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Sri Lanka: "Das ist ein Angriff auf die gesamte Menschheit"

Reaktionen auf Sri Lanka  

"Besonders niederträchtig ist, dass Betende zum Ziel wurden"

21.04.2019, 13:32 Uhr | dpa, tyh

 (Quelle: Reuters/Dinuka Liyanawatte/Reuters)
Sri Lanka: Über 100 Tote nach Explosionen in Kirchen und Hotels

In Sri Lanka sind am Ostersonntag über 100 Menschen bei Explosionen ums Leben gekommen. Betroffen waren drei Hotels in der Hauptstadt Colombo sowie drei Kirchen in verschiedenen Teilen des Landes. (Quelle: t-online.de)

Sri Lanka: Bei sechs Explosionen in Hotels und Kirchen sind am Ostersonntag über 200 Menschen ums Leben gekommen. (Quelle: t-online.de)


Die Attacken auf Kirchen und Luxushotels mit mehr als 200 Toten und Hunderten Verletzten in Sri Lanka haben weltweit Bestürzung ausgelöst. Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise aktualisiert.

Nach der Serie von Angriffen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka mit über 200 Toten hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier tief betroffen gezeigt. "Fassungslos und voller Entsetzen verfolge ich die schrecklichen Nachrichten über die feigen Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen so viele unschuldige Menschen den Tod fanden und viele mehr verletzt wurden", erklärte er am Ostersonntag in Berlin. "Besonders niederträchtig ist, dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden."

Deutschland stehe an der Seite des Landes "in der Entschlossenheit, dem menschenverachtenden Terror entgegenzutreten". Den Verletzten wünschte Steinmeier Kraft und schnelle Genesung. "Meine Gedanken sind auch bei den Hinterbliebenen und Freunden der Opfer und den Helfern vor Ort." 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Präsidenten des Landes, Maithripala Sirisena, ihre Anteilnahme bekundet. Mit Trauer und Entsetzen habe sie von den schweren Anschlägen erfahren, heißt es in einem Kondolenzschreiben vom Ostersonntag. "Es ist schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen, ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren", schreibt die Kanzlerin. "In dieser schweren Stunde trauern wir mit den Hinterbliebenen und beten für die schnelle Genesung der Verletzten. Religiöser Hass und Intoleranz, die sich heute auf so schreckliche Weise manifestiert haben, dürfen nicht siegen."  

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich ebenfalls bestürzt über die Serie von Angriffen auf Kirchen und Hotels gezeigt und sie aufs Schärfste verurteilt. "Die Nachrichten aus Sri Lanka machen fassungslos. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und hoffen mit den Verletzten", schrieb er am Sonntag auf Twitter. 

Auswärtiges Amt aktualisiert Reisehinweise

Weiter erklärte der SPD-Politiker: "Diese niederträchtige Tat richtete sich offenbar gezielt gegen Menschen, die sich am Ostersonntag in der Kirchen dem Gebet und der Besinnung widmeten, sowie gegen Reisende. Nichts kann die gezielte Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertigen."

Das Auswärtige Amt hat unterdessen seine Reisehinweise für den südasiatischen Inselstaat aktualisiert. "Reisende werden gebeten, die Anschlagsorte weiträumig zu meiden, die lokalen Medien zu verfolgen, engen Kontakt zu Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften zu halten und Anweisungen von Sicherheitskräften Folge zu leisten", schrieb das Ministerium in Berlin am Sonntag. Die Lage sei unübersichtlich. "Mit weitreichenden Sicherheitsmaßnahmen wie Absperrungen, aber auch Einschränkungen im Flugverkehr und verstärkten Kontrollen vor dem Betreten des Flughafengebäudes und dem Abflug ist zu rechnen." Militär und Polizei seien sichtbar präsent.

Papst Franziskus: "Trauer und Schmerz"

Bei der Ostermesse in Rom hat Papst Franziskus ebenfalls der Opfer der "schweren Attentate" in Sri Lanka gedacht. Er habe die Nachricht über die Anschlagsserie "mit Trauer und Schmerz" vernommen, sagte der Pontifex vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. "Ich möchte der christlichen Gemeinschaft, die getroffen wurde, als sie im Gebet versammelt war, und allen Opfern von so grausamer Gewalt meine innige Nähe ausdrücken." Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach von einem "dramatischen Ereignis". Ostern ist das wichtigste Fest für Christen und eigentlich Anlass zur Freude. Bereits bei der Ostermesse am Morgen war der Pontifex aber mit sehr ernster Miene zu sehen.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin hat die Anschläge auf christliche Kirchen und Hotels in Sri Lanka scharf verurteilt. "Das ist ein grausames und zynisches Verbrechen inmitten der Osterfeiertage", hieß es in einem Schreiben des Kreml-Chefs an den Präsidenten von Sri Lanka. "Ich gehe davon aus, dass Täter und Auftraggeber eine verdiente Strafe bekommen." Russland stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite von Sri Lanka. Auch US-Präsident Donald Trump bot Hilfe an. "Wir stehen bereit zu helfen", twitterte er.

Erdogan: "Das ist ein Angriff auf die gesamte Menschheit" 

Israels Staatspräsident hat die Angriffe auf  Kirchen und Hotels in Sri Lanka als abscheuliches Verbrechen verurteilt. Sie hätten auch jenen gegolten, die am Ostersonntag beteten, schrieb Reuven Rivlin auf Twitter. "Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle."
 

 
Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anschläge scharf verurteilt. "Das ist ein Angriff auf die gesamte Menschheit", schrieb Erdogan am Sonntag auf Twitter. Im Namen der Türkei spreche er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und wünsche den Verletzten schnelle Genesung. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu schrieb auf Twitter, was auch immer die Motivation sei, der niederträchtige Anschlag in Sri Lanka sei "feige, barbarisch und kaltblütig", genau so wie der Mitte März im neuseeländischen Christchurch verübte Angriff auf Moscheen. "Terror hat keine Religion, keine Nation, keine Geografie."

Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet. Besorgte Angehörige können sich unter 030-50000 melden.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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