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Putinfreund droht, Gro├čbritannien mit Atom-Tsunami zu zerst├Âren

Von t-online, mk

Aktualisiert am 03.05.2022Lesedauer: 2 Min.
"Poseidon": So funktioniert Putins nukleare Unterwasserwaffe. (Quelle: t-online)
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Zur besten Sendezeit spricht Putins Chefpropagandist Dmitri Kisseljow davon, "Gro├čbritannien von der Karte zu tilgen" ÔÇô mit einem nuklear best├╝ckten Riesentorpedo. Was ist dran an der Gefahr namens "Poseidon"?

"Wir k├Ânnten Gro├čbritannien auch auf den Meeresgrund st├╝rzen mit Russlands unbemanntem Unterwasserfahrzeug ,Poseidon'", sagt Dmitri Kisseljow am Sonntagabend im russischen Staatssender "Rossija1", als w├╝rde er das Wetter ansagen. "Die Explosion dieses thermonuklearen Torpedos vor der britischen K├╝ste w├╝rde eine 500 Meter hohe, radioaktiv verseuchte Tsunamiwelle ausl├Âsen, die ├╝ber die britischen Inseln hinwegrollt." Neben Kisseljow l├Ąuft eine Computeranimation, die zeigt, wie Zerst├Ârung Gro├čbritanniens aussehen k├Ânnte.

Kisseljows Beitrag ist nur die j├╝ngste atomare Drohung, die seit dem ├ťberfall auf die Ukraine in russischen Staatsmedien zu h├Âren war. In einer Talkshow unterhielten sich die Teilnehmer k├╝rzlich ganz offen ├╝ber die M├Âglichkeit eines globalen Atomkriegs, den Russland zwar nicht gewinnen k├Ânne, der aus den Russen aber immerhin M├Ąrtyrer machen w├╝rde, so eine Teilnehmerin. Au├čenminister Sergej Lawrow warnte den Westen in einem TV-Interview vor einer atomaren Eskalation und Kisseljow selbst hatte den Briten zuvor schon mit einer Atomrakete vom Typ "Sarmat 2" gedroht. Aber k├Ânnte der Kreml die Drohung eines Atom-Tsunamis verwirklichen?

In diesem auf Twitter geteilten Clip sind Kisseljows ├äu├čerungen englisch untertitelt:

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Westen w├╝rde Start von "Poseidon" wohl gar nicht bemerken

"Poseidon" jedenfalls ist keine Erfindung von Putins Chefpropagandist Kisseljow. Das etwa 20 bis 24 Meter lange, unbemannte Fahrzeug wurde der ├ľffentlichkeit erstmals 2015 bekannt. Nach russischen Angaben kann die nuklear angetriebene Unterwasserdrohne bis zu 1.000 Meter tief tauchen und mehrere Tausend Kilometer zur├╝cklegen ÔÇô wodurch die Waffe praktisch nicht abzufangen ist. "Poseidon" k├Ânnte wie ein Torpedo abgefeuert werden und mit hoher Geschwindigkeit eine programmierten Route zur├╝cklegen, bevor sein Sprengkopf detoniert.

Wie die Unterwasserwaffe funktioniert, sehen Sie hier im Video.

Best├╝ckt werden kann "Poseidon" laut russischen Angaben mit Nuklearsprengk├Âpfen mit einer Explosionskraft von bis zu 100 Megatonnen TNT ÔÇô das w├Ąre doppelt soviel wie die 1961 von Russland gez├╝ndete Wasserstoffbombe "Wanja", der gr├Â├čte jemals detonierte Sprengsatz. Zum Vergleich: Die 1945 von den USA ├╝ber Hiroshima gez├╝ndete Atombombe verf├╝gte ├╝ber eine Sprengkraft von 13 Kilotonnen TNT, die Explosion eines "Poseidon"-Sprengkopfes w├Ąre also etwa 7.700 Mal st├Ąrker. Da "Poseidon" keinen Abschussblitz erzeugt wie beispielsweise eine Interkontinentalrakete, w├╝rden westliche Milit├Ąrs ihren Start wom├Âglich nicht einmal registrieren.

Dieses russische Foto von 2018 soll "Poseidon" auf einer Testfahrt zeigen: Das unbemannte Fahrzeug soll Tausende Kilometer autonom zur├╝cklegen k├Ânnen.
Dieses russische Foto von 2018 soll "Poseidon" auf einer Testfahrt zeigen: Das unbemannte Fahrzeug soll Tausende Kilometer autonom zur├╝cklegen k├Ânnen. (Quelle: imago-images-bilder)

"Es wird neuartige Waffen brauchen, um sie abzufangen"

Einsatzf├Ąhig ist "Poseidon" wohl fr├╝hestens erst Mitte der 20er-Jahre, schreibt die Milit├Ąrexpertin Jill Hruby mit Blick auf n├Âtige Umbauten an russischen U-Booten und laufenden Tests mit dem Nuklearantrieb des Torpedos. Der Marineexperte HI Sutton h├Ąlt zudem die Angabe von 100 Megatonnen Sprengkraft f├╝r weit ├╝bertrieben, realistischer seien neuere Sch├Ątzungen von etwa zwei Megatonnen Sprengkraft. Die w├╝rden freilich nicht ausreichen, um einen 500 Meter hohen Tsunami zu erzeugen.

Dennoch m├╝sse die Nato "Poseidon" in ihre strategischen ├ťberlegungen einbeziehen, so Sutton: "'Poseidon' ist eine neuartige Waffe, die ganze K├╝stenst├Ądte und auch Gro├čbritannien als Ganzes bedroht. Es wird auch neuartige Waffen brauchen, um sie abzufangen."

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