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Großbritannien: Russland riskiert weitere ZermĂŒrbung seiner StreitkrĂ€fte

Von t-online, afp, dpa, rtr
Aktualisiert am 20.05.2022 - 09:46 UhrLesedauer: 52 Min.
Zerstörte russische MilitĂ€rfahrzeuge in Butscha: Laut Großbritannien riskiert Russland die ZermĂŒrbung weiterer StreitkrĂ€fte.
Zerstörte russische MilitĂ€rfahrzeuge in Butscha: Laut Großbritannien riskiert Russland die ZermĂŒrbung weiterer StreitkrĂ€fte. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)
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Tag 86 seit Kriegsbeginn: Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj rechnet mit einem lÀngeren Krieg. Sein Botschafter in Berlin fordert einen Nato-Beitritt. Alle Informationen im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick


Großbritannien: Russland riskiert weitere ZermĂŒrbung seiner StreitkrĂ€fte

9.36 Uhr: Nach den Gefechten in Mariupol riskiert Moskau nach EinschĂ€tzung britischer Geheimdienste eine weitere ZermĂŒrbung seiner StreitkrĂ€fte. Der ukrainische Widerstand in der Hafenstadt Mariupol seit Beginn des Krieges habe die russischen Truppen enorm geschwĂ€cht, hieß es am Freitagmorgen in einem Lagebericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Der Wiederaufbau und die Neuausstattung der StreitkrĂ€fte könne sich, wenn man ihn sorgfĂ€ltig durchfĂŒhre, lĂ€nger hinziehen, so die Briten. Da russische Kommandeure jedoch stark unter Druck stĂŒnden, sichtbare Erfolge zu erreichen, sei es wahrscheinlich, dass Moskau seine Truppen ohne angemessene Vorbereitung in seine Offensive in der Donbass-Region schicke. Dies riskiere, die Soldaten weiter zu zermĂŒrben.

Zerstörte russische MilitĂ€rfahrzeuge in Butscha: Laut Großbritannien riskiert Russland die ZermĂŒrbung weiterer StreitkrĂ€fte.
Zerstörte russische MilitĂ€rfahrzeuge in Butscha: Laut Großbritannien riskiert Russland die ZermĂŒrbung weiterer StreitkrĂ€fte. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)
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Die Schlinge zieht sich zu
Wladimir Putin: Russlands PrĂ€sident muss im Angriffskrieg gegen die Ukraine immer mehr RĂŒckschlĂ€ge hinnehmen


Ukrainische Ex-MinisterprĂ€sidentin: EU-Wunsch Grund fĂŒr russische Aggression

8.29 Uhr: Die frĂŒhere ukrainische MinisterprĂ€sidentin Julia Timoschenko sieht im dem Wunsch ihres Landes nach einem EU-Beitritt den Grund fĂŒr den russischen Angriffskrieg. "Wir sind das einzige Land, das heute mit dem Leben seiner BĂŒrger und mit seinem Blut fĂŒr den Wunsch bezahlt, in die europĂ€ische Heimat zurĂŒckzukehren", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagsausgabe). "Es handelt sich ja nicht um ein neues Ziel der Ukrainer. Sie bekunden schon lange klar ihren Willen, wieder Teil Europas zu werden. Das ist der Grund, warum Putin den Krieg begonnen hat."

Timoschenko zweimal Regierungschefin der Ukraine. Bekannt wurde sie 2004 international – damals noch mit geflochtenem Haarkranz – als Gesicht der prowestlichen Orangenen Revolution. Timoschenko saß auch bereits zweimal im GefĂ€ngnis. Die Politikerin trat 2019 zum dritten Mal bei der PrĂ€sidentenwahl in der Ukraine an, unterlag aber bereits im ersten Wahlgang.

Sie wisse um die Probleme in ihrem Land. "Ich akzeptiere, dass wir die Korruption bekĂ€mpfen mĂŒssen, aber ich protestiere, wenn sie als Vorwand angefĂŒhrt wird, um dem Kandidatenstatus kein grĂŒnes Licht zu geben", sagte die 61-JĂ€hrige. Die Schaffung einer neuen politischen Gemeinschaft, in der die Ukraine einen Platz finden könne, lehnte Timoschenko in dem Zeitungsinterview ab: "Wir wollen keinen Ersatz. Wir wollen nicht, dass fĂŒr die Ukraine ein spezielles europĂ€isches Getto geschaffen wird", sagte sie. "Der Moment ist gekommen, sich dem Kreml und dessen Erpressung entgegenzustellen. Das ist eine Wahl zwischen den Werten und dem Preis, den man bereit ist, zu bezahlen. Es ist an der Zeit zu beweisen, dass das ganze Gerede ĂŒber Werte wahrhaftig ist."

Ukrainisches MilitÀr meldet weitere schwere Gefechte im Donbass

7.35 Uhr: Im Osten der Ukraine laufen weiter schwere Gefechte um die Donbass-Region. "Der Gegner fĂŒhrt eine Offensive im Raum Lyssytschansk und Sjewjerodonezk durch", meldete der ukrainische Generalstab am Freitag in seinem Lagebericht. Nach Angaben aus Kiew konnten die ukrainischen Truppen den Angriff auf Sjewjerodonezk abwehren, in dem Vorort Toschkiwka werde weiter gekĂ€mpft.

Wenige Kilometer weiter sĂŒdlich an der Gebietsgrenze zwischen Luhansk und Donezk gibt es demnach KĂ€mpfe um die Ortschaften Wyskrywa und Olexandropillja etwa zehn Kilometer östlich der Kleinstadt Bachmut. Diese gilt als ein weiteres strategisches Zwischenziel der russischen Angriffe. Erfolge hĂ€tten die russischen OffensivbemĂŒhungen hier genauso wenig erzielt wie die anhaltenden Sturmversuche in Awdijiwka und Kurachowe, heißt es in dem Lagebericht. Insgesamt seien 14 Attacken in den Gebieten Donezk und Luhansk abgewehrt worden.

Im Gebiet Charkiw, wo die Ukrainer in den letzten Wochen zur Gegenoffensive ĂŒbergegangen sind, konnte Kiew keine weiteren Gebietsgewinne vermelden. Die Russen konzentrierten sich hier auf die Verteidigung ihrer Frontlinie. KĂ€mpfe gebe es um die Ortschaften Ternowa und Wesele, heißt es. Von unabhĂ€ngiger Seite konnten die Berichte nicht ĂŒberprĂŒft werden.

Zerstörungen im Donbass: Die schweren KÀmpfe halten an.
Zerstörungen im Donbass: Die schweren KÀmpfe halten an. (Quelle: Itar-Tass/imago-images-bilder)

Ukraine wirft Russland Behinderung der Flucht von Zivilisten vor

7.08 Uhr: Im Gebiet Saporischschja im SĂŒden der Ukraine behindern die russischen Besatzungstruppen angeblich die Flucht von Zivilisten auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet. "Derzeit befinden sich in der Stadt Wassyliwka vor dem russischen Checkpoint mehr als 1.000 Fahrzeuge, die nicht auf das von der Ukraine kontrollierte Gebiet gelassen werden", sagte die Vizechefin der Gebietsverwaltung von Saporischschja, Slata Nekrassowa, der Nachrichtenagentur Ukrinform am Donnerstagabend. In sozialen Netzwerken sind inzwischen auch entsprechende Videos aufgetaucht.

In den Autos seien auch viele Frauen und Kinder. Beamte ihrer Verwaltung hĂ€tten daher veranlasst, den FlĂŒchtlingen Wasser und Proviant zu liefern, erklĂ€rte Nekrassowa. Die Ukraine hat den russischen Truppen in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, Zivilisten in den besetzten Gebieten an der Flucht zu hindern und sie teilweise gewaltsam nach Russland zu verschleppen.

Tagesanbruch: Die Schlinge zieht sich zu

6.41 Uhr: Sind die Russen oder die Ukrainer auf dem Vormarsch? Die Antwort ist tĂŒckisch. Lesen Sie hier den Tagesanbruch.

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Die wichtigsten Ereignisse der Nacht

6 Uhr: In einem Video meldet sich einer der Asow-KĂ€mpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol zu Wort. Die USA beschließen ein Rekord-Hilfspaket fĂŒr die Ukraine. PrĂ€sident Selenskyj spricht von der "Hölle im Donbass". Lesen Sie hier mehr.

Eine zerstörte Fabrik in der Donbass-Region (Archivbild): Der ukrainische PrÀsident spricht von einer dramatischen Situation in dem Gebiet.
Eine zerstörte Fabrik in der Donbass-Region (Archivbild): Der ukrainische PrÀsident spricht von einer dramatischen Situation in dem Gebiet. (Quelle: Alexander Reka/imago-images-bilder)

USA fordern Ende der Hafen-Blockade

2.30 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken appelliert vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an Russland, die Blockade der ukrainischen HĂ€fen zu beenden, damit Lebensmittel ausgefĂŒhrt werden könnten. "Die Lebensmittelversorgung von Millionen von Ukrainern und Millionen weiterer Menschen auf der ganzen Welt ist buchstĂ€blich in Geiselhaft genommen worden", sagt er. Ein hochrangiger Beamter in Moskau weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck und erklĂ€rt, die Russen seien "keine Idioten" und wĂŒrden keine Lebensmittel exportieren, solange gegen sie strenge Sanktionen verhĂ€ngt seien.

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Seperatisten wollen ukrainische SS-21-Rakete abgeschossen haben

1.35 Uhr: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria haben Truppen der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk eine ukrainische Rakete des Typs SS-21 (auch als Tochka-U bezeichnet) abgeschossen. Sie soll auf die Stadt Debaltseve abgefeuert worden sein. Die Stadt hat wegen ihres Bahnknotenpunktes eine strategisch wichtige Bedeutung. Im Januar 2015 hatte es bereits erbitterte Gefechte zwischen von Russland unterstĂŒtzten Separatisten und ukrainischen Truppen gegeben.

Ukrainischer General meldet erfolgreiche Gegenangriffe

1.25 Uhr: Der ranghöchste MilitĂ€rvertreter der Ukraine hat sich nach Angaben des US-Senders CNN mit Vertretern der Nato getroffen und sich optimistisch ĂŒber den Kriegsverlauf gezeigt. "Heute verteidigen wir uns nicht nur. Wir haben eine Reihe erfolgreicher Gegenangriffe durchgefĂŒhrt", wird General Valeriy Zaluzhny, Oberbefehlshaber des ukrainischen Generalstabs, zitiert. Ukrainische StreitkrĂ€fte hĂ€tten die Belagerung von Charkiw und Mykolajiw entsperrt und kĂ€mpften in Richtung Cherson, sagte er.

Melnyk: "Eindruck, Scholz will Waffen nicht liefern"

1.10 Uhr: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erneut eine zögerliche Haltung bei der Lieferung schwerer Waffen vorgeworfen. "Wir haben den Eindruck, dass der Kanzler nicht liefern will", sagte Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitag). Auf die Frage, ob Deutschland auf Zeit spiele, antwortete Melnyk dem Bericht zufolge: "Es sieht so aus. Man kann den Eindruck gewinnen, dass man abwartet, bis es zu einer Waffenruhe kommt. Dann ist der Druck von Deutschland weg und dann brauchen auch keine mutigen Entscheidungen mehr getroffen werden."

US-Senat billigt Rekord-Hilfspaket fĂŒr Ukraine

1 Uhr: Das nĂ€chste große Milliarden-Hilfspaket aus den USA fĂŒr die Ukraine ist beschlossene Sache. Gut eine Woche nach dem ReprĂ€sentantenhaus verabschiedete am Donnerstag auch die andere Kongresskammer, der Senat, mit großer Mehrheit das Paket mit einem Volumen von fast 40 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro). 86 Senatoren sowohl von Demokraten als auch von Republikanern stimmten fĂŒr den Gesetzentwurf, 11 Senatoren dagegen. Die Gegenstimmen kamen komplett aus den Reihen der Republikaner. Auch im ReprĂ€sentantenhaus war zuvor eine große Mehrheit zustande gekommen. US-PrĂ€sident Joe Biden muss das Gesetzespaket noch unterzeichnen.

Asow-KĂ€mpfer kĂŒndigt geheime Operation in Stahlwerk an

0.15 Uhr: Russland hatte zuletzt erklĂ€rt, dass sich aus dem Asow-Stahlwerk mehr als 1.700 ukrainische KĂ€mpfer ergeben haben. Nun hat sich ein Kommandeur des Asow-Regiments zu Wort gemeldet – und von einem geheimen Plan gesprochen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bildschirmfoto des Videos, das Swjatoslaw Palamar angeblich aus dem Aswo-Stahlwerk geschickt hat.
Bildschirmfoto des Videos, das Swjatoslaw Palamar angeblich aus dem Asow-Stahlwerk geschickt hat. (Quelle: Telegram)

Selenskyj: Östliche Donbass-Region komplett zerstört

0 Uhr: Russische StreitkrĂ€fte haben nach Worten des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj die östliche Donbass-Region komplett zerstört. In seiner nĂ€chtlichen Videobotschaft warf Selenskyj Moskau vor, wĂ€hrend der Intensivierung der Offensive sinnlos zu bombardieren. "Im Donbass versuchen die Besetzer noch mehr Druck auszuĂŒben. Es ist die Hölle dort – das ist ist keine Übertreibung", ergĂ€nzt Selenskyj.

Ein Anbau eines Hauses im Donbass steht in Flammen (Archivbild): Nach Angaben des ukrainischen PrÀsidenten ist die Region komplett zerstört..
Ein Anbau eines Hauses im Donbass steht in Flammen (Archivbild): Nach Angaben des ukrainischen PrÀsidenten ist die Region komplett zerstört.. (Quelle: Alexander Reka/TASS/imago-images-bilder)

19. MĂ€rz

Krieg kostet Ukraine jeden Monat Milliarden

23.55 Uhr: FĂŒr die Ukraine bedeutet der russische Angriffskrieg nach Worten von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj jeden Monat ein Haushaltsloch von etwa fĂŒnf Milliarden US-Dollar (4,8 Milliarden Euro). Das sagte der Staatschef in seiner abendlichen Videoansprache am Donnerstag in Kiew. "Um im Krieg um die Freiheit bestehen zu können, brauchen wir schnelle und ausreichende finanzielle UnterstĂŒtzung", sagte er.

Die auslĂ€ndischen Partner der Ukraine sollten Hilfen nicht als Ausgaben oder Geschenke sehen. "Das ist ihr Beitrag zu ihrer eigenen Sicherheit." Die Ukraine schĂŒtzt andere LĂ€nder vor dem Krieg. Gemeinsam mĂŒsse Sorge getragen werden, dass Russland mit seiner Aggression keinen Erfolg habe.

Von der Leyen will Ukraine-Hilfe an Reformen binden

23.45 Uhr: EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, kĂŒnftige Wiederaufbauhilfen fĂŒr die Ukraine angesichts des EU-Beitrittswunsches des Landes an Reformen zu koppeln. "Wir werden sowieso den Wiederaufbau der Ukraine mitfinanzieren mĂŒssen", sagte von der Leyen am Donnerstag in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Dann sei es ihrer Ansicht nach sinnvoll zu sagen: "Ja zu Investitionen, aber gleich mit den notwendigen Reformen, zum Beispiel gegen Korruption oder zum Beispiel fĂŒr den Aufbau der Rechtsstaatlichkeit. Das will die Ukraine auch, ich habe das heute Morgen noch einmal mit PrĂ€sident Selenskyj besprochen."

230.000 Kinder aus der Ukraine nach Russland verbracht

22.30 Uhr: Aus den umkÀmpften Gebieten in der Ukraine sind seit Beginn der Gefechte 1,36 Millionen Menschen nach Russland gebracht worden. Mehr als 230.000 von ihnen seien Kinder, teilte das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag in Moskau mit. Die Menschen seien aus ukrainischen Gebieten wie aus den Separatistenrepubliken Donezk und Luhansk in Sicherheit gebracht worden.

Generalstabschefs der USA und Russland telefonieren

22 Uhr: Nach fast drei Monaten Krieg haben die Generalstabschefs der USA und Russlands ein GesprĂ€ch zur Lage in der Ukraine gefĂŒhrt. Auf Initiative Washingtons hĂ€tten der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow und sein US-Kollege Mark Milley bei dem Telefonat ĂŒber Fragen von gegenseitigem Interesse gesprochen, darunter die Situation in der Ukraine, teilte am Donnerstag das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Details wurden nicht genannt.

