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Ärmelkanal: Großbritannien diskutiert über eine Brücke nach Frankreich

Vorschlag von Boris Johnson  

Großbritannien diskutiert über Brücke nach Frankreich

19.01.2018, 15:55 Uhr | dpa, rtr

Ärmelkanal: Großbritannien diskutiert über eine Brücke nach Frankreich. Der britische Außenminister Boris Johnson ist bekannt für exzentrische Ideen. (Quelle: dpa/Stefan Rousseau)

Der britische Außenminister Boris Johnson ist bekannt für exzentrische Ideen. (Quelle: Stefan Rousseau/dpa)

Eine Brücke über den Ärmelkanal zwischen Frankreich und England? Ganz neu ist die Idee des britischen Außenministers Johnson nicht. Aber meint es der Exzentriker überhaupt ernst?

Der britische Außenminister Boris Johnson wirbt für eine Brücke über den Ärmelkanal. "Gute Verbindungen" zwischen Frankreich und Großbritannien seien wichtig, zitierten britische Medien Johnson am Freitag, einen Tag nach dem britisch-französischen Regierungsgipfel in Sandhurst westlich von London.

"Es ist doch verrückt, dass zwei der stärksten Volkswirtschaften der Welt mit einer Eisenbahnstrecke verbunden sind, obwohl sie nur 20 Meilen (etwa 32 Kilometer) auseinander liegen", sagte Johnson. Seine Idee stieß bei Bauexperten und Politikern auf ein geteiltes Echo – die Reaktionen reichten von "technisch machbar" bis "Clownerie".

Pläne wurden in den 80er-Jahren verworfen

Der britische Außenminister Boris Johnson ist bekannt für exzentrische Ideen. (Quelle: dpa/Stefan Rousseau)Der britische Außenminister Boris Johnson ist bekannt für exzentrische Ideen. (Quelle: Stefan Rousseau/dpa)

Unklar war, ob es bereits detaillierte Beratungen über einen Brückenbau gab. Dem "Daily Telegraph" zufolge betrachtet Johnson eine privat finanzierte, 35 Kilometer lange Brücke als Option. Diese könne Handel und Tourismus in Großbritannien nach dem Brexit ankurbeln. "Die Technologie entwickelt sich ständig weiter und es gibt anderswo viel längere Brücken", sagte Johnson laut dem Bericht zu seinen Mitarbeitern. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums wollte sich nicht dazu äußern.

Bei dem Treffen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der britischen Premierministerin Theresa May und mehrerer Minister in Sandhurst war auch die Einrichtung einer Expertenrunde für Großprojekte vereinbart worden. Dort soll Johnson seinen Brückenvorschlag am Rande erwähnt haben. Vorschläge für eine Straßenbrücke über dem Meer hatte es bereits in den 1980er-Jahren gegeben, waren damals aber verworfen worden.

50 Kilometer langer Tunnel seit 1994

Eine Zugverbindung zwischen Großbritannien und dem europäischen Festland besteht seit 1994 durch den Eurotunnel. Er ist mit 50 Kilometern der drittlängste Eisenbahntunnel der Welt, 38 Kilometer davon verlaufen unter dem Meer. Außerdem verkehren Fähren zwischen beiden Ländern. Architekten hatten in den 60er-Jahren sogar die Vision einer Brückenstadt über den Ärmelkanal ins Spiel gebracht.

Quellen:
- dpa
- Reuters

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