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Sex und Scheidenpilz: Diese Regeln sollten Sie beachten

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 22.05.2022 - 11:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Paar im Bett: WĂ€hrend einer Pilzinfektion der Scheide sollte am besten auf Sex verzichtet werden.
Paar im Bett: WĂ€hrend einer Pilzinfektion der Scheide sollte am besten auf Sex verzichtet werden. (Quelle: Prostock-Studio/getty-images-bilder)
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Ist die Scheidenflora im Ungleichgewicht, kann Scheidenpilz entstehen. Verschiedene Faktoren, darunter auch Sex, können das Risiko erhöhen. Was Frauen deshalb beachten sollten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was ist Scheidenpilz?
  • Scheidenpilz-Symptome erkennen
  • Scheidenpilz und der Ping-Pong-Effekt
  • Ansteckungsrisiko Oralsex
  • Trockene Scheide nach Scheidenpilz-Therapie? Spezielle Salben helfen
  • Wann zum Arzt?

Scheidenpilz, medizinisch Vaginalmykose oder Vulvovaginalkandidose genannt, besiedelt die ScheidenschleimhĂ€ute vieler Frauen natĂŒrlicherweise. Ist die Scheidenflora im Gleichgewicht, sind die Pilzsporen ohne Krankheitswert. Sie werden durch den sauren pH-Wert der Scheide in Schach gehalten.


FĂŒnf Ursachen fĂŒr Scheidentrockenheit

Frau mittleren Alters unglĂŒcklich mit Partner auf dem Bett: Hormonelle Schwankungen: Die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Scheidentrockenheit sind VerĂ€nderungen im Hormonhaushalt. Vor allem in den Wechseljahren, wenn der Östrogenspiegel abnimmt. Das hat zur Folge, dass die Durchblutung im Intimbereich schlechter und die Scheide trocken wird. Typische Symptome sind Juckreiz und Brennen.
Depressive Frau sitzt auf dem Boden im Flur: Seelisches Leiden: Stress, NervositĂ€t und andere psychische Leiden können ebenfalls eine Ursache fĂŒr Scheidentrockenheit sein. Sexuelle Erregung sorgt normalerweise fĂŒr die Befeuchtung der Scheide beim Geschlechtsverkehr. Diese lĂ€sst jedoch bei seelischen Problemen nach.
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Oftmals kann es dazu kommen, dass die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerĂ€t und eine unangenehme Scheidenpilz-Erkrankung ausgelöst wird. Grund dafĂŒr können etwa Hormonschwankungen sein. Es gibt jedoch auch verschiedene Faktoren, darunter auch Sex, die das Scheidenpilzrisiko erhöhen. Was Frauen beim Geschlechtsverkehr beachten sollten.

Was ist Scheidenpilz?

In der Scheide vieler Frauen finden sich natĂŒrlicherweise verschiedene Hefepilzarten, besonders hĂ€ufig der Stamm Candida albicans. Unter anderem können Stress, hormonelle EinflĂŒsse, genetische Faktoren, eine ĂŒbertriebene Intimhygiene sowie die Einnahme von Antibiotika die natĂŒrliche Scheidenabwehr so schwĂ€chen, dass sich der Pilz krankhaft vermehrt und Beschwerden verursacht.

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"Auch die Anwendung von lokal aufzutragenden VerhĂŒtungsmitteln kann die Scheidenflora durcheinanderbringen und das Scheidenpilz-Risiko erhöhen", sagt Dr. med. Frank Thieme, Facharzt fĂŒr Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt des Berufsverbandes der FrauenĂ€rzte e. V. (BVF).

Scheidenpilz-Symptome erkennen

Etwa 70 bis 74 Prozent aller Frauen erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an Scheidenpilz. Zu den typischen Scheidenpilz-Symptomen gehören:

  • hartnĂ€ckiger Juckreiz im Bereich der Schamlippen und/oder des Scheideneingangs
  • Brennen (kann auch beim Wasserlassen auftreten)
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • weißlicher Belag auf der Vaginal-Schleimhaut
  • verstĂ€rkter, weißlicher bis quarkartiger beziehungsweise krĂŒmeliger Ausfluss
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

"Genitaler Juckreiz ist ein weiteres mögliches Symptom, das auf eine Pilzinfektion hindeutet. Doch hat nur etwa die HÀlfte der Frauen mit einer Pilzinfektion Juckreiz", erklÀrt Thieme. "Bei einer Scheideninfektion treten nicht immer alle Symptome auf. Auch die IntensitÀt der Beschwerden ist unterschiedlich. Manche Frauen haben so gut wie keine Beschwerden, andere leiden unter dem Scheidenpilz."

