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Sonderurlaub bei Todesfall: Das steht Ihnen zu

Ihre Rechte  

Sonderurlaub bei Todesfall: Das steht Ihnen zu

23.06.2018, 00:45 Uhr | ce, t-online.de, hs

Sonderurlaub bei Todesfall - das müssen Sie beachten
Sonderurlaub bei Todesfall

Neben dem regulären Urlaubsanspruch legt das Bürgerliche Gesetzbuch einen sogenannten „Sonderurlaub aus persönlichen Gründen“ fest. Ein Todesfall in der Familie ist so ein Grund.

Trauerfall: Verstirbt ein naher Angehöriger, dann können Sie Sonderurlaub nehmen.


Der Todesfall eines nahen Angehörigen kann eine emotionale Stresssituation sein. Um sie zu bewältigen, haben Sie ein Recht auf Sonderurlaub. Wie viel Ihnen zusteht.

Neben der Trauer über den Verlust eines liebenswerten Menschen gilt es, die Beerdigung zu organisieren und Formalitäten wie Erbschaftsangelegenheiten zu erledigen. Für solche Fälle hat der Gesetzgeber bestimmte Regelungen für Arbeitnehmer getroffen. Wann Ihnen Sonderurlaub im Todesfall zusteht

Wann Ihnen Sonderurlaub im Todesfall zusteht

Arbeitnehmer haben gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB § 616) einen Anspruch auf Sonderurlaub in besonderen Fällen. Der Todesfall eines nahen Angehörigen ist ein solcher Fall. Als nahe Angehörige zählen Geschwister, Eltern, Kinder, Ehepartner und Großeltern.

Auch bei Pflege-, Adoptiv- oder Enkelkindern greift diese Regelung. Bei Verwandten zweiten Grades gewähren Arbeitgeber oftmals keinen Sonderurlaub. Dazu gehören Onkel und Tanten, Cousins oder auch die Schwiegereltern.

Höhe des Sonderurlaubs bei einem Todesfall

Allerdings ist Sonderurlaub im BGB nur grob geregelt. Es hängt daher von verschiedenen Faktoren ab, wie viele Tage Urlaub Sie bei einem Todesfall bekommen. In der Regel ist ein Arbeitnehmer bei einem Todesfall zwei Tage freigestellt – einen Tag für den Todestag und einen weiteren für die Beerdigung. Wenn Sie schon lange in einem Betrieb arbeiten und einen kulanten Arbeitgeber haben, dann kann der Sonderurlaub in einem Trauerfall auch länger ausfallen. 

Neben dem BGB regelt auch der Arbeitsvertrag das Recht auf Sonderurlaub. Oft ist hier genau festgehalten, wie viel Sonderurlaub Sie bekommen, wenn ein Angehöriger verstirbt. Auch in einem Tarifvertrag kann es entsprechende Vereinbarungen geben.

So regelt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst § 29, dass Arbeitnehmer beim Tod des Lebenspartners, eines Elternteils oder eines Kindes zwei Tage Sonderurlaub bekommen.

Bundesbeamten stehen ebenfalls zwei Arbeitstage Sonderurlaub zu, wenn der Lebenspartner, ein Kind oder Elternteil verstirbt. Die Besoldung wird dabei weiterhin gezahlt.

Wie Sie einen Sonderurlaub im Todesfall beantragen

In der Regel gibt es kein spezielles Verfahren, wie Sie einen Sonderurlaub beantragen müssen, wenn ein Angehöriger verstorben ist. Sprechen Sie den Fall am besten mit Ihrem Vorgesetzten ab und reichen den Sonderurlaub so ein, wie es im Unternehmen bei der Urlaubsplanung üblich ist. Erkundigen Sie sich in der Personalabteilung, ob es dazu eine besondere Regelung gibt.

Sollte der Arbeitgeber den Antrag abweisen, haben Sie die Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten und eine Klage beim Arbeitsgericht einzureichen. Sollte eine bezahlte Freistellung tatsächlich nicht möglich sein, haben Sie schließlich die Möglichkeit, regulären Urlaub oder eine unbezahlte Freistellung in Anspruch zu nehmen.

So viel Urlaub steht Ihnen gesetzlich zu

Das deutsche Arbeitsrecht gewährt Arbeitnehmern, egal ob Sie in Vollzeit oder Teilzeit, als Aushilfe, als Praktikant oder als Auszubildender angestellt sind, einen Anspruch auf Urlaubstage. In welchem Umfang der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Erholungstage gewähren muss, ist im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) festgelegt.

Gemäß § 3 Abs. 1 BUrlG beträgt der Mindesturlaubsanspruch 24 Werktage, wobei der Gesetzgeber von einer Sechstagewoche ausgeht. Für all diejenigen, die fünf Tage pro Woche arbeiten, wird der Mindesturlaub pro Kalenderjahr anteilig berechnet.

Demnach steht Arbeitnehmern, sofern nichts anderes in einem Tarifvertrag oder einer innerbetrieblichen Fassung vereinbart wurde, eine Mindesturlaubszeit von 20 Werktagen zu (bei einer Viertagewoche 16, bei einer Dreitagewoche 12, bei einer Zwei-Tage-Woche 8 und bei einer Eintagewoche 4 Arbeitstage).

Demnach bemisst sich das während des Urlaubs zu zahlende Entgelt nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, den der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat. In der Regel erhält der Arbeitnehmer während der Urlaubszeit einfach sein normales Gehalt weiter, so als wenn er tatsächlich arbeiten würde. 


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