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Nach Ausstieg aus INF-Vertrag: Russland will bald Atomraketen mit höherer Reichweite bauen

Nach Ausstieg aus INF-Vertrag  

Russland will bald Atomraketen mit höherer Reichweite bauen

05.02.2019, 18:29 Uhr | dpa

Nach Ausstieg aus INF-Vertrag: Russland will bald Atomraketen mit höherer Reichweite bauen. Der neue russische Marschflugkörper vom Typ 9M729 (Nato-Bezeichnung: SSC-8) ist in der Lage, in fast ganz Europa Hauptstädte mit geringer oder ohne Vorwarnzeit zu treffen.

Der neue russische Marschflugkörper vom Typ 9M729 (Nato-Bezeichnung: SSC-8) ist in der Lage, in fast ganz Europa Hauptstädte mit geringer oder ohne Vorwarnzeit zu treffen. Foto: Pavel Golovkin/AP. (Quelle: dpa)

Moskau (dpa) - Nach dem Aussetzen des wichtigen INF-Abrüstungsvertrags für atomar bestückbare Mittelstreckenwaffen durch die USA und Russland will Moskau schnell neue Raketen mit höherer Reichweite bauen.

"Jetzt kommt es darauf an, die Reichweite der heute zu entwickelnden bodengestützten Raketensysteme zu erhöhen", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu nach Beratungen in seinem Ministerium.

Präsident Wladimir Putin hatte die Entwicklung neuer Waffen bereits am Samstag angekündigt. Es geht nach seinen Worten um neue, landgestützte Hyperschall-Mittelstreckenraketen.

Die Entwicklung solcher Waffen solle bereits in Kürze beginnen, erklärte Schoigu. Einen genauen Zeitpunkt nannte er nicht. Sie sollten weiter als 500 Kilometer fliegen können - der INF-Vertrag erlaubte eine solche Reichweite nicht. Als Zeitraum für die Entwicklung nannte Schoigu dieses und nächstes Jahr.

Russland hatte bereits Ende vergangenen Jahres einen neuen Raketentyp mit Hyperschallgeschwindigkeit bei einem Test von einer Basis südlich des Urals abgefeuert. Die Interkontinentalrakete könne mit 20-facher Schallgeschwindigkeit fliegen und nicht abgefangen werden, hieß es. Die Rakete "Avantgarde" solle bald in Dienst gestellt werden, kündigte Putin damals an. Damit werde die Sicherheit seines Landes in den kommenden Jahrzehnten gewährleistet.

Die USA und Russland hatten das mehr als 30 Jahre alte Abkommen über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen am Wochenende nacheinander ausgesetzt, weil sie sich gegenseitig Verstöße dagegen vorwerfen. Es bleibt aber noch eine halbjährige Kündigungsfrist, um den Vertrag doch noch zu retten. Die Abkürzung INF steht für "Intermediate Range Nuclear Forces", auf Deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme.

Konkret werfen die Amerikaner und die Nato den Russen immer wieder vor, mit ihren Raketen vom Typ 9M729 (Nato-Code: SSC-8) gegen den Vertrag zu verstoßen, weil sie weiter fliegen als erlaubt. Russland bestreitet dies und sagt, die Marschflugkörper hätten eine Reichweite von maximal 480 Kilometern.

Nach Angaben von Schoigu will Russland zudem seine Militärsatelliten im Weltall umrüsten. "Die Erfahrung in Syrien zeigt, dass für einen effizienten Einsatz von Präzisionswaffen detaillierte Karten notwendig sind." Solche Daten könnten nur mit modernen Satelliten gewonnen werden, die die Erdoberfläche überwachten, erklärte der Minister. Es gehe dabei etwa um Kameras mit höherer Auflösung.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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