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Erdogan droht mit Boykott französischer Waren – Bundesregierung: "inakzeptabel"

Französischer Handel in Gefahr  

Erdogan droht mit Boykott – Bundesregierung nennt das "inakzeptabel"

26.10.2020, 18:16 Uhr | AFP, dpa

Erdogan ruft Türken zum Boykott französischer Produkte auf

Verschärfung im Streit zwischen Frankreich und der Türkei über den Umgang mit Mohammed-Karikaturen und mit dem Islam: Nach seinen Verbal-Attacken gegen Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara nachgelegt. (Quelle: Reuters)

Streit um Mohammed-Karikaturen: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zum Boykott französischer Produkte aufgerufen. (Quelle: Reuters)


In Paris ist es erneut zu einem islamistischen Anschlag gekommen. Danach spricht Frankreichs Präsident von einer "Krise", in der der Islam steckt. Darauf reagiert Erdogan nun mit harten Worten.

Nach den Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Islam fürchten Unternehmen des Landes den Boykott ihrer Waren in arabischen Ländern. Der Präsident des größten Arbeitgeberverbandes Medef, Geoffroy Roux de Bézieux, rief die Mitglieder am Montag aber auf, sich einer solchen "Erpressung" zu widersetzen: "Unsere Werte zählen mehr als unsere Geschäfte", sagte er dem Radiosender RMC.

Erdogan: "Beachtet französische Marken bloß nicht"

In der Auseinandersetzung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nun seine Landsleute zum Boykott französischer Produkte aufgerufen. "Von hier aus appelliere ich nun an mein Volk. Beachtet französische Marken bloß nicht, kauft sie nicht", sagte Erdogan am Montag.

Dazu äußerte sich Regierungssprecher Steffen Seibert. Er hält die Aussagen des türkischen Präsidenten für indiskutabel. "Das sind diffamierende Äußerungen, die ganz und gar inakzeptabel sind", sagte Seibert.

Frankreichs Präsident Macron: Islam steckt in Krise

Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen mutmaßlich islamistischen Angreifer gesagt, der Islam stecke in einer "Krise". Auch erklärte er, Frankreich werde Karikaturen des Propheten Mohammed "nicht aufgeben". Daraufhin gab es in mehreren muslimischen Ländern Demonstrationen gegen Macron; in einigen Ländern schlossen sich die Demonstranten dem Aufruf ihrer Regierungen zum Boykott französischer Produkte an.

Unter anderem in Jordanien, Kuwait und Katar hatten nach Aussagen Macrons zu Mohammed-Karikaturen und Pressefreiheit am Sonntag Händler französische Waren aus ihren Filialen genommen. Erdogan hatte Macron zudem am Wochenende Islamfeindlichkeit vorgeworfen und Zweifel an seiner geistigen Gesundheit angemeldet. Paris rief aus Protest seinen Botschafter aus Ankara zurück.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP und dpa

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