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"Großartiger" G20-Gipfel ohne wirkliche Erfolge

dpa, wal

09.07.2017Lesedauer: 3 Min.
Kanzlerin Angela Merkel ist mit dem Verlauf und den Beschlüssen des G20-Gipfels in Hamburg zufrieden. Auch US-Präsident Trump und UN-Generalsekretär Guterres äußerten sich positiv zu den erreichten Beschlüssen.
Kanzlerin Angela Merkel ist mit dem Verlauf und den Beschlüssen des G20-Gipfels in Hamburg zufrieden. Auch US-Präsident Trump und UN-Generalsekretär Guterres äußerten sich positiv zu den erreichten Beschlüssen. (Quelle: Ian Langsdon/Reuters-bilder)
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Kaum ist der G20-Gipfel zu Ende, bröckelt die Front gegen Trump. Auch der türkische Präsident Erdogan stellt das Pariser Abkommen zum Klimaschutz infrage. Politiker zeigen sich mit dem Gipfel dennoch zufrieden. Ist der Aufwand für solch magere Erfolge gerechtfertigt?

Trotz weiter massiven Streits mit den USA bei Klimaschutz und Welthandel haben Spitzenpolitiker die Ergebnisse den ersten G20-Gipfels in Deutschland verteidigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich zufrieden. "Wir haben in einigen Bereichen durchaus gute Ergebnisse erzielt", sagte sie auf ihrer Abschluss-Pressekonferenz in Hamburg am Samstag.

UN-Generalsekretär António Guterres wertete das Treffen als Erfolg. Der Gipfel der Gruppe führender Wirtschaftsnationen sei "kein Fehlschlag" gewesen, betonte Guterres in den ARD-"Tagesthemen". Er verwies darauf, dass die USA und Präsident Donald Trump im Streit um den Klimaschutz isoliert worden seien. "19 Länder haben solide zusammengestanden und sich verpflichtet, Kurs zu halten. Und das ist ein wichtiger Erfolg."

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Gemessen an den Programmpunkten des Gipfels konnte nur wenig Verbindliches erreicht werden. Stattdessen taten sich neue Konflikte auf. Doch was kann von einem Treffen von 20 Staatschefs an zwei Tagen erwartet werden? Zahlreiche nationale Interessen stehen hier internationalen Klimazielen, freiem Welthandel und der Bekämpfung der vor allem Europa und Afrika betreffenden Flüchtlingskrise gegenüber.

Daher kann allein das Treffen und die Gespräche als solche als Erfolg gewertet werden. So konnten Trump und Putin neue Absprachen zum Syrienkonflikt treffen, die USA im Streit um die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens isoliert und neue Handelsbeschlüsse gefasst werden.

Türkei schert bei Pariser Klimaabkommen aus

Nach dem Ende des G20-Gipfels hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan allerdings die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens durch sein Land überraschend infrage gestellt. Sein Abrücken steht im Widerspruch zu der Abschlusserklärung, in der sich die "G19" - und damit auch die Türkei - ausdrücklich zum Abkommen von Paris und dessen "zügiger" Umsetzung bekannt hatten. Damit war zum ersten Mal in der Geschichte der G20-Gipfel ein Dissens in der Abschlusserklärung festgeschrieben worden. Die USA stiegen unter Trump aus dem Klimaabkommen aus.

Erdogan erklärte nach dem Gipfel, er habe Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mitgeteilt: "Solange die Versprechen, die man uns gegeben hat, nicht gehalten werden, werden wir das in unserem Parlament auch nicht ratifizieren." Erdogan stellte in Zweifel, dass die restlichen G20-Staaten in dieser Frage geschlossen gegen die USA stünden. Auch andere Länder hätten nicht ihre volle Unterstützung für das Abkommen erklärt. "Bei allen gibt es Probleme." Die Differenzen mit den USA seien "nicht zugekleistert" worden, sagte Merkel.

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Trump bremst Lösungen bei Klima- und Handelsthemen aus

Als Entgegenkommen an Trump wurde ein Satz aufgenommen, dass die USA anderen helfen wollten, "auf fossile Brennstoffe zuzugreifen und sie sauberer und effizienter zu nutzen". Die Formulierung war strittig, weil fossile Energien eigentlich auslaufen müssen, um die Ziele des Pariser Abkommen einer Erderwärmung von deutlich unter zwei Grad erreicht werden sollen. Trump bezeichnete den G20-Gipfel bei Twitter als "wunderbaren Erfolg".

Beim Freihandel sorgte Trump für einen Rückschritt im Vergleich zu früheren Gipfelerklärungen: Die G20 erkennen die "Rolle legitimer Verteidigungsinstrumente im Handel" an und machen damit ein Zugeständnis an Trumps Abschottungspolitik. Im Gegenzug schaffte es eine Absage an Protektionismus in die Erklärung. Der Begriff wird aber unterschiedlich interpretiert. Der US-Präsident hält seine "Amerika zuerst"-Politik nicht für Protektionismus, die Europäer schon.

Die G20-Staaten unterstützten auch die Initiative Merkels für eine neue Partnerschaft mit Afrika. In Zukunft solle es nicht nur klassische Entwicklungshilfe geben, sondern auch eine Förderung privater Investitionen, sagte die Kanzlerin. Merkels Initiative sieht Abkommen mit reformorientierten afrikanischen Staaten vor, um die Rahmenbedingungen für Investitionen auch in Infrastrukturprojekte zu verbessern. Entwicklungsorganisationen sind wenig überzeugt, weil der Fokus mehr auf den Investoren als auf den Bedürfnissen der Menschen liege. Auch wird befürchtet, das internationale Standards nicht eingehalten werden.

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