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Kreml: Bidens Kriegsverbrecher-├äu├čerung ist "unverzeihlich"

Von dpa
Aktualisiert am 17.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Dmitri Peskow ist langj├Ąhriger Sprecher des russischen Pr├Ąsidenten Putin.
Dmitri Peskow ist langj├Ąhriger Sprecher des russischen Pr├Ąsidenten Putin. (Quelle: Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa./dpa)
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Washington (dpa) - Der Kreml hat die "Kriegsverbrecher"-├äu├čerung von US-Pr├Ąsident Joe Biden ├╝ber seinen russischen Kollegen Wladimir Putin als "inakzeptabel und unverzeihlich" kritisiert.

"Unser Pr├Ąsident ist eine sehr weise, weitsichtige und kultivierte internationale Pers├Ânlichkeit", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Biden hatte Putin am Mittwoch erstmals ├Âffentlich einen "Kriegsverbrecher" genannt. Die US-Regierung hatte zuvor stets vermieden, direkt von russischen Kriegsverbrechen zu sprechen.

USA haben Atombombe auf ein besiegtes Land abgeworfen

Pr├Ąsident Biden habe nicht das Recht, so etwas zu sagen, sagte Peskow. Solche Worte k├Ąmen von dem Pr├Ąsident eines Landes, "das seit Jahren Menschen auf der ganzen Welt bombardiert" und eine Atombombe auf ein Land abgeworfen habe, das bereits besiegt gewesen sei. "Ich spreche von Hiroshima und Nagasaki", sagte Peskow. Die USA hatten im August 1945 jeweils eine Atombombe auf die beiden japanischen St├Ądte abgeworfen.

US-Pr├Ąsident Joe Biden hatte zuvor weitere Waffenlieferungen und Milit├Ąrhilfen in Millionenh├Âhe f├╝r die Ukraine angek├╝ndigt und Russlands Pr├Ąsidenten Wladimir Putin erstmals ├Âffentlich einen "Kriegsverbrecher" genannt.

In dem 800 Millionen Dollar (730 Millionen Euro) schweren Hilfspaket seien unter anderem Flugabwehrraketen, Drohnen und Tausende Panzerabwehrwaffen enthalten, k├╝ndigte Biden in Washington an. Zuvor hatte der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj in einem dringlichen Appell vor beiden Kammern des US-Kongresses mehr Unterst├╝tzung der westlichen Verb├╝ndeten gefordert.

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Biden wurde auf einer Veranstaltung am Mittwochnachmittag (Ortszeit) von einer Reporterin gefragt, ob Putin ein Kriegsverbrecher sei. Der US-Pr├Ąsident erkl├Ąrte daraufhin, dass er den russischen Pr├Ąsidenten f├╝r einen Kriegsverbrecher halte. Die US-Regierung hatte zuvor stets vermieden, direkt von russischen Kriegsverbrechen zu sprechen. Auf die Frage, warum Biden nun seine Wortwahl ge├Ąndert habe, sagte die Sprecherin des Wei├čen Hauses, Jen Psaki: "Er sprach aus seinem Herzen und basierend auf dem, was er im Fernsehen gesehen hat - n├Ąmlich die barbarischen Handlungen eines brutalen Diktators durch seine Invasion eines fremden Landes."

Hightech-Waffen f├╝r die Ukraine

Die US-Regierung will nun au├čerdem unter anderem Flugabwehrraketen vom Typ Stinger und Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ Javelin in die Ukraine schicken. Au├čerdem sollen auch 100 taktische unbemannte Luftfahrzeuge, sprich Drohnen, 100 Granatwerfer, 5000 Gewehre, 1000 Pistolen, 400 Maschinenpistolen und mehr als 20 Millionen Schuss Munition geliefert werden. Die USA w├╝rden die Ukraine so lange unterst├╝tzen wie es n├Âtig sei, sagte Biden. Mit Hilfe der neuen Luftabwehrraketen k├Ânnten die Ukrainer auch weiterhin Russlands "Flugzeuge und Helikopter stoppen" und den ukrainischen Luftraum verteidigen.

