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Alte europäische Kartoffelsorten neu entdecken

Ackersegen, Bintje oder Parli  

Kartoffeln: Diese Sorten gibt es schon seit langer Zeit

Von Monika Salz

06.08.2019, 19:07 Uhr
Alte europäische Kartoffelsorten neu entdecken. Viele verschiedene Kartoffelsorten mit bunter Schale. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/CampPhoto)

Alte Kartoffelsorten: Sie bieten Vielfalt und gesunden Genuss. (Quelle: CampPhoto/Thinkstock by Getty-Images)

Unternehmen, die auf Kartoffelzucht spezialisiert sind, listen bis zu 60 unterschiedliche Sorten. Doch die Vielfalt ist sehr viel größer – weltweit sind über 5.000 bekannt. Viele alte Kartoffelsorten sind heute ein wenig in Vergessenheit geraten. t-online.de bringt Ihnen einige alte Kartoffelsorten wieder ins Gedächtnis.

Festkochend, vorwiegend festkochend, mehlig kochend, glatte oder genetzte Schale in Gelb, Hellbraun, Blau, Rot oder gar Schwarz – die Unterschiede der einzelnen Kartoffelsorten sind groß. Es gibt ovale, langovale, runde oder rundovale Knollen, mit cremefarbener, gelber, weißer, violetter oder roter Fleischfarbe. Elf Millionen Tonnen werden jährlich in Deutschland geerntet.

Aus Südamerika in die ganze Welt

Die Nachtschattengewächse stammen ursprünglich aus Südamerika. In Peru gibt es allein 3.000 Kartoffelsorten, die ausschließlich dort vorkommen. Nach Europa gelangte die Kartoffel im späten 16. Jahrhundert, wurde jedoch zunächst hauptsächlich als Zierpflanze kultiviert, bevor sie auch als Nahrungsmittel genutzt wurde. Mittlerweile werden Kartoffeln außerhalb tropischer, arktischer und subarktischer Klimazonen weltweit angebaut.

Alte Kartoffelsorten, die noch angebaut werden

Ständig werden neue Kartoffelsorten gezüchtet. Andere werden zum Teil schon seit mehreren hundert Jahren angebaut. Diese alten Kartoffelspezialiäten sind oft besonders schmackhaft. Zwar sind sie meist nicht in jedem Supermarkt erhältlich, wer jedoch die Gelegenheit hat, sollte sie unbedingt probieren. Wir stellen hier einige alte Kartoffelsorten vor, die in Europa kultiviert werden, teilweise unter sehr kuriosen Namen.

Ackersegen – Deutschland, seit 1929. Spätkartoffel, mehligkochend; runde Knolle, mit ockergelber Schale, hellgelbem bis gelbem Fleisch, geeignet für Backkartoffeln, Klöße, Püree.

Kartoffelsorte Ackersegen: Das Gemüse hat ein sehr gelbes Fleisch. (Quelle: imago images/Waldemar Boegel)Kartoffelsorte Ackersegen: Das Gemüse hat ein sehr gelbes Fleisch. (Quelle: Waldemar Boegel/imago images)

Bamberger Hörnla – Deutschland (Franken), seit etwa 1850. Mittelfrühe Kartoffel, festkochend; fingerförmige, länglich-krumme Knolle, mit ockerfarbener Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Bratkartoffeln, Salzkartoffeln, Kartoffelsalat. Kartoffel des Jahres 2008

Belle de Fontenay – Frankreich, seit 1885. Frühkartoffel, festkochend; langovale Knolle, mit gelber Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Kartoffelsalat oder Pellkartoffeln.

Berlichingen – Deutschland, seit 1928. Spätkartoffel, vorwiegend festkochend; lang ovale Knolle, mit roter Schale, weißem Fleisch, geeignet für Salzkartoffeln.

Bintje – Niederlande, seit 1904. Mittelfrühe Kartoffelsorte, mehligkochend; große ovale Knolle, mit blassgelber Schale, gelbem Fleisch, geeignet für Backkartoffeln, Klöße, Pommes frites. Kartoffel des Jahres 2012.

