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G7-Gipfel in Biarritz: Die Stadt verwandelt sich in eine Festung

Ausschreitungen wie in Hamburg erwartet  

G7: Biarritz verwandelt sich in eine Festung

24.08.2019, 12:32 Uhr | AFP

OSAKA JAPAN JUNE 28 2019 France s President Emmanuel Macron US President Donald Trump and Japa (Quelle: Imago)
G7-Treffen macht Biarritz zu schaffen

Einwohner und Einzelhändler sind genervt vom Sicherheitsaufwand, den Frankreich als Gastgeber des G7-Gipfels betreibt. Und in Berlin fordern Demonstranten die Mächtigen zum Handeln auf. (Quelle: Reuters)

"Ein totaler, großer Unsinn": Das sagen Einwohner und Einzelhändler zu den Sicherheitsmaßnahmen für den G7-Gipfel. (Quelle: Reuters)


Ab Samstag treffen sich die G7-Chefs für drei Tage in Biarritz. Schon jetzt befürchten die Behörden massive Ausschreitungen – und wollen mit Sicherheitsmaßnahmen vorbeugen. Nun macht die ganze Stadt dicht.

Im französischen Badeort Biarritz herrscht im August normalerweise Hochbetrieb. Für den G7-Gipfel ab Samstag verwandelt sich das Surferparadies an der Atlantikküste nun jedoch für drei Tage in eine Festung.

Was ist geplant?

Der französische Gastgeber Emmanuel Macron will Ausschreitungen von Gegnern des G7-Gipfels vermeiden, zu dem er vom 24. bis 26. August unter anderem US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Bei einem Besuch in dem Badeort im Mai kündigte er "beispiellose" Sicherheitsvorkehrungen an.

Wie viele Sicherheitskräfte sind im Einsatz?

In Biarritz sind während der drei Gipfeltage ab Samstag nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner rund 13.200 Sicherheitskräfte im Einsatz. Unterstützt werden sie von Anti-Terror-Kräften der Armee. Nach Angaben Macrons werden Einsatzkräfte auch in den beiden Nachbarorten Anglet und Bayonne stationiert. Sicherheitskräfte sind auch per Boot auf dem Meer präsent, dort wird ebenfalls eine Sicherheitszone errichtet. In Teilen von Biarritz gilt für die Dauer des Gipfels ein Demonstrationsverbot.

Ist Biarritz während des Gipfels frei zugänglich?

Nein, die Stadt wird abgeriegelt. Der Flughafen von Biarritz wird für die Dauer des Treffens für den Linienverkehr geschlossen. Das gleiche gilt für Bahnhöfe in dem Badeort und in umliegenden Gemeinden, unter anderem in Bayonne. Spezialtechnik zur Abwehr von Drohnen ist im Einsatz.

Wie soll die Sicherheit in der Stadt gewährleistet werden?

Ähnlich wie beim G20-Gipfel in Hamburg 2017 und anderen internationalen Treffen wird es in Biarritz zwei Sicherheitszonen geben: Rund um das Tagungszentrum im Luxushotel Hôtel du Palais mit Blick auf den Atlantik richten die Behörden eine scharf kontrollierte "rote Zone" ein. Dort ist Autoverkehr untersagt, nur die Delegationen und andere Befugte werden eingelassen. Auch der Hauptstrand Grande Plage im Zentrum wird für Besucher vollständig gesperrt.

Darüber hinaus gibt es eine "blaue Zone", zu der Autofahrer während des Gipfels nur mit einer speziellen Plakette Zugang haben. Auch Fußgänger müssen eine Berechtigung vorweisen. Betreiber von Restaurants und Geschäften fürchten deshalb massive Einbußen zum Ende der Hauptsaison.

Womit rechnen die Behörden?

Mit massiven Ausschreitungen, wie es sie am Rande von G7- und G20-Gipfeln immer wieder gab. In Hamburg waren etwa 2017 bei tagelangen Krawallen Hunderte Polizisten verletzt worden. Unbedingt vermeiden will Präsident Macron Szenen der Gewalt und der Plünderungen wie zuletzt am Rande von Protesten der "Gelbwesten" um die Jahreswende. Dabei gingen Autonome zum Teil in Schwarzen Blocks gegen Sicherheitskräfte vor, die mit Tränengas und Gummigeschossen antworteten.
 

 
Wie reagieren die Gipfelgegner?

Der Großteil will friedlich gegen den G7-Gipfel demonstrieren, zu einem "Gipfel der Alternativen" an der französisch-spanischen Grenze werden bis zu 12.000 Teilnehmer erwartet. Radikale Gruppen drohen aber mit Gewalt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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