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Zahl der Neuinfektionen steigt in mehreren LĂ€ndern Europas

Von dpa
Aktualisiert am 27.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Menschen stehen vor einer Apotheke in Madrid an, um einen Schnelltest zu kaufen.
Menschen stehen vor einer Apotheke in Madrid an, um einen Schnelltest zu kaufen. (Quelle: Isabel Infantes/EUROPA PRESS/dpa./dpa)
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Madrid (dpa) - Trotz einer hohen Impfquote von rund 80 Prozent klettert auch in Spanien die Zahl der Corona-Infektionen weiter rasant.

Am Montag erwischte es unter anderem ParlamentsprĂ€sidentin Meritxell Batet. Die 48 Jahre alte Politikerin sei positiv getestet worden und habe sich zu Hause in Madrid in QuarantĂ€ne begeben, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Quellen des Abgeordnetenhauses. Ihr gehe es gut. Sie werde aber am Dienstag die Wiederaufnahme der Parlamentssitzungen nach der Weihnachtspause auch von zu Hause aus nicht leiten, hieß es.

Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 563. Dieser Wert ist inzwischen deutlich höher als in Deutschland (222,7). Dabei hatte diese 7-Tage-Inzidenz in Spanien Mitte Oktober einen Jahres-Tiefstwert von ca. 18 erreicht.

MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez erklĂ€rte, man mĂŒsse weiterhin Vorsicht walten lassen, die Lage in den KrankenhĂ€usern sei aber weiterhin unter Kontrolle. "Ich möchte sagen, dass wir in den kommenden Wochen eine sehr hohe Zahl an Infektionen sehen werden, bei den Krankenhauseinweisungen wird das aber nicht der Fall sein", erklĂ€rte SĂĄnchez. Das sei der Wissenschaft und der hohen Impfquote zu verdanken. "Neun von zehn Spaniern (die Ă€lter als zwölf sind) haben bereits vollstĂ€ndigen (Grund-)Schutz." Zudem haben bereits rund 700.000 FĂŒnf- bis ElfjĂ€hrige in Spanien die erste Impfung gegen Covid-19 erhalten.

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Neuer Höchststand in Griechenland

In Griechenland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen Höchststand erreicht. Von Sonntag auf Montag wurden 9284 Neuinfektionen registriert, so viele wie noch nie zuvor binnen 24 Stunden. Gesundheitsminister Thanos Plevris kĂŒndigte schĂ€rfere Corona-Maßnahmen an, die allerdings erst vom 3. Januar an gelten sollen. WĂŒrden die Maßnahmen vor Neujahr verschĂ€rft, verlagere sich das Problem wegen der Feiertage in den privaten Raum, sagte Plevris bei einer Pressekonferenz am Montagabend.

Vom 3. Januar an soll Plevris zufolge im öffentlichen Raum die Pflicht zu FFP-2-Maske gelten. Bars, Tavernen und Kneipen mĂŒssen dann wieder um Mitternacht schließen. Auch dĂŒrfen die GĂ€ste nicht stehen oder gar tanzen, sondern nur sitzen.

DarĂŒber hinaus werden Sportveranstaltungen wie Fußballspiele auf 10 Prozent der möglichen Zuschauerzahl begrenzt. Maximal dĂŒrfen dann 1000 Fans ein Spiel verfolgen. Plevris begrĂŒndete diese Maßnahme damit, dass bisherige Begrenzungen fĂŒr Fußballspiele und Ă€hnliche Sportveranstaltungen nicht immer eingehalten worden seien. Die letzte Konsequenz seien Geisterspiele, die er jedoch vermeiden wolle.

Zur Verbreitung der Omikron-Variante wurden keine gesonderten Angaben gemacht. Offiziellen Angaben zufolge war die Zahl der registrierten Omikron-FĂ€lle am Wochenende auf ĂŒber 50 gestiegen.

Rekordzahlen auch in England

In England will die britische Regierung trotz tĂ€glicher Neuinfektionen in Rekordhöhe ĂŒber die Weihnachtstage vorerst keine strengeren Corona-Regeln einfĂŒhren. Gesundheitsminister Sajid Javid rief die Bevölkerung am Montag dazu auf, wachsam zu sein, Silvester möglichst im Freien zu feiern und vor der Teilnahme an Veranstaltungen einen Schnelltest zu machen. "Wenn wir ins neue Jahr starten, werden wir natĂŒrlich prĂŒfen, ob wir weitere Maßnahmen ergreifen mĂŒssen. Aber bis dahin bleibt es erst einmal dabei", sagte Javid, wie die BBC berichtete.

FĂŒr Heiligabend meldeten die britischen Behörden im Nachhinein 122.186 Neuinfektionen - so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. In den vergangenen drei Tagen wurden weitere 321.036 positive Tests bekannt. Javid sagte, die hochansteckende Omikron-Variante mache mittlerweile etwa 90 Prozent der FĂ€lle aus. Mehrere Studien deuten allerdings auf mildere KrankheitsverlĂ€ufe und geringere Hospitalisierungsraten bei Omikron hin. Dies habe bei der Entscheidung von Premierminister Boris Johnson, die Regeln nicht zu verschĂ€rfen, eine wichtige Rolle gespielt, hieß es.

Allerdings hatten Gegner der Corona-Maßnahmen in Johnsons eigener Partei dem Regierungschef mit scharfem Gegenwind gedroht, falls er schĂ€rfere Regeln einfĂŒhren sollte. Im Vereinigten Königreich sind die Regionalregierungen fĂŒr die Gesundheitspolitik verantwortlich. Premierminister Johnson entscheidet fĂŒr England, das keine eigene Regierung hat. In Schottland, Wales und Nordirland gelten teils deutlich schĂ€rfere Corona-Maßnahmen.

Frankreich verschÀrft Regeln

Frankreich macht angesichts einer Rekordzahl von Corona-Infektionen eine vollstĂ€ndige Impfung zur Voraussetzung fĂŒr den Besuch von Veranstaltungen, Restaurants oder fĂŒr Fernreisen. Vom 15. Januar an soll ein negativer Test fĂŒr den landesweiten Corona-Pass nicht mehr anerkannt werden, wie Premierminister Jean Castex am Montagabend in Paris sagte. Es gehe darum, eine Überlastung des Gesundheitswesens sowie eine gravierende Störung der Wirtschaft zu verhindern. Das Parlament muss der VerschĂ€rfung noch zustimmen.

Die geplante Umstellung bedeutet fĂŒr die Mehrzahl der Menschen die Notwendigkeit einer Auffrisch-Impfung. Diese kann ab sofort drei Monate nach der Immunisierung erfolgen. SpĂ€testens nach sieben Monaten war sie bereits Pflicht fĂŒr den Corona-Pass. Die meisten GeschĂ€fte in Frankreich sind allerdings anders als in Deutschland weiterhin ohne einen Impfnachweis zugĂ€nglich.

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