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Brustkrebs: Ist eine Mammographie wirklich sinnvoll?

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Expertin klärt auf  

Wie sinnvoll ist eine Mammographie?

11.06.2018, 11:45 Uhr | ag, t-online.de

Brustkrebs: Ist eine Mammographie wirklich sinnvoll?. Röntgenaufnahme einer Mammographie (Quelle: dpa)

Über Risiken und Nutzen des Brustkrebs-Screenings wird heftig diskutiert. Experten kritisieren, es führe zu oft zu Fehldiagnosen – sogenannten falsch positiven Befunden. (Quelle: dpa)

Der Nutzen des Mammografie-Screening wird seit Jahren kontrovers diskutiert und hat viele Frauen verunsichert. Wir haben Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg, zu den Vor- und Nachteilen des Brustkrebs-Screenings befragt.

Laut einer Meta-Studie des dänischen Cochrane-Instituts in Kopenhagen hat das Verfahren keinen Einfluss auf die Überlebenschancen der Patientinnen. Sollten Frauen also besser auf die Untersuchung verzichten? "Je früher ein Tumor in der Brust erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen", sagt Weg-Remers. Die Behandlung sei weniger belastend für die Patientin und die Chance, dass die Brust erhalten bleibe, sehr viel höher.

Screening-Programm setzt auf hohen Qualitätsstandard

Für das von den Krankenkassen angebotene Screening-Programm gibt es hohe Qualitätsanforderungen. Die Untersuchung muss von qualifizierten Ärzten in speziellen Röntgenzentren durchgeführt werden. Diese verfügen über Geräte, die technisch auf dem neuestem Stand sind. "Um Fehldiagnosen zu vermeiden, werden die Aufnahmen grundsätzlich immer von einem zweiten, unabhängigen Arzt beurteilt", erklärt Weg-Remers.

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"In gewisser Weise ist das Screening-Programm auch so etwas wie eine große Studie", so die Expertin. Alle Daten würden gesammelt und ausgewertet. Dadurch erhofften sich die Mediziner, in ein paar Jahren verlässliche Aussagen darüber zu machen, ob die Mammografien eine Auswirkung auf die Sterblichkeitsrate der Patientinnen haben. Bisherige Studien zu diesem Thema seien zum Teil veraltet und stammten zudem nicht aus Deutschland. Sie berücksichtigten nicht die Daten moderner digitaler Geräte, die präzise Bilder lieferten.

Überdiagnosen können nicht ausgeschlossen werden

Doch das Verfahren hat auch Nachteile. Denn was für einige Patientinnen tatsächlich von Nutzen ist, ist für andere möglicherweise ein Schaden. Denn die hochauflösenden Röntgengeräte bergen auch die Gefahr der Überdiagnose. "Es kann vorkommen, dass kleinste, millimetergroße Tumoren, die sich möglicherweise unbehandelt von selbst zurückbilden würden, erkannt und unnötigerweise operiert werden", räumt Weg-Remers ein. Bei diesen Diagnosen spricht man von falsch positiven Befunden.

"Die Mammografie ist eine individuelle Entscheidung"

Zudem seien Mammografien, die alle zwei Jahre durchgeführt würden, kein Garant dafür, dass sich in der Zwischenzeit nicht doch ein Krebs entwickle, betont die Expertin. Mediziner sprechen hier von "Intervallkarzinomen". Nicht zu unterschätzen sei auch die psychische Belastung, der eine Frau im Fall einer positiven Diagnose ausgesetzt sei. Bei einem sehr aggressiven Krebs, der nicht mehr heilbar ist, könne das unter Umständen bedeuten, dass die restliche Lebenszeit der Patientin unnötig beschwert werde.

Aus diesen Gründen spricht der KID ratsuchenden Frauen keine generelle Empfehlung für das Mammografie-Screening aus. "Ob eine Patientin die Untersuchung durchführen lässt, ist eine individuelle Entscheidung", sagt Weg-Remers. Wichtig jedoch sei, sich ausreichend über die Untersuchungsmethode zu informieren und die Nutzen und Risiken für sich abzuwägen.

Um Frauen die Entscheidung für oder gegen ein Mammografie-Screening zu erleichtern, hat der KID eine Informationsseite zu diesem Thema erstellt. Angeboten wird auch eine telefonische Beratung unter der Nummer 0800 - 420 30 40. 

Für Risikopatientinnen gelten andere Regeln

Einen Sonderfall stellen Frauen dar, die aufgrund einer genetischen Veranlagung ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben. Das ist bei Frauen der Fall, die krankheitsauslösende Veränderungen, also Mutationen, in den Hochrisiko-Genen BRCA1 beziehungsweise BRCA2 in sich tragen: "Diesen Patientinnen empfehlen wir ein intensiviertes Früherkennungsprogramm", sagt Weg-Remers. Es setze alternsmäßig früher als das herkömmliche Verfahren an und umfasse regelmäßige Mammografien und andere bildgebende Verfahren. Ob eine Frau zu dieser Zielgruppe gehört, lässt sich mithilfe eines Bluttests feststellen.

Wie Brustkrebs ensteht und was Frauen tun können, lesen Sie hier.

Durch ausschließliches Abtasten werden Tumore später erkannt

Für Frauen, die sich gegen eine Mammografie entscheiden, stellt das regelmäßige Abtasten der Brust eine Alternative dar. Es kann selbst erfolgen oder aber vom Gynäkologen im Rahmen der Krebsvorsorge durchgeführt werden. "Allerdings sind viele Tumoren in der Regel erst ab einem Durchmesser von zirka einem Zentimeter fühlbar", gibt Weg-Remers zu bedenken. Dadurch werden sie auf diesem Wege oft nicht im Frühstadium erkannt. Bei besonders aggressiven, invasiven Karzinomen kann dies möglicherweise schon zu spät sein.

Verwendete Quellen:

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