Sanktionen sollen besser durchgesetzt werden – Bundestag stimmt neuem Gesetz zu

21.38 Uhr: Der Bundestag hat am Donnerstag unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine ein erstes Gesetz zur besseren Durchsetzung von Sanktionen beschlossen. Vorgesehen ist, die Zusammenarbeit der zustĂ€ndigen Behörden zu intensivieren. So sollen sie besser an bereits anderswo vorliegende Informationen kommen. Ihre ZustĂ€ndigkeiten werden zudem erweitert. Es soll auch bessere Möglichkeiten zur Ermittlung und Sicherstellung von VermögensgegenstĂ€nden geben. Unter Androhung von Bußgeldern und bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe sollen sanktionierte Personen ihr Vermögen offenlegen mĂŒssen.

FĂŒr das Gesetz stimmten am Abend die Ampel-Fraktionen SPD, GrĂŒne und FDP. UnterstĂŒtzung kam auch von der Linken. Die Union lehnte das Gesetz ab, die AfD enthielt sich.

42.000 Nato-Soldaten und 120 Flugzeuge in hoher Alarmbereitschaft

21.13 Uhr: Nach Angaben des Oberbefehlshabers der Nato-StreitkrĂ€fte in Europa sind derzeit mehr als 42.000 Soldaten und 120 Kampfflugzeuge unter seinem Kommando in hoher Alarmbereitschaft. Seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine habe man in allen Bereichen und in allen Regionen reagiert, um die Alliierten zu schĂŒtzen, sagte US-General Tod Wolters am Donnerstagabend nach einem Treffen der Generalstabschefs der 30 Nato-Staaten. Die Zahl der Nato-LandstreitkrĂ€fte sei verzehnfacht worden, die Zahl der Kampflugzeuge, die den Luftraum ĂŒberwachten, sei um 50 Prozent gestiegen.

FĂŒr die Abschreckung und Verteidigung auf See stehen nach Angaben von Wolters mehr als 20 Schiffe unter seinem Kommando. Die stĂ€ndigen MarineverbĂ€nde der Nato seien aufgefĂŒllt worden, sagte er.

Der Vorsitzende des Nato-MilitĂ€rausschusses betonte nach den Beratungen die Bedeutung von schnellen Entscheidungen in der aktuellen Situation. "Eines können wir mit Sicherheit sagen: Die Zeit ist nicht mehr unser Freund", sagte Admiral Rob Bauer. "Da wir ein defensives BĂŒndnis sind, ist es in hohem Maße unser Gegner, der den Zeitplan bestimmt, und das heißt: Wir mĂŒssen immer bereit sein, das Unerwartete zu erwarten."

US-Soldaten beim Kampftraining in Bayern: In Europa halten sich Zehntausende Soldaten fĂŒr den Notfall bereit.
US-Soldaten beim Kampftraining in Bayern: In Europa halten sich Zehntausende Soldaten fĂŒr den Notfall bereit. (Quelle: ZUMA / US Army/imago-images-bilder)

Ukraine: LebenslÀngliche Haft wegen Kriegsverbrechen gefordert

20.05 Uhr: Im ersten ukrainischen Kriegsverbrecher-Prozess hat die Staatsanwaltschaft lebenslĂ€ngliche Haft fĂŒr einen angeklagten russischen Soldaten wegen Ermordung eines unbewaffneten Zivilisten gefordert. Die staatliche Anklage sehe den Tatbestand des Kriegsverbrechens und des Mordes erfĂŒllt, berichteten örtliche Medien am Donnerstag aus dem Gericht. Am Vortag hatte der 21 Jahre alte VerdĂ€chtige die Tat zum Prozessauftakt gestanden und beschrieben. "Dort war ein Mann, der per Telefon redete. FĂ€hnrich Makejew befahl zu schießen", fĂŒhrte der Soldat aus. Nach einer ersten Weigerung habe er einen kurzen Feuerstoß aus seinem Sturmgewehr abgegeben.

Das 62-jĂ€hrige Opfer wurde wenige Meter von seinem Haus im Dorf Tschupachiwka getötet. Die mit einem gestohlenen Fahrzeug in Richtung Russland fahrende Gruppe aus fĂŒnf Soldaten hatte dem GestĂ€ndnis zufolge befĂŒrchtet, an die ukrainischen StreitkrĂ€fte verraten zu werden.

Die Witwe des Opfers hatte ebenfalls lebenslĂ€ngliche Haft fĂŒr den Soldaten gefordert. "Doch wenn er gegen einen von unseren Mariupoler Verteidigern ausgetauscht wird, dann bin ich nicht dagegen", sagte sie vor Gericht. Aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol haben sich Hunderte ukrainische KĂ€mpfer in russische Gefangenschaft begeben.

Ukraine: Russischer Beschuss auf WohnhĂ€user in Sjewjerodonezk –Tote

20.03 Uhr: In der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind bei russischem Artilleriebeschuss nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Mehr als 40 weitere Menschen wurden verletzt, wie der MilitĂ€rgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Hajdaj zufolge sind WohngebĂ€ude gezielt beschossen worden. Truppen der russischen Armee und der Luhansker Separatisten greifen die Stadt mit dem Sitz der Gebietsverwaltung von mehreren Seiten an.

Scholz zu drohender ErnĂ€hrungskrise: "Verantwortung dafĂŒr trĂ€gt allein Russland"

19.42 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die russische FĂŒhrung fĂŒr die weltweit drohende ErnĂ€hrungskrise verantwortlich gemacht. "Neben den schrecklichen Folgen, die dieser Krieg in der Ukraine und fĂŒr die Ukraine bedeutet, droht nun auch noch die Gefahr einer schweren ErnĂ€hrungskrise, besonders im globalen SĂŒden", sagte Scholz am Donnerstag nach einem Treffen mit dem niederlĂ€ndischen Regierungschef Mark Rutte in Den Haag.

Bundeskanzler Olaf Scholz: Der SPD-Politiker forderte Russland erneut dazu auf, den Krieg zu beenden.
Bundeskanzler Olaf Scholz: Der SPD-Politiker forderte Russland erneut dazu auf, den Krieg zu beenden. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

"Um es klar zu sagen: Die Verantwortung dafĂŒr trĂ€gt allein Russland durch seine Aggression und dadurch, dass die Handelswege fĂŒr den Getreideexport aus der Ukraine gegenwĂ€rtig blockiert sind." Deswegen habe Deutschland gemeinsam mit seinen G7-Partnern nun das BĂŒndnis fĂŒr globale ErnĂ€hrungssicherheit ins Leben gerufen.

Dieses BĂŒndnis sei "offen fĂŒr alle, die nicht tatenlos hinnehmen wollen, dass die Ärmsten der Welt den Preis fĂŒr die russische Aggression zahlen mĂŒssen". Der Kanzler forderte einmal mehr den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin auf, den Angriffskrieg auf die Ukraine zu beenden, "einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen" und seine Truppen zurĂŒckzuziehen. "Das Töten muss ein Ende haben", sagte Scholz.

Nato-Chef zu Norderweiterung: "Ich bin zuversichtlich"

19.40 Uhr: Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg ist trotz des einstweiligen Vetos der TĂŒrkei von einer raschen Aufnahme Schwedens und Finnlands in das MilitĂ€rbĂŒndnis ĂŒberzeugt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer schnellen Entscheidung kommen, Finnland und Schweden in der Nato-Familie willkommen zu heißen", sagte Stoltenberg am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit DĂ€nemarks MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen.

Der Nato-Chef betonte aber auch: "Die Sicherheitsinteressen und Bedenken aller BĂŒndnispartner mĂŒssen berĂŒcksichtigt werden." Die Nato habe eine lange Tradition dafĂŒr, trotz unterschiedlicher Standpunkte zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Auch in dem Fall, dass die TĂŒrkei die Aufnahme Schwedens weiter blockiere, werde es kein separates Verfahren fĂŒr Finnland geben, so Stoltenberg. "Schweden und Finnland haben sich gemeinsam beworben. Wir behandeln das als ein gesammeltes Verfahren."

Deutschland sagt Ukraine weitere Finanzhilfe zu

19.38 Uhr: Die Bundesregierung hat der Ukraine weitere Finanzhilfen zugesagt. "Ich habe fĂŒr Deutschland gerade in der Sitzung erklĂ€rt, dass wir uns beteiligen wollen in der GrĂ¶ĂŸenordnung von einer Milliarde Euro", sagte Finanzminister Christian Lindner am Donnerstag am Rande des Treffens der sieben fĂŒhrenden Industrienationen (G7) auf dem Petersberg bei Bonn. Es seien ZuschĂŒsse, die anders als Kredite nicht zurĂŒckgezahlt werden mĂŒssen. Im Haushalt fĂŒr 2022, dessen letzte Details gerade im Bundestag verhandelt werden, wird die Mehrausgabe umgehend berĂŒcksichtigt, ohne dass die Neuverschuldung dadurch weiter steigt.

Insgesamt braucht die von Russland angegriffene Ukraine fĂŒr die nĂ€chsten drei Monate in etwa 15 Milliarden Euro beziehungsweise Dollar. Lindner sagte, die HĂ€lfte davon hĂ€tten die USA bereits angeboten. Er rechne mit weiteren Zuwendungen.

G7 wollen Ukraine bei Wiederaufbau des Gesundheitssystems helfen

14.35 Uhr: Die Gesundheits- und Entwicklungsminister der sieben fĂŒhrenden Industriestaaten (G7) haben die russischen Angriffe auf KrankenhĂ€user in der Ukraine verurteilt und UnterstĂŒtzung beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems zugesagt. Die Bombardierung von Gesundheitseinrichtungen sei eine "barbarische Aktion gegen die Menschlichkeit", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag nach ersten GesprĂ€chen der G7-Entwicklungs- und Gesundheitsminister in Berlin. Die Ukraine benötige nicht nur Waffen, sondern auch KrankenhĂ€user und medizinische Versorgung.

Die Ukraine mĂŒsse beim Wiederaufbau ihres sehr stark beschĂ€digten Gesundheitssystems unterstĂŒtzt werden, sagte Lauterbach mit Verweis auf beschĂ€digte KrankenhĂ€user und nicht mehr vorhandene Arztpraxen. Das ukrainische Gesundheitsministerium habe unter anderem um UnterstĂŒtzung beim Aufbau von Zentren zur TraumabekĂ€mpfung sowie um die Lieferung von Prothesen gebeten. Durch den russischen Angriffskrieg hĂ€tten auch viele Kinder Gliedmaßen verloren, sagte Lauterbach.

Russland weist fĂŒnf portugiesische Diplomaten aus

14.00 Uhr: Als Reaktion auf die Ausweisung von zehn russischen Diplomaten aus Portugal hat Russland seinerseits die Ausweisung von fĂŒnf portugiesischen Diplomaten beschlossen. Der portugiesische Botschafter sei am Donnerstag einbestellt worden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dort sei ihm der Protest gegen die "provozierende Entscheidung" der portugiesischen Regierung zur Ausweisung der russischen Diplomaten ĂŒberbracht worden.

Die Regierung in Lissabon erklĂ€rte, die Entscheidung Russlands könne nur als "Vergeltungsmaßnahme" verstanden werden. "Anders als die aus Portugal ausgewiesenen russischen Diplomaten ĂŒbten die portugiesischen Diplomaten ausschließlich diplomatische TĂ€tigkeiten in Übereinstimmung mit der Wiener Konvention aus", hieß es. Am Mittwoch hatte Moskau bereits die Ausweisung von 34 französischen, 27 spanischen und 24 italienischen Diplomaten angekĂŒndigt. Mehr dazu lesen sie hier.

Polen: WĂŒrden Finnland und Schweden verteidigen

13.00 Uhr: Der polnische MinisterprĂ€sident Mateusz Morawiecki hat den Nato-Beitrittskandidaten Finnland und Schweden die militĂ€rische UnterstĂŒtzung seines Landes zugesichert, das berichtet "Politico". "Ich möchte klarstellen, dass Polen Schweden und Finnland im Falle eines Angriffs wĂ€hrend ihres Beitrittsprozesses zu Hilfe kommen wird", sagte Morawiecki am Donnerstag auf einer Konferenz in Warschau, die vom Think-Tank "Polnisches Institut fĂŒr Internationale Beziehungen" ausgerichtet wurde. Die BeitrittsplĂ€ne Schwedens und Finnlands betrachte er als "bedeutende StĂ€rkung von Frieden und Sicherheit in Europa und als eine ernsthafte Niederlage des Kremls", so Morawiecki.

Mateusz Morawiecki: Im Falle eines russischen Angriffes im Zuge der Nato-Beitrittsverhandlungen sicherte der polnische MinisterprĂ€sident Schweden und Finnland UnterstĂŒtzung zu.
Mateusz Morawiecki: Im Falle eines russischen Angriffes im Zuge der Nato-Beitrittsverhandlungen sicherte der polnische MinisterprĂ€sident Schweden und Finnland UnterstĂŒtzung zu. (Quelle: NurPhoto/imago-images-bilder)

Der polnische Premier sprach sich außerdem fĂŒr die permanente Stationierung von Nato-Einheiten in den LĂ€ndern an der Ostflanke des VerteidigungsbĂŒndnisses aus. "Polen ist bereit, solche StĂŒtzpunkte zu errichten, auf denen leichte Truppen dauerhaft stationiert werden könnten", sagte Morawiecki.

Ukrainischer Außenminister beklagt "zweitklassige Behandlung"

12.05 Uhr: Die ukrainische Regierung hat eine klare EU-Beitrittsperspektive gefordert und die "strategische Zweideutigkeit" mancher EU-LĂ€nder in dem Prozess kritisiert. Außenminister Dmytro Kuleba beklagte am Donnerstag im Online-Dienst Twitter eine "zweitklassige Behandlung" durch "bestimmte" EU-LĂ€nder. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuvor in einer Rede im Bundestag Erwartungen gedĂ€mpft, dass die Ukraine einen schnelleren EU-Beitrittsprozess durchlaufen könnte.

"Die von einigen EU-HauptstĂ€dten in den letzten Jahren praktizierte strategische Zweideutigkeit zur europĂ€ischen Perspektive der Ukraine ist gescheitert und muss beendet werden", erklĂ€rte hingegen Kuleba. Diese Haltung habe lediglich Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin gestĂ€rkt und die "GefĂŒhle der Ukrainer verletzt".

Die Ukraine hatte den EU-Beitritt kurz nach dem russischen Einmarsch in ihr Land beantragt. Die EU-Kommission will ihre offizielle Stellungnahme dazu voraussichtlich im Juni abgeben. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hatte vergangene Woche jedoch gesagt, das Verfahren fĂŒr den EU-Beitritt könne "Jahrzehnte" dauern. Stattdessen schlug er die Schaffung einer "europĂ€ischen politischen Gemeinschaft" fĂŒr die Ukraine und andere beitrittswillige LĂ€nder vor.

Moskau: 1.730 ukrainische Soldaten aus Asow-Stahlwerk haben sich "ergeben"

10.06 Uhr: Erneut haben ukrainische KÀmpfer laut russischen Angaben das umkÀmpfte Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Google Russland geht das Geld aus

9.50 Uhr: Seit Monaten steht Google in Russland unter Druck. Jetzt muss das Unternehmen Insolvenz anmelden, nachdem Behörden das Bankkonto des Suchmaschinenbetreibers gesperrt haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

London: Kommandeur der russischen Schwarzmeer-Flotte entlassen

9.35 Uhr: Der Kommandeur der russischen Schwarzmeer-Flotte, Igor Ossipow, ist nach Informationen der britischen Geheimdienste seines Postens enthoben worden. Dies teilte das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag auf Twitter mit. Die Schwarzmeer-Flotte hatte Mitte April ihr Flaggschiff "Moskwa" verloren – nach ukrainischer Darstellung durch Beschuss mit zwei Raketen.

Zudem wurde nach britischen Angaben der russische Generalleutnant Sergej Kissel nach erfolglosen Angriffen in der Region Charkiw abgelöst. Von russischer Seite gab es dafĂŒr keine BestĂ€tigung.

