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Ja, die Redaktion hat f├╝r diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was Oberbauchschmerzen bedeuten k├Ânnen und was hilft

mp , Dr. Monique Amey-├ľzel

Aktualisiert am 29.04.2022Lesedauer: 6 Min.
Frau h├Ąlt sich den Bauch
Oberbauchschmerzen sind oft harmlos, k├Ânnen aber auch ein Symptom f├╝r eine schwerwiegende Erkrankung sein. (Quelle: PORNCHAI SODA/getty-images-bilder)
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Bauchschmerzen sind nicht immer gleich ÔÇô mal betreffen sie den gesamten Bauchraum, mal nur den Oberbauch. Erfahren Sie hier, was Oberbauchschmerzen verursacht und wie sie sich behandeln lassen.

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Was kennzeichnet Oberbauchschmerzen?
  • Welche Ursachen haben Oberbauchschmerzen?
  • Wo treten Oberbauchschmerzen auf?
  • Wann bei Oberbauchschmerzen zum Arzt?
  • Was tun gegen Oberbauchschmerzen?

Bauchschmerzen hatte jeder schon einmal ÔÇô mal mehr, mal weniger stark. Oft l├Ąsst sich kaum sagen, aus welchem Bereich sie kommen ÔÇô geschweige denn von welchem Organ. Um hier besser einzugrenzen, teilen Fachleute den gesamten Bauchraum in vier Quadranten ein: oben rechts, oben links, unten rechts und unten links. Au├čerdem gibt es noch einen in der Mitte liegenden Bereich. Der Oberbauch mit den beiden oberen Quadranten befindet sich oberhalb des Bauchnabels und der Unterbauch mit den beiden unteren Quadranten entsprechend darunter. Das Brustbein kennzeichnet die Mittellinie zwischen rechter und linker K├Ârperh├Ąlfte.

In jedem der Quadranten liegen bestimmte Organe, von denen die entsprechenden Schmerzen ausgehen k├Ânnen. Bei den meisten Schmerzen l├Ąsst sich anhand des Ausbreitungsschemas, das Betroffene beschreiben, auf ein oder mehrere Organe schlie├čen. Im Oberbauch liegen zum Beispiel der Magen und der untere Abschnitt der Speiser├Âhre, der Zw├Âlffingerdarm (vorderer Abschnitt des D├╝nndarms), die Leber, die Bauchspeicheldr├╝se, die Milz und die Nieren (au├čerhalb bzw. hinter dem Bauchfell). Je nachdem, welches der Organe betroffen ist, sind die Beschwerden in einem oder mehreren der vier Quadranten sp├╝rbar.

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Was kennzeichnet Oberbauchschmerzen?

Als Oberbauchschmerzen bezeichnen ├ärztinnen und ├ärzte schmerzhafte Beschwerden im oberen Bauchraum. Dieses sogenannte Epigastrium ÔÇô also die Region um den Magen herum ÔÇô erstreckt sich von den unteren Rippen bis hinunter zum Bauchnabel. Die Betroffenen beschreiben die Schmerzen entweder als pl├Âtzlich auftretend und stark (akut) oder andauernd beziehungsweise wiederkehrend (chronisch).

Oft breiten sich die Oberbauchschmerzen wellenartig aus und lassen sich keinem bestimmten Bereich oder Organ zuordnen ÔÇô sie wandern. Das ist meist bei Schmerzen der Fall, die von einem Organ ausgehen. Fachleute sprechen von viszeralen Schmerzen. Sie sind h├Ąufig dr├╝ckend, dumpf oder auch krampfartig.

Schmerzen, die vom Bauchfell (Peritoneum) ausgehen, das die meisten Bauchorgane umgibt, sind dagegen leichter zuzuordnen. Fachleute sprechen hierbei von somatischen Schmerzen, die meist von brennendem oder stechendem Charakter sind.

Oberbauchschmerzen sind h├Ąufig von weiteren Beschwerden wie ├ťbelkeit und Erbrechen sowie Durchfall, Bl├Ąhungen oder Verstopfung begleitet.

