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Putin sucht verzweifelt frische Soldaten

Von Martin Küper

Aktualisiert am 18.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Prorussische Kämpfer in der Region Donezk: Inzwischen sucht die russische Armee im ganzen Land erfahrene Militärs.
Prorussische Kämpfer in der Region Donezk: Inzwischen sucht die russische Armee im ganzen Land erfahrene Militärs. (Quelle: Sergei Bobylev)
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Sein Krieg gegen die Ukraine läuft alles andere als nach Plan, doch vor einer allgemeinen Mobilisierung schreckt Putin bislang zurück. Stattdessen zieht Russlands Armee jetzt Veteranen und Reservisten ein.

Mit unerfahrenen 18-Jährigen kann Putin seinen Krieg gegen die Ukraine nicht gewinnen, das scheint auch dem Kremlchef klar zu sein. Statt in einer allgemeinen Mobilmachung junge Rekruten einzuziehen, setzt die russische Armee nun offenbar verstärkt auf Reservisten und Veteranen – die Hinweise auf eine heimliche Mobilisierung häufen sich.

Auch in Friedenszeiten kann die russische Armee bestimmte Personen zum Dienst heranziehen, wie der Menschenrechtler Pawel Tschikow BBC Russland erklärt. Das können Männer über 27 Jahre sein, Frauen mit militärischen Spezialfähigkeiten, Absolventen einer Militärakademie oder Rekruten, die bei einer früheren Gelegenheit ausgemustert wurden. Schon seit Anfang März schickten die Rekrutierungsämter Vorladungen an Reservisten, berichtet der britische Sender: Ein Militäranwalt spricht von mehr als 1.000 Mandanten, die sich der Einberufung entziehen wollen.

Russlands Armee lockt mit "Selbstverwirklichung"

Laut BBC Russland arbeitet die Armee mit finanziellen Anreizen, aber auch mit Druck: "Stabilität, reichlich Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, ein angemessener Lebensstandard und ein hoher sozialer Status", wurden einem Mann in der Region Twer bei Moskau versprochen, wenn er sich für drei Monate als Zeitsoldat verpflichtet. Umgerechnet fast 2.000 Euro Sold wurden ihm angeboten, doch nach einer früheren Erfahrung weigerte sich der Mann, berichtet seine Mutter: "Er sagte, er würde sich nie wieder an die Armee wenden."

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In anderen Fällen werden die Adressaten der Rekrutierungsschreiben aufgefordert, sich im örtlichen Einberufungsamt zur "militärischen Registrierung" einzufinden. Konsequenzen für jene, die nicht erscheinen, scheint es aber nicht zu geben: BBC Russland hat mit mehreren Empfängern gesprochen, die ihre Schreiben einfach entsorgt haben, ohne dass die Armee sie weiter belästigt hätte.

Armee schickt Rekruten unter Vorwänden in die Ukraine

Wer den Anweisungen folgt, findet sich dann aber schnell in der Ukraine wieder – häufig unter falschen Vorwänden. Gefangene russische Soldaten berichteten dem ukrainischen Geheimdienst schon Anfang April, wie sie in den Krieg hineingelockt wurden: In den Rekrutierungsbüros sei ihnen gesagt worden, sie würden in der Ukraine humanitäre Hilfe leisten und beim Wiederaufbau helfen. Stattdessen seien sie umgehend an die Front im Donbass geschickt worden, wo ukrainische Truppen sie gefangen nahmen.

Inzwischen zielten die Rekrutierungsversuche stärker auf ältere, erfahrene Militärs, berichtet der Antikriegsaktivist Igor Sushko unter Berufung auf Insider in Moskau. Angefragt würden vor allem Spezialisten verschiedener Truppenteile, um die in der Ukraine ausgefallenen Soldaten zu ersetzen. Rekrutiert werde in ganz Russland, es gehe um Tausende Posten, die neu besetzt werden müssten. Allein beim Desaster am Siwerskyj Donez soll Russland Hunderte Soldaten verloren haben – darunter viele Fachleute wie Pioniere, Ingenieure und Logistiker.

Staatsunternehmen suchen Personal mit Kriegserfahrung

Doch die russische Armee nutzt nicht nur die eigenen Kanäle, um Personal zu finden. In Stellenportalen werben russische Staatsunternehmen derzeit gezielt nach Personen mit Kriegserfahrung, militärischem Training und der Bereitschaft, sich rekrutieren zu lassen, berichtet das unabhängige russische Portal "Sota".

Die Stellenanzeigen schalteten Unternehmen, die eigentlich nichts mit der Armee zu tun haben: die Post, ein Finanzamt bei Moskau, ein Krankenhaus in Belgorod nahe der ukrainischen Grenze und ein Flughafen in der Region Kamtschatka im äußersten Osten Russlands. Auch Polizeistationen geben laut "Sota" solche Anzeigen auf, allerdings mit dem Hinweis, dass Bewerber nicht für die Armee rekrutiert würden.

Zugleich wächst offenbar der Widerstand in Russland gegen die Rekrutierungsversuche der Armee. So habe es allein in dieser Woche vier Brandanschläge auf Büros der Armee gegeben, berichtet die russische Forscherin Maria Snegowaja auf Twitter. Seit Kriegsbeginn zählt sie elf solcher Vorfälle, die teilweise von Überwachungskameras dokumentiert wurden.

Frauen fordern Auskunft über eingezogene Ehemänner

Die Furcht vor Widerstand aus der Bevölkerung könnte ein wichtiges Motiv sein, warum der Kreml bislang vor einer allgemeinen Mobilisierung zurückschreckt. Dieses Video aus dem russisch besetzten Luhansk soll zeigen, wie die Ehefrauen eingezogener Männer den "Außenminister" der selbsternannten "Volksrepublik Luhansk" bedrängen und Auskunft über den Verbleib ihrer Liebsten verlangen:

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In den besetzten Gebieten in der Ostukraine arbeitet die russische Armee offenbar schon länger mit Zwangsrekrutierungen. Einwohner der Region berichten, dass Männer zwischen 18 und 55 Jahren gegen ihren Willen von der Straße weg eingezogen und in den Krieg gegen ihre Landsleute geschickt würden. Der ukrainische Außenminister Dmitri Kuleba sprach von einem "Versuch, die Ukraine durch die Hände der Ukrainer selbst zu zerstören".

Prorussische Separatisten haben die östlichen Teile der ukrainischen Bezirke Luhansk und Donezk schon 2014 besetzt und dort unabhängige "Volksrepubliken" ausgerufen. Kurz vor Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar erkannte Kremlchef Putin die Gebiete als unabhängig an. Seit Mitte April konzentrieren sich die Angriffe der russischen Armee auf den Osten des Landes und die Ausweitung der Gebiete der "Volksrepubliken".

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Von Patrick Diekmann, Madrid
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