Bundeswehr fliegt erneut kriegsverletzte Ukrainer nach Deutschland

9.23 Uhr: Die Bundeswehr fliegt erneut kriegsverletzte Ukrainer aus Polen zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Dazu startete am Donnerstag das Spezialflugzeug A310 MedEvac in Köln, wie die Luftwaffe auf Twitter mitteilte. Bisher seien 111 Patienten ĂŒber diesen Weg ausgeflogen worden. Der A310 MedEvac ist die fliegende Intensivstation der Luftwaffe. Verletzte werden in der Luft von SanitĂ€tssoldaten weiterbehandelt. Die Patienten sollten diesmal nach Norddeutschland gebracht werden und in Hamburg landen.

Lindner stellt Ukraine weitere Hilfen in Aussicht

8.38 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) stellt der Ukraine vor dem G7-Treffen in Bonn weitere Hilfen in Aussicht. Das von Russland angegriffene Land brauche eine signifikante GrĂ¶ĂŸenordnung. Deutschland gehe nicht unvorbereitet in die Beratungen. Er werde in KĂŒrze eine konkrete Zahl nennen. Die neue Hilfe solle noch in die Bereinigungssitzung im Bundestag zum Haushalt 2022 eingebracht werden. Hier wird spĂ€testens in der Nacht zu Freitag mit einem Ergebnis gerechnet.

Japan verdoppelt Finanzhilfe fĂŒr die Ukraine

07.53 Uhr: Die japanische Regierung will ihre bereits zugesagten Hilfen fĂŒr die Ukraine auf 600 Millionen Dollar verdoppeln. "Unser Land steht zur Ukraine", sagte MinisterprĂ€sident Fumio Kishida. Beim Gipfeltreffen zwischen den USA und Japan in der kommenden Woche und einem Treffen der Quad-Gruppe mit Australien und Indien werde Japan seine grundlegende Haltung betonen, die Ukraine zusammen mit anderen Nationen zu unterstĂŒtzen.

Russische Grenzregion Kursk wirft Ukraine Beschuss vor

07.14 Uhr: Der Gouverneur der westrussischen Region Kursk hat der Ukraine den Beschuss einer grenznahen Ortschaft vorgeworfen. Dabei sei in der Nacht zum Donnerstag im Dorf Tjotkino ein Zivilist getötet worden, schrieb Gouverneur Roman Starowoit im Nachrichtendienst Telegram. Zudem seien mehrere HĂ€user beschĂ€digt worden. Tjotkino soll russischen Angaben zufolge bereits am Mittwoch angegriffen worden sein. Auch die ebenfalls grenznahe Region Belgorod hatte Beschuss gemeldet. Die Ukraine Ă€ußerte sich zu den VorwĂŒrfen zunĂ€chst nicht.

Ukraine will alle SowjetdenkmÀler abbauen

5.20 Uhr: DenkmĂ€ler in der Ukraine, die an die Sowjetunion erinnern, sollen abgebaut, aber nicht zerstört werden. Anton Drobovich, Leiter des ukrainischen Instituts fĂŒr nationales GedĂ€chtnis, sagte in einem Interview mit Segodnya Today, dass er die Regierungsentscheidung teile, ErinnerungsstĂŒcke an Russland zu entfernen. Das könne aber nicht an einem Tag geschehen. Man solle Statuen in Museen ĂŒberfĂŒhren, so wie es mit Symbolen der Naziherrschaft geschehen sei.

Ukraine hĂ€lt offenbar russische Truppen im SĂŒden in Schach

4.55 Uhr: Das sĂŒdliche Operationskommando der Ukraine berichtet auf Facebook, dass die russischen Truppen entlang der Frontlinie keinen Durchbruch erzielt haben. DafĂŒr habe man mindestens 20 Soldaten, zwei selbstfahrende Artillerieeinheiten und gepanzerte Fahrzeuge verloren. Die Angaben können nicht unabhĂ€ngig bestĂ€tigt werden.

Berichte ĂŒber tote Zivilisten in Donezk

3.55 Uhr: Laut dem Regionalgouverneur Pavlo Kirilenko haben russische Soldaten zehn Zivilisten in der Region Donezk getötet. Das geht aus einem Beitrag auf seiner Facebookseite hervor. Unter den Toten sollen auch zwei Kinder sein.

Senat bestĂ€tigt US-Botschafterin fĂŒr die Ukraine

3.30 Uhr: Nach der AnkĂŒndigung der USA, ihre Botschaft in Kiew wiedereröffnen zu wollen, hat der Senat die Karrierediplomatin Bridget Brink fĂŒr den Posten der Botschafterin fĂŒr die Ukraine bestĂ€tigt. Die Kongresskammer stimmte der Personalie am Mittwoch (Ortszeit) in Washington zu. Zuvor hatte das Außenministerium mitgeteilt, dass die wegen des russischen Angriffskriegs geschlossene US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt ihren Betrieb wieder aufnimmt. Die US-Diplomaten hatten ihre Botschaft in Kiew zwei Wochen vor Kriegsausbruch verlassen. Sie gingen – teils mit Stopp in der westukrainischen Stadt Lwiw – nach Polen.

WidersprĂŒchliche Darstellungen von Angriff auf russischen Zug

3 Uhr: Ein Berater des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj widerspricht der Darstellung ukrainischer Reservisten, sie hÀtten mit einem Sprengsatz direkt unter einem Waggon einen gepanzerten Zug mit russischen Truppen an Bord in einem besetzten Teil der Ukraine in die Luft gesprengt. "Die Reservisten haben ihn getroffen, obwohl sie den gepanzerten Zug selbst nicht in die Luft gesprengt haben", sagt Olexij Arestowitsch in einem Video in den sozialen Medien.

Es seien die Gleise vor dem Zug gesprengt worden. Die Russen seien "glimpflich davongekommen". Der Vorfall zeige aber, dass der ukrainische Widerstand die russischen StreitkrĂ€fte massiv behindere. Zum Ausmaß der SchĂ€den werden keine Angaben gemacht. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums liegt nicht vor.

Melnyk: Kanzleramt ist "Bremser" bei Waffenlieferungen

1.30 Uhr: Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hĂ€lt einen Nato-Beitritt seines Landes fĂŒr ebenso schnell umsetzbar wie den von Finnland und Schweden. "Klar ist: Wir wollen schnell in die Nato.", sagte Melnyk den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Mehr dazu lesen Sie hier.

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bei einer Ausstellung (Archivbild): Er fordert einen Beitritt der Ukraine zur Nato.
Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk bei einer Ausstellung (Archivbild): Er fordert einen Beitritt der Ukraine zur Nato. (Quelle: Christian Spicker/imago-images-bilder)

Ukraine sagt Opfern russischer Besatzung Hilfe zu

0.50 Uhr: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat allen Opfern der russischen Besatzung in seinem Land besondere Hilfen des Staates zugesagt. Er habe ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet, sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner abendlichen Videoansprache. Details nannte er nicht. Die Hilfe gelte auch fĂŒr "alle Gefangenen des Kreml", wie er sich ausdrĂŒckte, auf der Krim oder im russisch besetzten Teil des Donbass.

Selenskyj erinnerte dabei an den 18. Mai 1944, einen wichtigen Gedenktag in der Ukraine. Damals hatte der Sowjetdiktator Josef Stalin die Krimtataren deportieren lassen – wegen angeblicher Kollaboration mit der deutschen Besatzung. Bei der Annexion durch Russland 2014 habe eine zweite Welle "alles Freie auf der Halbinsel Krim" zerstört, sagte der PrĂ€sident.

USA glauben an Zustimmung der TĂŒrkei zur Nato-Erweiterung

0.40 Uhr: Die US-Regierung hat sich optimistisch gezeigt, dass der Widerstand der TĂŒrkei gegen einen Nato-Beitritt von Finnland und Schweden ĂŒberwunden werden kann. Der Nationale Sicherheitsberater von US-PrĂ€sident Joe Biden, Jake Sullivan, sagte am Mittwoch, er sei "zuversichtlich", dass auf die "Sorgen der TĂŒrkei" eingegangen werden könne und dass die beiden nordischen LĂ€nder letztlich dem westlichen VerteidigungsbĂŒndnis beitreten könnten. "Wir haben ein sehr gutes GefĂŒhl, wo das hinfĂŒhren wird". Hier lesen Sie mehr.

Selenskyj bereitet Ukrainer auf lÀngeren Krieg vor

0 Uhr: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj bereitet die Bevölkerung seines von Russland angegriffenen Landes auf einen lĂ€ngeren Krieg vor. In seiner Videoansprache vom Mittwochabend machte er den Menschen in den russisch besetzten Gebieten im SĂŒden Hoffnung, dass die Ukraine sie befreien werde. "Cherson, Melitopol, Berdjansk, Enerhodar, Mariupol und alle unsere StĂ€dte und Gemeinden, die unter Besatzung, unter vorĂŒbergehender Besatzung sind, sollen wissen, dass die Ukraine zurĂŒckkehren wird", sagte er.

Wie lange dies dauern werde, hÀnge von der Lage auf dem Schlachtfeld ab. "Wir versuchen es so schnell wie möglich. Wir sind verpflichtet, die Besatzer zu vertreiben und der Ukraine echte Sicherheit zu garantieren", sagte er in Kiew. Zuvor hatte er das Kriegsrecht um weitere 90 Tage verlÀngert.

Baerbock: "Russland hat einen Kornkrieg begonnen"

22.13 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat Russland vorgeworfen, die Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine als Kriegswaffe einzusetzen. "Russland hat einen Kornkrieg begonnen, der eine globale Nahrungsmittelkrise angefacht hat", sagte Baerbock (GrĂŒne) am Mittwoch wĂ€hrend eines Außenministertreffens bei den Vereinten Nationen in New York. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ukraine: Beschuss von russischem Gebiet in Sumy und Tschernihiw

21.14 Uhr: Russische Truppen haben nach Kiewer Angaben am Mittwoch von russischem Staatsgebiet aus die nordostukrainischen Gebiete Sumy und Tschernihiw beschossen. Der ukrainische Grenzschutz berichtete von sieben Angriffen mit schweren Maschinengewehren, automatischen Granatwerfern, Rohr- und Raketenartillerie. Die grenznahe Stadt Schostka im Gebiet Sumy sei ĂŒber eine Stunde lang mit Mörsern beschossen worden. Opfer habe es aber nicht gegeben. Die Berichte waren zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfbar.

Russischer Soldat belÀdt einen Mörser: Die Stadt Schostka soll mit solchen Waffen beschossen worden sein.
Russischer Soldat belÀdt einen Mörser: Die Stadt Schostka soll mit solchen Waffen beschossen worden sein. (Quelle: Russian Defence Ministry/TASS/imago-images-bilder)

Ukrainische Armee vermeldet Gebietsgewinn bei Charkiw

20.06 Uhr: Die ukrainische Armee hat eigenen Angaben nach einen weiteren Gebietsgewinn bei der ostukrainischen Metropole Charkiw gemacht. Aufgrund eines Vorstoßes sei nördlich der Millionenstadt die Ortschaft Dementijiwka befreit worden, teilte der Generalstab am Mittwoch bei Facebook mit. Das Dorf liegt etwa acht Kilometer von der russischen Grenze entfernt. In den letzten Wochen hatte die ukrainische Armee die russischen Truppen im Norden und Nordosten Charkiws immer weiter zurĂŒckgedrĂ€ngt. Allerdings soll das russische MilitĂ€r bei Ternowa nordöstlich von Charkiw einen Gegenangriff versuchen.

An der Grenze zum Donezker Gebiet in der Ostukraine wĂŒrde zudem um die Ortschaft Dowhenke etwa 25 Kilometer vor Slowjansk gekĂ€mpft. Schwere KĂ€mpfe gebe es dazu weiter bei Lyman, Bachmut, Awdijiwka und bei Sjewjerodonezk im benachbarten Luhansker Gebiet. Die russischen Truppen wĂŒrden durch schwere Bombardements der Luftwaffe an verschiedenen Abschnitten unterstĂŒtzt. Gebietsgewinne hĂ€tten diese jedoch nicht erzielt.

US-Botschaft in Kiew nimmt Betrieb wieder auf

19.51 Uhr: Die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschlossene US-Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nimmt ihren Betrieb wieder auf. Man habe zusĂ€tzliche Maßnahmen fĂŒr die Sicherheit der nach Kiew zurĂŒckkehrenden Kolleginnen und Kollegen ergriffen, teilte das US-Außenministerium am Mittwoch mit. Die US-Flagge auf dem GebĂ€ude sei gehisst worden.

Ukraine: Gepanzerter russischer Zug gesprengt

19.49 Uhr: Ukrainische Reservisten haben nach eigenen Angaben mit einem Sprengsatz einen gepanzerten russischen Zug in einem besetzten Teil der Ukraine angegriffen. Er sei direkt unter einem Waggon mit russischen Truppen detoniert, teilt die ukrainische Territorialverteidigung auf Facebook mit. Der Angriff sei in Melitopol in der Region Saporischschja erfolgt. Zum Ausmaß der SchĂ€den werden keine Angaben gemacht. Eine Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums liegt nicht vor.

Russland erhebt Anspruch auf Gebiet Saporischschja

19.12 Uhr: Russland will das teilweise eroberte Gebiet Saporischschja in der SĂŒdostukraine kĂŒnftig fest an sich binden. "Ich denke, die Perspektive der Region liegt darin, in unserer eintrĂ€chtigen russischen Familie zu arbeiten", sagte der russische Vize-Regierungschef Marat Chusnullin laut der Nachrichtenagentur RBK bei einem Besuch in der vom russischen MilitĂ€r besetzten Kleinstadt Melitopol. Die Gebietshauptstadt Saporischschja selbst wird nach wie vor von ukrainischen Truppen kontrolliert.

Er sei gekommen, um bei der Integration des Gebiets "maximale Hilfe" zu leisten, sagte Chusnullin. Das Gebiet könne bei der Versorgung Russlands mit Baumaterialien helfen, da diese im Land fehlten, meinte der Regierungsbeamte. Zugleich sagte er, das Anfang MĂ€rz von russischen Truppen eroberte Atomkraftwerk von Saporischschja – das leistungsstĂ€rkste in ganz Europa – solle die Ukraine kĂŒnftig nur mit Strom versorgen, wenn diese dafĂŒr bezahle.

Chusnullin hatte schon am Montag bei einem Besuch im westlich von Saporischschja gelegenen Gebiet Cherson AnsprĂŒche auf diese Region erhoben. Der Kreml hingegen hat bislang als Kriegsziel offiziell nur die "Befreiung" der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk ausgegeben. Allerdings hatte ein russischer Befehlshaber vor einigen Wochen PlĂ€ne der Moskauer MilitĂ€rs offengelegt, sich die gesamte SĂŒdukraine einzuverleiben – womit Russland etwa eine Landverbindung zur 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hĂ€tte.

Selenskyj will das Kriegsrecht verlÀngern

18.33 Uhr: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will das wegen der russischen Invasion verhĂ€ngte Kriegsrecht und die angeordnete Mobilmachung um drei Monate verlĂ€ngern lassen. Die entsprechenden GesetzentwĂŒrfe wurden am Mittwoch veröffentlicht. Nach der als sicher geltenden BestĂ€tigung durch die Abgeordneten gilt der Kriegszustand damit bis zum 23. August. Einen Tag spĂ€ter feiert die Ukraine traditionell ihren UnabhĂ€ngigkeitstag.

Selenskyj hatte den Kriegszustand erstmals am 24. Februar – einige Stunden nach Russlands Angriff – verhĂ€ngen und anschließend zwei Mal um jeweils 30 Tage verlĂ€ngern lassen. Die Generalmobilmachung hingegen galt sofort fĂŒr 90 Tage. Die Dauer des Kriegszustands sehen viele Experten als einen Indikator dafĂŒr, fĂŒr wie lange sich Kiew derzeit noch auf mögliche KĂ€mpfe einstellt.

Google reicht Insolvenzantrag in Russland ein

18.20 Uhr: Russische Behörden haben das Bankkonto von Google Russland gesperrt. Das mache die Arbeit des russischen BĂŒros unmöglich, erklĂ€rte ein Google-Sprecher. Daher habe Google einen Insolvenzantrag angekĂŒndigt.

Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte Russland die Daumenschrauben bei den US-Technologiekonzernen angezogen. Die Google-Nachrichtenseite wurde gesperrt, die zum US-Konzern Meta gehörenden Plattformen Facebook und Instagram wurden von einem russischen Gericht verboten.