Scheidenpilz und der Ping-Pong-Effekt

Bei wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen sollten Frauen immer auch an eine mögliche Pilzinfektion des Partners denken. Genau wie der Intimbereich der Frau kann auch der Penis des Mannes vom Hefepilz Candida albicans besiedelt sein. Dann sprechen Mediziner von Candida-Balanitis. Die Infektion kann symptomlos sein, sich aber auch durch Rötung, Juckreiz und in manchen FĂ€llen durch weißen Belag zeigen.

So ist es möglich, dass der Pilz immer wieder von einem zum anderen ĂŒbertragen wird. Mediziner sprechen auch vom Ping-Pong-Effekt, also einer wiederholten Übertragung. "Treten vaginale Infektionen hĂ€ufiger auf, sollte sich der Partner ebenfalls untersuchen lassen", rĂ€t Thieme. "Leidet er unter einer Pilzbesiedelung des Penis beziehungsweise der Eichel, sollte er unbedingt mitbehandelt werden."

Ansteckungsrisiko Oralsex

Ein weiteres mögliches Risiko fĂŒr wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen stellt Oralverkehr dar. Denn auch auf der Mundschleimhaut können sich Pilze ansiedeln. Es ist daher nicht auszuschließen, dass Oralsex eine Rolle bei Rezidiven spielt. Welche Möglichkeiten es gibt, den Scheidenpilz zu behandeln, können betroffene Frauen mit ihrem GynĂ€kologen besprechen. Zum einen sollte der Pilz selbst behandelt werden. Zum anderen sollten Risikofaktoren fĂŒr wiederkehrende Scheidenpilzinfektionen möglichst ausgeschaltet werden.

Hygienischer Sex beugt Scheidenpilz vor

Ein sorgsamer Umgang mit verschiedenen sexuellen Spielarten hilft, Scheidenpilzinfektionen vorzubeugen. Hefepilze befinden sich auch am After und im Darm. Analsex ist ein bedeutendes Infektionsrisiko. Es sollte immer ein Kondom bei Analsex verwendet werden, das bei erneutem vaginalen Sex abgezogen beziehungsweise erneuert wird. "Auch bei Sexspielzeug ist Hygiene wichtig. Am besten verwenden Paare getrennte Toys", rÀt der GynÀkologe. "Nach dem Geschlechtsverkehr sollten diese mit speziellen Desinfektionsmitteln gereinigt werden."

(Quelle: Privat)


Dr. med. Frank Thieme ist Facharzt fĂŒr Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Landesvorsitzender Sachsen-Anhalt des Berufsverbandes der FrauenĂ€rzte e. V. (BVF).

Bei Scheidenpilz ist Sex tabu

Diagnostiziert der GynÀkologe Scheidenpilz, sollte Sex wÀhrend der Behandlung tabu sein. Scheidenpilz ist ansteckend. Das Risiko steigt, dass sich der Geschlechtspartner infiziert. Wie bereits erwÀhnt: Treten in kurzen AbstÀnden immer wieder Scheidenpilzinfektionen auf, sollte der Partner ebenfalls untersucht werden.

"Zudem sollten Paare wissen, dass wÀhrend der Scheidenpilz-Behandlung auch Sex mit Kondom keine sichere Option ist. Die Anti-Pilz-Medikamente (Antimykotika) greifen das Latex an. Ein sicherer Schutz ist dann nicht gewÀhrleistet", warnt Thieme.

Trockene Scheide nach Scheidenpilz-Therapie? Spezielle Salben helfen

Nach der Scheidenpilz-Behandlung kann es zudem sein, dass die Scheidenschleimhaut durch die Medikamente noch etwas gereizt und trocken ist. Spezielle Feuchtigkeitscremes fĂŒr den Intimbereich helfen, diesen zu pflegen. FĂŒr den Sex kann ein Gleitmittel angenehm sein. Schmerzt es beim Geschlechtsverkehr, sollte das Paar noch etwas warten.

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Wann zum Arzt?

Neben Scheidenpilz gibt es eine Reihe weiterer Erkrankungen des Intimbereichs. Frauen sollten daher immer einen Arzt aufsuchen, wenn sie Beschwerden bei sich beobachten, etwa Juckreiz, Schwellungen, Rötungen, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, eine verÀnderte Konsistenz oder Farbe des Scheidensekrets oder einen unangenehmen Geruchs des Sekrets.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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