Welche Ursachen haben Oberbauchschmerzen?

Bauchschmerzen sind eines der h├Ąufigsten Symptome bei Organerkrankungen. Sowohl die Organe innerhalb als auch die Organe au├čerhalb des Bauchraums gelten als m├Âgliche Quelle. Insbesondere Entz├╝ndungen, Geschw├╝re oder Tumoren verursachen Beschwerden.

Folgende Organe k├Ânnen bei Oberbauchschmerzen betroffen sein:

  • Speiser├Âhre (wie etwa bei Sodbrennen oder der Refluxkrankheit)
  • Magen und D├╝nndarm (etwa wegen einer Magenschleimhautentz├╝ndung, Geschw├╝ren, einem Reizmagen oder Reizdarm)
  • Gallenblase und Gallenwege (beispielsweise durch Gallensteine oder Gallenkoliken)
  • Bauchspeicheldr├╝se (etwa infolge einer Bauchspeicheldr├╝senentz├╝ndung)
  • Leber (zum Beispiel bei Hepatitis, Leberzirrhose oder einer Stauungsleber)
  • Milz (etwa bei einem Milzriss)
  • Nieren (wie beispielsweise bei Nierenkoliken)
  • Herz (zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder Aortenaneurysma)
  • Lunge (etwa wegen einer Lungenentz├╝ndung)

Wann treten Oberbauchschmerzen auf?

Viele Menschen versp├╝ren Oberbauchschmerzen kurz nach dem Essen. Grund daf├╝r ist meist eine zu ├╝ppige Mahlzeit. Der Magen ist sprichw├Ârtlich ├╝berfordert und mitunter zu stark gedehnt. Die entstehenden Schmerzen sind aber in der Regel nicht sehr schlimm und vergehen von selbst innerhalb kurzer Zeit wieder.

Sind die Schmerzen st├Ąrker und stechender, liegt das zumeist an der Magens├Ąure, die der Magen im Zuge der Verdauung produziert. Je nach Menge reizt sie die Magenschleimhaut, was die typischen Magenschmerzen verursacht.

Manchmal steckt auch eine bereits bestehende Magenschleimhautentz├╝ndung oder ein Magengeschw├╝r dahinter. Mit jeder Nahrungsaufnahme verschlimmert sich die Entz├╝ndung oder das Geschw├╝r und die Schmerzen nehmen zu.

Schmerzhafte Beschwerden k├Ânnen aber auch erst etwas sp├Ąter nach dem Essen auftreten. Typisch hierf├╝r ist ein Reizmagen, bei dem die Magenschleimhaut ├╝berempfindlich ist und bereits auf geringere Mengen an Magens├Ąure reagiert. Hinter einer solchen ├ťberreaktion stecken nicht selten psychische St├Ârungen, denn negativer Stress verst├Ąrkt die Magens├Ąureproduktion und beeintr├Ąchtigt den Verdauungsvorgang.

Sodbrennen und damit einhergehende, zentral gelegene Oberbauchschmerzen treten ebenfalls erst eine gewisse Zeit nach dem Essen auf.

Liegen Verdauungsst├Ârungen wie Durchfall oder Verstopfung vor, kommt es bei manchen Betroffenen auch nach dem Stuhlgang zu entsprechenden Schmerzen im Oberbauch.

Phasenweise auftretende Beschwerden sind typisch f├╝r Krebserkrankungen. Oft haben Betroffene lange Zeit keine Beschwerden oder versp├╝ren anfangs hin und wieder leichte Schmerzen. Auff├Ąllig sind der mit Tumoren meist einhergehende Gewichtsverlust und die Appetitlosigkeit. Die Betroffenen essen dann in der Regel weniger und f├╝hlen sich dennoch voll.

Wo treten Oberbauchschmerzen auf?

Je nach Ursache und beteiligten Strukturen konzentrieren sich die Bauchschmerzen auf einen bestimmten Bereich oder breiten sich aus einer Richtung her in andere Bereiche aus.