Separatisten: Noch rund tausend ukrainische Soldaten im Asow-Stahlwerk

18.00 Uhr: Im belagerten Stahlwerk der ukrainischen Hafenstadt Mariupol halten sich nach Angaben pro-russischer Separatisten noch gut tausend ukrainische Soldaten auf, darunter auch deren Kommandeure. Anfangs seien mehr als 2.000 KĂ€mpfer auf dem GelĂ€nde des Asow-Stahlwerks gewesen, sagte der SeparatistenfĂŒhrer Denis Puschilin aus der selbsternannten Volksrepublik Donezk am Mittwoch im Mariupol. Da sich seit Montag mehr als 900 ukrainische Soldaten ergeben hĂ€tten, seien nun noch "etwas mehr als die HĂ€lfte" in dem Werk.

"Kommandeure und ranghohe KĂ€mpfer des Asow-Regiments sind bisher nicht herausgekommen", sagte der SeparatistenfĂŒhrer, der bei einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Pressereise nach Mariupol mit Journalisten sprach. Die Angaben lassen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

EU-Kommission erwÀgt Beschlagnahmung russischer Vermögen

16.29 Uhr: Die EU-Kommission erwĂ€gt Kreisen zufolge bei einem Wiederaufbau der Ukraine auch sanktionierte russische Vermögenswerte einzubeziehen. An einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage werde gearbeitet, hieß es am Mittwoch in Kreisen der BrĂŒsseler Behörde. Betroffen wĂ€ren einerseits eingefrorene Vermögen russischer Oligarchen und andererseits auch Einlagen der russischen Zentralbank in der EuropĂ€ischen Union. Allerdings sei fĂŒr eine Beschlagnahmung eine Rechtsgrundlage erforderlich.

Die Rechtslage in den Mitgliedstaaten sei aber derzeit noch sehr unterschiedlich. Es brauche dafĂŒr eine europaweite auch strafrechtlich wasserfeste Linie, hieß es in den Kreisen. In Italien seien die Möglichkeiten einer Enteignung wegen der dort geltenden Mafia-Gesetze einfacher als in anderen Mitgliedstaaten, hieß es. Auch in Deutschland gebe es Beispiele etwa in der BekĂ€mpfung der Clan-KriminalitĂ€t. Grundlage dafĂŒr sei aber ein entsprechendes Gerichtsurteil. Nach einer Enteignung mĂŒsse zudem die rechtliche Grundlage geschaffen werden, um das Geld der Ukraine zufĂŒhren zu können.

Die russische Zentralbank hat demnach Einlagen im Volumen von 300 Milliarden Euro in den EU-Staaten. Bei den Vermögenswerten der Oligarchen sei die Summe sehr viel geringer und entspreche allenfalls einem zweistelligen Milliardenbetrag.

Russland rĂ€umt Schwierigkeiten ein – Kadyrow spricht von Fehlern

16.23 Uhr: Russland hat in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine Schwierigkeiten und Fehler eingerĂ€umt, aber eine Fortsetzung der KĂ€mpfe angekĂŒndigt. "Trotz aller Schwierigkeiten wird die militĂ€rische Spezialoperation bis zum Ende fortgefĂŒhrt", sagte der stellvertretende SekretĂ€r des nationalen Sicherheitsrates, Raschid Nurgalijew, am Mittwoch. Trotz der Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine laufe die Operation weiter. Es wĂŒrden alle "Aufgaben – darunter die Entmilitarisierung und die Entnazifizierung sowie der Schutz der Donezker und Luhansker Volksrepubliken – komplett umgesetzt", sagte der frĂŒhere Innenminister.

Ein ausgebrannter russischer Panzer vor einem zerstörten Wohnhaus in dem Dorf Mala Rogan, östlich von Charkiw: Russland gestand nun ein, dass es Schwierigkeiten in der sogenannten Spezialoperation gebe.
Ein ausgebrannter russischer Panzer vor einem zerstörten Wohnhaus in dem Dorf Mala Rogan, östlich von Charkiw: Russland gestand nun ein, dass es Schwierigkeiten in der sogenannten Spezialoperation gebe. (Quelle: Aziz Karimov/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa-bilder)

Der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus, Ramsan Kadyrow, sprach sogar von "Fehlern" zum Start des am 24. Februar begonnen Krieges gegen die Ukraine. "Am Anfang gab es Fehler, einige UnzulĂ€nglichkeiten gab es, aber jetzt lĂ€uft alles hundertprozentig nach Plan", sagte Kadyrow auf einem politischen Forum. Die von PrĂ€sident Wladimir Putin gestellten Aufgaben wĂŒrden in vollem Umfang erfĂŒllt.

Kadyrows Truppen kĂ€mpfen demnach in den ostukrainischen Regionen Luhansk und Donezk. Er sagte, dass sich rund 200 weitere Freiwillige fĂŒr den Einsatz in der Ukraine gemeldet hĂ€tten. Die tschetschenischen KĂ€mpfer, die etwa auch in Syrien im Einsatz waren, sind berĂŒchtigt fĂŒr ihre BrutalitĂ€t.

Ringtausch fĂŒr die Ukraine: Deutschland liefert Tschechien schwere Waffen

16.15 Uhr: Tschechien liefert schwere Waffen in die Ukraine, Deutschland will die entstehende LĂŒcke schließen. Jetzt steht fest, wie der sogenannte Ringtausch konkret ablaufen soll. Hier lesen Sie mehr.

Gouverneur von russischer Grenzregion wirft Ukraine Beschuss vor

15.21 Uhr: Der Gouverneur der westrussischen Region Belgorod hat der Ukraine erneut den Beschuss einer Ortschaft unweit der Grenze vorgeworfen. Dabei sei ein junger Mann verletzt worden, teilte Wjatscheslaw Gladkow am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit. Der Mann werde medizinisch behandelt, sei aber nicht in Lebensgefahr. Gladkows Aussagen zufolge wurden zudem sechs WohnhÀuser, ein Auto und eine Starkstromleitung beschÀdigt.

Der Ort Solochi liegt etwa zehn Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. In der vergangenen Woche wurde Solochi nach russischen Angaben schon einmal beschossen. Damals kam bei dem Angriff demnach ein 18-jÀhriger Mann ums Leben, sieben weitere Menschen wurden verletzt.

Menschenrechtsorganisation sieht russische Kriegsverbrechen als erwiesen an

15.10 Uhr: Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sieht es als erwiesen an, dass russische Truppen in der Nordostukraine Kriegsverbrechen begangen haben. Die Menschenrechtler fanden nach eigenen Angaben an 17 Orten Belege fĂŒr Tötungen, rechtswidrige Haft unter unmenschlichen VerhĂ€ltnissen, Folter und VermisstenfĂ€lle.

"Die zahlreichen GrĂ€ueltaten der russischen Truppen, die zu Beginn des Krieges Teile der Nordostukraine besetzten, sind abscheulich, rechtswidrig und grausam", sagte der fĂŒr Europa und Zentralasien zustĂ€ndige Direktor der Organisation, Giorgi Gogia, laut einer Mitteilung anlĂ€sslich der Veröffentlichung eines neuen Berichts. Er forderte sofortige Untersuchungen und Gerichtsverfahren.

FĂŒr den Bericht wurden insgesamt 65 Überlebende, Familienmitglieder und andere Zeugen zwischen dem 10. April und dem 10. Mai befragt. Menschen seien wegen des Besitzes von funktionierenden Handys, alter MilitĂ€runiformen oder wegen des Verdachts, beim ukrainischen MilitĂ€r gewesen zu sein, erschossen worden. Vor ihrem Abzug hĂ€tten russische Soldaten vor allem MĂ€nner teils willkĂŒrlich getötet. Es sei selbst auf spielende Kinder geschossen worden. Festgenommene mussten demnach auf engstem Raum in kalten Kellern teils ohne Nahrung ausharren. Eimer dienten als Toiletten. Die ĂŒberlebenden Opfer beschrieben dabei Folter mit Elektroschockern und Scheinexekutionen.

Beginn des ersten Kriegsverbrecherprozesses gegen russischen Soldaten in der Ukraine

13.42 Uhr: In der Ukraine hat am Mittwoch der erste Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Soldaten seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar begonnen. Der 21-jÀhrige Wadim Schischimarin muss sich vor einem Bezirksgericht in der Hauptstadt Kiew verantworten. Ihm wird vorgeworfen, am 28. Februar im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka aus einem gestohlenen Auto heraus einen unbewaffneten Zivilisten erschossen zu haben.

Schischimarin droht eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und Mordes. Nach Angaben seines Anwalts gab er die Tötung des 62-JÀhrigen zu.

Die Ukraine wirft der russischen Armee vor, seit Kriegsbeginn zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Wegen mutmaßlicher Völkerrechtsverbrechen im Ukraine-Krieg ermittelt auch der Internationale Strafgerichtshof (IStGH).

Von der Leyen stellt Ukraine bis zu neun Milliarden Euro Soforthilfe in Aussicht

13.02 Uhr: EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen hat der Ukraine eine Soforthilfe von bis zu neun Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Sie schlage eine "neue einmalige Makrofinanzhilfe fĂŒr die Ukraine von bis zu neun Milliarden Euro" in diesem Jahr vor, sagte von der Leyen am Mittwoch in BrĂŒssel. Die Mittel sollen dazu beitragen, den akuten Finanzbedarf des Landes im russischen Angriffskrieg zu decken.

Daneben mĂŒsse die EuropĂ€ische Union der Ukraine aber auch mittelfristig beim Wiederaufbau zur Seite stehen, sagte von der Leyen weiter. Daran hĂ€tten die EuropĂ€er ein "strategisches Interesse", betonte sie. Nach Angaben aus EU-Kreisen soll die UnterstĂŒtzung in Form von zinsvergĂŒnstigten Darlehen fließen. Die Finanzmittel fĂŒr die Ukraine bedĂŒrfen grundsĂ€tzlich der Zustimmung der EU-Staaten.

Entwicklungsministerin: Putin setzt Hunger als Waffe ein

11.50 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) hat die fĂŒhrenden westlichen Industrienationen (G7) zu gemeinsamen Anstrengungen gegen Hungersnöte als Folge des Kriegs in der Ukraine aufgerufen. "Die schrecklichen Folgen von Russlands Angriffskrieg gehen weit ĂŒber die Ukraine hinaus", erklĂ€rte Schulze am Mittwoch bei einem Treffen der G7-Entwicklungsminister in Berlin. "Es drohen Hungersnöte, weil Putin den Hunger gezielt als Waffe einsetzt. Dem mĂŒssen wir ein neues BĂŒndnis fĂŒr globale ErnĂ€hrungssicherheit entgegensetzen, das wir bei diesem Treffen beschließen wollen."

Die Entwicklungsminister der G7-Staaten beraten bis Donnerstag ĂŒber aktuelle Herausforderungen von der ErnĂ€hrungskrise ĂŒber den Klimawandel bis hin zum Wiederaufbau einer freien Ukraine, die auch ein weltweit wichtiger Exporteur von Getreide ist. Der ukrainische MinisterprĂ€sident Denys Schmyhal wird virtuell an der Sitzung teilnehmen. Schulze hat auch das diesjĂ€hrige G20-Vorsitz-Land Indonesien sowie Indien, Senegal und den Leiter des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Achim Steiner, und Weltbank-Direktor David Malpass eingeladen.

KfW genehmigt Ukraine weiteren Kredit

10.55 Uhr: Die Ukraine erhĂ€lt einen weiteren Kredit von der staatlichen Förderbank KfW ĂŒber 150 Millionen Euro. Das Geld solle eingesetzt werden, um die BĂŒrger zu unterstĂŒtzen und die Infrastruktur wiederaufzubauen, sagte der ukrainische MinisterprĂ€sident Denys Schmyhal nach einer Regierungssitzung am Dienstag. Zuvor hatte die Ukraine von der KfW Anfang April ebenfalls 150 Millionen Euro als letzte Tranche einen Kredits der Bundesregierung von insgesamt 500 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 bekommen.

Der neue Kredit habe eine Laufzeit von 15 Jahren, und die RĂŒckzahlungen mĂŒssten erst nach fĂŒnf Jahren beginnen, sagte Schmyhal. Insgesamt habe die Ukraine seit der russischen Invasion am 24. Februar finanzielle UnterstĂŒtzung von mehr als fĂŒnf Milliarden Dollar (aktuell rund 4,8 Mrd Euro) erhalten.

Russland: 959 ukrainische Soldaten haben Asow-Stahlwerk verlassen

10.02 Uhr: Seit Montag haben nach Angaben Moskaus 959 ukrainische Soldaten das belagerte Asow-Stahlwerk im ukrainischen Mariupol verlassen, 649 davon in den vergangenen 24 Stunden. Sie hÀtten sich "ergeben", so ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

80 Soldaten seien verletzt, 53 davon schwer. Die Verwundeten wĂŒrden im Krankenhaus Nowoasowsk in der selbsternannten "Volksrepublik Donezk" behandelt.

Die Angaben lassen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen. Von ukrainischen Behörden liegt derzeit keine Stellungnahme vor.

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt einen Krankenwagen mit verwundeten ukrainischen Soldaten in Mariupol.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt einen Krankenwagen mit verwundeten ukrainischen Soldaten in Mariupol. (Quelle: Alexey Kudenko/dpa-bilder)

Briten: Russland hat Probleme mit Nachschub

9.21 Uhr: Die russischen StreitkrĂ€fte haben britischen Erkenntnissen zufolge bei ihrem Krieg gegen die Ukraine erhebliche Probleme beim Nachschub und der TruppenverstĂ€rkung. So mĂŒsse Russland viele Hilfstruppen einsetzen, um den ukrainischen Widerstand zu brechen, darunter Tausende KĂ€mpfer aus der autonomen Teilrepublik Tschetschenien, teilte das Verteidigungsministerium in London am Mittwoch mit. "Der Kampfeinsatz so unterschiedlichen Personals zeigt die erheblichen Ressourcenprobleme Russlands in der Ukraine und trĂ€gt wahrscheinlich zu einem uneinheitlichen Kommando bei, das die russischen Operationen weiterhin behindert."

Obwohl russische Truppen die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol mehr als zehn Wochen eingekreist hatten, habe heftiger ukrainischer Widerstand eine vollstĂ€ndige russische Kontrolle verhindert. Dies habe zu Frust und hohen Verlusten der russischen StreitkrĂ€fte gefĂŒhrt, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen.

Die tschetschenischen KrĂ€fte wĂŒrden vornehmlich um die umkĂ€mpfte Hafenstadt Mariupol sowie im ostukrainischen Gebiet Luhansk eingesetzt. Sie bestĂŒnden wahrscheinlich sowohl aus Freiwilligen als auch aus Einheiten der Nationalgarde, die ansonsten zum Schutz der Herrschaft von Machthaber Ramsan Kadyrow dienen.

Schweden und Finnland haben offiziell Nato-Mitgliedschaft beantragt

8.05 Uhr: Schweden und Finnland haben am Mittwochmorgen offiziell ihre Aufnahme in die Nato beantragt. Mehr dazu lesen Sie hier.

BĂŒrgermeister: Lwiw unter hĂ€ufigem russischem Raketenbeschuss

6.53 Uhr: In der Westukraine an der Grenze zu Polen hat der BĂŒrgermeister von Lwiw (Lemberg), Andrij Sadowyj, einen stĂ€ndigen Beschuss mit russischen Raketen beklagt. In der Stadt gebe es sehr viele internationale Organisationen, die dadurch verunsichert werden sollten, sagte Sadowyj im ukrainischen Fernsehen, wie die Agentur Unian am Mittwoch meldete. Russland habe es nicht nur auf die militĂ€rische Infrastruktur abgesehen, sondern wolle durch den Beschuss permanente Anspannung auslösen. "Aber wenn man rechtzeitig auf den Luftalarm reagiert und in den Schutzbunker geht, dann ist es ungefĂ€hrlich", sagte er. Die Altstadt von Lwiw gehört zum Welterbe der Unesco.

Die Menschen hĂ€tten am Stadtrand die Raketen sehen und sehr laute Explosionen hören können, sagte Andrij Sadowyj. SchĂ€den in Lwiw selbst habe es aber nicht gegeben. Die Menschen hĂ€tten praktisch die ganze Nacht zum Dienstag in Luftschutzbunkern verbringen mĂŒssen. Im Gebiet Jaworiw in der NĂ€he von Lwiw sei ein StĂŒck Bahninfrastruktur durch RaketentrĂŒmmer beschĂ€digt worden.

