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Das macht Bewegungsmangel mit Ihrer Gesundheit

Fatale Folgen  

Wie sehr Bewegungsmangel dem Körper schadet

Von Ann-Kathrin Landzettel

12.10.2021, 20:42 Uhr
Das macht Bewegungsmangel mit Ihrer Gesundheit. Ein Mann liegt im Bett, trinkt ein Bier und isst: Zu viel Bequemlichkeit ist ungesund und begünstigt zahlreiche Krankheiten.  (Quelle: Getty Images/Evgeniia Medvedeva)

Ein Mann liegt im Bett, trinkt ein Bier und isst: Zu viel Bequemlichkeit ist ungesund und begünstigt zahlreiche Krankheiten. (Quelle: Evgeniia Medvedeva/Getty Images)

Ein gemütlicher Abend auf der Couch ist für viele attraktiver, als sportlich aktiv zu werden. Wer jedoch generell zu wenig in Bewegung ist, bekommt die Folgen spätestens im Alter zu spüren. Von Osteoporose bis Krebs: Diese Gefahren birgt Bewegungsmangel.

Bewegung ist für die körperliche und seelische Gesundheit unverzichtbar – in jedem Alter. Wer regelmäßig aktiv ist, senkt sein Risiko für altersbedingte Erkrankungen wie BluthochdruckHerzinfarktDiabetes mellitus, Krebs und degenerative Erkrankungen des Skelettsystems wie Osteoporose.

"Gegen Rückenschmerzen hilft Bewegung meist besser als Medikamente", sagt Professor Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU). Wer körperlich aktiv ist, unterstützt Beweglichkeit, Flexibilität und Entspannung der Muskulatur. Muskeln brauchen Bewegung, um kräftig und beweglich zu bleiben.

Bewegungsmangel führt zu Rückenproblemen

"Gerade langes Sitzen am Schreibtisch ist ein bedeutender Risikofaktor für Rückenschmerzen“, warnt Kladny. "Verharren wir immer wieder längere Phasen in einer Position – und womöglich noch in einer ungünstigen Haltung – verspannt und verhärtet die Muskulatur." Die Folgen seien gravierend: Die Muskelfasern schrumpfen und die Muskeln werden schwächer. Schmerzen entstehen. "Die Muskulatur kann ihre Aufgabe als wertvoller Stützapparat nicht mehr ausreichend erfüllen."

 (Quelle: Kladny-Copyright Glasow-fotografie-datcol ) (Quelle: Kladny-Copyright Glasow-fotografie-datcol )

Professor Dr. Bernd Kladny ist stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie, m&i-Fachklinik Herzogenaurach. Der Orthopäde und Unfallchirurg war maßgeblich an der VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz beteiligt.

Körperliche Aktivität aktiviert den Knochenstoffwechsel 

Knochen und Gelenke brauchen ebenfalls Bewegung. Nur durch die Belastung können der Knochenstoffwechsel und der Gelenkstoffwechsel gut arbeiten. Gelenke werden unter sportlicher Belastung geschmiert, besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt.

"Das erfolgt ähnlich wie bei einem Schwamm über einen Pumpmechanismus. Belastet man den Körper, wird der Knorpel ausgedrückt und Schlackenstoffe können entweichen", sagt Kladny. Bei Entspannung könne der Knorpel wieder Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit aufnehmen.

Auch die Knochen brauchen für einen gut funktionierenden Knochenstoffwechsel Bewegung. Bewegung fördert den Aufbau von Knochensubstanz und wirkt zugleich dem Substanzabbau entgegen. Wer sich zu wenig bewege, riskiere im Alter Osteoporose und Arthrose – und sei gefährdeter für Knochenbrüche, so die Warnung des Orthopäden.

Bewegungsmuffel haben ein höheres Krebsrisiko

Auch auf das Krebsrisiko wirkt Bewegungsmangel ein. Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge ist anzunehmen, dass Bewegungsmangel für jeweils etwa zehn Prozent der weltweiten Brust- und Darmkrebsfälle verantwortlich ist. Es lohnt sich also aktiv zu sein.

Außerdem deuten Studien darauf hin, dass ausreichend Bewegung das Risiko für Lungenkrebs, Nierenkrebs, Blasenkrebs, Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs senken könnte. Bewegung aktiviert unter anderem Heilungsprozesse im Körper und hilft, Übergewicht vorzubeugen. Übergewicht ist ein bedeutender Krebsrisikofaktor.

Daher raten Krebsexperten, nicht nur auf ausreichend Bewegung zu achten, sondern auch auf ein normales Gewicht.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen drohen

Auf das Herz-Kreislauf-System wirkt sich Bewegungsmangel ebenfalls negativ aus. Bewegungsmangel begünstigt Bluthochdruck, Arteriosklerose und als Folge der verkalkten Gefäße unter anderem auch die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Körperliche Fitness gilt als einer der wichtigsten herzschützenden Faktoren. Bereits ein täglicher, zügiger Spaziergang von zehn Minuten senkt Kardiologen zufolge das persönliche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent. Auch wer bereits von einer Herz-Kreislauf-Erkrankung betroffen ist, profitiert von Bewegung. Sie kräftigt den Herzmuskel, verbessert die Ausdauer, versorgt den Körper mit Sauerstoff, regt die Durchblutung an und fördert wichtige Stoffwechselfunktionen.

Die individuelle Belastungsgrenze sollte bei bestehenden Herzerkrankungen immer mit dem behandelnden Kardiologen abgestimmt sein.

Bewegungsmangel begünstigt Diabetes Typ 2

Bewegungsmangel hat auch Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Die Entstehung von Typ-2-Diabetes wird durch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt. Bewegung ist daher unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung von Typ-2-Diabetes.

Kalorienüberschüsse können so vermieden, Gewicht abgebaut und der Energiestoffwechsel und die Insulinwirkung verbessert werden. Muskelzellen verbrauchen zwischen 50 und 70 Prozent der Glukose, die mit der Nahrung aufgenommen wird. Je aktiver die Muskelzellen sind, desto besser funktioniert die Glukose-Verwertung.

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung bei Frauen und Männern helfen können, der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 vorzubeugen. Besonders günstig scheint eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zu sein.

Wie viel Bewegung sollte es ein? 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt allen Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren, auch diejenigen mit einer chronischen Erkrankung oder Behinderung, jede Woche mindestens 150 bis 300 Minuten aktiv zu sein. Gemeint sind sportliche Ausdaueraktivitäten von moderater bis hoher Intensität.

Alternativ seien auch 75 bis 150 Minuten Bewegung von hoher Intensität ausrei­chend – oder eine gleichwertige Kombination der beiden Intensitätslevel. So ließen sich sub­stanzielle gesundheitliche Vorteile aus der Aktivität gewinnen. Für noch mehr gesundheitliche Vorteile könne an mindestens zwei Tagen ein Krafttraining von mindestens moderater Intensität ergänzt werden.

Wer ärztliche Beratung braucht

Die Empfehlungen gelten nicht nur im Hinblick auf die Krebsvorbeugung, sondern zur generellen Gesundheitsförderung. Generell sind sich Experten einig: Bewegung ist gut. Man kann sich nie genug bewegen.

Wer bestimmte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen des Skelettsystems hat, etwa Osteoporose oder Arthrose, sollte, bevor er mit dem Sport beginnt oder das Sportpensum steigert, Rücksprache mit dem behandelnden Art halten, welche Sportarten wie oft und in welcher Intensität für die aktuelle gesundheitliche Situation geeignet sind.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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