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"Nach schwierigen Zeiten wird er immer krank"

Von t-online, MaM

Aktualisiert am 19.06.2022Lesedauer: 4 Min.
Wolodymyr Selenskyj und Olena Selenska im Juli 2019: "Ich konnte nicht glauben, dass es passieren würde. Ich hatte nicht einmal meinen Pass parat."
Wolodymyr Selenskyj und Olena Selenska im Juli 2019: "Ich konnte nicht glauben, dass es passieren würde. Ich hatte nicht einmal meinen Pass parat." (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)
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Die Frau des ukrainischen Präsidenten gilt als Ziel Nummer zwei des russischen Angriffs – gleich nach Selenskyj selbst. Nun gibt Olena Selenska in einem Interview tiefe Einblicke.

In der Ferne hörte sie das dumpfe Grollen des nahenden Krieges. Als Olena Selenska, die Frau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 24. Februar 2022 erwacht, trifft sie ihren Mann im Nebenzimmer an. "Es hat begonnen", sagt Selenskyj zu ihr. Und Selenska weiß, was zu tun ist: Die Sachen packen. Sich und ihre beiden Kinder in Sicherheit bringen. "Ich konnte nicht glauben, dass es passieren würde. Ich hatte nicht einmal meinen Pass parat." Das erzählt sie im Interview mit der britischen Zeitung "The Guardian".

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Doch auch die Kinder hätten bereits geahnt, was geschieht: Die 17-jährige Oleksandra und der neunjährige Kyrylo seien schon angezogen gewesen, als Selenska in ihr Zimmer ging. "Es war ein surreales Gefühl … als würde ich ein Computerspiel spielen und bestimmte Level bestehen müssen, um wieder zu Hause zu sein", sagt Selenska.

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Aber sie habe sich zusammengehalten. Den ganzen Tag habe sie ein "seltsames Lächeln" auf dem Gesicht gehabt – im Versuch, sich vor ihren Kindern die Panik nicht anmerken zu lassen, die in ihr hochstieg. "Wir folgten einfach den Anweisungen der Sicherheitskräfte und gingen dorthin, wo es uns gesagt wurde", sagt sie.

"Je weniger ich sage, desto sicherer bin ich",

Wohin, verrät Selenska nicht, denn obwohl sie mittlerweile wieder in Kiew ist, ist die Situation angespannt. "Je weniger ich sage, desto sicherer bin ich", erklärt sie. Das ist ihr wichtig, denn sie ist sich im Klaren darüber, dass die Angreifer sie als Druckmittel auf Selenskyj gebrauchen könnten. Doch soweit wolle sie es nicht kommen lassen. "Ich möchte nicht, dass er sich zwischen seiner Familie und seinen Aufgaben als Präsident entscheiden muss."

Olena Selenska, First Lady der Ukraine: Mittlerweile befindet sie sich wieder in Kiew.
Olena Selenska, First Lady der Ukraine: Mittlerweile befindet sie sich wieder in Kiew. (Quelle: Ukrainian Presidential/imago-images-bilder)

Nur auf eines besteht sie: Nie habe sie die Ukraine verlassen. Stattdessen sei sie mit den Kindern mehrmals umgezogen. Die Tage seien lang gewesen – die Zeit vertrieb sich Selenska damit, ihre Kinder zu unterrichten. Auch habe sie einen genauen Tagesplan aufgestellt. "Du musst deine Stunden und Minuten einplanen, um sicherzustellen, dass du etwas zu tun hast und dich nicht in Gedanken verlierst", sagt sie. Was immer gleich blieb: Egal wo sie sich befanden, hätten sie die Nachrichten verfolgt.

