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Darmgeräusche: Gluckern und Grummeln – was dahintersteckt


Gluckern und Grummeln: Was hinter Darmgeräuschen steckt

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 25.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Treten neben den Darmgeräuschen, Symptome wie Bauschmerzen oder starke Darmkrämpfe auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Treten neben den Darmgeräuschen Symptome wie Bauchschmerzen oder starke Darmkrämpfe auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. (Quelle: PeopleImages/Getty Images)
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Besonders, wenn es im Büro still ist, sind sie peinlich: Darmgeräusche. Häufig werden sie durch Lebensmittel verursacht und sind harmlos.

Darmgeräusche sind völlig normal und sind Teil des Verdauungsprozesses. Wenn jedoch zusätzliche Beschwerden auftreten, sollte Vorsicht geboten sein. Eine Darmexpertin verrät, auf welche Lebensmittel der Darm vermehrt mit Darmgeräuschen reagiert und wann man mit Darmbeschwerden einen Arzt aufsuchen sollte.

Blähende Lebensmittel verursachen Darmgeräusche

Meist sind Darmgeräusche einige Zeit nach dem Essen wahrnehmbar. Besonders nach fetten und zuckerreichen Speisen sowie nach dem Verzehr blähender Lebensmittel rumort es im Darm. Gluckern und Grummeln im Darm sind auf die Gasbildung zurückzuführen. Die Gase entstehen, wenn die Darmbakterien den Speisebrei zersetzen. Zu den blähenden Lebensmittel gehören unter anderem:

  • Hülsenfrüchte
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • größere Mengen Rohkost
  • Vollkornprodukte wie Vollkornbrot oder Müsli
  • Kohl
  • Hefe
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • unreifes Obst
  • Paprika
  • Pilze

"Die genannten Lebensmittel führen bei vielen Menschen zu einer verstärkten Gasbildung. Bedenklich ist das nicht. Im Gegenteil: Der Darm mag Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte pflanzliche Öle und Obst.

All das versorgt die Darmflora mit wichtigen Ballaststoffen, gesunden Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen", sagt Dr. Birgit Terjung, ärztliche Direktorin der GFO Kliniken Bonn, Chefärztin der Abteilung für Innere Medizin – Gastroenterologie und Vorstandsmitglied der Gastro-Liga e.V. "Meist reguliert sich der Darm nach einer Ernährungsumstellung nach drei bis vier Wochen und Blähungen lassen nach."

Wann Blähungen bedenklich werden

Aufmerksam werden sollte man, wenn zu den Darmgeräuschen Begleitsymptome auftreten, beispielsweise Übelkeit, Bauchschmerzen, Darmkrämpfe, Durchfall oder Verstopfung. Blut im Stuhl ist ein Warnzeichen, das immer ärztlich abgeklärt werden sollte. Auch wenn die Gasbildung anhaltend stark ausgeprägt und der Geruch sehr intensiv ist, sollte man der Ursache auf den Grund gehen.

Möglicherweise steckt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinter den Beschwerden, etwa gegenüber Weizen, Milch oder Fruchtzucker. Auch ein kranker Darm kann sich durch Darmgeräusche und Verdauungsbeschwerden bemerkbar machen.

"Ein kranker Darm sollte behandelt werden, da dieser die Nährstoffversorgung erheblich stören kann", warnt Terjung. "Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zum Beispiel kann die Verdauung und Nährstoffverwertung so stark gestört sein, dass es zu starken Mangelerscheinungen kommt.

Das ist auch bei Zöliakie der Fall, bei der das Klebereiweiß Gluten aus Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste so starke Entzündungen in der Dünndarmschleimhaut verursacht, dass sich die Darmzotten zurückbilden und irgendwann die Nährstoffe nicht mehr in ausreichender Menge aufnehmen können."

(Quelle: GFO Kliniken Bonn)

Priv. Doz. Dr. med. Birgit Terjung ist Ärztliche Direktorin der GFO Kliniken Bonn sowie Chefärztin der Abteilung für Innere Medizin – Gastroenterologie. Außerdem ist die Fachärztin für Innere Medizin, Gastroenterologie und Ernährungsmedizin und Vorstandsmitglied der Gastro-Liga e.V.

Reizdarm: Darmbeschwerden ohne erkennbare Ursache

Verstärkte Darmgeräusche aufgrund von Blähungen sowie Bauchschmerzen, Darmkrämpfe, Verstopfung und Durchfall können auch auf ein Reizdarmsyndrom zurückzuführen sein. Schätzungen zufolge haben etwa 10 bis 20 von 100 Menschen ein Reizdarmsyndrom. Der nervöse Darm ist nicht gefährlich, für die Betroffenen aber oft sehr belastend.

Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Experten vermuten überempfindliche Darmnerven, Störungen der Darmmuskulatur sowie Entzündungsprozesse als Auslöser der Beschwerden. Heilbar ist der Reizdarm nicht. Eine Ernährungsumstellung kann Betroffenen möglicherweise helfen, die Symptome zu lindern. Bei der sogenannten FODMAP-Diät beispielsweise verzichten Betroffene weitestgehend auf fermentierbare Kohlenhydrate, die unter anderem in Fruchtzucker (Einfachzucker), Milchzucker und Stärke (Mehrfachzucker) und Süßstoffen (Zuckeralkohole) enthalten sind.

Bislang gibt es keine aussagekräftigen Studien, die nachweisen, dass die FODMAP-Diät Reizdarm-Beschwerden verbessern kann. Dennoch berichten Betroffene häufig von einer Symptomlinderung, wenn sie FODMAPs reduzieren. Bei Reizdarm kann ein Ernährungstagebuch helfen, herauszufinden, welche Lebensmittel dem Darm zu schaffen machen und welche er gut verträgt.

"Wer seine Ernährung deutlich umstellt und auf manche Lebensmittelgruppen komplett verzichten muss oder möchte, sollte sich von einem Ernährungsberater begleiten lassen, um einer Mangelernährung vorzubeugen", rät Terjung. "Hilfreich bei Reizdarm können zudem Flohsamenschalen sein. Sie geben den Darmbakterien Nahrung, machen den Stuhl gleitfähiger und nehmen Flüssigkeit auf. So können sie sowohl Verstopfung als auch Durchfall regulieren. Auf Rauchen sollte man verzichten. Die enthaltenen Giftstoffe schädigen die Darmzellen und fördern Entzündungsreaktionen."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • gastro-liga.de: "Was Sie schon immer zum Reizdarmsyndrom wissen wollten". Online-Information (PDF) der Gastro Liga e.V. (Stand: Aufgerufen am 19. September 2022)
  • gesundheitsinformation.de: "Reizdarmsyndrom". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 25. September 2019)
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