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Rippenfellentzündung: Symptome, Dauer, Behandlung

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Anzeichen, Dauer, Behandlung  

Diese Symptome sind bei Rippenfellentzündung typisch

Rippenfellentzündung: Symptome, Dauer, Behandlung. Ein Arzt hört bei einem Patienten die Lunge ab. (Quelle: Getty Images/DjelicS)

Bestimmte Lungengeräusche deuten auf eine Rippenfellentzündung hin. (Quelle: DjelicS/Getty Images)

Eine Rippenfellentzündung kann starke Schmerzen verursachen und das Atmen erschweren. In der Regel ist sie die Folge einer anderen Erkrankung. Erfahren Sie mehr über Anzeichen, Behandlung und Dauer.

Wie häufig eine Rippenfellentzündung (Fachausdruck: Pleuritis) vorkommt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Verlässliche Zahlen zur Häufigkeit in Deutschland gibt es bislang nicht.

Meist ist sie jedoch die Folge einer Lungenentzündung, an der schätzungsweise jedes Jahr 400.000 bis 600.000 Menschen erkranken. Von zehn Betroffenen entwickeln etwa zwei bis fünf im Verlauf einen Pleuraerguss, der ein Hinweis auf eine Rippenfellentzündung ist.

Rippenfell-Symptome: Wo hat man Schmerzen?

Eine Rippenfellentzündung kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Welche Anzeichen auftreten, hängt vor allem davon ab, welche Form der Erkrankung Betroffene haben: eine trockene oder eine feuchte Rippenfellentzündung.

Egal, ob Mann oder Frau, bei einer trockenen Rippenfellentzündung (Fachausdruck: Pleuritis sicca) kommt es typischerweise zu starken Schmerzen im Brustkorb, die sich stechend oder brennend anfühlen können und meist zunehmen, wenn tief eingeatmet wird. Auch beim Husten oder Niesen oder einfach nur beim Bewegen werden die Schmerzen oft spürbar stärker. Außerdem kann es zu atemabhängigen Rückenschmerzen, Flankenschmerzen oder Schmerzen, die zum Hals hin ausstrahlen, kommen.

Aus diesem Grund fallen viele Betroffene bei einer trockenen Rippenfellentzündung in eine Schonatmung. Das heißt, sie atmen eher flach und schnell, um das Schmerzlevel möglichst gering zu halten. In der Folge kann sich eine Kurzatmigkeit entwickeln.

Zu den Schmerzen im Brustkorb können weitere Symptome hinzukommen, etwa ein trockener Husten ohne Auswurf (Reizhusten). Fieber tritt hingegen eher selten auf.

Horcht der Arzt oder die Ärztin die Lunge mit dem Stethoskop ab, ist bei einer trockenen Rippenfellentzündung ein atemabhängiges reibendes Geräusch wahrnehmbar, das kennzeichnend für die Erkrankung ist. Dieses sogenannte Pleurareiben (auch Lederknarren genannt) entsteht, wenn sich beim Ein- und Ausatmen die beiden Pleurablätter, also Lungenfell und Brustfell, reibend gegeneinander bewegen. Geht die trockene in eine feuchte Rippenfellentzündung über, verschwinden sowohl das Reibegeräusch als auch die anderen bisherigen Symptome.

Eine feuchte Rippenfellentzündung (Fachausdruck: Pleuritis exsudativa) liegt vor, wenn bei einer Rippenfellentzündung die Schmerzen im Brustkorb fehlen oder weggehen. Als "feucht" wird sie bezeichnet, weil es im sogenannten Pleuraspalt, einem engen Spaltraum zwischen Lungenfell und Rippenfell, zu einem Pleuraerguss kommt.

Bei einem Pleuraerguss sammelt sich Flüssigkeit im Pleuraspalt, wodurch Lungenfell und Brustfell nicht mehr aneinander reiben. Also Folge treten keine atemabhängigen Schmerzen mehr auf.

Dafür kommen jedoch bei einer feuchten Rippenfellentzündung andere Beschwerden hinzu. Denn die Flüssigkeit im Pleuraspalt macht sich meist als Druck in der Brust bemerkbar. Die Lunge kann sich zudem beim Atmen nicht mehr so gut weiten, was zu Atemnot führen kann. Meist tritt nun auch mäßiges bis hohes Fieber auf.