Russischer Gouverneur berichtet von ukrainischen Angriffen

5.30 Uhr: Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass wurde bei einem ukrainischen Angriff am Dienstag eine Person im Dorf Bezymeno in der sĂŒdlichen russischen Region Belgorod verwundet.

Der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, berief sich auf Meldungen eines BĂŒrgermeisters. "Der Leiter der Gemeinde Graivoronsky, Gennady Bondarev, hat gerade ĂŒber den Beschuss des Dorfes Bezymeno aus der Ukraine berichtet. Eine Person wurde leicht verwundet", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Laut Gladkov wurden mehrere GebĂ€ude beschĂ€digt.

Weitere russische Angriffe – die Nacht im Überblick

5 Uhr: Die Ukraine will die im Asow-Stahlwerk verbliebenen Soldaten aus Mariupol retten. Im Osten hat die russische Luftwaffeeine eine stillgelegte Gipsfabrik von Knauf bombardiert. Hier bekommen Sie einen Überblick ĂŒber die Ereignisse der Nacht und einen Ausblick auf den Tag.

Strack-Zimmermann fordert Waffenhilfe-Koordinator

5 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), hat Forderungen nach einem Chef-Manager fĂŒr die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine bekrĂ€ftigt. Sie plĂ€diere dafĂŒr, dass schnell ein Sonderkoordinator im Kanzleramt alle Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und MilitĂ€r an einen Tisch bringe, sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Bisher habe die ukrainische Regierung ihre Anfragen an den unterschiedlichsten Stellen platziert. "Das fĂŒhrte auch zu unglĂŒcklichen MissverstĂ€ndnissen, die wir in dieser Situation nicht verantworten können und wollen", sagte Strack-Zimmermann.

Selenskyj nennt GesprÀch mit Scholz "recht produktiv"

4.30 Uhr: Nach Spannungen im VerhÀltnis zwischen Kiew und Berlin hat der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj sein Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als "recht produktiv" bezeichnet.

Man habe unter anderem ĂŒber militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine gesprochen, teilte Selenskyj in der Nacht zum Mittwoch in seiner tĂ€glichen Videoansprache mit. Er habe Scholz ĂŒber die aktuelle militĂ€rische Lage und ihre mögliche kĂŒnftige Entwicklung informiert, sagte der PrĂ€sident. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kreml-Gesandter will Cherson in die russische Familie aufnehmen

4.20 Uhr: Der stellvertretende MinisterprĂ€sident der Russischen Föderation, Marat Khusnullin, hat die Region Cherson besucht. Er sagte nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria, dass sie "ihren rechtmĂ€ĂŸigen Platz in der russischen Familie" einnehmen werde. Khusnullin befindet sich zu einem Arbeitsbesuch in dem von Russland besetzten Gebiet. Zuvor hatte der von Russland eingesetzte stellvertretende Verwaltungsleiter der Region, Kirill Stremousow, PrĂ€sident Putin gebeten, Cherson in die Föderation aufzunehmen.

Am Victory-Day legen Offizielle Blumen in Cherson nieder (Archivbild): Russland will die Region in die Föderation aufnehmen.
Am Victory-Day legen Offizielle Blumen in Cherson nieder (Archivbild): Russland will die Region in die Föderation aufnehmen. (Quelle: Ivan Rodionov/imago-images-bilder)

GrĂ¶ĂŸter Flugzeugbesitzer verlor 113 Jets an Russland

4 Uhr: Die Firma AerCap Holdings, der weltweit grĂ¶ĂŸte Besitzer von Verkehrs- und Privatflugzeugen, hat 113 Flugzeuge verloren, weil sie von Russland beschlagnahmt wurden. Das berichtet der US-Sender CNN. Russland hatte als Antwort auf westliche Sanktionen auslĂ€ndische Flugzeuge verstaatlicht. Auch elf DĂŒsentriebwerke, die AerCap gehörten, sind jetzt in russischem Besitz. Das Unternehmen meldete deshalb einen Verlust von zwei Milliarden Dollar statt des geplanten Gewinns von 500 Millionen Dollar.

Google-Aufnahmen zeigen Panorama der Zerstörung

3.15 Uhr: Der Suchmaschinenanbieter Google hat einige seiner Fotos aus der Ukraine aktualisiert. In der sogenannten Streetview-Ansicht ist jetzt an ausgewĂ€hlten PlĂ€tzen das ganze Ausmaß der Zerstörung zu sehen. So kann man in Butscha ĂŒber den Parkplatz eines Einkaufszentrums schauen. In Irpin zeigt eine 360-Grad-Luftaufnahme ein zerstörtes MilitĂ€rhospital und die SchĂ€den an umliegenden GebĂ€uden.

Gasversorger finden Zahlungsweg

2 Uhr: Mehrere europĂ€ische Gasversorger sind zuversichtlich, einen sowohl fĂŒr die EU als auch Moskau akzeptablen Zahlungsmechanismus fĂŒr russisches Gas gefunden zu haben. Der italienische Energiekonzern Eni erklĂ€rte am Dienstag, das Unternehmen werde "in den kommenden Tagen" bei der Gazprombank ein Konto in Euro und eines in Rubel eröffnen. So könne Eni in Euro zahlen, die russische Bank nehme dann die Umrechnung in Rubel vor. Ein Sprecher von EnBW sagte, der neue Mechanismus "stehe", man können in Euro bezahlen, dann werden seitens der Bank umgetauscht.

Ukraine: Russland sichert Stellungen im SĂŒden

1.15 Uhr: Dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow zufolge graben sich die russischen StreitkrĂ€fte im SĂŒden und Osten seines Landes ein. "Russland bereitet sich auf eine lĂ€ngerfristige MilitĂ€roperation vor", sagte er vor den Verteidigungsministern der EuropĂ€ischen Union (EU) und Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg am Dienstag. Demnach verstĂ€rken die russischen Truppen derzeit ihre Positionen in den von ihnen besetzten Gebieten in den Regionen Saporischschja und Cherson, um "bei Bedarf in den Defensivmodus zu wechseln".

Ein russischer Soldaten lĂ€dt einen Mörser (Archivbild): Nach Angaben der Ukraine graben sich russische Einheiten im SĂŒden des Landes ein.
Ein russischer Soldaten lĂ€dt einen Mörser (Archivbild): Nach Angaben der Ukraine graben sich russische Einheiten im SĂŒden des Landes ein. (Quelle: Russian Defence Ministry)

Selenskyj zieht in Cannes Charlie-Chaplin-Vergleich

0.30 Uhr: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Dienstagabend per Videoschalte an die GĂ€ste des Filmfestivals in Cannes gewandt. In einer Rede wĂ€hrend der Eröffnungszeremonie zog er einen Vergleich zu Charlie Chaplins Film "Der große Diktator", um das Kino dazu aufzurufen, angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht "zu schweigen".

"Jeden Tag sterben Hunderte Menschen", sagte Selenskyj. "Sie werden nach dem Schlussapplaus nicht wieder aufstehen." Er fragte: "Wird das Kino schweigen oder darĂŒber reden? Wenn es einen Diktator gibt, wenn es einen Freiheitskrieg gibt, hĂ€ngt alles wieder von unserem Zusammenhalt ab. (...) Wir brauchen einen neuen Chaplin, der beweist, dass das Kino heutzutage nicht schweigt."

Merz wirft Scholz "Herumschwurbeln" vor

0.05 Uhr: Der CDU-Vorsitzende und Unions-Fraktionschef Friedrich Merz kritisiert, Bundeskanzler Scholz handle nicht, wie man es im Bundestag gemeinsam beschlossen habe. "Es gibt ganz offensichtlich in der Bundesregierung Verzögerungsstrategien, zumindest eine Verzögerungstaktik", so Merz am Abend in "RTL Direkt". Unternehmen beschwerten sich öffentlich, weil keine Ausfuhrgenehmigungen fĂŒr Panzer erteilt wĂŒrden. "Hier wird nicht mit offenen Karten gespielt", so Merz weiter. "Es kann GrĂŒnde geben, nicht alles zu sagen, aber dann soll der Bundeskanzler das auch zum Ausdruck bringen. Dieses Herumschwurbeln um die Themen ist der Sache nicht angemessen."

Bericht: EU hat bereits Plan fĂŒr Wiederaufbau der Ukraine

23.30 Uhr: Nach Medienberichten soll es in der EU-Kommission bereits einen Wiederaufbauplan fĂŒr die Ukraine geben. Darin werden nach einem Bericht der "SĂŒddeutschen Zeitung" Hilfsprogramme aus der EU und von internationalen Partnern mit Auflagen wie KorruptionsbekĂ€mpfung und ReformbemĂŒhungen verknĂŒpft. Außerdem soll die "Build Back Better"-Strategie (Besser-Wiederaufbauen-Strategie) angewendet werden. So sollen neue GebĂ€ude klimafreundlich sein. In dem Papier wird von zehn Jahren ausgegangen, um die Ukraine weitgehend von den Kriegsfolgen zu befreien. Unklar ist die Höhe der EU-Zahlungen. Sie sollen – so sieht es der Entwurf vor – ĂŒber einen Sonderfonds finanziert werden.

Borrell sieht "Weltrekord" bei russischen Verlusten

22.15 Uhr: Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell spricht von "beeindruckenden Verlusten" der russischen Armee beim Einmarsch in die Ukraine. Dies stehe unter dem Vorbehalt, dass die entsprechenden Angaben stimmten, sagt Borrell nach einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in BrĂŒssel. "Wenn es stimmt, dass Russland seit Beginn des Krieges 15 Prozent seiner Truppen verloren hat, ist das ein Weltrekord bei Verlusten fĂŒr eine Armee bei einem Einmarsch in ein Land."

Josep Borell, der Außenpolitikbeauftragte der EU (Archivbild), sieht außergewöhnliche Verluste bei den russischen Truppen.
Josep Borell, der Außenpolitikbeauftragte der EU (Archivbild), sieht außergewöhnliche Verluste bei den russischen Truppen. (Quelle: Yves Herman/Reuters-bilder)

Kanzleramtschef: MĂŒssen fĂŒr unseren Russland-Kurs werben

20.32 Uhr: Nach Meinung von Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt mĂŒssen sich die westlichen LĂ€nder weltweit verstĂ€rkt darum kĂŒmmern, mehr Staaten von ihrem Vorgehen gegen Russland zu ĂŒberzeugen. Man erlebe etwa in SĂŒdafrika, Lateinamerika oder Indien Skepsis gegenĂŒber den westlichen Sanktionen, sagte Schmidt am Dienstabend auf einem parlamentarischen Abend des Bitkom-Verbandes in Berlin. Dort sage man zwar auch, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine nicht richtig sei, sehe aber vor allem die Wirkung der westlichen Sanktionen auf die eigenen LĂ€nder als Problem.

Wolfgang Schmidt (SPD): Der Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Olaf Scholz.
Wolfgang Schmidt (SPD): Der Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten von Bundeskanzler Olaf Scholz. (Quelle: imago-images-bilder)

Schmidt nannte etwa die hohen Lebensmittelpreise. "Das hinzukriegen, dass wir diese Staaten nicht verlieren, das wird eine der großen Herausforderungen sein", sagte der SPD-Politiker. Die Bundesregierung wolle die Allianz breiter fassen und sich um die bemĂŒhen, die auch an das Völkerrecht glaubten – im Gegensatz zu denen, die sich darĂŒber hinwegsetzten. "Dann wird die Allianz gegen Russland grĂ¶ĂŸer", sagte Schmidt.

Auch der StaatssekretĂ€r im Kanzleramt, Jörg Kukies, hatte vor wenigen Tagen davor gewarnt, die weltweite UnterstĂŒtzung fĂŒr westliche Sanktionen gegen Russland zu ĂŒberschĂ€tzen. Man sei "ĂŒberoptimistisch" in der Interpretation des Abstimmungsergebnisses in der UN-Vollversammlung gewesen, als die große Zahl der LĂ€nder Russlands Überfall auf die Ukraine verurteilt habe. Die LĂ€nder, die sich enthalten hĂ€tten, machten 40 bis 50 Prozent der Weltbevölkerung aus, hatte er in Anspielung auf Staaten etwa wie Indien oder China gesagt.

Macron: Wollen Waffenlieferungen intensivieren

19.15 Uhr: Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj deutlich mehr militĂ€rische Hilfe versprochen. Laut einer Mitteilung des ElysĂ©e-Palastes sagte Macron am Dienstag in einem gemeinsamen TelefongesprĂ€ch, die Waffenlieferungen aus Paris wĂŒrden "in den kommenden Tagen und Wochen an IntensitĂ€t gewinnen".

Bereits Ende April hatte Macron der Ukraine die Lieferung von Milan-Panzerabwehrwaffen und Caesar-Haubitzen in Aussicht gestellt. Macron versprach Selenskyj laut der Mitteilung am Dienstag zudem zusĂ€tzliche humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die Ukraine. Er habe mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten darĂŒber hinaus ĂŒber Möglichkeiten gesprochen, Getreide-Exporte aus der Ukraine trotz der russischen Seeblockade gegen das Land zu ermöglichen. Macron habe Selenskyj darĂŒber hinaus versichert, das Beitrittsgesuch der Ukraine zur EuropĂ€ischen Union werde beim EU-Gipfel im Juni geprĂŒft.

Zwischen Macron und der ukrainischen Regierung war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Streitigkeiten gekommen. Unter anderem hatte Selenskyj dem französischen PrÀsidenten vorgeworfen, Angst vor Putin zu haben. Macron hatte vergangene Woche Kiew verÀrgert, als er sagte, bis zu einer möglichen EU-Mitgliedschaft der Ukraine könnten "Jahrzehnte" vergehen - und stattdessen eine "europÀische politische Gemeinschaft" ins Spiel brachte.

Vize-Ministerin: Ukraine wird sich erst in mehreren Jahren erholen

16.14 Uhr: Die ukrainische Landwirtschaft wird sich nach Regierungsangaben erst in einigen Jahren von den Folgen des Krieges erholen. Dies erklĂ€rt Vize-Wirtschaftsminister Taras Katschka auf der Agrar-Konferenz GrainCom in Genf. Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure von Getreide und Ölsaat.

Fabrik von deutschem Unternehmen im Donbass von Rakete getroffen

15.46 Uhr: In der Ostukraine ist eine stillgelegte Gipsplattenfabrik des Unternehmens Knauf mit Hauptsitz in Unterfranken bombardiert worden. "Durch die LuftschlÀge wurden GeschÀftsrÀume beschÀdigt, und es brach Feuer aus", schrieb der MilitÀrgouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im Nachrichtendienst Telegram am Dienstag. Es sei aber niemand verletzt worden. Er warf Russland die absichtliche Zerstörung von Industrie in der Region vor.

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Knauf bestĂ€tigte am Dienstagabend, das Werk in Soledor im Donbass sei von einer Rakete getroffen und in Brand gesetzt worden. Wer sie abgeschossen habe, sei dort nicht bekannt. "Soweit wir wissen, sind bei dem Raketenangriff keine Menschen verletzt worden", hieß es auch von Seite des Unternehmens. Der genaue Umfang der SchĂ€den ließe sich wegen der andauernden Gefechte vor Ort noch nicht feststellen.

Knauf hatte das Werk kurz nach der russischen Invasion außer Betrieb gesetzt. Kyrylenko veröffentlichte auch Fotos von einer dicken schwarzen Rauchwolke ĂŒber der Fabrik. Von russischer Seite gab es zunĂ€chst keine Stellungnahme.

Rettungsdienst: Acht Tote bei Luftangriff auf Region Tschernihiw

14.07 Uhr: Acht Menschen sind nach ukrainischen Angaben bei einem Luftangriff auf Desna in der Region Tschernihiw im Norden der Ukraine getötet worden. Weitere zwölf seien verletzt worden, teilt der Rettungsdienst mit. Zuvor hatte der regionale Gouverneur Wiatscheslaw Tschaus gewarnt, zwar seien die Besatzer aus Tschernihiw vertrieben worden, sie könnten aber immer noch zuschlagen. "Ignoriert nicht die Warnungen vor Luftangriffen", appelliert Tschaus.

