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Indonesischer Präsident besucht Wladimir Putin – Händedruck trotz Kiew-Reise


Indonesischer Präsident besucht Putin – Händedruck trotz Kiew-Reise

Von rtr, mm

Aktualisiert am 01.07.2022Lesedauer: 2 Min.
Indonesiens Präsident Widodo und Kreml-Chef Putin: Nach seinem Besuch in Kiew war Widodo am Donnerstag in Moskau zu Gast.Vergrößern des BildesIndonesiens Präsident Widodo und Kreml-Chef Putin: Nach seinem Besuch in Kiew war Widodo am Donnerstag in Moskau zu Gast. (Quelle: Alexander Zemlianichenko/Reuters-bilder)
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Olaf Scholz hielt Russlands Präsident Putin im Kreml mit einem gigantischen Tisch auf Abstand. Nicht so den indonesischen Präsidenten.

Bei seinem Besuch in Moskau hat Indonesiens Präsident Joko Widodo am Donnerstag gefordert, russisches Düngemittel und ukrainischen Weizen wieder im vollem Umfang auf dem Weltmarkt anzubieten. Ansonsten werde sich die angespannte weltweite Lebensmittelversorgung nicht verbessern, sagte der Widodo. Er ist derzeitiger Präsident der G20, der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer weltweit. Er sprach mit dem russischen Amtskollegen Wladimir Putin, nachdem er am Mittwoch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew besucht hatte. Putin sicherte Widodo zu, Indonesien Dünger liefern zu wollen.

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Widodo hatte auch an dem G7-Treffen in Elmau teilgenommen. Er habe dort darauf gepocht, dass die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Einmarschs russischer Truppen in das Nachbarland nicht Drittländer treffen dürften. Indonesien hat Russland bislang wegen der Invasion nicht öffentlich kritisiert. Auch ist das Land Forderungen aus den USA und anderen westlichen Ländern nicht nachgekommen, Russland aus den G20 zu verbannen. Widodo lug jedoch hat auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zum Gipfel ein, obwohl die Ukraine kein Mitglied ist.

Putin hält Widodo nicht auf Abstand

Auffällig bei seinem Besuch im Kreml war, wie nahe Putin Widodo an sich heranließ. Zum Abschluss des Treffens schüttelten sich beide Präsidenten die Hand. Mussten europäische Staats- und Regierungschefs im Winter noch an einem gigantischen Tisch Platz nehmen, trennte Widodo und Putin am Donnerstag nur ein Beistelltisch.

Russlands Präsident Putin hatte ausländische Besucher im Kreml in den vergangenen Monaten noch streng auf Abstand gehalten. Bei den bilateralen Gesprächen zum Beispiel mit UN-Generalsekretär António Guterres und mit Bundeskanzler Olaf Scholz saßen die Politiker vier Meter auseinander. Im Netz sorgten die Bilder von dem ovalen Riesentischs im Kreml für Spott und Häme. Grund für die Distanz war angeblich Putins Sorge vor einer Corona-Infektion.

Schon Anfang Juni hatte der russische Präsident jedoch auch mit dem senegalesischen Präsidenten, Macky Sall, an einem kleineren Tisch Platz genommen. Auch mit den Präsidenten von Turkemistan und Tadschikistan sowie mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko schüttelte Putin bereits die Hände.

Putin relativiert Verantwortung für Getreideknappheit

Putin spielte bei dem Treffen mit Widodo die russische Verantwortung für die Lage auf den Nahrungsmittelmärkten herunter. "Wir verhindern nicht den Export von ukrainischem Getreide. Das ukrainische Militär hat die Zufahrten zu seinen Häfen vermint", sagte er. Niemand hindere die Ukrainer daran, die Minen zu räumen, dann garantiere Russland die Sicherheit der Getreideausfuhr. Allerdings haben die Ukraine seit dem russischen Überfall Sorge, dass Russland die Entminung für einen Angriff etwa auf Odessa nutzen könnte.

Die G7-Staaten hatten am Dienstag bekräftigt, dass man mit Hochdruck daran arbeite, ukrainisches Getreide auf den Weltmarkt zu bringen. Putin behauptete dagegen, dass derzeit nur fünf Millionen Tonnen Weizen im Land festsäßen. "Dies ist eine Menge, die die Weltmärkte in keiner Weise beeinträchtigt", fügte er hinzu, da sie nur 0,5 Prozent der Weltproduktion ausmache.

Die UN schätzten dagegen Anfang Mai, dass 22 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine festsitzen. Selenskij sprach am 6. Juni von 75 Millionen Tonnen, die sich bis zum Herbst in den Speichern summieren würden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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