Schmerzen im linken Oberbauch

F├╝r Schmerzen im linken Oberbauch sind sehr h├Ąufig eine Magenschleimhautentz├╝ndung oder ein Magengeschw├╝r verantwortlich. W├Ąhrend die Schmerzen bei einer Magenschleimhautentz├╝ndung zumeist ausstrahlen und schwer einzugrenzen sind, handelt es sich bei einem Magengeschw├╝r eher um dumpfe, bohrende Schmerzen, die gelegentlich in den R├╝cken ziehen. Sie sind in der Regel aber klar dem Magen zuzuordnen.

Linkseitige Oberbauchschmerzen sind auch typisch bei einer Erkrankung der Milz. So verursacht eine geschwollene Milz beispielsweise ein dumpfes Druckgef├╝hl, das h├Ąufig kommt und geht. Ist die Milz gerissen, versp├╝ren Betroffene dagegen einen pl├Âtzlich einsetzenden starken Schmerz.

Neben den Organen des Bauchraums k├Ânnen aber auch Organe, die im Brustraum liegen, Oberbauchschmerzen verursachen. Schmerzen im linken Oberbauch sind manchmal beispielsweise Anzeichen f├╝r eine Lungenentz├╝ndung oder einen Herzinfarkt (ein Warnzeichen insbesondere bei Frauen). Beim Herzinfarkt setzen die Schmerzen zumeist pl├Âtzlich ein und strahlen bis in die linke Schulter.

Schmerzen im rechten Oberbauch

Ist die Leber erkrankt, sind die Schmerzen im rechten Oberbauch sp├╝rbar. Eine Lebererkrankung wird dabei oft von ├ťbelkeit und Erbrechen begleitet. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Leber betroffen ist, ist eine Gelbf├Ąrbung der Haut.

Erkrankungen der Gallenblase verursachen ebenfalls Schmerzen im Oberbauch. Diese sind bei Gallensteinen zu Beginn dumpf und gehen von der rechten Bauchseite aus. Bei Gallenkoliken sind die Schmerzen oft sehr stark und dehnen sich wellenartig ├╝ber den gesamten Oberbauch aus, sodass sie von den Betroffenen selbst manchmal nur schwer ├Ârtlich einzuordnen sind. Typisch ist aber, dass sie nicht gleichm├Ą├čig anhalten, sondern meist wellenf├Ârmig ab- und wieder zunehmen.

Anhaltende, starke Schmerzen im rechten Oberbauch sprechen dagegen f├╝r eine Entz├╝ndung der Gallenblase. Diese Schmerzen strahlen meist auch bis in die rechte Schulter aus.

Schmerzen in der Mitte des Oberbauchs

Bei einer chronischen Entz├╝ndung der Bauchspeicheldr├╝se ziehen die Schmerzen von der Bauchmitte teils in die linke H├Ąlfte des Oberbauchs und bei etwa 50 Prozent der Betroffenen auch in den R├╝cken. Ist die Entz├╝ndung akut, breiten sich die Schmerzen wie ein G├╝rtel rings um den gesamten Oberbauch aus.

Ist die Hauptschlagader des Bauchs besch├Ądigt oder gar gerissen (Aortenaneurysma oder Aortendissektion), versp├╝ren Betroffene pl├Âtzlich starke Schmerzen in der Mitte des Ober- und Mittelbauchs.

Erkrankungen der Nieren verursachen zumeist Schmerzen in den seitlichen Bauchregionen (Flanken) bis hin zur Wirbels├Ąule. Je nach St├Ąrke der Schmerzen strahlen sie aber auch bis zur Bauchmitte. Nierensteine, die in einen Harnleiter gelangt sind und diesen verstopfen, sorgen beispielsweise f├╝r sehr starke, krampfartige Schmerzen (├Ąhnlich wie bei Gallenkoliken). Diese sind im gesamten unteren R├╝cken (hintere Bauchwand) und in der Leistengegend sp├╝rbar.

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Wann bei Oberbauchschmerzen zum Arzt?