Auch bei einer feuchten Pleuritis treten möglicherweise Schmerzen auf. Diese zeigen sich jedoch nicht im Brustkorb, sondern eher im Schulterbereich – vor allem beim Liegen in Seitenlage. Im Vergleich ist eine trockene Rippenfellentzündung deutlich schmerzhafter als eine feuchte Rippenfellentzündung.

Rippenfellentzündung: Was sind die Ursachen?

Bei einer Rippenfellentzündung sind meist zwei Gewebeschichten entzündet: das Rippenfell und das Lungenfell, wobei die Schmerzen vor allem durch das Rippenfell entstehen. Beide zusammen heißen auch Brustfell oder Pleura, weshalb die Rippenfellentzündung auch Brustfellentzündung oder Pleuritis genannt wird.

Mit Fell haben beide Gewebeschichten nichts zu tun, es handelt sich hierbei vielmehr um Schleimhäute. Während das Lungenfell die Lunge von außen überzieht, kleidet das Rippenfell die Innenseite des Brustkorbs aus und bedeckt auch das Herz sowie die obere Seite des Zwerchfells. Rippenfell und Lungenfell liegen dicht aneinander und sind nur durch einen schmalen Raum voneinander getrennt: den Pleuraspalt. Ein Flüssigkeitsfilm im Pleuraspalt sorgt dafür, dass die Lunge sich beim Atmen ausdehnen und gegen das Rippenfell verschieben kann.

Man sieht einen Querschnitt durch den Brustkorb. (Quelle: Getty Images/medicalstocks)Querschnitt durch den Brustkorb: Rippenfell und Lungenfell bilden zusammen das Brustfell (Quelle: medicalstocks/Getty Images)

Ist das Rippenfell entzündet, ist es nicht mehr glatt und gleitfähig, es wird vielmehr rau und uneben. Beim Atmen gleiten Rippenfell und Lungenfell dann nicht mehr sanft aneinander vorbei, sondern es kommt zu einer starken Reibung, die sehr schmerzhaft sein kann.

Eine Rippenfellentzündung entwickelt sich normalerweise im Rahmen einer anderen Erkrankung, meist einer Lungenentzündung. Die Pleuritis selbst ist dabei nicht ansteckend, die jeweilige Ursache kann es aber unter Umständen sein.

Außer im Verlauf einer Lungenentzündung kann sich eine Rippenfellentzündung unter anderem infolge von Erkrankungen wie diesen entwickeln:

  • Erkältungen
  • Tuberkulose
  • Herzschwäche
  • Lungenembolie
  • Verletzungen im Brustraum, wie etwa Rippenprellungen oder Rippenbrüchen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung oder anderen Erkrankungen des Oberbauchs
  • Krebserkrankungen wie Lungenkrebs oder einem bösartigen Tumor der Pleura (Pleuramesotheliom)
  • systemischem Lupus erythematodes oder anderen Autoimmunerkrankungen

Rippenfellentzündung: So stellt der Arzt die Diagnose

Meist hat der Arzt oder die Ärztin schon aufgrund der Beschwerden einen Verdacht auf Rippenfellentzündung. Verschiedene Untersuchungen können die Diagnose sichern.

Beim Abklopfen und Abhorchen der Lunge mit dem Stethoskop lässt sich beim Atmen typischerweise ein Reibegeräusch (sog. Pleurareiben) hören, wenn es sich um eine trockene Rippenfellentzündung handelt. Dieses fehlt bei einer feuchten Pleuritis – dafür verursacht hier ein Abklopfen der Lunge ein dumpfes Geräusch.

Je nach Situation folgen weitere Untersuchungen, um herauszufinden, wie schwer die Rippenfellentzündung ist und was diese verursacht. Gegebenenfalls erforderlich sind zum Beispiel:

  • Blutuntersuchungen
  • bildgebende Untersuchungen des Brustkorbs, wie Röntgenuntersuchung, Ultraschalluntersuchung, Computertomografie oder Kernspintomografie
  • Probenentnahme der Flüssigkeit aus dem Pleuraspalt (sog. Pleurapunktion)

Rippenfellentzündung: Wie sieht die Behandlung aus?

Welche Behandlung bei einer Rippenfellentzündung die richtige ist, hängt vor allem davon ab, was diese verursacht hat. Liegt der Pleuritis eine andere Erkrankung zugrunde, muss diese gezielt behandelt werden.