Russische UnterhÀndler: Asow-KÀmpfer verdienen Todesstrafe

14 Uhr: KĂ€mpfer des Asow-Regiments haben nach Ansicht eines russischen UnterhĂ€ndlers kein Recht auf Leben. Russland sollten fĂŒr diese nationalistischen KĂ€mpfer die Todesstrafe in ErwĂ€gung ziehen, sagt Leonid Slutski, der fĂŒr Russland mit der Ukraine verhandelt. "Sie verdienen es nicht zu leben angesichts der monströsen Menschenrechtsverbrechen, die sie begangen haben und die sie weiterhin an unseren Gefangenen begehen." Lesen Sie hier mehr dazu.

Baerbock fĂŒr Sicherheitsgarantien fĂŒr Finnland und Schweden

13.58 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock will ein beschleunigtes Nato-Beitrittsverfahren Schwedens und Finnlands und setzt sich fĂŒr Sicherheitsgarantien in der Übergangsphase ein. "Wir werden entsprechende Sicherheiten geben", sagte Baerbock am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem dĂ€nischen Kollegen Jeppe Kofod in Berlin. Zugleich werde man sich aber dafĂŒr einsetzen, dass die Zeit zwischen der offiziellen Antragstellung und der Aufnahme möglich kurz ist. Hintergrund ist, dass die Beistandsklausel des westlichen VerteidigungsbĂŒndnisses fĂŒr Vollmitglieder gilt.

"Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu schnellem Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands kommen wird", sagte die Außenministerin auf die Frage nach den von der TĂŒrkei vorgebrachten Vorbehalten, ohne in Details zu gehen. Sowohl Baerbock als auch Kofod betonten, dass die Nato durch einen Beitritt beider skandinavischer Staaten gestĂ€rkt werde. Kofod sprach Russland das Recht ab, einen Beitritt verhindern zu wollen.

Video: Aufnahmen zeigen dramatische Evakuierung aus Asow-Stahlwerk

12.53 Uhr: "Die Ukraine braucht lebende Helden", sagte PrÀsident Selenskyj in einer Ansprache am Montag. Nun wurden Hunderte Soldaten aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert. Viele von ihnen sind schwer verletzt. Sehen Sie das Video hier.

(Quelle: Twitter)

Schwedens Außenministerin Linde unterzeichnet Nato-Antrag

12.35 Uhr: Schwedens Außenministerin Ann Linde hat den Antrag auf die Nato-Mitgliedschaft unterschrieben. "Ich habe gerade einen historischen Hinweisbrief an den Nato-GeneralsekretĂ€r unterzeichnet", schreibt Linde auf Twitter.

Neben Schweden hat auch Finnland vor, dem westlichen VerteidigungsbĂŒndnis beizutreten. Welche Folgen der Beitritt der skandinavischen LĂ€nder ins VerteidigungsbĂŒndnis haben könnte, lesen Sie hier.

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Kreml will wohl Asow-KĂ€mpfer von Gefangenenaustausch ausschließen

12.22 Uhr: Das russische Parlament erwĂ€gt, KĂ€mpfer des ukrainischen Asow-Regiments von einem Gefangenenaustausch auszunehmen. Das geht aus einem Telegram-Dienst hervor, der aus der Duma ĂŒbertrĂ€gt. Die russische Nachrichtenagentur Tass zitiert Duma-Chef Wjatscheslaw Wolodin mit den Worten, dass "Nazi-Kriminelle" nicht ausgetauscht werden sollten. Lesen Sie hier mehr zum umstrittenen "Asow-Regiment".

MilitÀr bestÀtigt Gefangenschaft ukrainischer Soldaten

12.04 Uhr: Das russische MilitÀr hat nach eigenen Angaben seit Montag 265 ukrainische KÀmpfer des belagerten Stahlwerks in Mariupol gefangen genommen. "In den vergangenen 24 Stunden haben 265 KÀmpfer, darunter 51 Schwerverletzte, ihre Waffen niedergelegt und sich in Gefangenschaft begeben", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag.

Die Zahlen unterscheiden sich geringfĂŒgig von den Angaben aus Kiew. Dort war zuvor die Rede von 264 Gefangenen – unter ihnen 53 Schwerverletzte. Das russische Ministerium veröffentlichte auch ein Video, das die Gefangennahme der Ukrainer, medizinische Behandlung sowie den Abtransport der Verletzten zeigen soll. Ob es tatsĂ€chlich zu dem von Kiew erhofften Gefangenenaustausch kommen wird, ließ Russlands MilitĂ€r zunĂ€chst offen.

Alle Verletzten seien ins Krankenhaus von Nowoasowsk gebracht worden, sagte Konaschenkow. Nowoasowsk liegt östlich von Mariupol direkt an der Grenze zu Russland auf dem seit 2014 von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet. Zum Aufenthaltsort der ĂŒbrigen Gefangenen machte er keine Angaben. Sie sollen nach ukrainischen Berichten in die Ortschaft Oleniwka nahe der Frontlinie gefahren sein.

Russland bestÀtigt zahlreiche Raketenangriffe auf die Ukraine

12.03 Uhr: Russlands MilitĂ€r hat ĂŒber zahlreiche Raketenangriffe auf verschiedene Landesteile der Ukraine berichtet. In der westukrainischen Region Lwiw seien mit Raketen des Typs Kalibr ukrainische Reservisten sowie auslĂ€ndische MilitĂ€rtechnik attackiert worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag. Im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw seien unter anderem militĂ€rische Ausbildungszentren angegriffen worden.

Im Osten des Landes wurden demnach in der Region Charkiw Teile der Eisenbahn-Infrastruktur zerstört und im Gebiet Donezk mehrere Ziele mit Raketen beschossen. Insgesamt seien in den vergangenen 24 Stunden mehr als 470 ukrainische KĂ€mpfer getötet worden, sagte Konaschenkow. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Selenskyj hat erneut mit Kanzler Scholz telefoniert

11.05 Uhr: Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzler Olaf Scholz die Lage an der Front besprochen. Es sei auch um eine mögliche VerschÀrfung der Sanktionen gegen Russland und die Aussicht auf Frieden gegangen, schreibt der PrÀsident auf Twitter. Es seien "produktive GesprÀche" gewesen. Sein Land setze auf dem Weg zur EU-Vollmitgliedschaft weiterhin auf die Hilfe Deutschlands. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lawrow: Beitritt Schwedens und Finnlands in Nato kein großer Unterschied

11 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht keinen großen Unterschied, sollten Schweden und Finnland der Nato beitreten. Die beiden LĂ€nder, wie auch andere neutrale Staaten, hĂ€tten bereits seit Jahren an Nato-Manövern teilgenommen, sagt Lawrow. "Die Nato kalkuliert ihr Territorium bei der Planung militĂ€rischer VorstĂ¶ĂŸe nach Osten mit ein. In diesem Sinne gibt es also wahrscheinlich keinen großen Unterschied. Mal sehen, wie ihr Territorium in der Praxis im NordatlantikbĂŒndnis genutzt wird." Schweden und Finnland haben sich angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine fĂŒr einen Beitritt zu dem von den USA gefĂŒhrten MilitĂ€rbĂŒndnis ausgesprochen.

Russland soll wahllos auf Artilleriebeschuss setzen

9.28 Uhr: Die russischen StreitkrĂ€fte setzen im Krieg gegen die Ukraine nach britischen Erkenntnissen zunehmend auf "wahllosen Artilleriebeschuss". Russland habe nur begrenzte Möglichkeiten zur Erfassung von Zielen und scheue zudem das Risiko, Kampfflugzeuge ĂŒber ukrainisch kontrolliertem Gebiet einzusetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf die Geheimdienste mit. "In den kommenden Wochen wird sich Russland wahrscheinlich weiterhin stark auf massive Artillerieangriffe verlassen, wenn es seine Offensive im Donbass wieder in Schwung zu bringen versucht."

WĂ€hrend des erfolglosen russischen Angriffs auf die Hauptstadt Kiew seien im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw rund 3500 GebĂ€ude zerstört oder beschĂ€digt worden, teilte das Ministerium weiter mit. Rund 80 Prozent der Zerstörungen betrĂ€fen ZivilgebĂ€ude. "Das Ausmaß dieser SchĂ€den zeigt die Bereitschaft Russlands, Artillerie gegen Wohngebiete einzusetzen." Dabei werde nur minimal auf VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit gesetzt.

Deutschland hat weitere Waffen in die Ukraine geliefert

8.21 Uhr: Die Bundesregierung hat der Ukraine weitere Waffen fĂŒr den Kampf gegen die russische Armee geliefert. Nach "Spiegel"-Information trafen in den vergangenen beiden Wochen 2.450 Panzerabwehrhandwaffen vom Typ "RGW 90", 1.600 DM22-Panzerabwehrrichtminen sowie 3.000 DM31-Panzerabwehrminen in der Ukraine ein und wurden an Einheiten der lokalen Armee verteilt. Die Angaben ĂŒber die neuen Lieferungen wurden dem Magazin aus ukrainischen Regierungskreisen bestĂ€tigt. Die "RGW 90"-Panzerabwehrwaffen, die in der Bundeswehr als "Matador" bezeichnet wird, hatte die Ukraine direkt bei einem deutschen Hersteller bestellt und bezahlt. Die Panzerabwehrminen indes stammen offenbar aus BundeswehrbestĂ€nden. Mehr ĂŒber die "Matador" lesen Sie hier.

Gouverneur: Ukraine beschießt Grenzstadt

7.10 Uhr: In der westrussischen Provinz Kursk an der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben der Behörden ein Dorf unter ukrainischen Beschuss geraten. Drei HĂ€user und eine Schule in der Grenzortschaft Alexejewka seien getroffen worden, teilte der Gouverneur der Region, Roman Starowoit, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei allerdings niemand verletzt worden. Russische Grenzsoldaten hĂ€tten das Feuer erwidert, um den Beschuss aus großkalibrigen Waffen zu stoppen.

Überblick ĂŒber die Ereignisse der Nacht

5 Uhr: Die Ukraine braucht ihre Helden lebend, sagt PrĂ€sident Selenskyj. FĂŒr gut 260 Verteidiger von Mariupol aus dem Stahlwerk Azovstal bedeutet das einen Umweg ĂŒber russische Gefangenschaft. Hier lesen Sie einen Überblick zum Geschehen in der Nacht und einen Ausblick auf den Tag.

Ukraine: Erneut Raketenangriff bei Lwiw

1.45 Uhr: Das Gebiet um die Großstadt Lwiw in der Westukraine ist nach ukrainischen Angaben erneut Ziel eines Luftangriffs geworden. Die Attacke am Montag habe einer MilitĂ€reinrichtung im Bezirk Jaworiw an der Grenze zu Polen gegolten, schrieb der örtliche MilitĂ€rchef Maxim Kosizkij in seinem Nachrichtenkanal im Chatdienst Telegram.

BĂŒrgermeister Andrij Sadowij betonte, es gebe keine bestĂ€tigten Informationen ĂŒber RaketeneinschlĂ€ge in der Stadt und bedankte sich bei der Luftabwehr.

Offenbar weiteres Massengrab im Zentrum von Mariupol entdeckt

23.47 Uhr: Journalisten von Radio Free Europe/Radio Svoboda haben auf Satellitenbildern der US-Firma Maxar angeblich eine weitere MassengrÀberstÀtte in der belagerten Hafenstadt Mariupol identifiziert. Sie solle sich in der NÀhe des Zentralfriedshofs der Stadt befinden. Die GrabstÀtte sei Anfang MÀrz aufgetaucht. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Selenskyj: "Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben"

23.45 Uhr: "Wir hoffen, dass wir das Leben unserer Leute retten können", sagte der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache am spÀten Montagabend. Zuvor waren ukrainischen Angaben zufolge 264 Soldaten aus dem belagerten Asowstal-Stahlwerk in Mariupo evakuiert worden. "Es gibt Schwerverletzte unter ihnen. Sie werden versorgt. Die Ukraine braucht ukrainische Helden am Leben."

Ein Bus transportiert verwundete Soldaten aus Mariupol nach Nowoasowsk: Mehr als 260 Soldaten seien aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert worden.
Ein Bus transportiert verwundete Soldaten aus Mariupol nach Nowoasowsk: Mehr als 260 Soldaten seien aus dem Asow-Stahlwerk evakuiert worden. (Quelle: Alexander Ermochenko/Reuters-bilder)

Mehr als 260 ukrainische Soldaten aus Mariupoler Stahlwerk evakuiert

23.33 Uhr: Nach wochenlanger Blockade haben gut 260 ukrainische Soldaten nach Behördenangaben das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Darunter seien 53 Schwerverletzte, teilte der ukrainische Generalstab am Montag bei Facebook mit.

Auch seien 211 weitere ukrainische KĂ€mpfer in die von russischen Truppen besetzte Ortschaft Oleniwka gebracht worden. Sie sollen spĂ€ter in einem Gefangenenaustausch zurĂŒckkehren, hieß es. Die Schwerverletzten seien in die Stadt Nowoasowsk transportiert worden. An der Evakuierung der weiteren Verteidiger des Stahlwerks Asowstal werde noch gearbeitet.

"Dank den Verteidigern von Mariupol haben wir kritisch wichtige Zeit fĂŒr die Formierung von Reserven, eine KrĂ€fteumgruppierung und den Erhalt von Hilfe von unseren Partnern erhalten", schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar bei Facebook. Alle Aufgaben zur Verteidigung von Mariupol seien erfĂŒllt worden. Ein FreikĂ€mpfen von Asowstal sei nicht möglich gewesen. Das Wichtigste sei jetzt, das Leben der Verteidiger von Mariupol zu wahren.

Ein Bus mit evakuierten Soldaten aus Mariupol erreicht Nowoasowsk: Einige der Soldaten sind schwer verwundet.
Ein Bus mit evakuierten Soldaten aus Mariupol erreicht Nowoasowsk: Einige der Soldaten sind schwer verwundet. (Quelle: Reuters-bilder)

Ukraine: Mindestens 19 Tote durch Beschuss im Donbass

23.11 Uhr: Durch russischen Beschuss auf in der Ostukraine sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen getötet worden. Durch Angriffe auf die Stadt Sewerodonezk seien mindestens zehn Menschen getötet worden, erklÀrte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gajdaj, am Montag im Messenger-Dienst Telegram. Der Gouverneur der angrenzenden Region Donezk, Pawo Kyrylenko, sprach von neun getöteten und 16 verletzten Zivilisten durch dortige russische Angriffe.

Die russischen Truppen wĂŒrden die Sewerodonezk "ohne Unterlass" bombardieren, schrieb Gajdaj. Wegen des anhaltenden Beschusses seien der Zugang zu der Gegend und die Kommunikation derzeit erheblich erschwert. Er forderte die Bewohner auf, die SchutzrĂ€ume nicht zu verlassen.

In einer frĂŒheren Mitteilung hatte Gajdaj vor Artillerieangriffen auf Sewerodonezk und die nahegelegena Stadt Lysytschansk gewarnt. Dadurch seien BrĂ€nde in Wohngebieten ausgelöst worden. "Sewerodonezk wurde hart getroffen", schrieb er und veröffentlichte Fotos der Zerstörungen. "Wir sind noch dabei, die Zahl der beschĂ€digten HĂ€user zu ermitteln."

Der BĂŒrgermeister von Sewerodonezk, Oleksander Striuk, hatte vor rund zehn Tagen erklĂ€rte, die Stadt sei von den StreitkrĂ€ften Moskaus und der pro-russischen Separatisten "praktisch eingekesselt". Seinen Angaben zufolge befanden sich noch 15.000 der ehemals 100.000 Einwohner in der Stadt.

USA und Griechenland preisen Partnerschaft in Ukraine-Krise

23 Uhr: US-PrĂ€sident Joe Biden hĂ€lt die Partnerschaft mit Griechenland angesichts der Ukraine-Krise fĂŒr wichtiger denn je. Das sagte Biden am Montag bei einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Weißen Haus in Washington. Bei Russlands Krieg in der Ukraine gehe es auch um die Bedrohung der Demokratie durch Autokraten, betonte er und verwies auf die gemeinsamen demokratischen Werte der USA und Griechenlands. Mitsotakis sagte, die Beziehungen der beiden LĂ€nder seien "auf einem Allzeit-Hoch". Das gelte nicht nur fĂŒr die militĂ€rische Zusammenarbeit, sondern etwa auch fĂŒr Handel und Investitionen.