Oberbauchschmerzen sind in vielen F├Ąllen harmlos und nach einiger Zeit wieder verschwunden. Sie k├Ânnen aber auch auf ernste Erkrankungen hindeuten.

Wenn folgende Symptome auftreten, sollten Sie unbedingt eine ├Ąrztliche Praxis aufsuchen:

  • akute, krampfartige oder stechende Schmerzen
  • verh├Ąrtete, stark angespannte Bauchdecke
  • geschwollener Bauch
  • Bauchschmerzen, die l├Ąnger als drei Monate andauern
  • Begleiterscheinungen wie anhaltender Durchfall und Erbrechen, Blut im Stuhl oder Urin, Fieber, Sch├╝ttelfrost
  • Schockzeichen wie schneller Puls, abfallender Blutdruck, Bl├Ąsse, Schwei├čausbr├╝che, Ber├╝hrungsempfindlichkeit, Bewusstseinseintr├╝bung (Verwirrtheit)

Was tun gegen Oberbauchschmerzen?

Bei Oberbauchschmerzen, die auf eine fehlerhafte oder unvertr├Ągliche Ern├Ąhrung zur├╝ckzuf├╝hren sind, sollten Betroffene m├Âglichst ruhen und keine feste Nahrung zu sich nehmen, solange die Schmerzen anhalten. Beschr├Ąnken Sie sich vorerst auf Fl├╝ssigkeiten wie milde Tees, die bei der Verdauung helfen. Eine ├Ąrztliche Versorgung ist hierbei meist nicht notwendig. Gehen die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen nicht weg, sollten Sie Ihre ├ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen.

Langfristig lassen sich nahrungsmittelbedingte Bauchschmerzen mit einer entsprechenden Ern├Ąhrungsumstellung behandeln und auch vermeiden.

├ťberdies kommen bei Oberbauchschmerzen Schmerzmittel, krampfl├Âsende Medikamente oder sogenannte Protonenpumpenhemmer (S├Ąureblocker) infrage. Sie sind zum Teil frei in der Apotheke erh├Ąltlich, sollten aber wegen m├Âglicher Nebenwirkungen immer nur nach ├Ąrztlicher R├╝cksprache eingenommen werden.

Sind ernsthafte Erkrankungen die Ursache f├╝r die Schmerzen im Oberbauch, m├╝ssen diese unbedingt medizinisch versorgt werden.

Hausmittel bei Oberbauchschmerzen

Bei leichten Oberbauchschmerzen k├Ânnen schon einfache Hausmittel helfen und die Schmerzen lindern. Altbekannt ist die Behandlung mit einer W├Ąrmflasche beziehungsweise einem W├Ąrmekissen. Das beruhigt sowohl den Magen als auch den Darm und regt die Verdauung an.

Milde Kr├Ąutertees mit Kamille, Fenchel, Anis, K├╝mmel oder S├╝├čholzwurzel beruhigen zum Beispiel den Magen-Darm-Trakt, sch├╝tzen die empfindliche Magenschleimhaut vor Reizung und wirken antientz├╝ndlich. Auch Nahrungsbreie aus Hafer oder Leinsamen beruhigen die Schleimhaut. Wechseln Sie zu schonender Kost, also zu Lebensmitteln, die weniger S├Ąure enthalten, nicht zu fett oder s├╝├č und nicht ├╝berm├Ą├čig gew├╝rzt sind. Meiden Sie zudem nach M├Âglichkeit Alkohol und Tabak und trinken Sie Kaffee nur in Ma├čen.

Bauen Sie Stress ab. Ohne den negativen Einfluss von Stress und Aufregung beruhigt sich ein nerv├Âser Magen oder Darm oft von selbst. N├╝tzlich sind zum Beispiel Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder Yoga.

Wichtig: Hausmittel haben ihre Grenzen. Ihre Wirksamkeit ist zudem meist nicht medizinisch belegt. Kontaktieren Sie bei l├Ąnger anhaltenden oder starken Beschwerden sowie bei Fragen daher immer Ihre ├ärztin oder Ihren Arzt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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