Außerdem gilt es, die teils heftigen Schmerzen zu lindern, etwaiges Fieber zu senken und eine normale Atmung zu ermöglichen. Meist müssen Betroffene zudem Bettruhe halten und sich körperlich schonen.

Gegen die Schmerzen bei einer trockenen Rippenfellentzündung helfen in der Regel entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel aus der Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) wie zum Beispiel Ibuprofen. Der trockene Husten lässt sich bei einer Pleuritis mit hustenstillenden Mitteln lindern, was ebenfalls zu weniger Schmerzen beiträgt.

Ist die Ursache der Rippenfellentzündung eine bakterielle Lungenentzündung, kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein – meist im Krankenhaus.

Eine spezielle Atemgymnastik kann Betroffenen dabei helfen, wieder aus der bei trockener Rippenfellentzündung typischen Schonatmung herauszukommen. Die Übungen bringen die Lunge wieder in Bewegung und ermöglichen eine normale Atmung. So lässt sich das Risiko senken, dass Rippenfell und Lungenfell durch die anhaltende Schonatmung narbig miteinander verkleben.

Hat sich bei einer feuchten Rippenfellentzündung sehr viel Flüssigkeit durch den Pleuraerguss zwischen Lungen- und Rippenfell angesammelt, kann es notwendig sein, diese zu entfernen (etwa mit einer Pleurapunktion oder Thoraxdrainage).

In manchen Fällen kann es bei einer Rippenfellentzündung dazu kommen, dass Lungenfell und Rippenfell miteinander verwachsen. Fachleute bezeichnen das als Pleuraschwarte oder auch Pleuraschwiele. Ohne Behandlung würde diese die Atmung stark beeinträchtigen. In einem operativen Eingriff lassen sich die Verklebungen jedoch wieder lösen.

Dauer: Wie lange hält eine Rippenfellentzündung an?

Wie lange es dauert, bis eine Rippenfellentzündung wieder weg ist, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Verlauf und Dauer hängt von diversen Faktoren ab, wie etwa der eigentlichen Ursache, Alter und gesundheitlicher Fitness der Betroffenen sowie davon, ob Komplikationen auftreten. Eine wichtige Rolle spielt außerdem, wie rasch die Erkrankung erkannt wird und eine passende Behandlung begonnen werden kann.

Meist dauert es jedoch mehrere Wochen, bis die Rippenfellentzündung komplett ausgeheilt ist. Je früher die Behandlung der Pleuritis beginnt, desto besser ist dabei im Allgemeinen die Prognose.

Rippenfellentzündung: Welche Hausmittel helfen?

Die Beschwerden bei einer Rippenfellentzündung lassen sich unter Umständen mithilfe von Hausmitteln lindern. Gegen die Ursachen der Pleuritis können sie jedoch nicht im eigentlichen Sinn helfen.

Wärme empfinden manche Betroffene als angenehm. Sie kann die Beschwerden bei einer Rippenfellentzündung möglicherweise kurzzeitig bessern – etwa in Form von Brustwickeln. Wie gut dieses Hausmittel tatsächlich wirkt, ist wissenschaftlich jedoch nicht belegt.

Daneben ist es vor allem wichtig, dem Körper bei einer Rippenfellentzündung Ruhe zu gönnen und ihn zu schonen – das unterstützt die Heilungsprozesse. Da beim Liegen manche Positionen schmerzhafter als andere sind, ist es ratsam, die am wenigsten schmerzhafte einzunehmen.

Verwendete Quellen:
  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2021
  • Patienteninformation Brustfellentzündung (Pleuritis). Online-Informationen des Medizinlexikons Deximed: www.deximed.de (Stand: 24.8.2021)
  • Pleuritis. Online-Informationen des Medizinlexikons Deximed: deximed.de (Stand: 4.8.2021)
  • Pleuritis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Februar 2020)
  • Pleurisy. Online-Informationen der Mayo Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 3.1.2020)
  • Hof, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2019
  • Brustfellentzündung (Pleuritis). Online-Informationen des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs: www.gesundheit.gv.at (Stand: 31.10.2018)
  • Köhler, D., et al.: Pneumologie. Thieme, Stuttgart 2014
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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