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Gaza-Krieg | Israel macht weiter Jagd auf Sinwar


Gaza-Krieg
Israel macht weiter Jagd auf Sinwar

Von dpa
08.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Jihia al-SinwarVergrĂ¶ĂŸern des BildesDer Hamas-AnfĂŒhrer in Gaza steht ganz oben auf der Abschussliste der israelischen Armee. (Quelle: Mohammed Talatene/dpa/dpa-bilder)
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Er ist im Gaza-Krieg der von Israel meist gesuchte Mann: Jihia al-Sinwar, Chef der islamistischen Hamas im Gazastreifen. Er steht ganz oben auf der Abschussliste der israelischen Soldaten.

WĂ€hrend Israels Bodentruppen im SĂŒden des Gazastreifens mit massiven Bombardierungen gegen KĂ€mpfer der islamistischen Hamas vorrĂŒcken, hĂ€lt sich deren Chef Jihia al-Sinwar weiter versteckt. Sinwar wird in Israel mit dem ehemaligen AnfĂŒhrer des Terrornetzwerkes Al-Kaida, Osama bin Laden, verglichen - in Anspielung auf den Drahtzieher der TerroranschlĂ€ge in New York vom 11. September 2001.

Der Hamas-AnfĂŒhrer in Gaza steht ganz oben auf der Abschussliste der Armee. Der 1962 in einem FlĂŒchtlingslager von Chan Junis geborene Sinwar gilt gemeinsam mit Mohammed Deif, Kommandeur des bewaffneten Arms der Hamas, als Planer des beispiellosen Massakers in Israel vom 7. Oktober, in dessen Folge rund 1200 Israelis getötet und rund 240 Menschen nach Gaza verschleppt wurden.

Sinwar, ein drahtiger, bĂ€rtiger Mann mit kurz geschorenem weißen Haar und tief liegenden Augen unter buschigen dunklen Brauen, gehört zur GrĂŒndergeneration der Hamas. In den Anfangsjahren der islamistischen Bewegung war er fĂŒr den Kampf gegen mutmaßliche Kollaborateure mit Israel in den eigenen Reihen zustĂ€ndig. Dabei ging er so brutal vor, dass er als "SchlĂ€chter von Chan Junis" bekannt wurde. Wegen des Mordes an vier mutmaßlichen Kollaborateuren und zwei israelischen Soldaten verbrachte er mehr als zwei Jahrzehnte in israelischer Haft. Die nutzte er, um HebrĂ€isch zu lernen und den Feind zu studieren.

2011 kam Sinwar frei - als einer von mehr als 1000 palĂ€stinensischen HĂ€ftlingen im Gegenzug fĂŒr den israelischen Soldaten Gilad Schalit. Im selben Jahr wurde Bin Laden in Pakistan von US-SpezialkrĂ€ften getötet. Wie dieser, so versichert Israels Regierung, sei auch Sinwar ein todgeweihter Mann.

Experte: Sinwar ist nicht die einzige FĂŒhrungsfigur

Nachdem israelische Soldaten das Haus des Gaza-Chefs in Chan Junis umstellt hatten, sagte MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu am Mittwochabend: Jihia al-Sinwar könne fliehen, "aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir ihn finden".

Doch selbst wenn die israelische Armee Sinwar aufspĂŒren und töten sollte, bedeute das nicht notwendigerweise, dass es die Hamas zu Fall bringen werde, sagte Harel Chorev vom Moshe Dayan Center fĂŒr Nahost- und Afrikastudien an der Tel Aviv University dem US-Sender CNN. Grund sei, dass Sinwar zwar eine SchlĂŒsselrolle innerhalb der Hamas habe, aber nicht die einzige FĂŒhrungsfigur sei.

"Die Hamas kann auch dann noch gestĂŒrzt werden, wenn Sinwar am Leben bleibt", so Chorev. Hierzu bedĂŒrfe es der Zerstörung einer "kritischen Masse" an Machtzentren. Sinwar sei nur eines dieser Zentren. Die Tageszeitung "Jediot Achronot" schrieb am Freitag, Israel habe noch nicht den Punkt erreicht, an dem die Hamas "genug" sage. Dies könne mit der Tötung von Leuten wie Sinwar oder Deif geschehen, "aber es ist noch nicht geschehen". Nur, indem die Armee den militĂ€rischen Druck in Sinwars Geburtsstadt Chan Junis aufrechterhalte, könne die Hamas dazu gebracht werden, einen weiteren Deal zur Freilassung weiterer Geiseln einzugehen, schrieb das Blatt.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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