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Wie nachhaltig ist Fisch aus Aquakultur?

Von t-online, cch

Aktualisiert am 30.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Lachs: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat verschiedene Fischprodukte auf Transparenz und Nachhaltigkeit untersucht.
Lachs: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat verschiedene Fischprodukte auf Transparenz und Nachhaltigkeit untersucht. (Quelle: Saddako/getty-images-bilder)
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Verbraucherschützer haben gezüchtete Fische und Meerestiere genauer unter die Lupe genommen. Vier Produkte schnitten besonders schlecht ab.

Wie nachhaltig sind gezüchtete Fische und Meerestiere? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat stichprobenartig 23 im Handel erhältliche Produkte aus Aquakultur – insbesondere Lachs, Forellen, Garnelen und Muscheln – hinsichtlich ihrer Kennzeichnung, Transparenz und Nachhaltigkeit überprüft. Empfehlen können sie nur wenige. "Es ist noch Luft nach oben", resümiert Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Viele Fische und Meeresfrüchte sind weit gereist und schonen trotz Haltung in Aquakultur nicht immer die Wildbestände."

Die Verbraucherzentrale kritisiert unter anderem, dass Raubfische wie etwa Lachs oder Forelle teilweise sogar mit Wildfang oder Beifang aus dem Meer gefüttert werden. Denn eigentlich soll die kontrollierte Aufzucht von Fischen und Meerestieren in Aquakulturen die Wildbestände in den Meeren schützen.

Diese Produkte wurden am besten bewertet

Zu den am besten bewerteten Produkten des Marktchecks gehörten die "Followfish Bio-Garnelen Black Tiger" und der "Followfish Bio-Lachs" von Followfood, der gleichzeitig der teuerste Lachs des Marktchecks war.

Zu beiden Produkten fanden die Tester eine lückenlos dokumentierte Transportroute vor. Auch das jeweilige Tiefkühllager wurde mit Namen genannt. Beim Lachs zudem der Zuchtbetrieb. Die Produkte besitzen darüber hinaus eine Bio-Zertifizierung und auch die Setzlinge stammen aus ökologischer Zucht.

An diesen vier Produkten gab es viel Kritik

Am schlechtesten schnitten die "White Tiger Garnelen" von Rewe Beste Wahl, die "Ja! Forellenfilets" von Krone, die "Jumbo Garnelen" von Krone sowie die Miesmuscheln von Escal ab. An den Garnelen von Rewe Beste Wahl kritisieren die Verbraucherschützer, dass diese aus Vietnam stammen, aber in Deutschland verkauft werden. Damit betrage der Transportweg bis zu 12.000 Kilometer – für Muscheln, die eigentlich auch in Europa gezüchtet werden könnten.

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Bei den "Ja! Forellenfilets" sind die Transportwege besonders verworren. Die Fische wachsen in der Türkei heran, werden dann nach Aussage des Herstellers zur Schlachtung nach Norwegen gebracht und teilweise zur Weiterverarbeitung nach Polen transportiert. Erst danach landen sie in Deutschland im Handel. Zum Futter gehört außerdem auch Wildfang.

Bei den "Jumbo Garnelen" von Krone werden vom Hersteller sogar acht verschiedene Herkunftsländer auf der Verpackung angegeben. "Informationen wie diese sind sinnlos", urteilt Jana Fischer. Die Herkunft der Garnelen bleibe so unklar. Verbrauchern sei es nicht möglich, anhand einer solchen Deklaration eine gute Kaufentscheidung zu treffen.

Die Miesmuscheln von Escal waren zwar als "französische Spezialität" deklariert, stammen aber aus Chile. Die Verbraucherzentrale bemängelt zudem, dass die Setzlinge bei diesem Produkt aus Wildfang stammen.

Den Verbraucherschützern fiel zudem auf, dass mehr als zwei Drittel der von den Verbraucherschützern untersuchten Produkte keinen QR-Code trugen oder nur einen, der keine weiteren Hinweise gab. Mithilfe von QR-Codes auf Verpackungen sollen Fischkäufer aber in kürzester Zeit auf zusätzliche Informationen über Produkte zugreifen können. "Manchmal führte der Link sogar nur zu Werbung oder Rezeptvorschlägen. So wird dieses eigentlich nützliche Informationstool zum Marketinginstrument degradiert", sagt Fischer.

Fische aus Aquakultur: Das empfiehlt die Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt beim Kauf von Fischen und Meeresfrüchten aus Aquakultur auf Nachhaltigkeit zu achten, bevorzugt Produkte mit Bio-Siegel zu kaufen, die Herkunft der Ware zu prüfen und gegebenenfalls statt im Supermarkt lieber auf Zuchtbetriebe vor Ort auszuweichen. "Wer außerdem zu Fischen greift, die sich von Algen und kleinen wirbellosen Tieren ernähren, wie beispielsweise Karpfen, muss kein schlechtes Gewissen haben", so Fischer.

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Der Marktcheck wurde im Februar 2021 durchgeführt. Die Verbraucherschützer schauten sich hierfür Zertifizierung, Herkunft, Futter, Herkunft der Setzlinge und Informationen zur Transportroute der Produkte genauer an. Geschmack und Preis wurden nicht bewertet.

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