Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

IS zieht sich aus Kobane zurück - Kurden fordern schwere Waffen

Schwerer Schlag gegen Terrormiliz  

Kobane: "Straßen voller Leichen" der IS-Kämpfer

08.10.2014, 15:44 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

IS zieht sich aus Kobane zurück - Kurden fordern schwere Waffen. Kämpfer - vermutlich des IS - schleichen durch einen Außenbezirk von Kobane (Quelle: Reuters)

Kämpfer - vermutlich des IS - schleichen durch einen Außenbezirk von Kobane (Quelle: Reuters)

Nach massiven US-Luftangriffen haben sich die IS-Kämpfer aus Teilen der umkämpften nordsyrischen Grenzstadt Kobane zurückgezogen. Das berichten Aktivisten übereinstimmend mit Reportern an der syrisch-türkischen Grenze. Die Terroristen haben demnach Stadtviertel im Osten und am Südwestrand verlassen. Der kurdische Journalist Mustapha Ebdi berichtet bei Facebook, die Straßen des Maktala-Viertels im Südosten seien "voller Leichen" von IS-Kämpfern.

Foto-Serie mit 9 Bildern

Rami Abdel Rahman, Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, begründete den IS-Rückzug mit den offenbar effektiven Luftangriffen auf Stellungen der Kämpfer vor Kobane, bei denen mindestens vier Fahrzeuge beschädigt worden seien.

Hügel von Mischtanur bombardiert

Laut BBC seien zudem schwere Waffen des IS wie Flugabwehrraketen und Panzer zerstört worden. Man habe "eine IS-Einheit" und mehrere bewaffnete Fahrzeuge zerstört, hieß es auch aus dem Pentagon.

Luftangriffe gab es laut kurdischen Medien auch auf Stützpunkte der Terrormiliz auf dem strategischen wichtigen Hügel von Mischtanur. Dabei seien auch Waffendepots zerstört worden.

Die kurdische Nachrichtenseite Welati vermeldete, dass außerdem die kurdische Gegenwehr die sunnitischen Extremisten zum Rückzug an den östlichen Stadtrand gezwungen hätte. Ein Sprecher der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) sprach von einer "Gegenoffensive" der Kurden.

IS-Kämpfer verkriechen sich

Laut BBC sei die Lage seit den frühen Morgenstunden verhältnismäßig ruhig. Die Islamisten würden sich aus Angst vor weiteren Angriffen immer wieder verstecken.

Allerdings seien die Terroristen weiterhin in der Stadt, sagte Rahmen, und Ebdi warnte, die humanitäre Lage für die Hunderten in der Stadt verbliebenen Zivilisten sei weiterhin sehr schwierig.

Flugzeuge kreisen über Kobane

Dafür sprechen auch Berichte von einem BBC-Reporter, der am Mittwochmorgen Gewehrfeuer und einzelnen Explosionen in Koban gehört hat. Insgesamt habe die Intensität der Kämpfe aber stark abgenommen. Immer wieder suchten die IS-Milizen Deckung, wenn alliierte Flugzeuge über Kobane kreisten.

Anfang der Woche hatte der IS den strategisch wichtigen Hügel von Mischtanur am Rande der belagerten Stadt eingenommen. Von hier aus können die Terroristen die Stadt mit schweren Waffen unter Dauerbeschuss nehmen.

Bei den Kämpfen um Kobane sind in den letzten drei Wochen laut Beobachtern 400 Menschen getötet worden, 160.000 konnten über die Grenze in die Türkei fliehen.

Eingeschnürt: die Kurdenstadt Kobane an der türkischen Grenze (Quelle: Basarsoft, Google, t-online.de)Eingeschnürt: die Kurdenstadt Kobane an der türkischen Grenze (Quelle: Basarsoft, Google, t-online.de)

Kurden fordern schwere Waffen

Unterdessen haben die syrischen Kurden die internationale Gemeinschaft eindringlich um schwere Waffen zur Verteidigung der Stadt Kobane gebeten. "Jeder sagt 'wir stehen Euch bei'", kritisierte der Ko-Präsident der syrischen Kurden-Partei PYD, Salih Muslim, der türkischen Zeitung "Hürriyet Daily News". Kein Land unternehme dafür aber konkrete Schritte. "Wir wollen panzerbrechende Waffen."

Muslim forderte von der Türkei außerdem einen Korridor für Kämpfer der Volksschutzeinheiten (PYG), die in Enklaven östlich und westlich von Kobane einsatzbereit seien.

"Unsere bewaffneten Kämpfer in Afrin und Cizre warten darauf, sich den Kämpfern in Kobane anzuschließen. Aber wir müssen türkisches Territorium nutzen, um diese Kämpfer nach Kobane zu bringen."

Muslim sagte, bei einem Treffen mit Vertretern der Regierung in Ankara hätten diese ihm unter anderem eine Passage der Kämpfer über die Türkei in Aussicht gestellt. Bislang sei aber nichts geschehen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: