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Ecclestone: Putin ist ein "erstklassiger Mensch"

Von t-online, lw

Aktualisiert am 30.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Bernie Ecclestone (l) und Wladimir Putin (r) im Jahr 2014: Die beiden sind befreundet.
Bernie Ecclestone (l) und Wladimir Putin (r) im Jahr 2014: Die beiden sind befreundet. (Quelle: Motorsport Images/imago-images-bilder)
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Ein Interview mit dem ehemaligen Formel-1-Chef schlägt Wellen: Ecclestone schwärmt von Putin – und macht die Ukraine für den Krieg verantwortlich.

Der frühere Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat mit Aussagen über den russischen Präsidenten Wladimir Putin für Aufsehen gesorgt. "Ich würde immer noch eine Kugel für ihn abfangen", sagte er in einem Interview in der britischen Fernsehsendung "Good Morning Britain". "Mir wäre es lieber, es würde nicht wehtun, aber ich würde es trotzdem tun", so der 91-Jährige. Zuvor hatte die Moderatorin gefragt, ob er Putin immer noch als einen Freund ansehe. Das bestätigte Ecclestone.

Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sagte er, was Putin getan habe, sei das, "was er glaube, was das Richtige" sei. Er habe das für Russland getan. Ecclestone bezeichnete den Kremlchef als "erstklassigen Menschen" und sagte, er sei vernünftig. Seit Beginn des Krieges habe er jedoch noch nicht mit ihm gesprochen oder geschrieben.

Ecclestone kritisiert Selenskyj scharf

Zu den zahlreichen russischen Angriffen auf Zivilistinnen und Zivilisten, etwa auf das Einkaufszentrum in Krementschuk mit mindestens 20 Toten, sagte Ecclestone, solche zivilen Verluste seien "nicht beabsichtigt".

Den ukrainischen Präsidenten kritisierte Ecclestone hingegen in dem Interview scharf. Wolodymyr Selenskyj sei vor seiner Amtszeit ein Komiker gewesen und scheine dies auch weiterhin sein zu wollen. Die Invasion hätte anders enden können, wenn Selenskyj mit Putin gesprochen hätte, so der Milliardär. Der Kremlchef sei eine "sensible Person". Auf die Frage der Moderatorin, ob Selenskyj für den Krieg verantwortlich sei und nicht Putin, antwortete Ecclestone entschlossen: "Absolut." Es sei nicht die Absicht des russischen Präsidenten gewesen, einen Krieg zu beginnen.

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Zudem sei die Entscheidung falsch gewesen, russische Formel-1-Fahrer von Wettbewerben auszuschließen, so der ehemalige F1-Chef. "Sie sollten nicht bestraft werden."

Wladimir Putin (l) und Bernie Ecclestone (r) beim Großen Preis von Russland im Jahr 2014: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges haben die beiden noch nicht miteinander kommuniziert, so Ecclestone.
Wladimir Putin (l) und Bernie Ecclestone (r) beim Großen Preis von Russland im Jahr 2014: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges haben die beiden noch nicht miteinander kommuniziert, so Ecclestone. (Quelle: Motorsport Images/imago-images-bilder)

"Er braucht ernsthaft Hilfe"

Das Interview schlug vor allem in Großbritannien hohe Wellen. Mehrere britische Medien bezeichneten das Gespräch als "bizarr". Auf Twitter kritisierten Nutzerinnen und Nutzer den 91-Jährigen scharf: "Er braucht ernsthaft Hilfe", schrieb einer. "Er ist verrückt", kommentierte ein anderer.

Die britische Außenministerin Liz Truss sagte bei "Good Morning Britain", Ecclestones Kommentare seien absolut "außergewöhnlich". Kremlchef Putin sei "toxisch". Auch die Formel 1 distanzierte sich von den Aussagen. Der 91-Jährige war dort bis 2017 Geschäftsführer. In einem Statement hieß es: "Die Kommentare von Bernie Ecclestone sind seine persönlichen Ansichten und stehen in krassem Gegensatz zu den modernen Werten des Sports." Die Formel 1 hatte sich bereits 2020 von Ecclestone distanziert, als dieser sagte, dass Schwarze in vielen Fällen noch rassistischer als Weiße seien.

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