Griechenland hatte zuletzt ein Abkommen zur militĂ€rischen Zusammenarbeit mit den USA um weitere fĂŒnf Jahre verlĂ€ngert. Die Vereinigten Staaten benutzen mehrere MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in Griechenland, von wo aus das US-MilitĂ€r sowohl im Mittelmeer als auch im Schwarzen Meer operieren und auch AusrĂŒstung an die ukrainische Grenze bringen kann.

Am Dienstag will der griechische Regierungschef eine Ansprache vor beiden Kammern des US-Kongresses halten – ein rares Privileg fĂŒr auslĂ€ndische GĂ€ste. Anlass ist das JubilĂ€um des Beginns der UnabhĂ€ngigkeitsrevolution gegen das Osmanische Reich vor 200 Jahren, das Griechenland im vergangenen Jahr gefeiert hatte.

Ukrainische Soldaten aus Asow-Stahlwerk sollen in Nowoasowsk angekommen sein

22.36 Uhr: Die aus dem Stahlwerk Asowstal in Mariupol evakuierten ukrainischen Soldaten sind nach Angaben eines Reuters-Augenzeugen in Nowoasowsk angekommen. Einige seien verwundet, berichtet dieser.

Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische KĂ€mpfer aus.
Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische KĂ€mpfer aus. (Quelle: Victor/XinHua/dpa-bilder)

Busse mit Soldaten verlassen Stahlwerk in Mariupol

21.00 Uhr: Etwa ein Dutzend Busse mit ukrainischen MilitĂ€rangehörigen verlassen das Asowstal-Stahlwerk in Mariupol. Das berichten Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters von vor Ort. Zuvor hatte Russland am Mittag eine Feuerpause und die Evakuierung ukrainischer Soldaten in die Stadt Nowoasowsk auf russisch kontrolliertem Gebiet verkĂŒndet.

Olaf Scholz: Dem Kanzler ist am Montagabend eine Sondersendung des Fernsehsenders RTL gewidmet.
Olaf Scholz: Dem Kanzler ist am Montagabend eine Sondersendung des Fernsehsenders RTL gewidmet. (Quelle: Hannibal Hanschke/Reuters-bilder)

Scholz: "MĂŒssen uns Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt"

20.28 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine Anzeichen fĂŒr ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs und warnt sogar vor einer Eskalation. "Bisher ist es leider nicht so zu erkennen, dass die Einsicht gewachsen ist, dass man das jetzt hier so schnell wie möglich beendet", sagte Scholz in der Sendung "RTL Direkt". Man mĂŒsse sich auch "Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt". Hier lesen Sie mehr zu der Sendung.

Kiew meldet Vernichtung russischer Munitionslager

19.50 Uhr: Das ukrainische MilitĂ€r hat nach eigenen Angaben russische Angriffsversuche im Osten des Landes weitgehend gestoppt und mehrere Munitionslager zerstört. "Durch den Beschuss feindlicher Depots, die in der Stadt Isjum stationiert waren, haben die VerteidigungskrĂ€fte große MunitionsbestĂ€nde vernichtet", teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Abend mit.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor vom Beginn der Evakuierung des Stahlwerks berichtet. Demnach seien schwer verletzte ukrainische KĂ€mpfer aus der Fabrik gebracht worden. Kiew hat diese Meldungen bislang nicht kommentiert. UnabhĂ€ngig konnten die Angaben beider Seiten nicht ĂŒberprĂŒft werden.

Finnische Botschafterin: Russische Reaktion auf Nato-Beitrittswunsch "eigentlich milde"

18.45 Uhr: Die finnische Botschafterin in Deutschland, Anne SipilĂ€inen, zeigt sich wenig ĂŒberrascht von Drohungen Moskaus wegen des angestrebten Nato-Beitritts ihres Landes. Entsprechende Warnungen gebe es seit Jahren, sagt sie dem Fernsehsender Welt einer redaktionellen Fassung zufolge. Finnland sei "seit Jahren und Jahrzehnten" sehr gut vorbereitet auf alle möglichen Bedrohungen. "Und das ist eigentlich jetzt ĂŒberraschend ruhig gewesen. Und die Reaktionen waren eigentlich milde bis jetzt."

Die Mitgliedschaft Finnlands in der Nato werde das Land wie auch umgekehrt die Allianz stÀrken. "Wir werden einen stÀrkeren, stabileren Norden bekommen."

Ukraine: Mindestens zehn Zivilisten durch russischen Beschuss getötet

18.32 Uhr: Mindestens zehn Zivilisten sind bei der Beschießung von Siewierodonezk im Osten der Ukraine getötet worden. Das teilt der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Gaidai, mit. Zuvor hat er erklĂ€rt, dass durch die schweren Angriffe BrĂ€nde in Wohngebieten der Stadt ausgebrochen seien.

USA: Ukraine Truppen drĂ€ngen russische Armee bei Charkiw zurĂŒck

17.42 Uhr: Ukrainische Truppen haben russische Einheiten bei Charkiw zurĂŒckgedrĂ€ngt, erklĂ€rt ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Die ukrainischen VerbĂ€nde seien bis auf eine Entfernung von drei bis vier Kilometern an die russische Landesgrenze im Nordosten der Ukraine herangerĂŒckt.

Ukraine: Russischer Angriff trifft Lager mit hoch entzĂŒndlichem Ammoniumnitrat

16.49 Uhr: Ein russischer Angriff hat in der Region um die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ein Lager mit hoch entzĂŒndlichem Ammoniumnitrat getroffen. Der Gouverneur der Nachbarregion Donezk teilte im Messengerdienst Telegram ein Foto einer orangefarbenen Rauchwolke ĂŒber Feldern, ergĂ€nzte aber, die Explosion stelle "keine Gefahr fĂŒr die örtliche Bevölkerung dar".

Der Gouverneur teilte weiter mit, dass ein "russisches Geschoss" das Lager getroffen habe. Die RauchsĂ€ule ĂŒber dem Depot wirke zwar erschreckend, es gebe aber keinen Grund zur Panik.

Lukaschenko fordert StĂ€rkung von östlichem MilitĂ€rbĂŒndnis

16.19 Uhr: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine die StĂ€rkung eines von Russland gefĂŒhrten MilitĂ€rbĂŒndnisses als Gegengewicht zur Nato gefordert. "Die (Organisation des Vertrags ĂŒber kollektive Sicherheit) OVKS muss ihren Status im internationalen System der Kontrolle und Gewaltenteilung massiv festigen", sagte Lukaschenko laut der belarussischen Nachrichtenagentur Belta bei einem Treffen der Allianz in Moskau. Russland könne nicht allein gegen die Nato-Erweiterung kĂ€mpfen, fĂŒgte er hinzu.

Der oft als "letzter Diktator Europas" kritisierte Lukaschenko rechtfertigte die russische Invasion in die Ukraine mit der AufrĂŒstung der Nato in Osteuropa und deren AktivitĂ€ten in der Ukraine.

Der OVKS gehören neben Russland und Belarus auch die Ex-Sowjetrepubliken Armenien, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan an. Dem russischen Krieg gegen die Ukraine haben sich die Armeen der anderen LĂ€nder, darunter auch Belarus, bislang aber nicht angeschlossen. Der russische Angriff erfolgte aber teils auch von belarussischem Territorium aus. Der Westen hat deshalb nicht nur gegen Moskau, sondern auch gegen Minsk Sanktionen verhĂ€ngt. Erst am Sonntag hatte die belarussische FĂŒhrung den Schaden der Sanktionen auf 16 bis 18 Milliarden Dollar beziffert.

Schweden will der Nato beitreten

15.51 Uhr: Es sei eine neue Ära fĂŒr ihr Land, sagt die MinisterprĂ€sidentin: Schweden will wie Finnland, möglichst schnell der Nato beitreten. Russland warnte die beiden nordischen LĂ€nder vor dem Schritt. Hier lesen Sie mehr.

Russland meldet Einigung auf Waffenruhe in Asowstal-Werk

15.24 Uhr: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben sich Russland und die Ukraine auf eine Waffenruhe fĂŒr das seit Wochen umkĂ€mpfte Asow-Stahlwerk in Mariupol geeinigt. Eine BestĂ€tigung seitens der ukrainischen Seite gibt es derzeit allerdings nicht. Auf dem umstellten, weitlĂ€ufigen WerksgelĂ€nde harren mutmaßlich seit Wochen zahlreiche ukrainische KĂ€mpfer teils verletzt und unter widrigsten Bedingungen aus.

Die Vereinbarung zur Evakuierung verletzter ukrainischer Soldaten ist laut russischen Angaben mit im Asow-Stahlwerk "blockierten Vertretern des ukrainischen MilitĂ€rs" erzielt worden. Nach eigener Darstellung soll es einen Korridor fĂŒr verwundete ukrainische Soldaten geben – allerdings nicht in ukrainisch kontrolliertes Gebiet, sondern in die Stadt Nowoasowsk, die von von russischen und prorussischen KĂ€mpfern kontrolliert wird. Dort sollen sie nach russischen Angaben medizinisch versorgt werden.

Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische KĂ€mpfer aus.
Das Asowstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol: Hier harren schon seit Wochen zahlreiche ukrainische KĂ€mpfer aus. (Quelle: Victor/XinHua/dpa-bilder)

Insider: EU plant neues Finanzpaket fĂŒr Ukraine

13.48 Uhr: Die EU-Kommission wird Insidern zufolge am Mittwoch ein neues Paket mit Finanzhilfen fĂŒr die Ukraine vorschlagen. Dazu gehören neue Darlehen fĂŒr die LiquiditĂ€t sowie Zusagen fĂŒr die langfristige Finanzierung des Wiederaufbaus des Landes, wie zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagen. Der Umfang der kurzfristigen Hilfen werde noch eruiert, allerdings dĂŒrfte der Finanzbedarf der Ukraine fĂŒr zwei Monate weitgehend durch Kredite gedeckt werden, verlautet weiter.

An anderer Stelle heißt es, das Geld werde aus dem EU-Haushalt und von den EU-Regierungen kommen, nicht aber durch die Ausgabe gemeinsamer, vom EU-Haushalt gedeckter Anleihen. Die EU-Kommission lehnt einen Kommentar dazu ab. Der Internationale WĂ€hrungsfonds (IWF) hat im April geschĂ€tzt, dass die Ukraine mindestens drei Monate lang rund fĂŒnf Milliarden Dollar pro Monat benötige, um das durch den Einmarsch Russlands verursachte unmittelbare finanzielle Defizit zu decken.

Interview: "Putin will beweisen, dass er nicht außer Kontrolle ist"

13.46 Uhr: Russland bekriegt die Ukraine, ein noch grĂ¶ĂŸerer Konflikt könnte dem Westen allerdings mit Peking drohen. Warum China aber zurzeit schwĂ€cher ist, als es StaatsprĂ€sident Xi Jinping wĂŒnscht, erklĂ€rt Experte Klaus MĂŒhlhahn im t-online-Interview.

Ukraine: Haben russischen Einfall in Region Sumy abgewehrt

12.07 Uhr: Ukrainische Grenztruppen haben einen Einfall russischer Sabotage- und AufklĂ€rungseinheiten in die im Nordosten gelegene Region Sumy abgewehrt. Die russischen Soldaten seien unter Feuerschutz vorgerĂŒckt, teilte der Gouverneur der Region Sumy, Dmytro Schywytzki auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Sie hĂ€tten sich aber zurĂŒckgezogen, als ukrainische KrĂ€fte das Feuer erwidert hĂ€tten. Die Angaben ließen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

Kurz nach Beginn ihrer Invasion am 24. Februar waren russische Truppen in Sumy eingerĂŒckt. Die ukrainischen Einheiten ĂŒbernahmen am 8. April wieder die Kontrolle ĂŒber das Gebiet.

Scholz will weiter GesprÀch mit Russland suchen

11.44 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz will einem Regierungssprecher zufolge, weiter das GesprÀch mit Russland suchen. Die Situation sei sehr schwierig, es gebe viel Leid und Tote. "Da will man nichts unversucht lassen."

Erneut Verletzte nach russischem Raketenangriff bei Odessa

10.48 Uhr: Durch einen russischen Raketenangriff in der NĂ€he der Hafenstadt Odessa im SĂŒden der Ukraine ist ukrainischen MilitĂ€rangaben zufolge eine touristische Unterkunft zerstört worden. Das Kommando SĂŒd der ukrainischen StreitkrĂ€fte berichtete am Montag von mindestens drei verletzten Zivilisten. Zudem sei Feuer ausgebrochen. Ziel war demnach eine zuvor schon angegriffene und beschĂ€digte BrĂŒcke ĂŒber der MĂŒndung des Flusses Dnister. Von russischer Seite gab es zunĂ€chst keine BestĂ€tigung.

Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete unterdessen mehr als 100 Luftangriffe auf militĂ€rische Infrastruktur in der Ukraine in der Nacht zu Montag. Zudem seien Raketen auf mehr als 300 Ziele abgefeuert worden, sagte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Die Angaben konnten zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.

Russland: Nato-Beitritte wĂŒrden "weltweite Lage radikal Ă€ndern"

9.11 Uhr: Ein Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands wĂ€re nach EinschĂ€tzung der russischen Regierung ein Fehler mit weitreichenden Konsequenzen. Ein solcher Schritt wĂŒrde die weltweite Lage radikal Ă€ndern, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Schweden und Finnland sollten sich keine Illusionen darĂŒber machen, dass Russland ihre Entscheidung so einfach hinnehmen wĂŒrde, sagt Rjabkow. In den beiden skandinavischen LĂ€ndern beraten im Laufe des Tages die Parlamente ĂŒber die VorschlĂ€ge der Regierungen, dem westlichen MilitĂ€rbĂŒndnis beizutreten.

Ukrainer ĂŒberlebt Hinrichtung durch Russen – seine BrĂŒder nicht

8.35 Uhr: Im Haus befand sich eine Uniform der ukrainischen Armee – das war das Todesurteil fĂŒr Mykola und seine BrĂŒder. Doch der junge Mann hatte GlĂŒck und konnte seinem Grab wieder entsteigen. Hier lesen Sie die ganze Geschichte.

Mykola Kulichenko an dem Grab, das russische Soldaten fĂŒr ihn und seine BrĂŒder geschaufelt hatten: "Eugen wurde zuerst erschossen und in die Grube geworfen".
Mykola Kulichenko an dem Grab, das russische Soldaten fĂŒr ihn und seine BrĂŒder geschaufelt hatten: "Eugen wurde zuerst erschossen und in die Grube geworfen". (Quelle: Screenshot/Youtube@SuspilÊčneChernihiv)

Ukraine bereitet sich auf verstÀrkte russische Angriffe im Donbass vor

7.37 Uhr: Die Ukraine bereitet sich auf eine neue russische Offensive im Osten des Landes vor. Nach dem RĂŒckzug russischer Einheiten rund um Charkiw wĂŒrden nun weitere Soldaten in den Donbass verlegt, sagte der ukrainische PrĂ€sidentenberater Oleksij Arestowitsch. Die Ukraine bereite sich auf "neue Angriffsversuche" der russischen Armee im Donbass vor, die darauf abzielten, "ihre Bewegungen in den SĂŒden der Ukraine zu verstĂ€rken", sagte PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Montag in einer Videobotschaft.

"Die Besatzer wollen immer noch nicht zugeben, dass sie sich in einer Sackgasse befinden und ihre sogenannte Sonderoperation bereits gescheitert ist", fĂŒgte er hinzu.

Ukrainische Truppen stoßen von Charkiw bis zur Grenze vor

5 Uhr: Ukrainische Truppen melden einen symboltrĂ€chtigen Erfolg bei ihrer Gegenoffensive im östlichen Gebiet Charkiw: Sie sind zumindest an einer Stelle bis zur Grenze zu Russland vorgestoßen. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte in der Nacht zu Montag ein Video mit einem Dutzend Soldaten neben einem Grenzpfahl in den Nationalfarben Blau und Gelb. Sie gehören den Angaben zufolge zu einer Freiwilligenbrigade aus der Stadt Charkiw. Hier lesen Sie den Überblick aus der Nacht.

Gasverteilerstationen in Charkiw wieder in Betrieb

3.09 Uhr: Die Ukraine kann den Gastransit in zwei Verteilerstationen wieder aufnehmen. Der Betreiber des ukrainischen Gastransitsystems teilte mit, dass zwei Knotenpunkte in der Region Charkiw nach der Reparatur von kriegsbedingten SchÀden an der Hauptgasleitung wieder in Betrieb seien und die Gasversorgung sichergestellt sei. Etwa 54 Gasverteilerstationen in sieben Regionen der Ukraine blieben weiterhin abgeschaltet.