Edzell Blue – Schottland, vor 1890. Mittelfrühe Kartoffel, vorwiegend festkochend; runde Knollen, mit lila bis blauer Schale, weißem Fleisch, geeignet für Püree, Salzkartoffeln, Backkartoffeln.

Kartoffeln in Schale: Edzell Blue ist eine Kartoffelsorte aus Schottland. (Quelle: imago images/imagebroker)Kartoffeln in Schale: Edzell Blue ist eine Kartoffelsorte aus Schottland. (Quelle: imagebroker/imago images)

Golden Wonder – Schottland, seit 1906. Spätkartoffel, mehligkochend; langovale Knolle, mit brauner Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Backkartoffeln, Bratkartoffeln, Pommes frites.

Hindenburg – Deutschland, seit 1912. Spätkartoffel, vorwiegend festkochend; oval-runde Form, mit gelber Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Püree, Pommes frites, Kartoffelchips.

Industrie – Deutschland, seit 1900. Mittelspäte Kartoffel, vorwiegend festkochend; mit ockerfarbener Schale, gelbem Fleisch, geeignet für Salzkartoffeln.

La Ratte – Frankreich, seit 1872. Mittelfrühreifende Kartoffel, festkochend; längliche Knolle, mit gelbgoldener Schale, und gelbem Fleisch, geeignet für Püree, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln.

Knolle: Die Kartoffeln der Sorte "La Ratte"  (Quelle: imago images/Redeleit )Knolle: Die Kartoffeln der Sorte "La Ratte" (Quelle: Redeleit /imago images)

Ostbote – Deutschland, seit 1933. Spätkartoffel, mehligkochend; rundovale Knolle, mit gelber Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Pellkartoffeln, Backkartoffeln, Püree.

Parli – Schweiz (Graubünden), Ursprung vor 1750. Mittelfrühreifende Kartoffel, vorwiegend festkochend; längliche Knolle, mit rötlichbrauner Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Rösti, Pellkartoffeln.

Reichskanzler – Deutschland, seit 1895. Spätkartoffel, mehligkochend; ovale Knolle, mit rötlicher Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Salzkartoffeln, Püree, Klöße.

Rosa Tannenzapfen (Pink fir Apple) – vermutlich England, seit 1850. Spätkartoffel, festkochend; längliche Knolle, mit rosa Schale, hellgelbem Fleisch, geeignet für Bratkartoffeln, Gratin, Kartoffelsalat. Kartoffel des Jahres 2013.

Sieglinde – Deutschland, seit 1935. Frühreifende Kartoffel, festkochend; lang-ovale bis lange Knolle, mit ockerfarbener Schale, gelbem Fleisch, geeignet für Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Pellkartoffeln. Kartoffel des Jahres 2010.


Fakten rund um die gesunde Knolle

  • Zwar ist der Kartoffelkonsum in Deutschland seit den 1950er Jahren gesunken, in den vergangenen Jahren aber wieder leicht angestiegen. Der Pro-Kopf-Konsum lag in den Jahren 2017/2018 bei 60,4 Kilogramm (1950/1951 waren es noch 186 Kilogramm).
  • Kartoffeln enthalten das giftige Alkaloid Solanin. Deshalb sollten sie nicht ungekocht verzehrt werden.
  • In der Verbandsgemeinde Maxdorf, Rheinland-Pfalz, ist das Deutsche Kartoffelmuseum ansässig. Es ist eins von insgesamt drei Kartoffelmuseen in Deutschland (weitere sind in München und Tribsees, Mecklenburg-Vorpommern).
  • Friedrich II von Preußen erließ im Jahr 1746 den sogenannten Kartoffelbefehl. Dieser sollte den Anbau der Kartoffel in den preußischen Provinzen durchsetzen.
Verwendete Quellen:
  • Bundesvereinigung Erzeugergemeinschaften Kartoffeln
  • Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (UNIKA)
  • Statisika.com
  • Wikipedia.org
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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