Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Internationale Politik >

Ex-Merkel-Berater kritisiert Donald Trump: "Amateurhaufen"

Nach Afghanistan-Abzug  

Ex-Merkel-Berater kritisiert Trump: "Ein Amateurhaufen"

18.09.2021, 12:02 Uhr | dpa, pdi

Ex-Merkel-Berater kritisiert Donald Trump: "Amateurhaufen". G20-Gipfel in Japan 2019: Angela Merkel und Donald Trump treffen sich zu bilateralen Gesprächen.  (Quelle: imago images)

G20-Gipfel in Japan 2019: Angela Merkel und Donald Trump treffen sich zu bilateralen Gesprächen. (Quelle: imago images)

Der Westen erlitt in Afghanistan eine schwere Niederlage, die Taliban haben das Land unter Kontrolle. Der Ex-Berater von Kanzlerin Merkel, Christoph Heusgen, greift nun den ehemaligen US-Präsidenten Trump scharf an. 

Der frühere einflussreiche Diplomat Christoph Heusgen hat den Afghanistankurs des früheren US-Präsidenten Donald Trump scharf kritisiert. "Die Trump-Administration war ein diplomatischer Amateurhaufen", sagte der ehemalige Sicherheitsberater der Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Es sei ein schwerer Fehler gewesen, ein Abkommen mit den Taliban zu schließen und die afghanische Regierung beiseitezulassen.

"Als es ernst wurde, haben alle das Weite gesucht"

Mit Blick auf Konsequenzen für Deutschland aus der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban sagte Heusgen, Einsätze der Bundeswehr sollten in Zukunft von klaren Erwartungen an die Regierung des jeweiligen Gastlandes abhängig gemacht werden. "Wir haben den Fehler gemacht, dass wir die afghanischen Verantwortlichen nicht zu guter Regierungsführung gezwungen haben. Wir hätten unsere Hilfe viel stärker an Bedingungen knüpfen müssen." Afghanische Politiker hätten in erster Linie an sich und ihre Clans gedacht, daher sei es nicht überraschend, dass sie kein Ansehen in der Bevölkerung und bei den Sicherheitskräften gehabt hätten. "Als es ernst wurde, haben alle das Weite gesucht. Das hätte man mit ein bisschen gesundem Menschenverstand vorhersehen können."

Afghanistan war Mitte August nach rund zwei Jahrzehnten Engagement westlicher Staaten wieder an die Taliban gefallen. Die USA und Deutschland waren die größten Truppensteller.

Heusgen war 2017 nach zwölf Jahren im Kanzleramt als deutscher Botschafter zu den Vereinten Nationen nach New York gegangen. Ende Juni endete seine Amtszeit. Anschließend wurde er als Anwärter für die Nachfolge von Wolfgang Ischinger als Chef der Münchner Sicherheitskonferenz gehandelt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: