei Menschen ĂŒber 50

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 12.05.2021Lesedauer: 4 Min.
Ein Mann mit Kniebandage greift sich an die Wade. Sportliche AktivitĂ€ten sind wichtig, um im alter fit zu bleiben. Überlastungen sollte man jedoch vermeiden.
Ein Mann mit Kniebandage greift sich an die Wade. Sportliche AktivitĂ€ten sind wichtig, um im alter fit zu bleiben. Überlastungen sollte man jedoch vermeiden. (Quelle: Oleg Breslavtsev/getty-images-bilder)
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Mit dem Alter steigt das Risiko fĂŒr Sportverletzungen. Beweglichkeit und Belastbarkeit von Knochen, Muskeln, Gelenken und BĂ€ndern nehmen ab – besonders, wenn diese nicht regelmĂ€ĂŸig trainiert werden.

Im Vergleich zu frĂŒheren Generationen sind Menschen im Alter von 50 oder 60 Jahren körperlich fitter und sportlich aktiver. Das hat positive Auswirkungen auf ihren körperlichen Allgemeinzustand. Die gesundheitlichen Vorteile des regelmĂ€ĂŸigen Trainings werden allerdings durch das steigende Verletzungsrisiko geschmĂ€lert. Welche Sportverletzungen ab 50 hĂ€ufig sind und wie sich Best Ager schĂŒtzen können, erklĂ€rt Dr. Axel Klein, Sportmediziner, OrthopĂ€de und VizeprĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Sportmedizin und PrĂ€vention e.V. (DGSP).

t-online.de: Herr Dr. Klein, was sind hĂ€ufige Sportverletzungen bei Menschen ĂŒber 50?

Dr. Axel Klein: Etwa ein Drittel aller FreizeitunfĂ€lle passieren beim Sport. Zu den hĂ€ufigen Sportverletzungen im höheren Alter zĂ€hlen vor allem Verletzungen im Bereich der Fußgelenke und der Knie. Beim Wandern beispielsweise sind Muskelzerrungen und BĂ€nderrisse am Fuß hĂ€ufig, beim Skifahren SchlĂŒsselbeinbrĂŒche und Kreuzbandrisse und beim Radfahren OberschenkelhalsbrĂŒche und Kopfverletzungen durch StĂŒrze. Allerdings werden SportunfĂ€lle mit zunehmendem Alter seltener. Das liegt unter anderem daran, dass die Risikobereitschaft nachlĂ€sst und Ă€ltere Menschen ihre Grenzen oft besser erkennen und berĂŒcksichtigen. Zugleich ĂŒben sie vermehrt "sanftere" Sportarten wie Walken, Schwimmen und Radfahren aus. Trotzdem sind SportunfĂ€lle im Alter keine Seltenheit.

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Was ist die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr SportunfĂ€lle ĂŒber 50?

Dr. med. Axel Klein ist Facharzt fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie aus Dresden. Zudem ist der Sportmediziner VizeprĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Sportmedizin und PrĂ€vention e.V. (DGSP).

Die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr SportunfĂ€lle ab 50 Jahren ist Überlastung. Ein klassisches Beispiel ist der Sporturlaub. Viele sind in ihrer Freizeit sportlich kaum aktiv, buchen aber einmal im Jahr einen Sporturlaub – sei es eine Woche Skifahren in den Alpen oder eine Woche Radfahren oder Wandern auf Mallorca. Der Körper gerĂ€t dabei in eine Belastungssituation, auf die er nicht vorbereitet ist. Gelenke, Muskeln, Sehnen und Knochen ermĂŒden rasch – und das Verletzungsrisiko steigt. Zudem ist es so, dass mit dem Alter Beweglichkeit, FlexibilitĂ€t, Koordination und Gleichgewichtssinn verstĂ€rkt nachlassen, sofern sie nicht regelmĂ€ĂŸig trainiert werden. Auch das erhöht das Risiko fĂŒr Sportverletzungen.

Wie lÀsst sich SportunfÀllen am besten vorbeugen?

