Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Polizei setzt nach Leichenfund vier VerdÀchtige fest

Von dpa
Aktualisiert am 25.10.2019Lesedauer: 3 Min.
BlumenstrĂ€uße erinnern am Straßenrand im Industriegebiet in Grays an die 39 Toten.
BlumenstrĂ€uße erinnern am Straßenrand im Industriegebiet in Grays an die 39 Toten. (Quelle: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

London (dpa) - Bei den Mordermittlungen zum Fund von 39 Leichen in einem Sattelauflieger bei London hat die britische Polizei am Freitag weitere VerdÀchtige festgenommen.

ZunĂ€chst setzte die Polizei einen 38 Jahre alten Mann und eine Frau gleichen Alters aus dem nordenglischen Warrington fest. Ihnen wĂŒrden Menschenhandel in 39 FĂ€llen sowie Totschlag in 39 FĂ€llen vorgeworfen, teilte die Polizei am Freitag mit. SpĂ€ter gab die Polizei noch die Festnahme eines 48-JĂ€hrigen aus Nordirland am Londoner Flughafen Stansted bekannt. Er stehe im Verdacht, an den Taten beteiligt gewesen zu sein.

Der bereits zuvor festgenommene, in Nordirland wohnhafte Fahrer des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden worden waren, stehe weiter unter Mordverdacht und bleibe hinter Gittern, teilte die Polizei weiter mit. Der Inhaftierungsbeschluss gegen ihn sei am Donnerstag verlÀngert worden. Im Internet kursierten derweil Online-Petitionen, in denen seine Freilassung gefordert wird.

Unklar blieb zunĂ€chst, ob er oder jemand anderes die Polizei informiert hat und was er ĂŒber den Inhalt des Sattelaufliegers wusste. Die Zugmaschine war aus Irland gekommen, der Auflieger kam ĂŒber den belgischen Hafen Zeebrugge nach England - per Schiff wurde er von Belgien in den Hafen Purfleet gebracht. Die Zugmaschine transportierte ihn dann in ein Industriegebiet in Grays östlich von London. Wann und wo die Menschen in den Lkw gelangten, ist derzeit völlig unklar.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
MinisterprÀsident Orbån verhÀngt Notstand
Viktor Orban bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Der ungarische Regierungschef hat jetzt den Notstand verhÀngt.


Alle 39 in dem Lastwagen-AnhÀnger entdeckten Leichen werden in einem Krankenhaus in Chelmsford obduziert. Die ersten elf Toten wurden am Donnerstagabend - begleitet von einer Polizeieskorte - in die Einrichtung gebracht. Die Obduktionen sollten noch am Freitag beginnen.

Die IdentitÀt der Opfer ist noch immer unklar. Bei der britischen BBC meldeten sich am Freitag Familien aus Vietnam, die Verwandte unter den Toten vermuten. Mindestens sechs Vietnamesen könnten unter den Opfern sein, berichtete der Sender. Die BBC zeigte Bilder von SMS-Schriftwechseln, mit denen eines der möglichen Opfer nur Stunden vor dem Leichenfund mit seiner Familie in Kontakt getreten war.

Eine vietnamesische Familie bestĂ€tigte der BBC nach deren Berichten, dass sie 30.000 Pfund fĂŒr das Schleusen einer jungen Frau bezahlt habe. "Es tut mir sehr, sehr leid", habe sie an ihre Eltern geschrieben, berichtete die BBC unter Berufung auf Aussagen eines Mannes, der sich als Bruder der Frau vorstellte. "Meine Schwester ist seit 23. Oktober vermisst", sagte der Mann. Sie habe geschrieben: "Ich sterbe, ich kann nicht atmen."

Die britische Polizei hatte erklĂ€rt, die Opfer stammten allesamt aus China. Die stellvertretende Polizeichefin in Essex, Pippa Mills, sagte am Freitagabend, hinsichtlich der NationalitĂ€ten sei "das Bild in Entwicklung". Sie forderte Familien, die Anlass zur Vermutung haben, dass ihre Verwandten unter den Opfern seien, auf, sich bei der Polizei zu melden und versicherte, sie wĂŒrden nicht strafrechtlich verfolgt.

Experten rechnen mit sehr langen Untersuchungen nach dem grausigen Fund. Die formelle Identifizierung werden den Obduktionen folgen, teilte die Polizei am Freitag weiter mit. "Das wird ein langer aber entscheidender Teil dieser Untersuchung", hieß es. Auch die belgischen Behörden ermitteln.

Die Leichen waren in der Nacht zum Mittwoch im Laderaum des Lastwagens im Ort Grays entdeckt worden. Die UmstĂ€nde deuten stark darauf hin, dass es sich bei den Opfern um ins Land geschleuste Migranten handelt. Möglicherweise sind die Menschen im Laderaum erfroren, da der große Lkw-Sattelauflieger zur KĂŒhlung geeignet ist. Offiziell bestĂ€tigt wurde die Todesursache zunĂ€chst nicht.

Der Chef des Hafens in Zeebrugge, Joachim Coens, sagte dem belgischen Fernsehsender VRT, es sei "höchst unwahrscheinlich", dass die Menschen in Belgien in den AnhĂ€nger gestiegen seien. "Ein KĂŒhlcontainer kommt hier vollstĂ€ndig versiegelt an. Bei der Inspektion wird die Dichtung ĂŒberprĂŒft und auch das Nummernschild und der Fahrer wird mit Kameras ĂŒberprĂŒft", sagte Coens. Anschließend werde die Fracht auf ein Schiff verladen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
Von Miriam Hollstein
  • Marianne Max
Von Marianne Max
BelgienIrlandLeichenfundLondonPolizei
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website