Bericht: Sanktionen richten in Belarus Schaden in Milliardenhöhe an

2.47 Uhr: Die westlichen Sanktionen gegen Belarus verursachen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Belta AusfÀlle in Milliardenhöhe. "Aufgrund der Sanktionen sind fast alle belarussischen Exporte in die LÀnder der EuropÀischen Union und nach Nordamerika blockiert", zitiert Belta Regierungschef Roman Golowtschenko aus einer Abschrift eines Interviews mit dem in Dubai ansÀssigen Fernsehsender Al-Arabija. Der Schaden belaufe sich "auf etwa 16 bis 18 Milliarden Dollar pro Jahr".

Brennende Geschosse regnen auf Asowstal-Stahlwerk nieder

00.37 Uhr: Auf das Stahlwerk Asowstal in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol gehen einem auf Telegram veröffentlichten Video zufolge Brandbomben nieder. Weiße, hell glĂŒhende Geschosse sind auf einem Video zu sehen, das Alexander Chodakowski, ein Kommandeur der prorussischen selbsternannten Republik Donezk, am Sonntag auf Telegram veröffentlicht. Reuters konnte nicht sofort feststellen, welche Art von Munition eingesetzt und wann das Video aufgenommen wurde. Ein britischer MilitĂ€rexperte sagt, es sehe aus wie ein Angriff mit Phosphor- oder Brandwaffen.

Nach Angaben der Ukraine harren noch rund 600 Soldaten in dem Werk aus, von denen 40 schwer verletzt sind. Weißes Phosphor wird eingesetzt, um Rauchschwaden zu erzeugen, Ziele zu markieren oder Bunker und GebĂ€ude in Brand zu setzen. Phosphorwaffen sind nach den internationalen Übereinkommen offiziell nicht verboten, Menschenrechtsgruppen fordern allerdings ein Verbot des Einsatzes wegen der schwersten Verbrennungen, die sie verursachen.

Hackerangriff auf Stadtverwaltung von Lwiw

0 Uhr: Die Stadtverwaltung der westukrainischen Stadt Lwiw ist Ziel eines Cyberangriffs mutmaßlich russischer Hacker geworden. Durch die Attacke am Freitag seien einige stĂ€dtische Dienstleistungen nicht mehr verfĂŒgbar gewesen, schrieb Vize-BĂŒrgermeister Andrij Moskalenko bei Facebook. Ein Teil davon sei bis Sonntag wiederhergestellt worden.

Die Angreifer hĂ€tten auch interne Informationen der Stadtverwaltung erbeutet, die danach in "feindlichen" InformationskanĂ€len beim Chatdienst Telegram veröffentlicht worden seien, schrieb Moskalenko. Russland fĂŒhre auch Angriffe an der "IT-Front" und man mĂŒsse offline wie online vorsichtig sein.

Die Ukraine steht schon lange im Visier von Hackergruppen, die von westlichen IT-Sicherheitsexperten dem Umfeld russischer Geheimdienste zugerechnet werden. Mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar wurde auch eine Eskalation der Cyberattacken erwartet, doch bisher blieben große Schlagzeilen dazu aus.

Gouverneur: Ukraine kontrolliert weiter zehn Prozent von Luhansk

21.23 Uhr: Ungeachtet schwerer russischer Angriffe kontrolliert die ukrainische Armee Angaben des regionalen Gouverneurs zufolge weiter rund zehn Prozent des ostukrainischen Gebiets Luhansk. Insbesondere die Außenbezirke der StĂ€dte Rubischne, Sjewjerodonezk und Lyssytschansk hĂ€tten die Russen bislang nicht einnehmen können, teilte Serhij Hajdaj mit.

Moskau hatte in der vergangenen Woche erklÀrt, dass prorussische Separatisten mit Hilfe der russischen Armee knapp elf Wochen nach Kriegsbeginn bis an die Verwaltungsgrenzen von Luhansk vorgedrungen seien. Hajdaj bezeichnete diese Aussagen damals als "Fantasie".

Ein prorussischer Soldat in Popasna in Luhansk: Laut dem Gouverneur kontrolliert die Ukraine noch 10 Prozent des Gebiets.
Ein prorussischer Soldat in Popasna in Luhansk: Laut dem Gouverneur kontrolliert die Ukraine noch 10 Prozent des Gebiets. (Quelle: Alexander Galperin/SNA/imago-images-bilder)

Eingeschlossene KĂ€mpfer in Mariupol: Kein Wasser, keine Medikamente

20.17 Uhr: Seit Wochen harren ukrainische KĂ€mpfer im belagerten Asowstal-Werk in Mariupol aus. Ihre Ehefrauen bleiben mit ihnen in Kontakt – und berichten nun von katastrophalen ZustĂ€nden. Mehr dazu hier.

Gouverneur: Tote durch Beschuss in ostukrainischem Sjewjerodonezk

19.40 Uhr: In der ostukrainischen Stadt Sjewjerodonezk sind offiziellen Angaben zufolge zwei Menschen infolge von russischem Beschuss gestorben. Bei den Angriffen am Samstag sei ein Haus getroffen worden, teilte der MilitĂ€rgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. Der Artilleriebeschuss sei auch in den vergangenen Stunden weitergegangen, schrieb Hajdaj im sozialen Netzwerk Telegram. Zuvor hatte er bereits ĂŒber neun Verletzte infolge von Angriffen auf ein Krankenhaus gesprochen. Die Angaben konnten zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒft werden.

Stoltenberg: "Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen"

16.42 Uhr: Nato-GeneralsekretĂ€r Jens Stoltenberg hĂ€lt eine Niederlage Russlands im Krieg gegen die Ukraine fĂŒr möglich. "Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen", sagte der Norweger am Sonntag nach Beratungen der Außenminister der 30 BĂŒndnisstaaten in Berlin. Der Krieg in der Ukraine verlaufe fĂŒr Moskau nicht wie geplant. So sei die Offensive im Donbass ins Stocken geraten und die Russen zögen sich aus der Gegend um Charkiw zurĂŒck. Zudem sei die geplante Eroberung Kiews gescheitert.

"Russland erreicht seine strategischen Ziele nicht", ergÀnzte Stoltenberg. Die Ukraine stehe noch immer und die Nato sei stÀrker denn je.

USA: Ukraine bringt amerikanische Haubitzen an die Front

16.15 Uhr: Die Ukraine hat nach US-Angaben zahlreiche neue US-Haubitzen vom Typ M-777 an die Frontlinien gebracht. Das twittert die US-Botschaft in Kiew. 89 der 90 zugesagten GeschĂŒtze seien inzwischen geliefert. Die Lieferungen der M-777 waren als wichtig angesehen worden, weil sie eine lange Reichweite und eine hohe Treffgenauigkeit haben.

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IW-Chef wertet russischen Krieg gegen Ukraine als "ökonomischen Selbstmord"

15.53 Uhr: Mit dem Krieg gegen die Ukraine raubt der russische PrĂ€sident Wladimir Putin seinem Land nach Überzeugung des Wirtschaftsforschers Michael HĂŒther sĂ€mtliche Perspektiven. "Russland begeht mit dem Krieg in der Ukraine ökonomischen Selbstmord", sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Russland werde außerdem "politisch degradiert" und erreiche seine militĂ€rischen Ziele nicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Russland will mehr als 3.000 ukrainische Panzer zerstört haben

14.58 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben ukrainische Stellungen im Osten des Landes beschossen. Dabei seien Kommandozentralen und Waffenlager ins Visier genommen worden, teilt das Verteidigungsministerium mit. Zudem seien zwei Raketenabwehrsysteme vom Typ S-300 und eine Radarstation in der Region Sumy im Nordosten des Landes zerstört worden.

Insgesamt habe Russland seit Beginn der MilitÀroperation 165 ukrainische Flugzeuge, 125 Hubschrauber, 879 unbemannte Luftfahrzeuge, 306 Raketen-Systeme zur Flugabwehr sowie 3.098 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge zerstört.

Zerstörter ukrainischer Panzer: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen neben Tausenden Panzern auch Hunderte ukrainische Hubschrauber, Flugzeuge und weitere Waffen zerstört worden sein.
Zerstörter ukrainischer Panzer: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sollen neben Tausenden Panzern auch Hunderte ukrainische Hubschrauber, Flugzeuge und weitere Waffen zerstört worden sein. (Quelle: Ken Cedeno/UPI Photo/imago-images-bilder)

TĂŒrkei stellt Forderungen fĂŒr Nato-Beitritt Schweden und Finnlands

14.55 Uhr: Die TĂŒrkei fordert fĂŒr ein Ja zur Aufnahme Schwedens und Finnlands in die Nato Sicherheitsgarantien, wie Außenminister MevlĂŒt ÇavuƟoğlu sagt. Zudem mĂŒssten ExportbeschrĂ€nkungen aufgehoben werden. DarĂŒber hinaus sollten beide LĂ€nder damit aufhören, Terrorismus zu unterstĂŒtzen.

GrundsĂ€tzlich unterstĂŒtze die TĂŒrkei aber den Nato-Ansatz der "offenen TĂŒr".

Animation zeigt, wo Russland im Krieg das meiste Geld verdient

14.06 Uhr: Es ist ein Dilemma: Nach Beginn des Krieges in der Ukraine wollten sich viele LĂ€nder von Russland distanzieren, doch zu groß ist die AbhĂ€ngigkeit von russischen Rohstoffen. Dieses Video zeigt, wie sich der Kreml den Krieg weiter finanziert.

Phosphorbomben in Mariupol? "Hölle ist auf die Erde gekommen"

9.54 Uhr: Russland hat das Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben mit Phosphorbomben beschossen. "Die Hölle ist auf die Erde gekommen. Zu Azovstal", schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Solche Brandbomben entzĂŒnden sich durch Kontakt mit Sauerstoff und richten verheerende SchĂ€den an. Ihr Einsatz ist verboten. Die Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig bestĂ€tigt werden.

Andrjuschtschenko veröffentlichte dazu ein Video mit Luftaufnahmen, auf denen ein Feuerregen zu sehen ist, der auf das Stahlwerk niedergeht. Auf den zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒfbaren Aufnahmen unklarer Herkunft war zudem Artilleriebeschuss der Industriezone zu sehen.

Zerstörung in Mariupol: Die Ukraine wirft Russland vor, Phosphorbomben eingesetzt zu haben.
Zerstörung in Mariupol: Die Ukraine wirft Russland vor, Phosphorbomben eingesetzt zu haben. (Quelle: Uncredited/AP/dpa-bilder)

Andrjuschtschenko veröffentlichte zudem Bilder, die Aufschriften auf Bomben zeigen. Demnach soll das russische MilitĂ€r damit auf den Sieg der Ukraine beim Eurovision Song Contest (ESC) reagiert haben. Es war zunĂ€chst nicht klar, woher diese Fotos stammten. Auf den mutmaßlichen Bomben war demnach auf Russisch zu lesen: "Kalusha, wie gewĂŒnscht! Auf Asowstal" und auf Englisch "Help Mariupol – Help Azovstal right now" (auf Deutsch: Helft Mariupol – Helft Asowstal sofort) mit dem Datum 14. Mai. Der SĂ€nger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der BĂŒhne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

In Hasskommentaren war zu lesen, die Phosphorbomben seien der russische Gruß zum ESC-Sieg. Russische Medien berichteten in der Nacht zum Sonntag zwar von dem Sieg, anders als in den Vorjahren durfte das Staatsfernsehen die Show aber nicht zeigen. Russland ist wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom ESC ausgeschlossen.

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Großbritannien: Große Verluste bei russischen Bodentruppen

9.30 Uhr: Britische MilitĂ€rgeheimdienste schĂ€tzen, dass Russland möglicherweise rund ein Drittel der im Februar fĂŒr die Invasion der Ukraine aufgestellten Bodentruppen verloren hat. "Trotz kleiner anfĂ€nglicher VorstĂ¶ĂŸe hat Russland in den vergangenen Monaten keine substanziellen Territorialgewinne verzeichnet, wĂ€hrend es kontinuierlich hohe Verluste hinnehmen musste", schrieb das britische Verteidigungsministerium auf Twitter.

Gouverneur: Raketenangriff auf Region Lwiw

7.20 Uhr: Am Sonntagmorgen hat es ukrainischen Behörden zufolge einen Raketenangriff in der Region Lwiw gegeben. Wie der dortige Gouverneur, Maxim Kosizki, auf dem Messengerdienst Telegram mitteilte, wurde militĂ€rische Infrastruktur getroffen. Ob dabei auch Menschen getötet oder verletzt wurden, sei noch unklar. Auch das Ausmaß der Zerstörungen mĂŒsse erst noch ermittelt werden. Lwiw liegt im Westen der Ukraine unweit der polnischen Grenze.

Großbritannien: Russische Offensive im Donbass stockt

7.53 Uhr: Britische MilitĂ€rgeheimdienste sehen die russische Offensive im Donbass weit hinter dem ursprĂŒnglichen Zeitplan. "Unter den gegenwĂ€rtigen Bedingungen ist es unwahrscheinlich, dass Russland seinen Vorstoß in den kommenden 30 Tagen dramatisch beschleunigen kann", erklĂ€rte das britische MilitĂ€r in seinem Lagebericht auf Twitter.

Außenminister der Ukraine: "Sie töten, vergewaltigen und zerstören"

7.01 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geĂ€ußert. "Es gibt nichts Schlechtes an einem Waffenstillstand, wenn er der erste Schritt hin zu einer Lösung wĂ€re, wo das ukrainische Staatsgebiet befreit wird", sagte Kuleba am Samstagabend in einem Interview mit Bild TV. "Wir werden uns aber nicht damit abfinden, dass es eine Teilabtrennung von Territorium gibt." Er hob hervor: "Wir sind bereit fĂŒr Diplomatie, aber wir werden es nicht zulassen, dass Diplomatie einfach unser Leiden verlĂ€ngert und die nĂ€chste Phase des Krieges einfach nur vertagt."

Die Deutschen rief Kuleba auf, die Folgen der Sanktionen gegen Russland in Kauf zu nehmen: "Manchmal ist es gĂŒnstiger, einem anderen zu helfen und eine kurze Zeit der Entbehrung auszuhalten, anstatt zu Hause zu sitzen, fernzusehen und nichts zu machen, einfach zuzulassen, dass das Problem letztendlich an die eigene TĂŒr klopft." Die Ukraine habe einen fairen Deal vorgeschlagen: "Gebt uns alles, was wir brauchen, und wir werden Russland einhegen und in der Ukraine besiegen, damit sie niemals bei euch an die TĂŒr klopfen."

Dmytro Kuleba: Der ukrainische Außenminister hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geĂ€ußert.
Dmytro Kuleba: Der ukrainische Außenminister hat sich skeptisch zu einem Waffenstillstand mit Russland geĂ€ußert. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Kuleba verurteilte zudem die russische KriegsfĂŒhrung auf das SchĂ€rfste: "Was mich ĂŒberrascht hat: Wie rĂŒcksichtslos sie sind, wie viele Grausamkeiten sie begehen. Sie können keinen fairen Krieg kĂ€mpfen und gewinnen, deswegen töten sie, vergewaltigen sie und zerstören sie." Kuleba fĂŒgte hinzu: "In der Ukraine nennen wir Russen nicht einmal Tiere, denn Tiere benehmen sich besser als Russen."

Gleichzeitig zeigte sich der ukrainische Außenminister siegesgewiss. Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin habe sich verschĂ€tzt. "Er hat die Menschen in der Ukraine falsch eingeschĂ€tzt, und die Freunde, die weltweit an unserer Seite stehen."

Zerstörungen in Irpin: Der Angriffskrieg dauert nun bereits fast drei Monate.
Zerstörungen in Irpin: Der Angriffskrieg dauert nun bereits fast drei Monate. (Quelle: Ahmed Jadallah/Reuters-bilder)

Die Ereignisse der Nacht – ein Überblick

5.30 Uhr: In der Ukraine wird der Sieg gefeiert – beim ESC. Im Donbass gehen derweil die KĂ€mpfe weiter. Prorussische Parteien werden bald verboten. Die Ukraine möchte kein Territorium bei einem Waffenstillstand hergeben.

So können Sie fĂŒr die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fĂŒhlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl an Hilfsorganisationen.

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