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Röteln: Erwachsene erkranken oft schwerer als Kinder


Warum Röteln Erwachsene ebenso angehen

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 05.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Ärztin spricht mit Patientin
Obwohl Fachleute die Impfung gegen Röteln bereits im frühen Kindesalter empfehlen, sind einige Erwachsene noch nicht immun gegen die Viruserkrankung. (Quelle: nortonrsx/getty-images-bilder)
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Als klassische Kinderkrankheit scheinen Röteln Erwachsene wenig anzugehen – doch das ist ein teils sogar gefährlicher Trugschluss. Wir erklären, warum.

Röteln – fachsprachlich Rubella genannt – sind mäßig ansteckend. Wo ein Großteil der Bevölkerung nicht dagegen geimpft ist, kommt es meist bereits im Kindesalter zur Ansteckung. Doch in Deutschland erkranken dank der hohen Impfquote nur noch wenige Menschen an Röteln. Die Hälfte davon sind Erwachsene.

Ein Problem dabei: Oft verursachen Röteln bei Erwachsenen schwerere Symptome als bei Kindern. Wenn Kinder sich mit dem Rötelnvirus infizieren, ist die Infektion normalerweise schnell überstanden, ohne das Allgemeinbefinden besonders beeinträchtigt zu haben. Viele Kinder bekommen nur den typischen knotig-fleckigen Hautausschlag, der

  • aus hellroten, kleinen und eher einzeln stehenden Flecken besteht,
  • am Kopf (oft hinter den Ohren) beginnt,
  • sich dann über den Rumpf auf Arme und Beine ausbreitet und
  • meist innerhalb von drei Tagen wieder verschwindet.

Hingegen zeigen sich Röteln bei Erwachsenen eher früher: Dann treten wenige Tage vor dem Ausschlag schon Frühsymptome auf – wie erhöhte Körpertemperatur, Schnupfen, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Zudem sind typischerweise die Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren geschwollen, teils ist auch die Milz vergrößert.

Mögliche Komplikationen bei Röteln

Überdies ist das Risiko für Komplikationen infolge von Röteln für Erwachsene höher als für Kinder. So kann eine Infektion mit dem Rötelnvirus vor allem bei Frauen mit Schmerzen und Entzündungen in mehreren Gelenken verbunden sein (meist in Hand-, Finger- und Kniegelenken). Die betroffenen Gelenke können geschwollen und steif sein.

Ferner führen Röteln bei Erwachsenen höheren Alters eher zu einer Bronchitis, Ohrenentzündung, verminderten Anzahl an Blutplättchen – fachsprachlich Thrombozyten – im Blut (Thrombozytopenie), Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Herzbeutelentzündung (Perikarditis) oder Gehirnentzündung (Rötelnenzephalitis).

Besonders gefährlich sind Röteln in der Schwangerschaft. Denn dann kann sich das Rötelnvirus von der Schwangeren auf das ungeborene Kind übertragen. Die möglichen Folgen reichen von Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen bis hin zur Fehlgeburt.

Impfen schützt

Weitgehend verhindern lassen sich all diese Komplikationen nur durch einen ausreichenden Impfschutz für alle. Denn Röteln können bei Erwachsenen genauso wie bei Kindern auch ohne Symptome verlaufen und somit unerkannt bleiben. Den Kontakt zu nachweislich infizierten Personen zu meiden reicht demnach nicht aus, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Wichtiger Hinweis
Wer nachweislich oder möglicherweise mit Röteln infiziert ist, darf laut Infektionsschutzgesetz vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten besuchen. Dieses Verbot gilt auch für Menschen, in deren Wohngemeinschaft ein Krankheits- oder Verdachtsfall aufgetreten ist.

Für einen vollständigen Schutz vor Röteln sind zwei Impfungen nötig. Da es hierzu in Deutschland keinen Einzelimpfstoff mehr gibt, erfolgt die Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff, der entweder gleichzeitig gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) oder zusätzlich gegen Varizellen (MMRV) wirkt, also die Erreger der Windpocken oder Gürtelrose.

Wann die Impfung gegen Röteln für Erwachsene sinnvoll ist

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, beide Impfungen schon im Kindesalter – im Alter von 11 und 15 Monaten – zu verabreichen und versäumte Impftermine möglichst schnell nachzuholen. Grundimmunisierungen oder Nachholimpfungen gegen Röteln können aber auch noch für Erwachsene sinnvoll sein.

So sollten laut Impfempfehlungen der STIKO vor allem Frauen im gebärfähigen Alter zweifach gegen Röteln geimpft sein. Erwachsene Frauen, deren Impfschutz unklar oder unvollständig ist oder ganz fehlt, tun daher gut daran, möglichst spätestens vor einer Schwangerschaft für ausreichenden Impfschutz sorgen. Wichtig ist auch, dass Kontaktpersonen von Schwangeren geimpft sind.

Darüber hinaus ist bei unklarem oder unzureichendem Impfschutz eine Grundimmunisierung oder Nachholimpfung gegen Röteln für Erwachsene ratsam, die nach 1970 geboren wurden und beruflich ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben. Dazu zählen etwa Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungsstätten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Röteln. Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 13.5.2022)
  • Epidemiologisches Bulletin 4/2022: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut 2022 (PDF). Robert-Koch-Institut, Berlin (Stand: 27.1.2022)
  • Röteln und Schwangerschaft. Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 6.4.2022)
  • Röteln (Rubella). Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 23.3.2022)
  • RKI-Ratgeber: Röteln. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 5.8.2021)
  • Röteln. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2021)
  • Röteln. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 2.11.2020)
  • Röteln. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung )BZgA): www.infektionsschutz.de (Stand: 24.4.2018)
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