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Russen fliehen aus eigenem Land – aus Angst vor Wehrdienst


Tausende machen sich auf den Weg
Russen fliehen aus eigenem Land – Finnland setzt Sonderzüge ein

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 05.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Ankömmlinge aus Russland in Helsinki am 4. März: Finnland setzt mehr Züge ein.Vergrößern des BildesAnkömmlinge aus Russland in Helsinki am 4. März: Finnland setzt mehr Züge ein. (Quelle: Markku Ulander/imago-images-bilder)
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Putin vertreibt die eigenen Bürger: Die Züge von St. Petersburg nach Helsinki sind überfüllt, die Waggons in die andere Richtung bleiben leer. Viele Männer fürchten, für Putins Krieg gegen die Ukraine eingezogen zu werden.

Die finnische Bahn muss ihre Zugverbindung vom russischen St. Petersburg in die Hauptstadt Helsinki ausweiten. Der Grund: Mehr und mehr Russen wollen ihr Land verlassen. Tausende seien bereits in Finnland angekommen, neben dem Schnellzug Allegro seien auch die Busse auf der rund 400 Kilometer langen Strecke zwischen St. Petersburg und Helsinki voll, berichtete der finnische Fernsehsender Yle am Samstag.

Viele Russen fürchteten, dass Russland unter Kriegsrecht gestellt werden könnte und die Grenzen geschlossen würden, berichtete der finnische Sender. Männer könnten bei einer Generalmobilmachung für Putins Krieg eingezogen werden – viele wollen offenbar lieber im Ausland warten, bis der Krieg vorüber ist.

Besonderer Druck auf Presse

Auch Journalisten stehen besonders unter Druck: Das russische Parlament hatte am Freitag vor dem Hintergrund der Ukraine-Invasion ein Gesetz verabschiedet, das drakonische Haftstrafen gegen missliebige Berichterstattung über die russische Armee vorsieht. Bis zu 15 Jahre Haft drohen demnach für die Verbreitung von "Falschnachrichten" über die Armee.

Zumindest die Gefahr einer Generalmobilmachung scheint vorerst aber gebannt. Am Samstag teilte Russlands Präsident Wladimir Putin mit, er sehe derzeit keine Voraussetzungen für die Ausrufung des Kriegsrechts in Russland. Für eine solche Lage seien eine Aggression von außen oder Kämpfe in konkreten Regionen erforderlich, sagte Putin nach Angaben russischer Agenturen in Moskau. "Aber wir haben eine solche Situation nicht, und ich hoffe, sie kommt auch nicht." Auch den Ausnahmezustand plane er nicht.

Züge Richtung Moskau "praktisch leer"

Russland und Finnland sind Nachbarstaaten und haben eine gemeinsame Grenze von rund 1.300 Kilometern Länge. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte nach Angaben russischer Agenturen am Samstag gesagt, er sehe derzeit keine Voraussetzungen für die Ausrufung des Kriegsrechts in Russland.

"Wir versuchen mehrere Fahrten an mehreren Tagen in der nächsten Woche zusätzlich anzubieten", sagte ein Sprecher der finnischen Bahn dem Sender. "Die Züge in die Gegenrichtung sind praktisch leer", fügte er hinzu.

"Reporter ohne Grenzen" fordern unbürokratische Aufnahme

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" fordert angesichts der weiteren Einschränkungen der Pressefreiheit unbürokratische Aufnahmeverfahren für russische Journalisten in Deutschland. Es sei zu erwarten, dass nun immer mehr Medienschaffende aus Russland das Land verlassen, "weil sie wegen ihrer unabhängigen Berichterstattung akut von drakonischen Strafen bedroht sind", sagte Geschäftsführer Christian Mihr am Samstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Deshalb appellieren wir an die deutsche Bundesregierung, auch für flüchtende Medienschaffende aus Russland unbürokratische Aufnahmeverfahren zu ermöglichen, so wie sie es bereits für ukrainische Journalistinnen und Journalisten tut." Vor dem Hintergrund der offenen Zensur und der Kriminalisierung unabhängiger Berichterstattung bleibe den Kolleginnen und Kollegen westlicher Medien in Moskau keine andere Wahl, als die Berichterstattung auszusetzen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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