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Was der Verlust der "Moskwa" fĂŒr den Krieg bedeuten könnte

Von t-online, mk

Aktualisiert am 14.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Ukraine-Krieg: Russland greift mehrere StÀdte an und setzt vor allem auf die Zerstörung von Eisenbahnstrecken und Bahnhöfen. (Quelle: t-online)
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Russland muss den Krieg gegen die Ukraine ohne das Flaggschiff seiner Schwarzmeerflotte fortfĂŒhren. Der Verlust der "Moskwa" dĂŒrfte den Ukrainern vor allem im Luftkampf helfen.

Noch ist unklar, wer oder was die "Moskwa" ausgeschaltet hat: Die Ukrainer sprechen von einem erfolgreichen Raketenangriff, der Kreml von einer Explosion nach einem Munitionsbrand. Fest steht: Das Schiff mit einer Besatzung von 510 Mann ist gesunken. Aber welcher Vorteil könnte sich aus dem Angriff fĂŒr die Ukraine ergeben?

Eigentlich soll die "Moskwa" vor allem feindliche FlugzeugtrĂ€ger bedrohen, die sie mit ihren 16 Antischiffsraketen vom Typ "P-1000 Vulkan" versenken kann. Da es im Schwarzen Meer aber keine FlugzeugtrĂ€ger oder andere Ziele von vergleichbarem Wert gibt, dient die "Moskwa" im Krieg gegen die Ukraine wohl vor allem als mobile Abschussrampe fĂŒr Flugabwehrraketen.

Ziele an Land kann die "Moskwa" nicht attackieren

Das 1982 in Dienst gestellte Schiff verfĂŒgt ĂŒber 64 Raketen vom Typ "S-300F" mit einer Reichweite von 90 Kilometern. "Diese Langstreckenwaffen erlauben es der 'Moskwa', von ihren Patrouillen aus den grĂ¶ĂŸten Teil des nördlichen Schwarzmeers abzudecken", schreibt der Marineexperte H I Sutton im Magazin "Naval News".

FĂŒr Angriffe auf Ziele an Land sei das Schiff dagegen nicht in der Lage, weil es keine entsprechenden Marschflugkörper tragen könne, so Sutton. Auch eine Beteiligung der "Moskwa" an gelegentlichen Angriffen auf ukrainische Schiffe im Schwarzen Meer sei nicht zu erkennen, so Sutton. Bislang habe sich das Schiff eher im Hintergrund und fern der KĂŒste gehalten, wohl auch aus Furcht vor Seeminen.

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Haben ihre Bewegungsmuster die "Moskwa" verraten?

Dokumentiert seien aber zwei Scheinangriffe am 15. und am 30. MĂ€rz, bei denen die "Moskwa" im Verbund mit anderen Schiffen auf Odessa zufuhr – und dann kurz vorher wieder abdrehte. Solche Angriffe sollen die KrĂ€fte des Gegners ablenken und binden.

Verraten haben könnten die "Moskwa" jetzt ihre Bewegungsmuster. Diese hĂ€tten sich seit Kriegsbeginn nicht verĂ€ndert, so Sutton, das Schiff sei in den ĂŒblichen AbstĂ€nden in den Heimathafen Sewastopol eingelaufen. Nach EinschĂ€tzung des Experten habe sich die russische Marine zu sehr auf die Luftabwehr auf der Krim verlassen.

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Die "Moskwa" könnte Geschichte schreiben

Es ist nicht das erste Kriegsschiff, das Russland im Krieg gegen die Ukraine verliert. Großes Aufsehen erregte der erfolgreiche ukrainische Angriff auf das Landungsschiff "Saratow" im russisch besetzten Hafen von Berdjansk am 24. MĂ€rz, bei dem auch ein zweites Landungsschiff beschĂ€digt wurde. Außerdem hat die russische Marine ein Patrouillenboot vom Typ "Raptor" verloren.

Bei dem angeblichen Angriff auf die "Moskwa" hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben die selbst entwickelte Antischiffsrakete "Neptun" eingesetzt. Diese wurde erst 2018 zum ersten Mal getestet und kann von einer mobilen Abschussrampe abgefeuert werden. Das Geschoss fliegt dann in geringer Höhe bis zu 280 Kilometer weit. Der MilitĂ€rexperte Rob Lee berichtet unter Berufung auf russische Quellen, dass die Ukrainer zur Ablenkung eine tĂŒrkische Drohne vom Typ "Bayraktar TB2" in Richtung der "Moskwa" fliegen ließen.

Bekannt geworden ist die "Moskwa" zu Beginn des Krieges durch die Einnahme der Schlangeninsel, an der sie beteiligt war. Einer der ukrainischen Verteidiger rief das Kriegsschiff auf, sich "zu verpissen" – und wurde dafĂŒr spĂ€ter ausgezeichnet. Sollte sich herausstellen, dass die 187 Meter lange und mehr als 11.000 Tonnen schwere "Moskwa" versenkt wurde, wĂŒrde sie Geschichte schreiben: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist kein Schiff mehr von dieser GrĂ¶ĂŸe durch eine feindliche Armee zerstört worden.

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  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
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