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Vor dem Fernseher habe sie auch die erste Ansprache Selenskyjs im khakifarbenen Hemd vor dem Präsidentenpalast verfolgt. "Ich konnte sehen, dass es für ihn alles sehr emotional war", sagt Selenska. "Wie ich ihn kenne, denke ich, dass er alle emotionalen Hebel eingesetzt hat, die er konnte, um die Botschaft zu vermitteln." Manipulation sei das nicht gewesen. "Es war echt", so Selenska.

Sie selbst habe ihre elektronischen Geräte zu Hause zurücklassen müssen. Auf ihre Konten in den sozialen Medien sollte sie auf Empfehlung des Sicherheitspersonals nicht mehr zugreifen. Doch das habe auch etwas Gutes gehabt: "Man wartet nicht darauf, zu sehen, wie die Reaktionen der Leute nach jeder einzelnen Sache sein werden, die man tut", sagt sie. Vor dem Krieg sei das für sie emotional belastend gewesen.

"Disziplin ist sein zweiter Vorname"

Gefragt nach den Eigenschaften, die ihren Mann sowohl als früheren Comedian als auch als heutigen Präsidenten der Ukraine ausmachen, zählt Selenska gleich mehrere auf: "Er gibt einfach nie auf, selbst wenn es alle um ihn herum tun", erzählt sie. Dann sei da seine Kommunikationsfähigkeit. "Er merkt sich Texte sehr schnell und kann sie souverän aufsagen", sagt sie. "Er weiß, wie man mit Kameras arbeitet. Er schauspielert nicht – er hat nur die Fähigkeiten, das gut zu machen", sagt Selenska. Sie werde nervös, wenn sie öffentlich sprechen soll, für ihren Mann sei das hingegen natürlich.

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Eine weitere Eigenschaft sei Disziplin. "Disziplin ist sein zweiter Vorname", sagt Selenska. "Der Wecker klingelt und er steht auf, putzt sich die Zähne, zieht sich an und geht." Sie hingegen brauche eine halbe Stunde, um sich fertig zu machen. "Er hat diese psychologischen Qualitäten, um Stress zu widerstehen und Disziplin zu bewahren", sagt sie. Das sei auch jetzt so. "Ich mache mir keine Sorgen um seine psychische Gesundheit, sondern um seine körperliche Gesundheit", erklärt Selenska. "Nach schwierigen Zeiten wird er immer krank. Er entspannt sich, und dann holt er sich einen Virus oder so etwas", erzählt sie aus Erfahrung.

"Ukrainer sind es nicht gewohnt, Psychologen um Hilfe zu bitten"

Sorge trägt sie auch für die Bevölkerung der Ukraine. Zwar werde sie als First Lady vor allem nach ihrem Aussehen und ihren Kleidern beurteilt, doch sie wolle auch ihren Einfluss nutzen und sich mit anderen First Ladys verbünden. So habe sie etwa mit Königin Mathilde von Belgien, die auch Psychologieprofessorin ist, zuletzt über eine Kampagne für psychologische Hilfe gesprochen.

Olena Selenska, die Frau des ukrainischen Präsidenten und die First Lady der USA, Jill Biden, umarmen sich: "Es war mutig von ihr, zu kommen."
Olena Selenska, die Frau des ukrainischen Präsidenten und die First Lady der USA, Jill Biden, umarmen sich: "Es war mutig von ihr, zu kommen." (Quelle: Ukraine Presidency/imago-images-bilder)

Wenn der Krieg vorbei und die Russen geschlagen seien, dann brauche es eine Kampagne, die den Menschen klarmache, dass es nicht ihre Schuld sei, wenn sie psychologische Hilfe bräuchten. "Ukrainer sind es nicht gewohnt, Psychologen um Hilfe zu bitten", sagt Selenska. "Wir neigen dazu, Depressionen oder Angstzustände zu ignorieren." Davor warnt sie jedoch: "Niemand braucht ein Land, das gewonnen hat, das um sein Territorium gekämpft hat, aber das von Menschen bevölkert ist, die nicht normal leben, funktionieren oder ihre Kinder großziehen können."

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