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Klimaschutz-Index: Deutschland etwas besser im Vergleich

Von dpa
Aktualisiert am 09.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Menschen protestieren am Rande der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow fĂŒr besseren Klimaschutz.
Menschen protestieren am Rande der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow fĂŒr besseren Klimaschutz. (Quelle: Christoph Soeder/dpa./dpa)
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Glasgow (dpa) - Deutschland hat im Rennen um den weltweit besten Klimaschutz den Abstand zur Spitzengruppe der skandinavischen LĂ€nder etwas verkĂŒrzt.

Im neuen Klimaschutz-Index 2022 liegt die Bundesrepublik auf Rang 13 - so gut wie seit acht Jahren nicht mehr (Vorjahr: Platz 19). Die Rangliste wurde am Dienstag von Umweltschutzorganisationen auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt.

Verglichen werden darin die BemĂŒhungen der grĂ¶ĂŸten Emittenten, den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu drosseln. Zudem wird bewertet, inwieweit die Staaten auf dem richtigen Pfad sind, das 2015 in Paris vereinbarte Klimaziel zu schaffen - also die ErderwĂ€rmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Vorgelegt wurde der Index von Germanwatch, dem NewClimate Institute und dem Climate Action Network.

In dem Index belegen DĂ€nemark, Schweden und Norwegen die RĂ€nge vier bis sechs - vor allem dank großer Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien und guter Klimapolitik. Die PlĂ€tze eins bis drei bleiben erneut frei, "da sich noch kein Land tatsĂ€chlich auf einem 1,5-Grad-Pfad befindet", wie es hieß.

"Feuerprobe" fĂŒr die neue Bundesregierung

Zur Klimapolitik Deutschlands sagte Mitautor Jan Burck von Germanwatch, die Politik habe noch keine ausreichende Antwort auf die Frage gegeben, wie man seine Klimaziele tatsĂ€chlich erreichen wolle. Deutschland werde mit den bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen seine gesetzlich vorgeschriebenen Ziele fĂŒr 2030 "krachend verfehlen", sagte er. Es sei die "Feuerprobe" fĂŒr die neue Bundesregierung, ob sie mit einem Sofortprogramm die Weichen umstellt.

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Thea Uhlich von Germanwatch ergĂ€nzte, unter der neuen Bundesregierung brauche es ein 100-Tage-Programm gleich zu Beginn der Amtszeit. "Dazu gehört der Kohleausstieg bis 2030, ein Turbo fĂŒr den Ausbau der Erneuerbaren Energien und dringend Emissionssenkungen endlich auch im Verkehrsbereich - etwa durch ein verĂ€ndertes Dienstwagenprivileg."

Am Ende der Tabelle finden sich den VerbĂ€nden zufolge "die grĂ¶ĂŸten Bremser": Australien mit der schlechtestmöglichen Wertung 0,0 - noch hinter Brasilien und Algerien. Aber auch fĂŒnf EU-Staaten befinden sich bei der Klimapolitik in der untersten Kategorie "sehr schlecht": Bulgarien, Ungarn, Polen, RumĂ€nien und Tschechien.

In der Kategorie "erneuerbare Energien" kommt Norwegen als einziges Land auf ein "sehr gut". Neben dem hohen Anteil von Wasserkraft setze das Land auch zunehmend auf Wind- sowie Solarenergie und habe ehrgeizige Ausbauziele, lobten die Autoren.

China, das mit Abstand die meisten Treibhausgase ausstĂ¶ĂŸt, rutscht vier PlĂ€tze auf Rang 37 ab, in der Gesamtwertung wird das Riesenreich als "schwach" eingestuft. Die selbstgesteckten Ziele Pekings fĂŒr 2030 seien weit entfernt von einem Paris-kompatiblen Pfad. Sehr gut hingegen sei der Trend bei den erneuerbaren Energien, hier liege das Land mit Rang 23 etwa noch vor Deutschland.

Beim zweitgrĂ¶ĂŸten Emittenten, den USA, macht sich den Autoren zufolge das erste Jahr unter dem neuen PrĂ€sidenten Joe Biden positiv bemerkbar. Im Vorjahr noch Schlusslicht, klettert Amerika nun in der Gesamtwertung um sechs PlĂ€tze auf Rang 55, bleibt aber in der Kategorie "sehr schwach". Die Verbesserung sei ausschließlich auf die deutlich bessere Politikbewertung und das neue Klimaziel fĂŒr 2030 zurĂŒckzufĂŒhren, hieß es. "Es wird sich in den kommenden Jahren zeigen mĂŒssen, ob Bidens Politik auch tatsĂ€chlich bei Erneuerbaren, Energieeffizienz und letztlich Emissionen FrĂŒchte trĂ€gt", sagte Niklas Höhne vom NewClimate Institute.

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