Der Basistipp ist auf jeden Fall: Helm tragen beim Fahrradfahren, Skifahren und Klettern. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, sollte zudem darauf achten, dass das Schuhwerk an den Untergrund angepasst ist. Wer in unebenem GelĂ€nde unterwegs ist, sollte knöchelhohe Schuhe tragen, die dem Fuß einen stabilen Halt geben. Wer Joggen oder Walken geht, sollte eine gut dĂ€mpfende Sohle haben und den Schuh regelmĂ€ĂŸig erneuern. Ideal ist es, vor dem Schuhkauf eine Laufanalyse zu machen, um den passenden Schuh zu finden. Wer schwimmen geht, sollte gut sitzende Badeschuhe mit rutschfester Sohle wĂ€hlen. Gerade im Schwimmbad sind mehr die Sturzverletzungen ein Thema als Verletzungen durch den Sport selbst. Bei Sportarten mit abrupten Abbremsbewegungen oder kurzen KrafteinsĂ€tzen, etwa Tennis, sollten Sie Ihre Muskeln zuvor gut aufwĂ€rmen und aktivieren. Und natĂŒrlich ist regelmĂ€ĂŸiges Training wichtig, damit der Körper mit den Belastungen zurechtkommt.

Wie sollte ein Training aussehen, das den Körper zwar fordert, aber nicht ĂŒberfordert?

Wichtig ist vor allem, dass Sie regelmĂ€ĂŸig trainieren. Ideal ist eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftsport, GleichgewichtsĂŒbungen, Beweglichkeits- und Koordinationstraining. GleichgewichtsĂŒbungen gewinnen besonders mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Mein Tipp: Jeden Tag auf einem Bein stehend ZĂ€hne putzen. So machen Sie eine gute GleichgewichtsĂŒbung einfach nebenbei. Auch Sportarten wie Qi Gong, Yoga und Pilates beinhalten Gleichgewichts- und Koordinationstraining und stĂ€rken zugleich Kraft und FlexibilitĂ€t. Das beugt StĂŒrzen im Alter vor. Wer bekannte Schwachstellen hat, etwa das Knie, kann diese mit Bandagen stabilisieren. Und: Kein Training ohne ausreichende Regeneration.

Woran merke ich, dass ich meinen Körper ĂŒberlaste?

Der Körper signalisiert Ihnen, wann es zu viel ist. Wer darauf hört und frĂŒhzeitig eine Pause einlegt, kann SportunfĂ€llen vorbeugen. Schmerz ist das wichtigste Warnsignal. Schmerzt nach dem Training das Knie oder die Achillessehne, sollten Sie beim nĂ€chsten Training IntensitĂ€t rausnehmen. Auch wenn am nĂ€chsten Tag "Anlaufschmerzen" auftreten, also Schmerzen zu Sportbeginn, deutet das darauf hin, dass eine Überlastung vorliegt. Haben Sie starken Muskelkater, sollten Sie ebenfalls pausieren – oder einen anderen Muskelbereich trainieren. Im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems sind Schwindel und Schwarzwerden vor Augen typische Zeichen einer Überforderung. Unterbrechen Sie das Training. Falscher Ehrgeiz wĂ€re hier fehl am Platz. Generell sollten sich Sporteinsteiger, Menschen ĂŒber 35, Übergewichtige sowie Menschen mit Herzerkrankungen vor dem Sportbeginn untersuchen lassen und mit ihrem Arzt die individuelle Belastbarkeit besprechen.

Welche Rolle spielt Osteoporose im Zusammenhang mit KnochenbrĂŒchen beim Sport?

Es gibt BrĂŒche, die OrthopĂ€den immer aufmerksam machen und an Osteoporose denken lassen. Dazu gehören beispielsweise OberschenkelhalsbrĂŒche oder WirbelkörpereinbrĂŒche – vor allem bei Frauen in und nach den Wechseljahren.

Durch die VerĂ€nderung im Hormonhaushalt – die Produktion von knochenschĂŒtzendem Östrogen nimmt ab – steigt das Risiko fĂŒr Knochenschwund. In einem solchen Fall wird der Mediziner untersuchen, ob eine Osteoporose die Knochen schwĂ€cht.

Herr Dr. Klein, vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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