Die USA w├╝rden der Ukraine auch dabei helfen, Flugabwehrsysteme mit noch gr├Â├čerer Reichweite zu bekommen, die auch Ziele in gr├Â├čeren H├Âhen erreichen k├Ânnen, versprach Biden. Die US-Regierung hat der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor etwa drei Wochen damit bereits Milit├Ąrhilfen und Waffenlieferungen im Wert von 1,35 Milliarden US-Dollar zugesagt. Seit Anfang vergangenen Jahres summieren sich die US-Hilfen auf 2 Milliarden Dollar. Das US-Milit├Ąr hat ukrainische Soldaten trainiert sowie Ausr├╝stung und moderne Waffen geliefert. Darunter befanden sich auch Flugabwehrraketen vom Typ Stinger und Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ Javelin.

Selenskyj im US-Kongress

Vor Bidens Auftritt hatte der ukrainische Pr├Ąsident Selenskyj mit eindringlichen Worten per Video vor dem US-Kongress gesprochen. "Russland hat den ukrainischen Himmel zur Quelle des Todes f├╝r Tausende Menschen gemacht", sagte er. Es m├╝sse jede Woche neue Sanktionen gegen Russland geben, w├Ąhrend die Ukraine dringend mehr Waffen und eine Flugverbotszone brauche. "Jetzt, in der dunkelsten Stunde f├╝r unser Land und f├╝r ganz Europa, fordere ich Sie auf, mehr zu tun", sagte er einer englischen ├ťbersetzung zufolge.

Die Abgeordneten und Senatoren reagierten mit stehendem Applaus auf Selenskyjs Rede. Eine Rede vor beiden Kammern des US-Kongresses zu halten, gilt als besondere - und seltene - Ehre. Selenskyj erinnerte die Amerikaner bei seinem Hilfsappell auch an ihren eigenen Kampf gegen Angreifer. "Erinnern Sie sich an Pearl Harbor", sagte er mit Blick auf den japanischen Angriff 1941. "Erinnern Sie sich an den 11. September", f├╝gte er mit Blick auf die Terroranschl├Ąge von New York und Washington hinzu. "Wir brauchen Sie jetzt."

Appell f├╝r Flugverbotszone

Selenskyj forderte in seinem Appell erneut eine Flugverbotszone ├╝ber der Ukraine. Diese w├╝rde es der russischen Luftwaffe erschweren, Ziele in der Ukraine anzugreifen. Die Durchsetzung einer Flugverbotszone durch die USA oder das Verteidigungsb├╝ndnis Nato gilt derzeit allerdings als ausgeschlossen. Biden und andere haben wiederholt gewarnt, dass eine solche Ma├čnahme zu einer direkten Konfrontation zwischen Nato-Kr├Ąften und dem russischen Milit├Ąr f├╝hren k├Ânnte, was eine Eskalation des Krieges nach sich ziehen k├Ânnte. Aus diesem Grund hatte Biden auch die von Polen vorgeschlagene ├ťbergabe von Kampfflugzeugen vom Typ MiG-29 an die Ukraine abgelehnt.

Mehr Erfolg hatte Selenskyj nun bei seinen Forderungen nach weiteren Waffenlieferungen. Biden dankte dem ukrainischen Pr├Ąsidenten f├╝r dessen "leidenschaftliche Botschaft" beim Auftritt vor dem US-Kongress. Putin warf er indes "Gr├Ąueltaten" in dem von ihm befohlenen Angriffskrieg vor. "Und die Welt ist sich einig in unserer Unterst├╝tzung f├╝r die Ukraine und unserer Entschlossenheit, Putin einen sehr hohen Preis zahlen zu lassen. Amerika f├╝hrt diese Bem├╝hungen gemeinsam mit unseren Verb├╝ndeten an", sagte Biden.

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